Daniel Jenisch

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Daniel Jenisch (* 2. April 1762 in Heiligenbeil, Ostpreußen; † 9. Februar 1804 in Berlin) war ein deutscher lutherischer Theologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1782 begann Jenisch an der Universität Königsberg Philosophie und Theologie zu studieren und konnte dieses Studium mit dem Titel eines Magisters beenden.

1786 ließ sich Jenisch in Berlin nieder und verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Vertreter verschiedener Pastoren. 1788 berief man ihn zum Dritten Prediger an die St. Marienkirche. Vier Jahre später avancierte Jenisch zum Vierten Diakon an der Nicolaikirche.

1793 nahm Jenisch neben seinen kirchlichen Aufgaben einen Lehrauftrag an der Akademie der Künste an und ließ sich als Dozent für französische Sprache an das französische Gymnasium verpflichten.

Seit seinem Studium verfasste Jenisch ein umfangreiches Werk als Schriftsteller, in dem er sich zu historischen, sprachlichen, philologischen, philosophischen und theologischen Themen äußerte. Unter dem Einfluss der französischen Revolution entstand 1794 sein Epos Borussia über den Alten Fritz.
Manchmal veröffentlichte Jenisch unter dem Pseudonym „Demokritus der Jüngere“. Unter „Ein Frauenzimmer“ schrieb er selbst eine Erwiderung auf seine Diogenes-Laterne.

Politisch interessiert, veröffentlichte Jenisch auch in Zeitschriften der Spätaufklärung; hier sind vor allem Der Teutsche Merkur und das Magazin zur Erfahrungsseelenkunde zu nennen. Seine schon lange überholten Übersetzungen aus dem Englischen und Französischen dienten dem reinen Gelderwerb.

Als Jenisch im Februar 1804 in der Spree ertrank, wurde z. T. sehr kontrovers über eine mögliche Selbsttötung infolge eines Anfalls von Schwermut diskutiert. Ein Beweis dafür konnte aber nie erbracht und ein Unglücksfall nie gänzlich ausgeschlossen werden.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgewählte Texte. Röhrig Verlag, St. Ingbert 1996, ISBN 3-86110-069-X.
  • Beleuchtung der kürzlich erschienenen Diogenes-Laterne. Dieterich, Berlin 1799 (unter Ein Frauenzimmer)
  • Bemerkungen auf einer Reise durch die Stadt und Landschaft Narrenburg. 1790 (unter Demokritus der Jüngere)
  • Diogenes Laterne. Rein, Leipzig 1799
  • Borussia in 12 Gesängen. 1794
  • Universalhistorischer Ueberblick der Entwickelung des Menschengeschlechts, als eines sich fortbildenden Ganzen. 1801
  • Theorie der Lebensbeschreibung. 1802

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Annette Meyer: Jenisch, Daniel (1762–1804?). In: Heiner F. Klemme, Manfred Kuehn (Hrsg): The Bloomsbury Dictionary of Eighteenth-Century German Philosophers. London 2016, S. 392–394.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikisource: Daniel Jenisch – Quellen und Volltexte