Clemens August Andreae

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Clemens August Andreae, auch: C. A. Andreae (* 5. März 1929 in Graz; † 26. Mai 1991 nahe Phu Toey/Thailand) war ein österreichischer Nationalökonom.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreae war Universitätsprofessor für politische Ökonomie in Innsbruck und Experte auf dem Gebiet der Geld- und Finanzpolitik. Er war von 1981 bis 1983 Rektor der Universität Innsbruck.

Als Finanzwissenschaftler war er Berater österreichischer und deutscher Minister. Viele seiner oft provokanten Ideen sind inzwischen Wirklichkeit geworden. 1975 stellte Andreae das Altenproblem in Verbindung mit einem umlagefinanzierten Rentensystem dar.[1]

Andreae verbrachte den größten Teil seiner Kindheit und Jugend in Gießen, dort war sein Vater Wilhelm Andreae seit 1933 ordentlicher Professor für Volkswirtschaftslehre. Nach Studium und Promotion in Marburg wurde er 1951 wissenschaftlicher Assistent bei Günter Schmölders in Köln, bei dem er sich 1955 auch habilitierte. 1958 wurde Andreae zunächst außerordentlicher, seit 1962 ordentlicher Professor für Politische Ökonomie an der Universität Innsbruck, der aktuelle österr. Bundespräsident Alexander Van der Bellen erwähnte C. A. Andreae bei einem Interview für den ORF als seinen Doktorvater.

1951 trat Andreae dem Katholischen Studentenverein Nibelung Köln im KV bei. In Innsbruck wurde er Mitglied der K.St.V. Rhenania Innsbruck im KV und ÖKV. Dort hielt er noch beim 95. Stiftungsfest im Jahre 1990 die Festrede. Er war weiterhin Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung AV Austria Innsbruck, der KÖHV Leopoldina Innsbruck und der KÖHV Alpinia Innsbruck im ÖCV. Weiteres Ehrenmitglied war er außerdem 1984 bei der Gründung der gemischten AV Claudiana Innsbruck "Gönner der ersten Stunde". Ferner war Andreae Ordensritter des Päpstlichen Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem.

Andreae erhielt viele Auszeichnungen, unter anderem 1989 das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich[2], das Komturkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik und das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Von 1990 an betätigte er sich auch maßgeblich im Medienbereich, er war einer der Herausgeber des österreichischen Wochenmagazines „Wochenpresse“.

Im Mai 1991 unternahm er zusammen mit vier Assistenten und fünfzehn Studenten der Universität Innsbruck eine Exkursion zum Finanzzentrum Hongkong. Auf dem Rückflug kamen er und seine Begleiter am 26. Mai 1991 beim bis dahin größten österreichischen Flugzeugunglück, dem Absturz des Lauda-Air-Fluges 004, in Thailand ums Leben.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Finanzielle Stabilität als Richtschnur der Finanzpolitik, 1955
  • Abschaffung der Lohnsummensteuer, 1958
  • Der größere Markt, Stuttgart 1966
  • Finanztheorie, Stuttgart 1969
  • Handbuch der österreichischen Finanzwirtschaft, Innsbruck 1970
  • Ökonomik der Freizeit, Reinbek 1970
  • Finanzpolitik, Stuttgart 1975
  • Markenartikel heute, Wiesbaden 1978
  • Vom Boss zum Partner, Zürich 1983
  • Quellen des Wachstums, Köln 1985
  • Ökonomische Grenzen der Medizin, Mainz 1990
  • Wirtschaft und Gesellschaft, (In memoriam hrsg. von Franz Aubele), Berlin 1994

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Festschrift für C.A. Andreae, Bonn 1989

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinschaftsverpflegung in der zweiten Lebenhälfte - Knorr caterplan Symposium 1975, Google-Books, abgerufen am 8. September 2012
  2. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)