Codex Grolier

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Seite 2 des Codex Grolier

Der Codex Grolier ist ein Manuskript in der alten Maya-Schrift, der erst in den 1970er Jahren entdeckt wurde.

Er besteht lediglich aus 11 Seiten und ist unvollständig. Jede Seite zeigt eine Gottheit oder einen Heroen mit Blickrichtung nach links. Er wird im Nationalmuseum für Anthropologie in Mexiko-Stadt aufbewahrt, ist aber für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Die Handschrift wurde lange für eine Fälschung gehalten. Obwohl sich das Papier bei Radiokarbondatierungen tatsächlich als vorspanisches Rindenbastpapier herausstellte, wurde die Bemalung etwa von Nikolai Grube 2012 als „mit Sicherheit eine Fälschung des 20. Jahrhunderts“ eingestuft.[1]

Neue Studien dagegen bestätigten die Echtheit des Codex.[2] So wurde beispielsweise die Darstellung des Berggottes mit gespaltenem Kopf auf Seite 9 des Codex lange als obskure Erfindung der Fälscher betrachtet. Neuere archäologische Funde aus Tancah und Pasión del Cristo zeigen aber diesen Gott auf Artefakten. Dass die Fälscher von diesem Gott wussten bevor dieser in späteren Funden auftaucht, erscheint sehr unwahrscheinlich und wird daher als Argument für die Echtheit angesehen.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nikolai Grube: Der Dresdner Maya-Kalender: Der vollständige Codex. Verlag Herder, Freiburg, 2012, ISBN 978-345-1333323, S. 21-22.
  2. Doug Criss: This Maya document, long considered a fake, is Americas' oldest manuscript. CNN, 8. September 2016.
  3. Coe, Michael; Stephen Houston; Mary Miller; Karl Taube: Maya Archaeology 3: Featuring the Grolier Codex. Hrsg.: Precolumbia Mesoweb Press. 2015, ISBN 978-0-9859317-0-4, S. 256 (worldcat.org).