Mixteken

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Jademaske aus der Mixtekenkultur.

Die Mixteken oder Mixteca (abgeleitet aus der aztekischen Sprache Nahuatl von Mixtecapan - Leute aus dem Wolkenland oder Mixtecatl - Wolkenvolk) sind ein altes mexikanisches Indianervolk, das den mexikanischen Bundesstaat Oaxaca, das im Nordwesten angrenzende Puebla sowie im Nordosten liegende Guerrero lebte. Die Mixteken sprechen Mixtekisch und bezeichneten sich selbst je nach Dialekt als Ñuu savi, Ñuu djau, Ñuu davi, Naa savi - manchmal auch als Tay Ñudzahui oder Ñuu dzavui (‘People of the rain deity place’ - ‘Volk am Ort des Regengottes’)[1][2]und bildeten zur Zeit der spanischen Eroberung des Aztekischen Dreibundes eines der größten Völker im südlichen Mexiko. Zusammen mit den benachbarten Zapoteken sprechen sie eine Variante der Otomangue-Sprachfamilie. Hierbei wird zwischen dem eigentlichen Mixteco' (Mixtekisch, Ñuu Savi - ‘Sprache des Regens’) mit mehreren Sprachen und Dialekten (450.000 Sprecher), sowie den eng verwandten Cuicateco (‘Cuicatekisch’, 12.000 Sprecher) und Trique (‘Triqui’, 24.000 Sprecher) unterschieden.[3]

Schneckenförmiges Gehänge (ca. 10 cm hoch), 900-1520 n. Chr., Gold, Dumbarton Oaks Museum, Washington, DC

Geschichte[Bearbeiten]

Die Mixteken waren die Träger einer hochentwickelten vorspanischen Kultur in Südmexiko. Die Anfänge ihrer Kultur lassen sich nach schriftlichen Quellen bis ins 7. Jahrhundert zurückverfolgen. Wichtige ehemalige kulturelle und machtpolitische Zentren der Mixteca waren die Hauptstadt Tilantongo (Ñuu Tnoo-Huahi Andehui - ‘Black Town-Temple of Heaven’) sowie die Städte Achiutla, Cuilapan, Huajuapan, Tlaxiaco, Tututepec, Juxtlahuaca, and Yucuñudahui. Zudem errichteten die Mixteca in Monte Albán und Mitla, vormals Städte der Zapoteken, bedeutende Bauten und Kunstwerke und führten die Besiedlung fort. Die Mixteken waren hervorragende Kunsthandwerker, deren Erzeugnisse auch bei den Nachbarvölkern sehr begehrt waren. Sie stellten leuchtend farbige Keramik her, schufen kostbare Türkismosaike und waren Meister der Metallverarbeitung, insbesondere der Goldschmiedekunst. Auf dem Höhepunkt des Aztekischen Reiches gerieten manche Städte (aber nicht alle Mixteca-Städte) in die Abhängigkeit der Azteken und ihre Kunstprodukte stellten einen wichtigen Beitrag des Tributes dar, den sie den Azteken zu entrichten hatten. Berühmte Zeugnisse ihrer herausragenden Metallverarbeitung und ihres Juwelierhandwerks sind die Funde aus dem Grab Nr. 7 in Monte Albán. Der künstlerische Einfluss der Mixteken erstreckte sich auch auf Cholula, wo er den regionalen Mixteca-Puebla-Stil formte. Später erhoben sie sich gegen die spanischen Konquistadoren und wurden von den Spanier mit Hilfe indianischer Hilfstruppen aus Zentral-Mexiko unter der Führung von Pedro de Alvarado unterworfen.

Epochen[Bearbeiten]

Epiklassikum (ca. 650-950)[4]
Postklassikum (ca. 950-1200)[4]
Spätes Postklassikum (ca. 1200-1519)[4]

Codex Nuttal aus der Mixtekenkultur

Kultur[Bearbeiten]

Die Mixteca sind für ihre Codices, einer Bilderhandschrift aufgezeichnet in einem Faltbuch (Leporello) aus Hirschleder, die in Form von Piktogrammen und Ideogrammen verfasst wurde, weltbekannt. In diesen Codices schrieben die Mixteca, den Aztekencodices ähnlich, ihre Geschichte und Mythen nieder, Kalender sowie genealogische Abstammungslinien ihrer Herrscher und der Götter. Die berühmteste Geschichte der mixtekischen Codices ist die des Herrschers 8 Hirsch (Iya Nacuaa Teyusi Ñaña, Beiname: ‘Jaguarkralle’) (1063-1115 n.C.), niedergeschrieben im Codex Nuttall,[5] dem es als ersten Herrscher gelang alle drei mixtekischen Städtebünde (Hochland, Tiefland und Küste) unter einer Hauptstadt (Tilantongo) zu vereinigen. Das Leben und die Taten von 8 Hirsch werden auch in anderen Codices erwähnt, wie dem Codex Colombino (Mexiko), Codex Becker I und Vindobonensis (Wien), sowie Codex Bodley und Selden (Oxford). Die Mehrzahl der heute erhaltenen mexikanischen Bilderhandschriften sind mixtekischen Ursprungs.

Gruppen der Mixteca[Bearbeiten]

Die Mixteca oder Mixteken und ihr Heimatgebiet werden oft geographisch sowie kulturell in drei Regionenen bzw. Städtebünde unterteilt:

  • die Mixteca Alta (Hochland-Mixteken) leben im Hochland sowie westlich und in den Bergen des Oaxaca Tals im nordöstlichen Guerrero und westlichen Oaxaca
  • die Mixteca Baja (Tiefland-Mixteken) leben nördlich und westlich dieser Berge im nordwestlichen Oaxaca und südwestlichen Puebla
  • die Mixteca de la Costa (Küsten-Mixteken) leben in den südlichen Ebenen und entlang der Küste des Pazifischen Ozeans im östlichen Guerrero und westlichen Oaxaca.

Für den größten Zeitraum der mixtekischen Geschichte vor der spanischen Conquista waren die Mixteca Alta die dominierende und vorherrschende politische Kraft, zudem lag die Hauptstadt Tilantongo der Mixteca im Hochland, das von ihnen kontrolliert wurde. Das Tal von Oaxaca selbst war oft eine umkämpfte Grenzregion, manchmal von den Mixteca dominiert, dann wiederum von ihren Nachbarn im Osten, den Zapoteken (diese nannten sich tatsächlich Peni zaa - "Wolkenvolk", die Bezeichnung wurde aber von den Azteken auf die benachbarten Mixteca übertragen).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Laura Velasco-Ortiz: Mixtec transnational identity. University Press, Tucson, Ariz. 2005, ISBN 0-8165-2327-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kevin Terraciano: The Mixtecs of Colonial Oaxaca: Nudzahui History, Sixteenth Through Eighteenth Centuries, Verlag: Stanford University Press, 2004, ISBN 978-0-8047-5104-9
  2. Richard E. W. Adams, Murdo J. MacLeod: The Cambridge History of the Native Peoples of the Americas: Part 1, Verlag: Cambridge University Press, 2000, ISBN 978-0-521-35165-2
  3. Michael Dürr: Nord- und mesoamerikanische Sprachen. Abgerufen am 31. Januar 2014.
  4. a b c Indianer-Welt: Die Kultur der Mixteken. Abgerufen am 31. Januar 2014.
  5. Codex Nuttall. Abgerufen am 31. Januar 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mixteken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien