Damen MPV 8116

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Damen MPV 8116
KBV 001 Poseidon
KBV 001 Poseidon
Schiffsdaten

zugehörige Schiffe

3

Bestellung 2005
Bauwerft Damen Shipyards Galați, Rumänien
Bauzeitraum 2007 bis 2010
Indienststellung ab 2009
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
81,27 m (Lüa)
74,04 m (Lpp)
Breite 16,20 m
Seitenhöhe 7,50 m
Tiefgang max. 6,51 m
Verdrängung 3,760 t
Vermessung 3.773 BRZ / 1.131 NRZ
Maschinenanlage
Maschine dieselelektrisch
2 × Elektromotor
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
6.600 kW (8.974 PS)
Dienst-
geschwindigkeit
12 kn (22 km/h)
Höchst-
geschwindigkeit
16 kn (30 km/h)
Propeller 2 × Propellergondel
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 700 tdw
Sonstiges
Klassifizierungen DNV GL
Pfahlzug 100 t

Die Schiffsklasse Damen MPV 8116 bezeichnet eine Serie von drei Mehrzweckschiffen (MPV steht für „Multi Purpose Vessel“, dt. „Mehrzweckschiff“). Die Schiffe wurden bei Damen Shipyards Galați in Rumänien für die schwedische Küstenwache gebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau der Schiffe geht zurück auf die „HELCOM Copenhagen Declaration 2001“, in der sich die Ostseeanreinerstaaten verpflichtet haben, ausreichende Kapazitäten für die Unfall- und Schadstoffbekämpfung auf See vorzuhalten.[1][2] In Schweden vorhandene Schiffe wurden als nicht ausreichend für die vorgesehenen Aufgaben erachtet, so dass Kustbevakningen und Sjöfartsverket beschlossen, drei speziell ausgerüstete Schiffe bauen zu lassen.[1]

Die ersten beiden Schiffe der Serie wurden am 1. Dezember 2005, das dritte Schiff am 9. April 2007 bestellt. Gebaut wurden sie von Damen Shipyards Galați in Rumänien und 2009 bzw. 2010 abgeliefert.[1]

Die Poseidon wurde 2015 und 2016 im Rahmen der Frontex-Operation „Triton“ zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer eingesetzt.[3][4]

Technische Daten und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Antrieb der Schiffe erfolgt dieselelektrisch. Für die Stromerzeugung stehen fünf Caterpillar-Generatoren (2 × 3512, je 1.362 kW Leistung, 3 × 3516, 1.940 kW Leistung), ein Caterpillar-Hafengenerator (C18, 492 kW Leistung) sowie ein Caterpillar-Notgenerator (3406, 240 kW Leistung) zur Verfügung. Die Propulsion erfolgt durch zwei Propellergondeln von Rolls-Royce, die von zwei Elektromotoren mit jeweils 3.300 kW Leistung angetrieben werden. Als zusätzliche Manövrierhilfen stehen im Bugbereich eine Propellergondel mit 850 kW Leistung und eine Querstrahlsteueranlage mit 415 kW Leistung zur Verfügung. Die Schiffe verfügen über ein System zur dynamischen Positionierung.

Die Schiffe verfügen über sechs Decks. Für die Besatzung stehen 17 Kabinen zur Verfügung. Zwei Kabinen sind Einzelkabinen, 13 weitere Einzelkabinen können zu Doppelkabinen umgerüstet werden, zwei Kabinen sind für die Belegung mit vier Personen ausgelegt. Weitere Betten können in der Krankenstation, im Ruheraum und im Fitnessraum aufgestellt werden. An Bord können 44 Personen untergebracht werden.

Im Achterdeckbereich befindet sich ein Arbeitskran, der maximal 24 t heben kann. Die maximale Auslage des Krans beträgt 21 m, er kann dann noch 8 t heben. Auf dem Achterdeck befinden sich zwei weitere Krane, die 2,8 bzw. 1 t heben können (Auslage maximal 18 bzw. 17 m). Der Rumpf ist eisverstärkt (Eisklasse: 1A).

Die Schiffe sind mit drei Beibooten ausgerüstet. Neben einem Rettungsboot für zehn Personen verfügen sie über zwei weitere Boote für jeweils 16 Personen, ein Boot, das z. B. für den Personentransfer genutzt werden kann sowie ein Arbeitsboot.

Die Schiffe sind als Notschlepper, für die Brandbekämpfung auf See und für den Einsatz bei Öl- oder Chemieunfällen vorgesehen. Der Pfahlzug beträgt 100 t. Für die Brandbekämpfung stehen drei Löschmonitore zur Verfügung. Zwei Wasserlöschmonitore verfügen über einen Durchsatz von 1.200 m³/Std., ein Schaumlöschmonitor verfügt über einen Durchsatz von 300 m³/Std. In den Aufbauten kann ein Überdruck von 50 mBar erzeugt werden, so dass die Schiffe in gefährlichen Atmosphären arbeiten können. Die Schiffe sind mit Skimmern ausgerüstet, um Öl von der Wasseroberfläche aufnehmen zu können. Die Tanks der Schiffe fassen 1.100 m³ Öl-Wasser-Gemische. Das dritte Schiff der Serie ist zusätzlich für den Einsatz bei Chemieunfällen ausgerüstet.[5] Es verfügt über einen zusätzlichen Tank für Chemikalien mit einer Kapazität von 160 m³.

In den Laderäumen der Schiffe können zwei 10-Fuß-Container und zwei 10-Fuß-Flat-Racks gestaut werden. An Deck ist Platz für vier 20-Fuß-Container oder neun 10-Fuß-Container. Die Schiffe verfügen über eine Sonaranlage und sind für den Einsatz eines ROV eingerichtet.

Die Schiffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damen MPV 8116
Bauname Baunummer IMO-Nummer Kiellegung
Stapellauf
Ablieferung
Umbenennungen und Verbleib
Poseidon 401 9380441 28. März 2007
20. Februar 2008
1. Juni 2009
so in Fahrt
Triton 402 9380453 29. Mai 2007
14. August 2008
10. Dezember 2009
so in Fahrt
Amfitrite 551012 9380465 14. Mai 2008
19. Mai 2009
5. Mai 2010
so in Fahrt

Die Schiffe sind in Göteborg (Poseidon), Visby (Triton) und Karlskrona (Amfitrite) stationiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Poseidon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Triton – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Amfitrite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Bakgrund till KBV 001-003, Kustbevakningen. Abgerufen am 23. Januar 2017.
  2. Declaration on the Safety of Navigation and Emergency Capacity in The Baltic Sea Area (HELCOM Copenhagen Declaration), HELCOM Ministerial Declaration, 10. September 2001 (PDF-Datei, 104 kB). Abgerufen am 23. Januar 2017.
  3. Operation Triton, Kustbevakningen. Abgerufen am 23. Januar 2017.
  4. New SAR operation for Poseidon (Memento vom 23. Januar 2017 im Internet Archive), Kustbevakningen, 8. Juni 2016.
  5. KBV 001-003, Kustbevakningen. Abgerufen am 23. Januar 2017.