Cumerio

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Cumerio
Rechtsform NV/SA
Gründung 2005
Auflösung 2008
Auflösungsgrund Fusion mit Aurubis
Sitz Brüssel BelgienBelgien Belgien
Mitarbeiterzahl 1450 Ende 2006
Umsatz 3,4 Milliarden Euro Ende 2006
Branche Metallverarbeitung

Die börsennotierte Cumerio mit Sitz in Brüssel war einer der wichtigsten Bearbeiter von Kupfer in Europa und betrieb Schmelzanlagen und Affinerien in Belgien, Bulgarien, Italien und der Schweiz. Es werden verschiedene Halbprodukte hergestellt, wie Kupferdraht und Bleche, Billets.

Das Unternehmen wurde 2007 von dem deutschen Konkurrenten Aurubis übernommen und dort integriert. Ende 2006 waren 1450 Personen bei Cumerio beschäftigt und der Umsatz erreichte 3,4 Milliarden Euro.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cumerio wurde 2005 gegründet, als die Muttergesellschaft Umicore (ehemals Union Minière) ihre Kupferaktivitäten abgespalten und an die Börse gebracht hatte.[1] Der Name Cumerio ist ein Anagramm von Umicore.

Mitte 2007 plante die Norddeutsche Affinerie (die seither in Aurubis umfirmierte), Cumerio durch ein zu EUR 780 Mio. bewertetes öffentliches Übernahmangebote zu erwerben; gleichzeitig hatte der österreichische Konkurrent A-Tec Industries eine Sperrminoritât in Cumerio und einen Anteil an der Norddeutsche Affinerie erworben.[2][3] Die Norddeutsche Affinerie hat bis zum 18. Februar 2008 über 91 % der Cumerio übernommen, nachdem A-Tec seine Anteile Anfang 2008 wieder verkauft hatte; A-Tec verfolgte jedoch weiterhin ein Zusammengehen mit der NA. Jedoch untersagte das deutsche Bundeskartellamt eine Übernahme.[4] Das Bundeskartellamt war der Ansicht, dass durch den Zusammenschluss eine marktbeherrschende Stellung im Bereich der sauerstofffreien Kupferstranggußformate entstünde.[5] Die Geschehnisse wurden in den Medien als „Kupfer-Krimi“ bezeichnet.[4] Im Sommer 2008 gab A-Tec daraufhin auch die Anteile an der NA wieder ab.[6] Am 15. April 2008 wurde durch einen Squeeze-out die Komplettübernahme von Cumerio vollzogen.[7]

Im Februar 2009 hat die Hauptversammlung der Norddeutschen Affinerie die Umbenennung der Gesellschaft in Aurubis beschlossen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Les Echos: Umicore cote ses activités cuivre sous le nom de Cumerio, 29. April 2005, abgerufen am 13. Januar 2021 (franz.)
  2. Les Echos: A-Tec s'invite au mariage Cumerio-Norddeutsche, 23. Juli 2007, abgerufen am 13. Januar 2021 (franz.)
  3. A-Tec lässt Kupfer-Spitzentreffen platzen. Handelsblatt, 4. Juli 2007, abgerufen am 19. Januar 2013.
  4. a b Atempause im Kupfer-Krimi. Die Welt, 28. Februar 2008, abgerufen am 12. März 2016.
  5. Bundeskartellamt – Homepage – Bundeskartellamt untersagt den Erwerb eines wettbewerblich erheblichen Einflusses durch A-TEC Industries auf die Norddeutsche Affinerie. In: www.bundeskartellamt.de. 28. Februar 2008, abgerufen am 20. März 2016.
  6. Kleiner Gewinn mit Verkauf des „Affi“-Pakets. der Standard, 11. Juli 2008, abgerufen am 19. Januar 2013.
  7. Manager Magazin, 15. April 2008.