Das Jüngste Gericht (Hans Memling)

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Das Jüngste Gericht, auch Triptychon des Weltgerichts, ist ein Triptychon von Hans Memling. Das Bildthema ist der Offenbarung des Evangelisten Johannes entnommen. Dargestellt wird der Weltenrichter am Tag des Jüngsten Gerichts, die Auferstehung der Toten am Jüngsten Tag, der Einzug der Geretteten in das Himmlische Jerusalem und der Gang der Verdammten in die Hölle.

Hans Memling 016.jpg Hans Memling 017.jpg Hans Memling 018.jpg Hans Memling 021.jpg Hans Memling 020.jpg Der Memling-Altar des Jüngsten Gerichts in Danzig; Mitteltalfel, Seitenflügel und Rückseiten der Seitenflügel

Das Original befindet sich im Nationalmuseum Danzig und eine Kopie in der Gemäldegalerie in Berlin.

Daten
Die Mitteltafel ist 242x180 cm groß, die Flügel je 242x90 cm
entstanden um 1467 bis 1471
Öl und Tempera auf Holz

Beschreibung[Bearbeiten]

Auf der Mitteltafel sieht man Jesus als Weltenrichter sitzend auf einem Regenbogen. Lilie und Schwert ragen aus seinem Mund. An seiner rechten Seite kniet Maria, an seiner linken Seite Johannes der Täufer mit einem rotgefütterten schwarzen Mantel über seinem Fellgewand. Im Halbkreis sind die zwölf Apostel angeordnet. Unter Jesus der Erzengel Michael, gewappnet in einen Harnisch, als Seelenwäger. Das Schicksal der Verdammten ist auf der rechten Tafel dargestellt. Von Teufeln ergriffen werden sie in die Hölle gezogen. Auf der linken Seite die Aufnahme der Glückseligen ins Paradies. Sie werden von Petrus begrüßt und anschließend neu eingekleidet. Auf den Rückseiten der Flügel ist der Erzengel Michael beim Kampf gegen den Teufel und eine gekrönte Madonna mit dem Jesusknaben dargestellt. Beide Figuren sind in Grisaille ausgeführt. In der unteren Zone der beiden Seitenflügel ist das Stifterpaar, Angelo di Jacopo Tani, Vertreter des Bankhauses der Medici in Brügge und seine Frau Caterina di Franceso Tangeli, jeweils mit ihren Wappen dargestellt.

Der Weg nach Danzig[Bearbeiten]

Das Triptychon wurde um 1467 für die Michaelskapelle der Badia Fiesolana, die von den Medici in Fiesole gestiftet worden war, von Angelo di Jacopo Tani (1415-1482) in Brügge in Auftrag gegeben. Tani war von 1455 bis 1460 Geschäftsführer der Medici-Bank in Brügge. [1] Das Schiff, mit dem das Bild im Jahr 1473 nach Florenz gebracht werden sollte, wurde jedoch kurz nach dem Auslaufen von der Peter von Danzig, einem Schiff der Hanse gekapert. Ein Teil der Prise, darunter auch das Gemälde wurde nach Danzig gebracht. Es wurde von Reinhold Niederhoff, dem damaligen Bürgermeister von Danzig, der Marienkirche geschenkt, wenngleich sich die rechtmäßigen florentinischen Eigentümer, die Portinari, um Rückgabe bemühten. Trotz Intervention des Herzogs von Burgund und von Papst Sixtus IV. behielt man die Beute in Danzig. Allerdings leistete die Stadt Brügge eine Schadenersatzzahlung an Tommaso Portinari.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dirk de Vos: Hans Memling. Das Gesamtwerk. Stuttgart/Zürich 1994, ISBN 3-7630-2312-7,
  • Flämische Meister : Jan van Eyck, Rogier van der Weyden, Hans Memling, Dirk de Vos. DuMont, Köln, ISBN 3-8321-7201-7.
  • Karl Schütz: Der Danziger Weltgerichtsaltar von Hans Memling. In: Museumsbund. Wien 2002. S. 13-18. pdf

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Schütz. 2002. S. 15.