Niederzwehren

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Wappen von Kassel
Niederzwehren
Stadtteil von Kassel
Lage von Niederzwehren in Kassel
Koordinaten 51° 17′ 8″ N, 9° 27′ 57″ OKoordinaten: 51° 17′ 8″ N, 9° 27′ 57″ O.
Höhe 160 m ü. NHN
Fläche 8,2 km² (3/23)
Einwohner 11.337 (31. Dez. 2013) (7/23)
Bevölkerungsdichte 1383 Einwohner/km² (9/23)
Ausländeranteil 9,2 % (31. Dez. 2010) (14/23)
Eingemeindung 1936
Postleitzahl 34134
Vorwahl 0561
Website Stadtteilinfo Niederzwehren
Politik
Ortsvorsteher Harald Böttger (SPD)
Sitzverteilung (Ortsbeirat)
SPD CDU FDP Grüne
5 3 1 2
Quelle: Stadtverwaltung im Internet

Niederzwehren ist der flächenmäßig drittgrößte Stadtteil von Kassel. In Niederzwehren lebte Dorothea Viehmann, die Märchenfrau der Brüder Grimm.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Norden hin wird Niederzwehren in Richtung Park Schönfeld und Wehlheiden durch die nach Wilhelmshöhe abzweigende Verbindung der Waldkappeler Bahn begrenzt.

Im Märchenviertel fließt auch der Grunnelbach vom Brasselsberg kommend bis in die Giesewiesen unterhalb der Neuen Mühle.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich genannt wurde Niederzwehren bereits im Jahre 1074 (als Tweron[1] im Bestandsverzeichnis des Klosters Hasungen), im Jahre 1207 als Tweren. Der Name Niederzwehren entstand schließlich zur Abgrenzung vom Nachbarort Oberzwehren, der heute ebenfalls ein Stadtteil von Kassel ist.

Siehe auch Burgstall Niederzwehren

Im Laufe seiner Geschichte wurde das Dorf mehrmals zerstört und wieder aufgebaut, so 1402 aufgrund der Auseinandersetzungen des Erzbischofs von Mainz mit den hessischen Landgrafen und später im Dreißigjährigen Krieg.

In der Zeit des napoleonischen Königreichs Westphalen (1807–1813) war Niederzwehren Verwaltungssitz des Kantons Zwehren.

Die zuvor eigenständige Gemeinde Niederzwehren wurde 1936 zur Stadt Kassel eingemeindet.

Ursprünglich ein Bauerndorf, entwickelte sich Niederzwehren im 20. Jahrhundert zunehmend auch zu einem Industriestandort. Unter anderem stand die Waggonfabrik Gebrüder Credé an der jetzigen Stelle eines großen Einkaufskomplexes, der dort 1968 eröffnet wurde. Bis zur Neubebauung der Trompete in der Oberneustadt beherbergte das ehemalige Verwaltungsgebäude des Unternehmens die Musikakademie der Stadt Kassel.

Im Zuge der Stadtteilsanierung in den späten 1960er Jahren wurde die Frankfurter Straße an der Stelle des Ortskerns verbreitert. Ein Großteil der einst dörflichen Struktur fiel dieser als Ausbau vorangetriebenen Stadtteilerneuerung zum Opfer.

Bereits 1913 wurde Niederzwehren an das Straßenbahnnetz Kassels angeschlossen.

Bis in die 1990er Jahre bestand auf dem heutigen Gelände der W. & L. Jordan GmbH die Kurhessenhalle für Reit- und Sportveranstaltungen sowie Flohmärkte.

Im Randbereich von Niederzwehren befinden sich zwei Soldatenfriedhöfe in direkter Nachbarschaft, das Niederzwehren Cemetery für die gefallenen Commonwealth-Soldaten des Ersten Weltkrieges, sowie einer für sowjetische Soldaten.

Stadtteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt haben sich in den vergangenen Jahren die Probleme des kleinteiligen und inhabergeführten Einzelhandels im Stadtteil nicht verbessert, insbesondere durch kontinuierlichen Ausbau und die Erweiterung bestehender „Marktprojekte“ im Discount- und Filialbereich. Die bestehenden Betriebe und Geschäfte zwischen Leuschner- und Brüder-Grimm-Straße bilden dennoch das Rückgrat des städtischen Lebens.[2]

Die Graf-Haeseler-Kaserne in Richtung Dennhausen wurde in den vergangenen Jahren transformiert und beherbergt inzwischen eine kleine Ansammlung unterschiedlicher Betriebe und Einrichtungen, sowie eine Moschee. Dahinter befindet sich die Siedlung „Am Keilsberg“.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prägend für den Stadtteil Niederzwehren ist die Frankfurter Straße, die in Höhe der Haltestelle „Dennhäuser Straße“ an der Abzweigung nach Fuldabrück im Süden und Korbacher Straße nach Westen, in den späten sechziger Jahren verbreitert wurde. Insgesamt ist der Stadtteil hoch von Durchgangsverkehr gekennzeichnet, der sowohl aus der Innenstadt kommend in Richtung Oberzwehren und nach Baunatal (VW-Werk) als auch zu den Konzentrationspunkten, insbesondere dem DEZ-Einkaufszentrum, führt.

Im Norden von Niederzwehren bestand bis zu deren Stilllegung zwischen 1880 und 1985 ein eigener Bahnhof „Niederzwehren“. Richtung Süsterfeld besteht der Damm der Main-Weser-Bahn und seit 1991 die Hochgeschwindigkeitsstrecke des ICE nach Fulda-Würzburg. Derzeit ist der Stadtteil mit einer direkten Straßenbahnverbindung mit der Gemeinde Baunatal im Süden, der Innenstadt und den nördlichen Stadtteilen Kassels und Frommershausen (Vellmar) verbunden.

Die Mutter vieler Märchen: Dorothea Viehmann in einem Stich von Ludwig Emil Grimm

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niederzwehren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Niederzwehren, Stadt Kassel. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL); abgerufen am 21. August 2015 (Stand: 29. Juli 2015).
  2. Niederzwehren. In: Stadtportal Kassel. Stadt Kassel, documenta-Stadt; vertreten durch den Magistrat, 18. Juli 2014; abgerufen am 21. August 2015.