Clusius-Schafgarbe

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Clusius-Schafgarbe
Clusius-Schafgarbe (Achillea clusiana)

Clusius-Schafgarbe (Achillea clusiana)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Gattung: Schafgarben (Achillea)
Art: Clusius-Schafgarbe
Wissenschaftlicher Name
Achillea clusiana
Tausch

Die Clusius-Schafgarbe (Achillea clusiana) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Schafgarben (Achillea) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Der Name ehrt den niederländischen Botaniker Charles de l’Écluse (latinisiert „Carolus Clusius“ genannt).

Früher wurde die Clusius-Schafgarbe als Unterart der Schwarzrandigen Schafgarbe (Achillea atrata) geführt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die stark duftende, mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimeter und besitzt einen einfachen, aufrechten Stängel, der nur im Körbchenbereich verzweigt ist. Stängel und Korbstiele sind locker abstehend behaart.

Die Grundblätter sind kurz gestielt, die Stängelblätter sitzend. Die Laubblätter sind doppelt bis dreifach fiederschnittig, wobei die fast borstigen Zipfel zwischen 0,3 und 0,5 Millimeter breit werden.

Die zwischen 9 und 12 Millimeter breiten Körbchen stehen zu 5 bis 15 in einer Doldentraube. Die Hülle wird zwischen 3,5 und 5 Millimeter lang sowie 3,5 und 5 Millimeter breit. Die länglichen Hüllblätter sind undeutlich dachziegelig angeordnet. Die Zungenblüten werden 2,5 bis 4 Millimeter lang. Die Frucht ist eine 2 Millimeter lange Achäne ohne Pappus.

Die Blütezeit ist Juli bis August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.[1]

Clusius-Schafgarbe (Achillea clusiana)

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Clusius-Schafgarbe ist Endemit der nordöstlichen Kalkalpen in Österreich und ist nur in den Bundesländern Ober-, Niederösterreich und der nördlichen Steiermark verbreitet, wo sie häufig in der subalpinen bis alpinen Höhenstufe anzutreffen ist. Das Verbreitungsgebiet umfasst hierbei das Tote Gebirge bis zum Schneeberg, darüber hinaus kommt die Art auch auf der Balkanhalbinsel mit Albanien, Serbien, Griechenland, Mazedonien und Bulgarien vor.[2]

Als Standort werden sickerfrische Felsschuttböden, Schneetälchen und Steinrasen bevorzugt. Die Clusius-Schafgarbe ist eine Charakterart der Ordnung Thlaspietalia rotundifolii.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sauerbier, Langer: Alpenpflanzen – Endemiten von Nizza bis Wien, Eching 2000, ISBN 3-930167-41-7.
  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 933.
  2. Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (ed.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Achillea clusiana In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Clusius-Schafgarbe (Achillea clusiana) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien