Anna Tomowa-Sintow

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Anna Tomowa-Sintow (bulgarisch Анна Томова-Синтова; * 22. September 1941 in Stara Zagora) ist eine bulgarische Opernsängerin (Sopran). Sie ist Kammersängerin an der Berliner Staatsoper Unter den Linden und der Wiener Staatsoper.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anna Tomowa-Sintow studierte am Staatlichen Konservatorium in Sofia bei Georgi Slatew-Tscherkin und bei Katja Spiridonowa. Als Abschlussexamen sang sie die Tatjana in Tschaikowskis Eugen Onegin. Gleich darauf wurde sie an das Opernstudio in Leipzig engagiert. Dort debütierte sie in der Uraufführung Guyana Johnny von Alan Bush. Ihr erstes großes Operndebüt auf der Bühne war mit Abigaille in Verdis Nabucco. Dem folgten viele weitere Hauptpartien des italienischen und deutschen Faches, welche sie mit dem Dirigenten Rolf Reuter, sowie Paul Schmitz (einem ehemaligen Schüler von Richard Strauss) erarbeitete.

Ihrem Engagement 1972 im Ensemble der Berliner Staatsoper folgte ein Jahr später der internationale Durchbruch in Paris mit dem Verdi-Requiem. Seither singt Anna Tomowa-Sintow mit den wichtigsten Dirigenten (wie Karl Böhm, Riccardo Chailly, Herbert von Karajan, Carlos Kleiber, Lorin Maazel, Zubin Mehta, Riccardo Muti und Wolfgang Sawallisch) und an allen großen Opernhäusern (wie Bayerische Staatsoper, Lyric Opera of Chicago, Deutsche Oper Berlin, Mailänder Scala, Metropolitan Opera New York, Royal Opera House Covent Garden und Wiener Staatsoper) und Festivals (insbesondere bei den Salzburger Festspielen sowie beim Maggio Musicale Fiorentino). Besonders eng hat sie 17 Jahre mit dem Dirigenten Herbert von Karajan zusammengearbeitet. 2001 feierte sie ihr 35-jähriges Bühnenjubiläum mit einer konzertanten Aufführung von Verdis Aida an der Nationaloper Sofia.

Anna Tomowa-Sintow gibt ihre Erfahrungen von Bühne und Konzertsaal in zahlreichen Meisterkursen in verschiedenen Ländern an die junge Generation weiter und ist Jury-Mitglied bei internationalen Gesangswettbewerben.

Die geborene Anna Tomowa ist verheiratet mit Albert Sintow. Das Paar hat eine Tochter.

Rollen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben ihrer Tätigkeit an der Opernbühne verfügt Anna Tomowa-Sintow auch über ein weites Liederrepertoire und wirkt ebenfalls in wichtigen geistlichen und sinfonischen Werken (z. B. Beethovens 9. Sinfonie) weltweit mit.

Aufnahmen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beethoven: 9. Sinfonie, Deutsche Grammophon
  • Brahms: Ein Deutsches Requiem, EMI
  • Korngold: Das Wunder der Heliane, (Rolle: Heliane) Decca
  • Mozart: Le Nozze di Figaro, (Rolle: Grafin) EMI
  • Mozart: Don Giovanni, (Rolle: Donna Anna) Deutsche Grammophon
  • Mozart: Die Zauberflöte, (Rolle: 1. Dame) Deutsche Grammophon
  • Mozart: Requiem, Deutsche Grammophon
  • Puccini: Madama Butterfly, (Rolle: Butterfly) Capriccio
  • Puccini: Gianni Schicchi, (Rolle: Lauretta) Eterna
  • Strauss: Ariadne auf Naxos, (Rolle: Ariadne) Deutsche Grammophon
  • Strauss: Der Rosenkavalier, (Rolle: Marschallin) Deutsche Grammophon
  • Strauss: Capriccio, (Rolle: Gräfin) Orfeo
  • Strauss: Vier Letzte Lieder, Deutsche Grammophon
  • Tchaikovsky: Eugene Onegin, (Rolle: Tatyana) Sony
  • Verdi: Aida, (Rolle: Aida) Orfeo
  • Verdi: Otello, (Rolle: Desdemona) Orfeo
  • Verdi: Requiem, Deutsche Grammophon
  • Wagner: Lohengrin, (Rolle: Elsa) EMI
  • Ein Opernabend mit Anna Tomowa-Sintow, Eterna
  • Anna Tomowa-Sintow singt berühmte Opernarien, Orfeo
  • L’Art d’Anna Tomowa-Sintow, Forlane

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tomowa-Sintow erhielt Goldmedaillen bei den internationalen Gesangswettbewerben in Sofia und in Rio de Janeiro und Grammy Awards für ihre Ariadne (in der Einspielung von Ariadne auf Naxos unter der Leitung von James Levine) und für ihre Donna Anna (in der Einspielung von Don Giovanni unter der Leitung von Herbert von Karajan). Außerdem erhielt sie den Orphée d’Or für ihre Einspielung von Vier letzte Lieder, ebenfalls unter der Leitung von Herbert von Karajan.

1974 erhielt sie den Nationalpreis der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Richter: Der Weltstar, der aus Leipzig kam, In: Leipziger Blätter Nr. 60, 2012, ISSN 0232-7244, S. 75–77

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]