Cocteau Twins

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Cocteau Twins
Cocteautwins-logo.svg

Allgemeine Informationen
Genre(s) Dream Pop, Ambient, Ethereal, Gothic Rock, Post Punk
Gründung 1980
Auflösung 1998
Website www.cocteautwins.com
Gründungsmitglieder
Elizabeth Fraser
Robin Guthrie
Bass
Will Heggie (bis 1983)
Letzte Besetzung
Gesang
Elizabeth Fraser
Gitarre, Bass, Schlagzeug
Robin Guthrie
Bass, Gitarre, Klavier
Simon Raymonde (ab 1983)
Weitere Mitglieder
Gitarre
Mitsuo Tate (ab 1990)
Gitarre
Ben Blakeman (ab 1990)
Dave Palfreeman (ab 1993)
Schlagzeug
Benny di Massa (ab 1994)

Die Cocteau Twins waren eine schottische Band, die von 1980 bis 1998 existierte. Der von ihr geprägte melancholische und verträumte Gitarrenpop beeinflusste eine Reihe von später gegründeten Bands, unter ihnen My Bloody Valentine, All About Eve, Lush, Bel Canto, Seefeel, Slowdive, Beach House und School of Seven Bells.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfangszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Cocteau Twins wurden 1980 in Grangemouth, Schottland, gegründet. Die Namensgebung geht auf einen frühen Song der schottischen New Wave-Band Simple Minds zurück, der in leicht veränderter Form als No Cure auf deren Debütalbum Life in a Day (1979) zu hören ist.

Ihre Ursprünge hat die Band in der Punk-Musik. Über ihr erstes Album urteilte der Rolling Stone: „Sie schreiben keine Songs, sie schneiden Sounds.“ Und das Magazin Mojo staunte vor allem über die Sängerin Liz Fraser und deren Vokalisen im Song Know Who You Are at Every Age: „Dieser Chorus gehört zu den schönsten jemals aufgenommenen Passagen der Musik.“

Die Sängerin Liz Fraser hatte zusammen mit dem Ölraffinerie-Ingenieur und Sound-Tüftler Robin Guthrie und dem Bassisten Will Heggie im heimatlichen Schottland mit ihrem ebenso „belächelten wie ehrfurchtsvoll gehörten Gesang“ (Rolling Stone) ein Publikum zu finden versucht. Als dies misslang, ging das Trio 1981 nach London und hoffte, mit Hilfe des bekannten BBC-Discjockeys John Peel eine Plattenfirma zu finden, die sie mit ihrer ungewöhnlichen Musik unter Vertrag nehmen sollte. Peel machte zwar einige Aufnahmen mit den Cocteau Twins, zu ihrem ersten Plattenvertrag verhalf den Musikern aber der Plattenverkäufer Simon Raymonde (vormals Mitglied der Band Drowning Craze), der Fraser, Guthrie und Heggie an Ivo Watts-Russell, den Besitzer des damals neu gegründeten Independent-Labels 4AD, vermittelte. Watts-Russell nahm sie unter Vertrag und veröffentlichte 1982 ihr Debütalbum Garlands.

Die 1980er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Jahreswechsel 1982/83 tourte die Band mit Orchestral Manoeuvres in the Dark durch Großbritannien. Innerhalb kürzester Zeit wurden die Musiker Fraser und Guthrie in die Londoner Musikszene integriert und arbeiteten an der Musik anderer Projekte wie This Mortal Coil, der Hausband von 4AD, mit. Besonders hervorzuheben ist hier die Coverversion des Tim-Buckley-Stücks Song to the Siren auf dem ersten Album von This Mortal Coil (It’ll End in Tears, 1984). Heggie verließ die Gruppe, um schließlich bei der Alternative-Band Lowlife weiterzuspielen, und wurde durch Raymonde ersetzt. In schneller Folge veröffentlichten die Cocteau Twins weitere LPs und Singles, traten in der britischen Fernseh-Musikserie Top of the Pops auf und verließen damit den kleinen Zirkel der Independent-Charts. Mit Treasure (1984), Victorialand (1986) und Blue Bell Knoll (1988) spannen die Cocteau Twins ihren „Dream Pop“ (Mojo) weiter. Blue Bell Knoll bildet insofern einen Wendepunkt in der musikalischen Entwicklung der Band, als hier der massive Einsatz von Studiotechnik und die Verfremdung des Gitarrensounds einen Höhepunkt erreichten. Dies führte dazu, dass sich die Band etwas später zunächst von diesem Album distanzierte und beim Nachfolger Heaven or Las Vegas (1990) den Schwerpunkt wieder deutlich zugunsten des Songwritings verlagerte.

Blue Bell Knoll ist bis heute die einzige 4AD-Veröffentlichung, die neben den seinerzeit üblichen Formaten (CD, LP, MC) auch als DAT erschien.

Die 1990er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA wurden die meisten ihrer Platten erst Anfang der 1990er Jahre veröffentlicht, nachdem sie 1990 ihre erste USA-Tournee unternommen hatten.

Zur selben Zeit suchten Fraser, Guthrie und Raymonde nach neuer Orientierung: Sie verließen das Independentlabel 4AD und schlossen einen Vertrag mit Fontana. Während Raymonde für einzelne Projekte mit den Bands Lush und Moose zusammenarbeitete, feilte Liz Fraser an der Klarheit ihrer Texte. Mittlerweile Mutter einer Tochter, sann sie in ihren Texten über ihren Körper nach, über den Verlust des Selbst, über die Frage, ob ein Mann gut oder eher „vergiftend“ für sie sei (Songtext Bluebeard).

Die Schlussphase[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stellten die Cocteau Twins Anfang der 1990er Jahre noch eine Avantgarde dar (1991 wurde Fraser als beste Sängerin für die Brit Awards nominiert), so ließen Ambient und Drum and Bass ihre Musik Mitte der 1990er Jahre bereits angestaubt wirken. Die Gruppe versuchte dem mit der EP Otherness (1995) entgegenzuwirken, doch setzten inzwischen Formationen wie Portishead die Maßstäbe. Deren Musik war aber nicht die Sache der Cocteau Twins. Mit Milk & Kisses kehrten sie 1996 zu ihren ätherischen Anfängen zurück.

1998 schließlich trennte sich die Band. Bereits ein Jahr zuvor hatten Guthrie und Raymonde das Label Bella Union gegründet, das nicht nur Interpreten wie Françoiz Breut, The Wave Room oder Dirty Three unter Vertrag nahm, sondern daneben auch die weiteren Werke der beiden Labelgründer sowie 1999 die Aufnahmen der Cocteau Twins für die BBC veröffentlicht hat.

Liz Fraser arbeitete unter anderem mit Massive Attack (Teardrop) und Yann Tiersen zusammen. Die Veröffentlichung einer für den Herbst 2007 angekündigten Solo-LP blieb aus. Robin Guthrie gründete zu Beginn des neuen Jahrtausends mit Ex-Mono-Sängerin Siobhan de Maré die Band Violet Indiana.

Ein Reunion-Konzert war für den 30. April 2005 beim Coachella Valley Music and Arts Festival geplant, wurde jedoch bereits im Vorfeld wieder abgesagt.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1][2] Anmerkungen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1982 Garlands
300!
SilberSilber
300!
Erstveröffentlichung: 1982
1983 Head Over Heels
51
SilberSilber

(15 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1983
1984 Treasure
29
SilberSilber

(8 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1984
1986 Victorialand
10
(7 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1986
1988 Blue Bell Knoll
15
(4 Wo.)
109
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1988
1990 Heaven of Las Vegas
7
SilberSilber

(15 Wo.)
99
(19 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1990
1993 Four-Calender Café
13
(3 Wo.)
78
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1993
1996 Milk & Kisses
17
(4 Wo.)
99
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1996
1999 BBC Sessions
87
(1 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1999
2000 Stars & Topsoil – A Collection (1982-90)
63
(1 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 2000

Weitere Veröffentlichungen

Soloveröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robin Guthrie

  • 2003: Imperial
  • 2006: Continental
  • 2008: 3:19 (Soundtrack)
  • 2009: Carousel
  • 2011: Emeralds

Simon Raymonde

  • 1997: Blame Someone Else

Robin Guthrie & Harold Budd

  • 2005: Mysterious Skin (Soundtrack)
  • 2007: After the Night Falls
  • 2007: Before the Day Breaks
  • 2011: Bordeaux

Robin Guthrie & John Foxx

  • 2009: Mirrorball

Eraldo Bernocchi, Harold Budd & Robin Guthrie

  • 2011: Winter Garden

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1985: The Pink Opaque
  • 1985: Tiny Dynamine/Echoes in a Shallow Bay
  • 1988: Head Over Heels/Sunburst and Snowblind
  • 1991: The Box Set
  • 2000: Stars and Topsoil
  • 2005: Lullabies to Violaine

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[1] Anmerkungen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1983 Sunburst and Snowblind
86
(7 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1983
EP
1984 Pearly-Dewdrops Drops
29
(6 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1984
EP
1985 Aikea-Guinea
41
(3 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1985
EP
Tiny Dynamine
52
(2 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1985
EP
Echoes in a Shallow Bay
65
(2 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1985
EP
1986 Love’s Easy Tears
53
(2 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1986
EP
1990 Iceblink Luck
Heaven or Las Vegas
38
(3 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1990
1993 Evangeline
Four-Calendar Café
34
(2 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1993
Winter Wonderland/Frosty the Snowman
58
(1 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1993
1994 Blue Beard
Four-Calendar Café
33
(3 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1994
1995 Twinlights
59
(2 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1995
EP
Otherness
59
(2 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1995
EP
1996 Tishbite
Milk and Kisses
34
(2 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1996
Violaine
Milk and Kisses
56
(2 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 1996

Weitere Singles und EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1982: Lullabies
  • 1983: Peppermint Pig
  • 1984: The Spangle Maker
  • 1988: Carolyn’s Fingers
  • 1993: Snow

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: UK US
  2. Auszeichnungen für Musikverkäufe: UK

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]