Das Wunder der Heliane

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Werkdaten
Titel: Das Wunder der Heliane
Erich Wolfgang Korngold
Erich Wolfgang Korngold
Originalsprache: deutsch
Musik: Erich Wolfgang Korngold
Libretto: Hans Müller-Einigen, nach „Die Heilige“ von Hans Kaltneker
Uraufführung: 7. Oktober 1927
Ort der Uraufführung: Hamburgische Staatsoper
Ort und Zeit der Handlung: Ein ungenannter totalitärer Staat in einer unbekannten Zeit
Personen
  • Heliane (Sopran)
  • Der Herrscher, ihr Mann (Bariton)
  • Der Fremde (Tenor)
  • Die Botin (Alt)
  • Der Pförtner (Bass)
  • Der blinde Schwertrichter (Tenor)
  • Der junge Mann (Tenor)
  • 6 Richter
  • 7 Seraphische Stimmen
  • Volk (Chor)

Das Wunder der Heliane op. 20 ist eine Oper in drei Akten von Erich Wolfgang Korngold.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weltpremiere am 7. Oktober 1927 unter dem Dirigenten Egon Pollak an der Hamburgischen Staatsoper fand weder beim Publikum noch bei den Kritikern die sonst bei Korngold-Premieren übliche Anerkennung. Nach dem Erfolg von Die tote Stadt und anderen Opern Korngolds wurde Das Wunder der Heliane als Misserfolg angesehen. Bei Kennern fand das Werk dagegen durchaus Bewunderung, so meinte etwa Lotte Lehmann, die Titelpartie sei eine ihrer Lieblingsrollen.

Nach einer Aufführung im Jahre 1928 unter Bruno Walter an der Berliner Städtischen Oper geriet die Oper für längere Zeit in Vergessenheit. Im Rahmen der Reihe Entartete Musik wurde die Oper 1992 für die DECCA auf CD aufgenommen. Viel beachtet wurde die konzertante Aufführung 2007 im Rahmen der Londoner Proms. Bekannteste Sequenz der Aufzeichnung der BBC ist die ArieIch ging zu ihm“, gesungen von Renée Fleming.

Die nach wie vor wenig bekannte Oper wurde 2010 in einer Koproduktion mit dem Nationaltheater Brünn am Pfalztheater Kaiserslautern unter Uwe Sandner in der Regie von Johannes Reitmeier szenisch aufgeführt. Die Bühnenbilder im Stile des Films Metropolis stammten von Daniel Dvorak, die Kostüme von Thomas Dörfler. Die Titelpartie sang Sally du Randt. 2012 wurde die Inszenierung von Heinz Lukas-Kindermann in Brünn einstudiert.[1][2]

Die Volksoper Wien brachte im Jänner 2017 drei konzertante Aufführungen der Oper unter der musikalischen Leitung von Jac van Steen mit Annemarie Kremer in der Titelrolle sowie Daniel Kirch und Martin Winkler.[3] Das Philharmonische Orchester Freiburg spielte die Heliane im Juli 2017 zweimal konzertant im Konzerthaus Freiburg unter der Leitung von GMD Fabrice Bollon, ebenfalls mit Annemarie Kremer in der Titelrolle, Michael Bedjai (Der Fremde) und Aris Argiris (Der Herrscher). Die Aufführungen wurden für eine CD-Veröffentlichung mitgeschnitten.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Akt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der tyrannische Herrscher leidet darunter, dass er die Liebe seiner Frau Heliane nicht erringen kann. Weil er selbst unglücklich ist, duldet er es auch nicht, dass seine Untertanen glücklich sind. Ein junger Fremder, der kürzlich ins Land gekommen und den Menschen Leben und Freude gebracht hat, wurde verhaftet und zum Tode verurteilt. Das Urteil soll bei Sonnenaufgang vollstreckt werden.

Am Abend vor der Urteilsvollstreckung besucht der Herrscher den Gefangenen, um den Grund für sein Handeln zu erfahren. Er wolle die Menschen glücklich machen, sagt der Fremde. Dazu seien sie nicht reif, meint der Herrscher. Der Fremde bittet um Gnade, aber der Herrscher besteht auf der Hinrichtung, stimmt aber zu, dass der Fremde die letzte Nacht seines Lebens losgekettet bleiben dürfe. Nachdem ihr Gatte den Gefangenen verlassen hat, kommt Heliane in die Zelle um den Fremden zu trösten. Dabei erkennt sie seine Güte und ihre Gefühle für ihn schlagen von Mitleid und Trauer in Liebe um.

Der Fremde bewundert Helianes Schönheit und sie löst ihr langes goldenes Haar, zeigt ihre nackten Füße und steht schließlich völlig nackt vor ihm. Der Fremde fragt Heliane, ob sie bereit wäre, sich ihm in der letzten Nacht seines Lebens hinzugeben, aber sie weigert sich und geht in die Kapelle um für den Fremden zu beten.

Der Herrscher kehrt in die Zelle zurück und unterbreitet dem Fremden das Angebot, er würde ihn begnadigen, wenn er die Königin lehre, ihn, den König zu lieben. Heliane, immer noch nackt, kehrt aus der Kapelle zurück und ist entsetzt, ihren Mann in der Zelle zu finden. Dieser befiehlt in seinem Zorn den Tod des Fremden und Helianes Anklage.

2. Akt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Richter und Henker werden durch die Botin herbestellt und auch der blinde Schwertrichter erscheint. Heliane soll vor Gericht gestellt werden, weil der Herrscher sie des Ehebruchs mit dem Fremden beschuldigt. Heliane kann nicht leugnen, dass sie nackt vor dem Fremden stand, aber sie besteht darauf, dass sie sich ihm nur in Gedanken hingab. Der Herrscher drückt ihr seinen Dolch an die Brust und sagt ihr, sie solle sich selbst töten.

Der Fremde wird hereingebracht um als Zeuge auszusagen, aber er verweigert die Aussage, ehe er nicht kurz mit Heliane allein sein dürfe. Er küsst sie, nimmt den Dolch an sich und tötet sich selbst, wodurch die Wahrheit, die der Herrscher von ihm erfahren wollte, für immer verborgen bleibt. Der Herrscher entlässt das Gericht und sagt Heliane, dass sie sich einem Gottesurteil zu unterwerfen habe: Wenn sie unschuldig ist, wie sie behauptet, muss sie den Fremden wieder zum Leben erwecken. Entrückt stimmt sie zu.

3. Akt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Palast des Herrschers steht die Totenbahre, vor der sich eine Menschenmenge versammelt hat. Die Richter und der blinde Schwertrichter sind ebenfalls erschienen. Heliane schwört feierlich, den Toten zu erwecken, bricht jedoch vor der Leiche zusammen. Das von der Botin aufgehetzte Volk will sie verbrennen, der Herrscher hält es zurück. Sie weint und will nicht lügen, sondern eingestehen, dass sie den jungen Fremden geliebt hat. Als der Herrscher sie weinen sieht, will er sie vor der Anklage bewahren, aber nur unter der Bedingung, dass sie die Seine sein soll. Doch er wird zurückgewiesen und überlässt seine Frau der Menge. Die Menge schleppt sie an den Pfahl, an dem sie sterben soll. Da ertönt ein Donnerschlag, Sterne erscheinen am Himmel und alle sind gebannt, als sich die Leiche des jungen Fremden von der Bahre erhebt. Wie durch ein Wunder ist er noch am Leben. Heliane reißt sich von der Menge los und stürzt sich in die Arme des geliebten Fremden. Wutergriffen stößt der Herrscher sein Schwert in Helianes Brust. Der Fremde segnet die Menge und verbannt den Herrscher, dessen Macht gebrochen ist. Der Fremde schließt Heliane in seine Arme und vereint in ihrer Liebe steigen sie zum Himmel empor.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Premiere in Brünn
  2. Premiere in Brünn
  3. Rezension der Wiener Produktion
  4. Das Wunder der Heliane auf www.opern-freund.de, abgerufen am 2. 2016