Dönche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lage der Dönche im Stadtgebiet Kassel

Die Dönche ist ein Naturschutzgebiet im Südwestteil der in Nordhessen gelegenen Großstadt Kassel und zählt zu den flächenmäßig größten innerstädtischen Grünanlagen Deutschlands.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als ortsbezirksfreies Gebiet liegt die unbebaute Dönche zwischen den Stadtteilen Süsterfeld-Helleböhn, Niederzwehren, Oberzwehren, Nordshausen und Brasselsberg. Sie wird durchflossen vom Dönchebach und vom Krebsbach, der in den Dönchebach mündet.

Landschaftsbild, Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2009 in der Dönche
"Unter den Eichen" am oberen Rand der Dönche
Am oberen Rand der Dönche

Charakteristisch für das Landschaftsbild der Dönche ist die kulturhistorische Grünlandgesellschaft von Tümpeln, Röhrichten und Hochstaudenfluren, bachbegleitenden Erlen- und Eschenwäldern und einem Buchen-Hutewald, in dem sich das 1981 gegründete Freilandlabor befindet, welches dem Biologie-Unterricht Kasseler Schulen und der Ausbildung von Lehramtsstudenten der Biologie der Universität Kassel dient. Nur selten anzutreffen ist vor allem die trockene europäische Heide.

Die Tierwelt der Dönche umfasst unter anderem Feldhase, Wildkaninchen, Reh, Fuchs und Mäusebussard. Zum Erhalt der offenen Landschaft wurde eine Beweidung mit Schafen und extensiven Rinderrassen initiiert.[1]

Die Dönche ist von zahlreichen Spazier- und Wanderwegen − jedoch keinen Straßen − durchzogen, wodurch das Gebiet dem Freizeit- und Erholungszweck dient.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Dönche verknüpft sind auch schreckliche Erinnerungen aus der Zeit des Nationalsozialismus. So wurde sie als Vollstreckungsort von Erschießungskommandos der benachbarten Lüttich-Kaserne benutzt, von denen beispielsweise im Zweiten Weltkrieg dort Fahnenflüchtige hingerichtet wurden. Ein Teil der Dönche wurde früher als Truppenübungsplatz genutzt. Auch heute ragt noch immer eine weithin sichtbare, U-förmige Panzerrampe hervor. 1976 wurde die Dönche zunächst als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, von dem 1980 jedoch ein ca. 12 ha großes Areal für das Bauprojekt documenta urbana wieder aufgegeben wurde. 1983 erfolgte dann die Ausweisung eines 35 ha großen Teils der Dönche als Naturschutzgebiet (NSG). Dieses NSG wurde 1995 auf insgesamt 173 ha vergrößert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Weideprojekt Dönche

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dönche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 17′ 30″ N, 9° 25′ 50″ O