Containergebäude

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bürogebäude
Kundenzentrum
Nomadic Museum
Studentenwohnheim auf einem Hausboot
Containergebäude auf zwei Ebenen mit außen angebrachter Treppe
„SB-Service“ der Sparkasse mit Geldautomat und Kontoauszugsdrucker
Wohncontainer „HomeBox 1“ von Hanfried Slawik

Als Containergebäude bezeichnet man Gebäude, die in Raumzellenbauweise aus Containern errichtet werden. I. d. R. handelt es sich um kostengünstige wiederverwendbare temporäre Gebäude, die zur kurzfristigen Befriedigung akuten Platzbedarfes dienen und nach relativ kurzer Zeit (Tage bis wenige Jahre) wieder abgebaut werden. Danach können sie anderenorts wiedereingesetzt werden. Menschen können in ihnen zeitweise leben, wohnen oder arbeiten. Häufig werden Containerbauten bei Gebäudesanierungen, -umbauten oder -erweiterungen eingesetzt. Ihre Größe kann von einzelnen Containern bis zu mehrstöckigen Gebäuden reichen. Eine Ansammlung von Containergebäuden nennt man auch Containerdorf.

Die Container haben im Minimum einen Boden (oder Decke) mit aufgesetztem kubischem Rahmen, in den Außen- oder Innenwände mit Türen und Fenstern und Decken (oder Böden) je nach Bedarf eingesetzt werden. Bei der Zusammenstellung mehrerer Container zu größeren Räumen entfallen einige Wände, bei der Zusammenstellung zu mehreren Etagen die jeweilige Decke (oder der Boden). Treppen werden häufig außen angebracht.

Nutzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die möglichen Nutzungen sind weit gestreut, im Folgenden einige Beispiele:

Büro
Baubüro, öffentliche Verwaltung
Aufenthalt
Baustellencontainer, Schulcontainer, Unterkünfte für Veranstaltungen
Forschung und Gesundheitswesen
temporäre Kliniken
temporäre Labore (Laborcontainer)
Wohnen
Baustellenunterkünfte, Flüchtlingsunterkunft, Studentenwohnheim, Militärunterkünfte
Technik
als Sendergebäude: der komplette Sender kann bei der Herstellerfirma zusammengebaut werden und braucht dann nur noch aufgestellt und angeschlossen zu werden.
als Werkstattgebäude
als Transformatorenhäuschen
als Notstromaggregat zur mobilen temporären Ersatz-Stromversorgung
als Rechenzentrumsgebäude
Messebau
Clubs, Bars, Werbeflächen, Lounges

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Containermodule gibt es vornehmlich in zwei Bauarten: in den Abmessungen der ISO-Container-Normen werden sie bevorzugt für in Modulbauweise hergestellte Bauten verwendet. Dabei wird nach Randcontainern (mit stärker isolierten Außenwänden) und Innencontainern unterschieden. Die zweite Bauart sind Abrollcontainersysteme. Vorteil ist hierbei die schnellere Umsetzbarkeit, da bei diesen Systemen außer dem Transportfahrzeug (Wechselladerfahrzeug) kein zusätzliches Hebezeug (Autokran oder dergleichen) benötigt wird. Die Möglichkeiten zu Modulbauten sind hierbei begrenzt (insbesondere vertikal). Container für Abrollsysteme werden häufig auch nur in Breiten von 2,20 m angefertigt.

Bürocontainer werden voll isoliert und fertig vorinstalliert. Meistens sind die einzelnen Container in Paneelbauweise gefertigt, die eine flexible Anordnung von Türen und Fenstern ermöglicht. Weiterhin können dadurch die einzelnen Module miteinander verbunden werden, um größere Räume zu schaffen.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekanntheit erlangten die Wohncontainer durch die Fernsehsendung „Big Brother“, bei der ausgewählte Kandidaten in einer von Videokameras rund um die Uhr überwachten Wohncontaineranlage zusammenleben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jure Kotnik: Container Architecture: This Book Contains 6441 Containers. Links International, Barcelona 2008, ISBN 84-96969-22-3.
  • Han Slawik, Julia Bergmann, Mathias Buchmeier, Sonja Tinney (Hrsg.): Container Atlas: Handbuch der Container Architektur. Gestalten, Berlin 2010, ISBN 978-3-89955-294-2.
  • Philip Jodidio: Cabins, Hütten, Cabanas. Illustriert von Cruschiform. Taschen, Köln 2014, ISBN 978-3-8365-5026-0 (deutsch, französisch und englisch).[5]
  • Louis Meier: Shipping Container Homes: A Guide on How to Build and Move into Shipping Container Homes with Examples of Plans and Designs. 2017, ISBN 978-1-979-32290-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Containergebäude – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Containerwohnung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Keetwonen: Studentenwohnheim in Amsterdam (Memento vom 19. November 2016 im Internet Archive)
  2. Anne-Sophie von Hein: Miniappartments, Wohnwürfel, Container: Neue Antworten auf die Wohnungskrise. In: YouTube. Der Spiegel, 6. November 2016, abgerufen am 22. November 2020.
  3. Grundrisse (.pdf) (Memento vom 1. Februar 2017 im Internet Archive)
  4. Rezension (faz.net)
  5. französisch von Claire Debard, deutsche Übersetzung von Gregor Runge.