Cointreau

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Cointreau-Flasche

Cointreau [kwɛ̃'tʀo] ist ein Markenname für drei aus den Schalen süßer und bitterer Orangen hergestellten Likör. Allgemein bezeichnet Cointreau den klassischen Triple Sec mit weißem Etikett. Cointreau gehört zur Familie der Curaçaos.

Die Marke gehört zur Unternehmensgruppe Rémy Cointreau und wird in Deutschland durch TeamSpirit vertrieben.

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die für Cointreau verwendeten Orangenschalen stammen von süßen und bitteren Orangen aus firmeneigenen Plantagen in Haiti und Spanien sowie auch zugekauft aus Brasilien. Die Schalen werden gemischt und zum Mazerieren in Alkohol eingelegt. Hierbei entzieht kalter Alkohol den Orangenschalen langsam das Aroma. Daran anschließend erfolgt die Destillation, wodurch ein hochprozentiges Destillat entsteht. In den weiteren Herstellungsphasen entsteht daraus mit Zucker, Wasser und Neutralalkohol der klassische Cointreau. Cointreau wird unter anderem im Cosmopolitan, der Margarita und vielen anderen Cocktails verwendet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Design Mitte der 1970er Jahre

1849 gründeten die Brüder Adolphe und Edouard-Jean Cointreau in Angers (Frankreich) die erste Destillerie des Hauses Cointreau. Im Jahr 1875 übernahm Edouard Cointreau Junior das damals noch kleine Unternehmen. Er erfand nicht nur den berühmten Likör, sondern auch die seitdem charakteristische eckige Flasche aus braunem Glas. Bereits auf der Weltausstellung 1878 in Paris wurde sein Likör mit einem Ersten Preis ausgezeichnet. 1885 ließ Cointreau den Markennamen schützen.

Schon sehr früh wurde die Bedeutung von Werbung erkannt: Von den Brüdern Lumière ließ Cointreau schon kurz nach den ersten öffentlichen Filmvorführungen einen ersten Werbespot für Cointreau produzieren. 1898 schuf der italienische Plakatgestalter Nicolas Tamagno die Figur des Pierrot, die 50 Jahre lang das Maskottchen des Unternehmens bleiben sollte. 1920 bzw. 1950 übernahmen Cointreaus Söhne André und Louis das Unternehmen; zwischen 1950 und 1960 traten Pierre, Robert und Max Cointreau in die Firma ein und beschleunigten die weltweite Expansion, die 1990 in die Fusion mit dem Familienunternehmen Rémy Martin und die Gründung der Unternehmensgruppe Rémy Cointreau mündete.[1]

Seit September 2007 ist die Burlesque-Darstellerin und Stripperin Dita Von Teese offizielle „Markenbotschafterin“.

Sorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem klassischen Triple sec Cointreau in der Flasche aus Braunglas mit weißem Etikett gibt es seit wenigen Jahren zwei weitere Sorten im Programm.

Cointreau Noir[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prinzipiell wird der Noir nach dem gleichen Rezept wie der klassische Cointreau hergestellt. Allerdings wird nach der Destillation nicht mit geschmacklosem Neutralalkohol aufgefüllt, sondern mit Cognac. Ein vergleichbares System gibt es auch bei der Marke Grand Marnier, wobei der klassische Cointreau dem Cordon Jaune und der Cointreau Noir dem bekannteren Cordon Rouge entspricht.
Durch die Zugabe von Cognac ist der Cointreau Noir deutlich milder im Geschmack und hat bräunliche Farbe, er wird in Flaschen aus farblosem Glas abgefüllt, die in Größe und Form der klassischen Form entsprechen. Die Sorte Noir wird in Deutschland nicht vertrieben, ist aber als Import verfügbar.

Cointreau Blood Orange[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für diese in Deutschland vertriebe Sorte wird zusätzlich zu den süßen und bitteren Orangenschalen noch Schale von Blutorangen aus Korsika für den Auszug beigegeben. Ansonsten ist die Herstellung identisch mit dem klassischen weißen Cointreau. Abgefüllt wird diese Sorte in Flaschen der klassischen Form mit rotem Etikett.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 1943 nutzten die Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Henning von Tresckow und Fabian von Schlabrendorff eine Box mit zwei Flaschen Cointreau, um darin eine als Geschenk für Adolf Hitler getarnte Sprengstoffbombe in Hitlers Flugzeug zu schmuggeln (diese Szene ist auch im Film Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat nachgestellt). Da die Bombe im Gepäckraum deponiert wurde und vereiste, explodierte sie nicht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cointreau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Quelle für alle geschichtlichen Daten: www.cointreau.de, aufgerufen am 28. Juli 2008.