Dawud Gholamasad

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Dawud Gholamasad (* 21. Januar 1943 in Teheran, Iran) ist ein deutscher Soziologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gholamasad wuchs im Iran auf. Von 1962 bis 1966 absolvierte Gholamasad ein Praktikum und ein Ingenieursstudium in Deutschland. Von 1966 bis Ende 1970 studierte er an der Universität Graz und promovierte 1970 mit dem Thema Sozio-ökonomische Aspekte der Landreform in Iran zum Dr. rer. pol. In den Jahren 1971 bis 1973 studierte er Philosophie, Soziologie und Pädagogik an der Universität Frankfurt am Main. 1973 wechselte er an die Universität Hannover als wissenschaftlicher Assistent. 1985 habilitierte er sich mit der Schrift Die Entstehung der Islamischen Revolution für das Fach Soziologie. 1987 wurde er Professor für Soziologie am Institut für Soziologie in Hannover.[1]

Seine Arbeiten beschäftigen sich mit den Themen Iran, Interkulturelles Zusammenleben, Migration, Gleichbehandlung, Konfliktbewältigung, Religion (insbesondere Islam) und interreligiöser Dialog. Als Bezugstheorie seiner Arbeit dient Gholamasad vor allem die durch Norbert Elias begründete Prozess- und Figurationssoziologie, die er maßgeblich weiter entwickelt hat.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Iran: Die Entstehung der „Islamischen Revolution“, Hamburg 1985, ISBN 978-3-88506-144-1
  • Weltanschauliche und sozialpsychologische Aspekte der iranischen Kriegsführung (Ideological and sociopsychological aspects of Irans warfare. The ideological background for the acceptance of the UNO Ceasefire Resolution 598 by the Islamic Republic of Iran), in: Orient, 30. Jg., 3/1989, S. 439–452 & Orient, Jg. 30, 4/1989, S. 557–569
  • Zu Demokratisierungsproblemen der islamisch geprägten Gesellschaften, in: E. Barlösius u. a. (Hgg.): Distanzierte Verstrickungen, Berlin 1997, S. 357–374
  • Zum Umbruch im nachrevolutionären Iran (Radikal Change in Post-Revolution Iran); in: Orient, 42. Jg., Nr. 4; Dez. 2001
  • Einige Thesen zum Islamismus als globaler Herausforderung, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B3-4/2002[2]
  • Selbstbild und Weltsicht islamistischer Selbstmord-Attentäter. Tödliche Implikationen eines theozentrischen Menschenbildes unter selbstwertbedrohenden Bedingungen. Klaus-Schwarz-Verlag. 2006. ISBN 978-3-87997-331-6[3]
  • Irans neuer Umbruch – von der Liebe zum Toten zur Liebe zum Leben. ecce_Verlag, Hannover 2010.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dawud Gholamasad – Vita (Memento vom 26. September 2008 im Internet Archive)
  2. http://www.bpb.de/publikationen/CJADSX,0,Einige_Thesen_zum_Islamismus_als_globaler_Herausforderung.html
  3. Dawud Gholamasad – Veröffentlichungen (Auswahl) (Memento vom 21. März 2008 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]