David Held

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David Held (* 1951) ist ein britischer Politikwissenschaftler und Soziologe. Er ist Professor für Politik und Internationale Beziehungen an der University of Durham und Master des University College.

Leben[Bearbeiten]

Schwerpunkt von Helds Arbeit ist Politische Theorie. Zusammen mit Daniele Archibugi spielt er eine Schlüsselrolle in der Erforschung des Weltbürgertums. Außerdem ist er Experte auf dem Gebiet der Globalisierung.

Gemeinsam mit Anthony Giddens war er 1984 Gründer des Verlages Polity Press, der in den Sozial- und Geisteswissenschaften inzwischen zu den führenden Verlagshäusern weltweit zählt. Er ist außerdem Herausgeber von Global Policy, einer 2008 gegründeten wissenschaftlichen Zeitschrift mit Sitz in Durham, die bei Themen von globaler Signifikanz Verbindungen zwischen Forschern und Praktikern herzustellen sucht.

Held war bis Oktober 2011 Professor für Politische Wissenschaften und Co-Director des „Center for the Study of Global Governance“ an der London School of Economics (LSE). Seit Januar 2012 ist er an der University of Durham Vorsitzender des ältesten College der Hochschule Leiter des Fachbereichs Politische Wissenschaften.

Kontroverse[Bearbeiten]

2011 wurde die LSE für eine von Held maßgeblich geförderte Kooperation mit einer dem Regime des ehemaligen libyschen Herrschers Muammar al-Gaddafi nahestehenden Stiftung und den 2009 unter Betreuung Helds erworbenen, umstrittenen Doktorgrad dessen Sohnes Saif al-Islam al-Gaddafi in der Öffentlichkeit hart kritisiert. Eine Untersuchung durch den ehemaligen höchsten Richter von England und Wales, Lord Harry Woolf, wies unter anderem nach, dass Held die Annahme einer Schenkung in Höhe von 1,5 Millionen Pfund einer von internationalen Geschäftspartnern Libyens finanzierten Stiftung entgegen entschiedener Warnungen anerkannter Libyen-Experten durchgesetzt hatte.[1][2]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Models of Democracy. 1987.
  • Introduction to Critical Theory: Horkheimer to Habermas. 1989.
  • Political Theory and the Modern State. 1989.
  • Democracy and the Global Order: From the Modern State to Cosmopolitan Governance. 1995.
  • mit Daniele Archibugi: Cosmopolitan Democracy. An Agenda for a New World Order. Polity Press, Cambridge 1995.
  • mit Anthony McGrew, David Goldblatt & Jonathan Perraton: Global Transformations: Politics, Economics and Culture, 1999 (Mitverfasser).
  • mit Anthony McGrew: Globalization/Anti-Globalization. 2002.
  • Cosmopolitanism: A Defence. 2003.
  • Global Covenant: The Social Democratic Alternative to the Washington Consensus. 2004.
  • Cultural Politics in a Global Age: Uncertainty, Solidarity, and Innovation. 2008, ISBN 1-85168-550-2
  • Cosmopolitanism: Ideals and Realities. 2010

Weblinks[Bearbeiten]

  • David Held auf der Website der University of Durham

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Harry Woolf: The Woolf Inquiry: An inquiry into the LSE’s links with Libya and lessons to be learned (188 Seiten; PDF; 4,6 MB) vom Oktober 2011, abgerufen am 12. Dezember 2011 (englisch)
  2. Jeevan Vasagar: Gaddafi donation to LSE may have come from bribes, inquiry finds. In: The Guardian. 30. November 2011