Damian Casimir von Dalberg

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Wappen der Freiherrn von Dalberg, Kämmerer von Worms

Damian Casimir von Dalberg (* 11. November 1675 in Speyer; † 18. August 1717 bei Belgrad) war ein Generalwachtmeister der kaiserlichen Reichsarmee und Kommandeur des Hoch- und Deutschmeister Regiments.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er entstammte dem Geschlecht der Freiherrn von Dalberg (auch Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg) und war ein Sohn des Reichskammergerichts-Präsidenten Philipp Franz Eberhard von Dalberg († 1693), sowie seiner Gattin Anna Katharina Franziska geb. von Dalberg (aus einer anderen Familienlinie). Der Vater trat als Witwer in den geistlichen Stand ein und wurde Dompropst zu Worms. Zwei Brüder von Damian Casimir lebten als Domherren in Würzburg, der Bruder Adolf von Dalberg (1678–1737) wirkte als herausragender und prägender Fürstabt von Fulda, sowie als Gründer der nach ihm benannten Adolphs-Universität.

Militärlaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damian Casimir von Dalberg wuchs in Speyer auf und trat als Professritter dem Deutschen Orden bei, wo er am 6. November 1703 aufgeschworen wurde.[1] In verschiedenen Feldzügen diente er als Offizier im Hoch- und Deutschmeister-Regiment, dessen Kommandeur er ab 22. Mai 1708 war.[2]

1715 wurde Freiherr von Dalberg Komtur der Deutschordenskommende St. Aegidius Aachen. Am 24. Februar 1716 avancierte er zum Generalwachtmeister (Generalmajor)[3] und nahm unter dem Kommando des Prinzen Eugen von Savoyen am Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg teil.

1717 focht er in der Schlacht von Belgrad. Der ganze Feldzug war auf die Eroberung dieser Stadt ausgerichtet. Mitte Juni begann die Belagerung der mit 30.000 Türken besetzten Festung durch die Truppen Prinz Eugens; am 23. Juli fing man mit der Beschießung an. Anfang August traf ein 200.000 Mann starkes, türkisches Entsatzheer ein und belagerte nun seinerseits die 70.000 christlichen Soldaten. Noch bevor die zahlenmäßig überlegene Entsatzarmee in den Kampf eingreifen konnte, ging Prinz Eugen am 16. August selbst zum Angriff über, der nach langen und erbitterten Gefechten schließlich mit einem überwältigenden Sieg der österreichischen Truppen endete. Das Entsatzheer floh und die Stadt ergab sich am 22. August.

Damian Casimir von Dalberg erlitt am ersten Angriffstag (16. August) schwere Verwundungen, an denen er am 18. August starb. Er wurde auf dem Schlachtfeld beigesetzt[4] und ist neben den Feldmarschall-Leutnants Fürst Joseph Anton von Lobkowitz und Graf Johann Georg von der Hauben einer der drei ranghöchsten, auf christlicher Seite vor Belgrad gefallenen Soldaten. Dalberg stand auch im Range eines kaiserlichen Kammerherrn.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nurdan Melek Aksulu: Die Hohe Pforte, Türkenkriege, Konflikte und Beziehungen zwischen Abendland und der Türkei (1703–1738), BoD – Books on Demand, 2009, S. 169, ISBN 3837084477; (Digitalscan)
  • Glücks- und Unglücksfälle der Haupt-Vestung Belgrad oder Griechisch-Weissenburg, Augsburg, 1717, ohne Seitenzählung, (Digitalscan)
  • Johann Samuel Ersch: Allgemeine Enzyklopädie der Wissenschaften und Künste, Brockhaus Verlag, Leipzig, 1832, 1 Section, 22. Teil, S. 71; (Digitalscan)
  • Gaston Bodart: Militärhistorisches Kriegs-Lexikon (1618–1905), Leipzig, 1908, S. 175 u. 901; (Digitalscan)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leopold Nedopil: Deutsche Adelsproben aus dem Deutschen-Ordens-Central-Archiv, Wien, 1868, S. 175; (Digitalscan)
  2. Franz Schultz: Vorgeschichte des Regimentes Hoch- und Deutschmeister: Eine Festgabe zu dessen 200-jähriger Jubelfeier, Wien 1896, S. 90; (Ausschnittscan)
  3. Philipp Balthasar Sinold von Schütz: Die Europäische Fama, 193 Band, 1716, S. 553; (Digitalscan)
  4. Copia eines Particular-Schreibens von dem Sieg... der Vestung Belgrad, 1717, ohne Seitenangaben (Digitalscan)
  5. Reinhard Schneider: Der Dalberger Hof in Mainz und sein Architekt Caspar Herwartel 1675-1720: Idee und Gestalt eines barocken Stadtpalastes, Wernersche Verlagsgesellschaft, 1986, S. 11, ISBN 3884620274; (Ausschnittscan)