Dave Pike

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Dave Pike beim Hamburger MPS-Festival, 1971

David Samuel „Dave“ Pike (* 23. März 1938 in Detroit, Michigan; † 3. Oktober 2015 in Del Mar, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Vibraphonist. Er spielte überwiegend Jazz; einige seiner Alben sind dem Bereich Lounge-Musik zuzuordnen.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Dave Pike lernte ab dem Kindesalter Schlagzeug und ist auf dem Vibraphon Autodidakt. 1954 zog seine Familie nach Los Angeles um, wo er mit Curtis Counce, Harold Land, Elmo Hope, Dexter Gordon, Carl Perkins und Paul Bley spielte. 1960 zog er nach New York und verstärkte sein Vibraphon elektrisch. Zwischen 1961 und 1964 tourte er mit Herbie Mann und spielte anschließend mit Attila Zoller.

Ab 1968 hielt er sich in Deutschland auf. Zusammen mit Volker Kriegel (Gitarre, Sitar), J.-A. Rettenbacher (Bass, Cello) und Peter Baumeister (Schlagzeug, Percussion) spielte er von 1968 bis 1972 als „Dave Pike Set“. Das letzte Album der Gruppe, Salamao, wurde unter dem Namen „The New Dave Pike Set“ mit Eberhard Weber und Marc Hellman anstelle von Rettenbacher und Baumeister zusammen mit der Percussion-Gruppe Grupo Baiafro De Bahia, zu der die Perkussionisten Djalma Corrêa, Edson Ernetério de Sant'Ana und Onias Camardelli gehörten, in Rio de Janeiro aufgenommen. Das Konzept des „Dave Pike Set“ war recht erfolgreich, da die Grenzen zum Jazzrock und zur „psychedelischen“ Popmusik überschritten wurden. Daneben entstanden auch Aufnahmen Pikes mit der renommierten Kenny Clarke/Francy Boland Big Band.

1973 kehrte er wieder nach Los Angeles zurück, wo er mit Musikern wie Ron Eschete spielte. Auf dem JazzFest Berlin 2005 trat Pike gemeinsam mit dem Pianisten Christoph Spendel, dem Gitarristen Michael Sagmeister, dem Bassisten André Nendza und dem Schlagzeuger Kurt Billker als New Dave Pike Set auf.

Dave Pike starb am 3. Oktober 2015 im Alter von 77 Jahren im kalifornischen Del Mar an einem Lungenemphysem.[1]

Trivia[Bearbeiten]

Dave Pike Set mit Volker Kriegel (g), Peter Baumeister (dr) und J.-A. Rettenbacher (b) beim MPS-Festival, 1971

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Pike 1998 bekannt durch „Mathar“ (von Volker Kriegel), ein Dance-Sitar-Stück, das in dem Film 23 – Nichts ist so wie es scheint gespielt wurde. Pike ist in dieser Aufnahme des Dave Pike Set (zumindest auf dem Vibraphon) nicht zu hören.

Diskographie Dave Pike Set[Bearbeiten]

  • Noisy Silence – Gentle Noise (1969; Auskopplung der Single bzw. späteren Maxi-CD „Mathar“)
  • Four Reasons (1969)
  • Live at the Philharmonie (1969)
  • Infra Red (1970)
  • Album (1972)
  • Salomão – The New Dave Pike Set & Grupo Baiafro De Bahia (1972)
  • Masterpieces (Sampler-CD) (1969–1972)

Weitere Alben von Dave Pike[Bearbeiten]

  • It’s Time for Dave Pike (OJC, 1961)
  • Pike’s Peak (1961)
  • Bossa Nova Carnival (1962)
  • Limbo Carnival (1962)
  • Dave Pike Plays the Jazz Version of „Oliver“ (1962)
  • Manhattan Latin (Verve, 1964)
  • Jazz for the Jet Set (Atlantic, 1965)
  • The Doors of Perception (1966)
  • Got the Feelin’ (1969)
  • Times out of Mind (1975)
  • On a Gentle Note (1977)
  • Let the Minstrels Play On (1978)
  • Moon Bird (1981)
  • Pike’s Groove (Criss Cross, 1986)
  • Bluebird (1988)
  • BopHead (1998)
  • Peligroso (Cubop, 2000)
  • Carnavals (2000)

Lexigraphischer Eintrag[Bearbeiten]

  • Ian Carr u. a. Jazz Rough Guide. Stuttgart 1999

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dave Pike – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Elaine Woo: Dave Pike, jazz musician who pioneered the amplified vibraphone, dies at 77. In: Los Angeles Times, 6. Oktober 2015, abgerufen am 7. Oktober 2015 (englisch).