DR VT 137 600

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DR VT 137 600
Foto Otte
Foto Otte
Nummerierung: VT 137 600
Anzahl: 1
Hersteller: Bw Dresden-Pieschen
Baujahr(e): 1951
Ausmusterung: nach 1960
Achsformel: 2’(1A)(1A)2’
Gattung: C8pvT (bis 1956)
KB8p (ab 1956)
Spurweite: 750 mm
Länge über Kupplung: 33.380 mm
Drehzapfenabstand: 9330 mm / 8400 mm
Drehgestellachsstand: 1270 mm
Leermasse: 30,0 t
Dienstmasse: 39,0 t
Höchstgeschwindigkeit: 30 km/h
Installierte Leistung: 2 × 75 PS
Treibraddurchmesser: 700 mm
Laufraddurchmesser: 600 mm
Motorbauart: 6-Zyl.-Viertakt-Dieselmotor
Leistungsübertragung: mechanisch mit zwei Mylius-Getrieben
Bremse: Knorr-Druckluftbremse
Sitzplätze: 67

Der VT 137 600, umgangssprachlich Lindwurm genannt, war ein Dieseltriebwagen der Deutschen Reichsbahn. Das 1951 gebaute Einzelstück bewährte sich nicht und wurde vermutlich noch in den 1960er Jahren ausgemustert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1939/1940 entstanden in der Werkstatt der Lettischen Staatsbahnen drei dreiteilige Triebwagen 901–903 für die Strecke Liepaja–Aizpute. Für die Endteile wurden 1923 von Linke-Hofmann gebaute Reisezugwagen mit einem Endführerstand ausgerüstet. Das Mittelteil mit der Antriebsanlage war ein Neubau. Der Antrieb erfolgte mit zwei Mercedes-Benz-Dieselmotoren, die jeweils 100 PS leisteten und mit je einem Mylius-Getriebe verbunden waren. So konnte eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h erreicht werden. Der Triebwagen 901 wurde 1950 in Polen auf der Kreisbahn Krotoschin–Pleschen aufgearbeitet und war als Mxx 189 bis 1962 im Einsatz.

Beim Rückzug der Wehrmacht 1944 gelangten die Triebwagen 902 und 903 nach Sachsen, sie wurden auf dem Bahnhof Wolkenstein abgestellt. Bei einem Luftangriff wurden sie stark beschädigt. Aufgrund von Fahrzeugmangel in der DDR baute das Bahnbetriebswerk Dresden-Pieschen aus den Resten des Triebwagens 903 einen dreiteiligen Gelenktriebwagen. Der Aufbau des anderen Triebwagen unterblieb.

Im Jahr 1951 wurde das aufgebaute Fahrzeug auf der Schmalspurbahn Freital-Potschappel–Nossen in Betrieb genommen. Da sich das Fahrzeug in Wilsdruff nicht bewährte, wurde es 1954 in Zittau bei der Schmalspurbahn Zittau–Kurort Oybin/Kurort Jonsdorf stationiert. Da auch hier die Fahrzeugleistung für die gebirgigen Strecken nicht ausreichte, wurde das Fahrzeug 1957 in den Norden der DDR abgegeben. Auf Rügen war es nur wenige Tage im Einsatz. 1958 erhielten die Endwagen im Raw Wittenberge zusätzlich Mitteltüren. 1962 kam der Triebwagen zum Prignitzer Netz, wo er auch nur wenige Tage eingesetzt war. Er wurde 1963 an das Burger Netz weitergegeben. 1965 wurde das Fahrzeug ausgemustert.[1] Im Bw Salzwedel diente er noch als Lagerraum, bis 1970 ein End- und das Mittelteil verschrottet wurde. Das zweite Endteil wurde erst 1989 verschrottet.

Technische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Dieselmotoren trieben jeweils eine Achse des dem Antriebsteil benachbarten Drehgestells an. Waren zunächst 100 PS starke Motoren im Einsatz, wurden diese später gegen 75-PS-Motoren des VEB Motorenwerk Schönebeck ausgetauscht. Der Triebwagen hatte eine einlösige Knorr-Druckluftbremse, die 1954 im Bw Zittau gegen eine mehrlösige ausgetauscht wurde. Die Führerstände hatten eine Sicherheitsfahrschaltung. Die Endteile verfügten neben dem Führerstand über zwei Abteile. Sie hatten nur eine Tür auf jeder Seite, die als Schiebetür hinter dem Führerstand angeordnet war. Im Mittelteil befanden sich das Gepäck- und das Zugführerteil mit einer breiteren zweiteiligen Schiebetür. Die Niederdruck-Umluftheizung wurde ebenfalls 1954 gegen eine Warmwasserumlaufheizung ausgetauscht. Eine normale Kupplung war nicht vorhanden, es gab aber eine Notkupplung, um das Abschleppen durch Lokomotiven zu ermöglichen. Die Farbgebung war zunächst blau an den Seitenwänden und elfenbein im Fensterbereich, später dann rot-elfenbein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Wunderwald: Schmalspur-Schmankerl. In: eisenbahn-magazin 12/2012, S. 70f.
  • Roman Witkowski: Tajemnicze trójczłonowe zespoły motorowe na tor szerokości 750 mm in: Świat kolei 08/2015, Seite 40–43.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reiner Preuß: Die Zittau–Oybin–Jonsdorfer Eisenbahn, transpress Verlag, Stuttgart 1999, S. 111 f.