African Continental Free Trade Area

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Landkarte der geplanten African Continental Free Trade Agreement.
  • Ratifizierende Länder
  • Unterzeichner vom März 2018, nicht ratifiziert
  • Unterzeichner vom Juli 2018 oder später, nicht ratifiziert
  • Die African Continental Free Trade Area (AfCFTA) ist die Freihandelszone zwischen 54 Mitgliedsstaaten[1] der Afrikanischen Union (AU), die 2019 auf Grundlage des afrikanischen Freihandelsabkommens (AfCFTA) dieser Staaten beschlossen wurde.

    Mit der Ratifizierung durch 22 afrikanische Staaten im April 2019 wurde das Abkommen am 30. Mai 2019 vertragsgemäß besiegelt. Damit ist die Umsetzung der Zone, die im Jahr 2020 geplant ist, sicher.[2][3]

    Ziel der Freihandelszone ist die Schaffung des afrikanischen Binnenmarktes.[4] Mit ihrer Hilfe soll der intra-afrikanische Handel gefördert, die regionale und kontinentale Integration Afrikas ausgebaut und der industrielle, verarbeitende Sektor der afrikanischen Wirtschaft weiter entwickelt werden. Der afrikanische Kontinentalmarkt wird nach seinem Aufbau mehr als eine Milliarde Menschen sowie ein Bruttoinlandsprodukt zwischen 2,2 und über 3 Billionen US-Dollar umfassen.[5][6][7]

    Das Abkommen ging aus der 18. ordentlichen Sitzung der Versammlung der Staats- und Regierungschefs der AU im Januar 2012 in Addis Abeba hervor. Begleitend wurde zudem der Action Plan on Boosting Intra-African Trade (BIAT) beschlossen.[8]

    Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Ausgangspunkt der Bestrebungen für einen gemeinsamen afrikanischen Markt war die Monrovia-Erklärung von 1979.[9] Die AfCFTA selbst hat ihren Ursprung im Abuja-Vertrag von 1991 (ratifiziert 1994), in dem die Schaffung einer afrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft und Zollunion (englisch: African Economic Community, AEC) beschlossen wurde. Bis 2028 sollte in sechs Schritten eine gesamt-afrikanische Wirtschafts- und Währungsunion entstehen.

    Aufgrund der nur langsamen Fortschritte hin zur AEC wurde auf dem AU-Gipfel in Addis Abeba im Januar 2012 die Schaffung der kontinentalen Freihandelskomponente in Form der AfCFTA beschlossen.[6] Die Verhandlungen sollten im Jahre 2017 abgeschlossen sein.[10] Zugleich wurde der Boost Intra-African Trade (BIAT) Action Plan verabschiedet, der politische Begleitmaßnahmen der AfCFTA umfasst.

    Da die AfCFTA auf bestehenden regionalen Wirtschaftsgemeinschaften (englisch: Regional Economic Community, REC) Afrikas aufbauen sollte, begannen die Verhandlungen erst nach Schaffung der drei afrikanischen Freihandelszonen: EAC, COMESA und SADC (Tripartite Free Trade Area).[6] Auf dem Gipfel der AU im Jahr 2015 wurden die Verhandlungen offiziell eröffnet. Hierbei wurden Verhandlungsprinzipien, das institutionelle Arrangement, der Aufgabenbereich und die Roadmap der Verhandlungen festgelegt.

    In den Jahren 2016 bis 2017 wurde in Treffen der AfCFTA Task Force und des AfCFTA Negotiation Forum die Phase 1 der AfCFTA-Verhandlungen über Güter und Dienstleistungen geführt. Bei einem Treffen der Handelsminister am 1. und 2. Dezember 2017 vereinbarte man einen finalen Vertragsentwurf.[11]

    Auf dem Gipfel der AU im März 2018 wurde das Rahmenabkommen unterzeichnet. Außerdem wurde in Phase 2 der Verhandlungen über die Themen Wettbewerb, Investitionen und intellektuelle Eigentumsrechte beraten.[12]

    Beim außerordentlichen Gipfel der Staats- und Regierungschefs der AU am 7. Juli 2019 wurden noch ausstehende Protokolle verabschiedet.[13]

    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. Afrikanische Freihandelszone auf den Weg gebracht: Nachrichten und aktuelle News aus Holzminden und dem Weserbergland. Abgerufen am 7. Juli 2019.
    2. Aisha Salaudeen, CNN Business: Nigeria will join Africa's vast free trade area. Abgerufen am 5. Juli 2019.
    3. DPA: Afrikas neuer Binnenmarkt freut Investoren. Abgerufen am 14. Juli 2019 (deutsch).
    4. https://au.int/en/ti/cfta/about
    5. Africa’s CFTA trade accord holds promise in spite of barriers. Financial Times, 20. Dezember 2017, abgerufen am 5. Januar 2018.
    6. a b c Regions Refocus and Third World Network-Africa (Hrsg.): The Continental Free Trade Area (CFTA): Process and Political Significance. (daghammarskjold.se [PDF]).
    7. Afrikanische Freihandelszone Müller fordert EU zu mehr Engagement auf - entwicklungspolitik online. Abgerufen am 31. Mai 2019.
    8. https://au.int/en/ti/cfta/about
    9. United Nations Economic Commission on Africa, Friedrich-Ebert-Stiftung (Hrsg.): The Continental Free Trade Area (CFTA) in Africa – A Human Rights Perspective. 2017, S. 19 (uneca.org).
    10. Economic Commission for Africa, African Union (Hrsg.): Boosting Intra-African Trade - Issues Affecting Intra-African Trade, Proposed Action Plan for boosting Intra-African Trade and Framework for the fast tracking of a Continental Free Trade Area. 2012, S. 48 (uneca.org [PDF]).
    11. African countries are building a giant free-trade area. In: The Economist. 7. Dezember 2017, abgerufen am 5. Januar 2018.
    12. African Continental Free Trade Area. Economic Commission for Africa, African Union Commission, 15. März 2018, abgerufen am 16. April 2018.
    13. AfCFTA Agreement secures minimum threshold of 22 ratification as Sierra Leone and the Saharawi Republic deposit instruments. Kommission der Afrikanischen Union, 29. April 2019, abgerufen am 4. Mai 2019 (englisch).