Daniel Mauch (Bildschnitzer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Daniel Mauch: Heilige Sippe, um 1510/1515, Bayerisches Nationalmuseum, München, Inv. MA 1880
Daniel Mauch: Heilige Sippe, um 1515, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Tomerdingen
Maria Magdalena, um 1500–1510, Bayerisches Nationalmuseum

Daniel Mauch (* um 1477 Ulm; † 1540 in Lüttich) ist der letzte große Künstler in der langen Reihe der Ulmer Schule. Er arbeitete als Bildschnitzer in Ulm an verschiedenen spätgotischen Altarprojekten mit.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die nähere Herkunft des Künstlers ist nicht viel bekannt. Innerhalb der Ulmer Schule, die vielfache Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Künstlerfamilien aufweist, war er der Schwiegersohn von Jörg Stocker. Er heiratete 1502/03 dessen Tochter Rosa Stocker und eröffnete 1503 eine eigene Werkstatt in der Kornhausgasse.

1504 wurde sein einziger Sohn Daniel Mauch der Jüngere geboren, der später Rechtsgelehrsamkeit studierte und 1567 als Domherr zu Worms starb.[1][2]

In den Urkunden der Stadt Ulm wird der Bildschnitzer Daniel Mauch 1508 erstmals aufgeführt. 1529 verlieren sich seine Spuren in der Donaustadt. Er lässt sich vom Ulmer Rat beurlauben, um "seinem Lebensunterhalt nachzufahren", wie es in einer Quelle wörtlich von ihm heißt. Die Vorwehen der Reformation in Ulm und der dort dazugehörende Bildersturm 1531 machen sich in den Ulmer Kunstwerkstätten als wirtschaftliche Flaute bemerkbar. Daniel Mauch ist 1540 in Lüttich gestorben.

Mauch ist möglicherweise identisch mit dem namentlich noch nicht bekannten Meister der Oertelmadonna.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlorene Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weil es in Ulm zum Bildersturm gekommen war, gingen zahlreiche Werke Mauchs verloren:

Erhaltene Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ulmer Museum zeigt verschiedene Werke, die Daniel Mauch zugeschrieben werden. Diese Werke zeigen klar den Übergang von der Spätgotik zur Renaissance.

  • um 1500 Altarensemble "Maria Krönung" in der Marienkapelle in Kempten / Allgäu

Die Johanniterhalle in Schwäbisch Hall zeigt eine Marienbüste von Mauch.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Maier-Lörcher: Meisterwerke Ulmer Kunst. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2004, ISBN 3-7995-8004-2
  • Susanne Wagini: Der Ulmer Bildschnitzer Daniel Mauch (1477–1540). Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm Bd. 24, Ulm 1995
  • Reinhardt, Brigitte [Hrsg.]: Daniel Mauch : Bildhauer im Zeitalter der Reformation. Hatje Cantz Verlag/VM, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7757-2424-1
  • Susanne Wagini: Mauch, Daniel. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 16, Duncker & Humblot, Berlin 1990, ISBN 3-428-00197-4, S. 424 f. (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Daniel Mauch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Webseite zur Grabinschrift des Sohnes in Worms
  2. Peter G. Bietenholz, Thomas Brian Deutscher: Contemporaries of Erasmus: A Biographical Register of the Renaissance and Reformation, S. 409, University of Toronto Press, 2003, ISBN 0802085776; (Digitalscan, Lebenslauf des Sohnes)