David Dees

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David Dees (* 1958; † 31. Mai 2020[1]) war ein amerikanischer Grafiker aus Louisville im US-Staat Kentucky. Er zeichnete seit 1996 für die Kinderzeitschrift Sesamstraße und die Kulturindustrie von Hollywood. Der Künstler stand im Zusammenhang mit Verschwörungstheorien und Antisemitismus in der Kritik.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Arbeiten für die Sesamstraße zeichnete er auch Cartoons und Bilder für Kinder und arbeitete für die Konzerne Warner Brothers Animation und Disney Home Video.

Nach Dees’ eigenen Angaben will er von 2003 bis 2010 an einem geheimen Ort in Schweden gelebt haben, bis ihn die schwedische Regierung im Herbst 2010 aufgefordert habe, das Land zu verlassen. Dees gab im März 2020 bekannt, dass bei ihm ein Melanom im Endstadium festgestellt worden war und er eine schulmedizinische Therapie ablehne; er zog sich daraufhin zurück. Am 31. Mai 2020 erlag er seinem Krebsleiden.[2]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verwendung einer Illustration von Dees für ein Schulbuch des Klett-Verlages sorgte Anfang 2017 international für Aufsehen.[3][4] Nachdem die ak[due]ll - Studentische Zeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet einen Artikel über die antisemitische Karikatur veröffentlicht hatte,[5] erschienen auch Artikel im Vice-Magazin[6] und der taz,[7] wodurch öffentlich wurde, dass Klett zur Erläuterung der Bankenkrise 2007 eine Illustration Dees verwendete, bei der ein vom Bankhaus Rothschild gesteuerter Pac-Man den europäischen Kontinent verschlingt.[6] Der Klett-Verlag stoppte die Auslieferung des Buches. Der Grünen-Abgeordnete Volker Beck kritisierte, dass „die Illustration vier Jahre lang an Schulen genutzt werden konnte, ohne dass jemand ihren deutlichen Antisemitismus bemerkt oder etwas gegen das Lehrbuch unternommen hätte.“[8][9] Die Anti-Defamation League hält Dees für einen Verschwörungstheoretiker, Holocaustleugner und Antisemiten.[10][11]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Political Art of David Dees. Band 1, 2006–2013: Karikaturenbuch. Verlag Der Schelm, Leipzig 2016, ISBN 978-3-9818167-5-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Dees death, obituary: How did David Dees die? Cause of death. In: NEWS INTERNATIONAL. 4. Juni 2020, abgerufen am 14. Juni 2020 (amerikanisches Englisch).
  2. https://lailasnews.com/international/david-dees-death-obituary-how-did-david-dees-die-cause-of-death/
  3. Menachem Rephun: German publisher apologizes for anti-Semitic illustration (Memento des Originals vom 30. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/jpupdates.com, JPUpdates.com, 29. Januar 2017, abgerufen am 30. Januar 2017
  4. Un éditeur de livres scolaires allemand s’excuse pour un contenu antisémite, The Times of Israel, 27. Januar 2017, abgerufen am 30. Januar 2017
  5. Abitur mit Antisemitismus, ak[due]ll, 21. Januar 2017
  6. a b Philipp Frohn: Wie es eine antisemitische Karikatur in deutsche Schulbücher geschafft hat, Vice, 26. Januar 2017, abgerufen am 30. Januar 2017
  7. Philipp Frohn: Antisemitische Karikatur in Schulbuch: Ein „bedauerlicher Fehler“, die tageszeitung, 31. Januar 2017, abgerufen am 30. Januar 2017
  8. Hannelore Crolly: Wenn im Schulbuch jüdische Banker die EU auffressen, Die Welt, 29. Januar 2017, abgerufen am 30. Januar 2017
  9. Anja Kühne: "Unsägliches Elaborat": Schulbuchverlag druckte antisemitische Grafik, Der Tagesspiegel, 31. Januar 2017, abgerufen am 1. Februar 2017
  10. David Dees: Conspiratorial Artist, Anti-Defamation League, 20. Juni 2008, abgerufen am 30. Januar 2017
  11. Un éditeur de livres scolaires allemand s’excuse pour un contenu antisémite. In: The Times of Israël. (timesofisrael.com [abgerufen am 19. Februar 2017]).