Codex Tro-Cortesianus

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Seiten des Codex Tro-Cortesianus
Reproduktion des Codex Tro-Cortesianus im Museo de América

Der Codex Tro-Cortesianus (auch Codex Madrid) ist ein berühmtes Manuskript in der Maya-Schrift (Mayaglyphen), das wahrscheinlich im 15. oder 16. Jahrhundert vor der spanischen Eroberung Mittelamerikas angefertigt wurde. Es wird heute im Museo de América in Madrid aufbewahrt. Der Kodex ist ein Faltbuch (Leporello) mit 112 Seiten (56 Blättern) aus Amate-Papier, welches bei einer Seitenhöhe von 22,6 Zentimetern 6,82 Meter lang ist. Es ist damit die längste der drei mit Sicherheit authentischen Maya-Handschriften, die erhalten geblieben sind.[1]

Die Madrider Handschrift enthält Tabellen, Anweisungen für religiöse Zeremonien, Almanache und astronomische Tabellen (Venustafeln). Er erlaubt Einblicke in das religiöse Leben der Maya. Sie enthält einen Abschnitt von elf Seiten, der sich mit Bienenzucht beschäftigt. Zahlreiche Abbildungen zeigen religiöse Praktiken, Menschenopfer und viele Alltagsszenen wie Weben, Jagen, Kriegsführung und Bienenzucht. Die Götter sind in diesem Zauberbuch in grotesker Zeichnung dargestellt. Vermutlich wurde das Buch für astrologische Weissagungen verwendet und erlaubte die Festlegung der besten Saat- und Erntedaten und des Zeitpunkts für Opferrituale.

Die Handschrift wurde in den 1860er Jahren in zwei Teilen an unterschiedlichen Orten in Spanien entdeckt. Ein Teil, der Codex Troanus befand sich im Besitz von Juan de Tro y Ortolano und umfasste die Seiten 22 bis 56 und 78 bis 112. Der andere Teil, der Codex Cortesianus, enthielt die übrigen Seiten. Er wurde nach dem Konquistor Hernán Cortés benannt, da er in dessen Heimatprovinz gefunden worden war.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Codex Tro-Cortesianus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nikolai Grube: Der Dresdner Maya-Kalender: Der vollständige Codex. Verlag Herder, Freiburg, 2012, ISBN 978-345-1333323, S. 22 Die anderen beiden Manuskripte sind der Dresdner Kodex (Codex Dresdensis) und der Pariser Kodex (Codex Peresianus).