Ostafrikanische Gemeinschaft

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Ostafrikanische Gemeinschaft
East African Community (engl.)
Jumuiya ya Afrika ya Mashariki (swah.)

EAC

Flagge der Ostafrikanischen Gemeinschaft

Mitglieder der Ostafrikanischen Gemeinschaft
Englische Bezeichnung East African Community
Organisationsart Regionale Kooperation
Sitz der Organe

Arusha (Tansania)

Generalsekretär Richard Sezibera
Mitgliedstaaten
Amts- und Arbeitssprachen

Englisch, Swahili

Fläche 1.820.666 km²
Einwohnerzahl 154 Millionen (2013)[1]
Bevölkerungsdichte 12 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt

110,8 Mrd. US$[2]
(Schätzung, 2013)

Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner

720 US$
(Schätzung, 2013)

Gründung

7. Juli 2000
(Neugründung)

Währungen
Zeitzone UTC+2 bis UTC+3
eac.int
Ruandas Präsident Kagame am EAC-Gipfeltreffen 2006

Die Ostafrikanische Gemeinschaft (engl. East African Community, EAC) ist eine zwischenstaatliche Organisation der ostafrikanischen Länder Kenia, Uganda, Tansania, der seit 2007 auch Ruanda und Burundi angehören.

Allgemeines[Bearbeiten]

Sitz des Sekretariats ist Arusha (Tansania). Die EAC hat das Ziel, die wirtschaftliche, politische, soziale und kulturelle Zusammenarbeit zu erweitern und zu vertiefen. Durch die Schaffung einer Zollunion, eines gemeinsamen Marktes und einer gemeinsamen Währung soll langfristig ein föderaler Staatenbund entstehen. Zu den gemeinsamen Institutionen gehören auch der Gerichtshof (East African Court of Justice) zur Überwachung der Verträge und die parlamentarische Versammlung (East African Legislative Assembly) als demokratisch legitimiertes Kontrollorgan.[3] Die Mitgliedstaaten müssen ihre nationalen Gesetze anpassen, um die vollständige Umsetzung einiger Aspekte des Gemeinsamen Marktes, wie Einwanderungs- und Zollbehörden, zu ermöglichen.

Geschichte[Bearbeiten]

  • Bereits 1967 hatte Kenia zusammen mit Uganda und Tansania eine kurzlebige Wirtschaftsgemeinschaft unter dem Namen EAC ins Leben gerufen. Neben der Errichtung eines gemeinsamen Marktes (EACM) wurde die Förderung des in allen drei Ländern verbreiteten Swahili als Alternative zum von den Kolonialherren hinterlassenen Englisch als Verkehrssprache angestrebt. Doch 1977 zerbrach diese Gemeinschaft an zwischenstaatlichen Gegensätzen und gegenseitiger Einmischung.
  • Am 7. Juli 2000 wurde die Gemeinschaft offiziell neu gegründet, seit dem 1. Juli 2007 zählt sie auch Burundi und Ruanda zu ihren Mitgliedern.
  • Seit 1. Januar 2005 ist die Zollunion mit einem gemeinsamen Außenzoll auf dem Papier verwirklicht. Burundi, Kenia, Ruanda und Uganda sind daneben Mitglieder von COMESA, während Tansania Mitglied der SADC ist. Hingegen sind alle fünf Staaten Teilnehmer an der Afrikanischen Union. Tansania war auch Mitglied der COMESA, hat diese allerdings verlassen, um Überschneidungen mit der SADC zu entgehen. Beide regionalen Gruppierungen streben Zollunionen an. Da sich die Mitgliedsländer nicht hinsichtlich der Teilung der Zollerträge einigen können und verschiedenen regionalen Organisationen angehören, finden aber weiterhin interne Grenzkontrollen und Zollformalitäten statt. Auch galt eine Übergangsregelung (ein langsamer Abbau von Zöllen bis 2010) für die Exporte einer Anzahl von kenianischen Produkten nach Tansania und Uganda.
  • Am 1. Juli 2010 erließ der kenianische Präsident Mwai Kibaki offiziell das East-African-Common-Market-Protokoll, eine Erweiterung der bestehenden Zollunion, die 2005 in Kraft getreten ist. Das Protokoll sorgt für den freien Verkehr von Arbeitskräften, Kapital, Waren und Dienstleistungen innerhalb der Ostafrikanischen Gemeinschaft.
  • Seit 19. April 2011 bis 2016 ist Richard Sezibera aus Ruanda der neue Generalsekretär der Gemeinschaft. Sein Vorgänger war Juma Mwapachu aus Tansania.

Mitglieder[Bearbeiten]

Kennzahlen[Bearbeiten]

Nachfolgend sind einige Daten aus dem Jahr 2013 aufgelistet:

Mitgliedstaat BIP
pro Kopf[5]
Staats-
schulden-
quote
[6]
Arbeits-
losen-
quote
[7]
Korruption[8] HDI[9]
BurundiBurundi Burundi 303 US$ 32 - 21 0,389
KeniaKenia Kenia 1.016 US$ 50 40,0 % 27 0,535
RuandaRuanda Ruanda 698 US$ 29 - - 0,506
TansaniaTansania Tansania 703 US$ 41 - - 0,488
UgandaUganda Uganda 626 US$ 34 - 26 0,484

Mitgliedschaftsanträge[Bearbeiten]

  • Der SudanSudan Sudan stellte 2011 einen Mitgliedschaftsantrag, der jedoch auf Betreiben von Uganda und Tansania abgelehnt wurde, weil das Land die Menschenrechte nicht achte und zudem – vor dem Beitritt des Südsudan – nicht an die EAC-Staaten grenzt.[10]
  • Auch der Sudan SudSüdsudan Südsudan (2011) und SomaliaSomalia Somalia (Februar 2012) haben die Mitgliedschaft beantragt. Im Dezember 2012 beschloss die EAC, die Bearbeitung dieser Anträge zu verschieben.[11]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DSW Report 2013 - Länderdatenbank
  2. Liste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt
  3. bmz.de, Zugriff am 26. Dezember 2014
  4. heute.de vom 1. Dezember 2013
  5. Liste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf
  6. Liste der Länder nach Staatsschuldenquote
  7. CIA World Fact Book
  8. Transparency International - Korruption 2013, Zugriff am 26. Dezember 2014
  9. Human Development Index
  10. Sudan’s bid to join EAC rejected as South Sudan’s deferred, in: Sudan Tribune, 1. Dezember 2011
  11. East African body rejects S. Sudan, Somalia membership bids, in: Sudan Tribune, 4. Dezember 2012