DeBarge

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Dieser Artikel behandelt die US-amerikanische R&B-, Soul- und Funk-Band; zur US-amerikanischen Popsängerin siehe Kristinia DeBarge.
DeBarge
Allgemeine Informationen
Genre(s) R&B, Soul, Funk
Gründung 1979
Auflösung 1989
Gründungsmitglieder
Bunny DeBarge (bis 1986)
Mark DeBarge
Bass, Gesang
Randy DeBarge
Klavier, Keyboard, Gesang
El DeBarge (bis 1986)
Klavier, Keyboard, Gesang
James DeBarge (1982–1989)
Gesang
Bobby DeBarge (1987–1988)

DeBarge war eine US-amerikanische R&B-, Soul- und Funk-Band der 1980er Jahre. Ihre beiden bekanntesten und erfolgreichsten Songs sind Rhythm of the Night und Who's Holding Donna Now.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die musikalische Familie DeBarge stammte aus Detroit, zog dann nach Grand Rapids in Michigan. Die Familie bestand aus dem weißhäutigen Vater Robert DeBarge Sr., der seine Familie beherrschte und seine unterwürfige und religiöse Frau Etterlene[1] und seine acht Kinder drangsalierte und mißbrauchte.[2][3]

Die Kinder Bobby and Tommy DeBarge standen in der 1977 von Bernd Lichters aus Hamburg zusammen mit Jody Sims, Greg Williams, Phillip Ingram und Eddie Fuellen in Mansfield (Ohio) gegründete Gruppe Switch. Diese produzierten ein Demoband welches Jermaine Jackson erhielt, der die Gruppe entdeckte. Sie erhielten einen Plattenvertrag bei Motown und landeten in den US-R&B Charts recht erfolgreiche Hits.[4][5] Bereits in dieser Zeit nahm Bobby harte Drogen.[2]

Die Anfangsjahre (1979–1981)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernd Lichters entdeckte auch das Gesangstalent der anderen Familienmitglieder. Mit der Veröffentlichung von SMASH 1979 durch Source/MCA in den USA und Kanada (erstveröffentlicht 1977 in Deutschland unter 'Pall Mall Groove' HOT ICE durch Polydor) zogen El, Mark, Randy, James und Bunny, das einzige Mädchen der DeBarges, von Michigan nach Los Angeles. 1980 spielte El DeBarge im Büro von Motown im Beisein von Berry Gordy 'live' Kompositionen der Familie auf dem Klavier und sang dazu. So erhielten auch sie Plattenverträge bei Motown und formierten sich 1980 zu DeBarge. 1981 erschien ihr Debütalbum The DeBarges, das jedoch weitgehend hinter den Erfolgserwartungen zurückblieb.[4]

Die großen Erfolge (1982–1985)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem James DeBarge der Band beitrat, war das Album All This Love und dessen Auskopplungen Stop! Don't Tease Me, I Like It und All This Love wesentlich erfolgreicher. Besonders in den US-R&B Charts gewannen die Songs an Beliebtheit.

Das Nachfolgealbum In a Special Way konnte den Erfolg weiterführen. Es wurden die Singles Time Will Reveal und Love Me in a Special Way ausgekoppelt.

Mitte der 90er Jahre und später wurden von dem Album mehrere Titel vielfach in anderen Stücken verwendet und gesampelt, darunter Stay With Me von The Notorious B.I.G. in One More Chance (1995) und von Ashanti in Foolish (2002); und A Dream von 2PAC in I Ain't Mad At Cha (1996) und von Blackstreet in Don't Leave Me (1996).[6] Das Album ist als CD immer noch im Vertrieb. Im selben Jahr trat DeBarge auch in der Spezial-Fernsehsendung Motown 25: Yesterday, Today, Forever auf.

1985 folgte nach einer produktiven Tournee der Internationale Durchbruch von DeBarge mit dem Album Rhythm of the Night. Insgesamt wurden vier Singles ausgekoppelt: Rhythm of the Night, Who's Holding Donna Now, You Wear It Well und The Heart Is Not So Smart.

Auflösung (1986–1989)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnlich wie bei den Jackson Five zehn Jahre zuvor gründete der Erfolg der DeBarge-Family auf der Popularität einiger Singles. Das geringe Engagement der Familienmitglieder - ausgenommen El - und der intensive Drogenkonsum infolge der durch Missbrauch und Gewalt zerstörten Familienstruktur führten zu einem Bruch. Lead-Sänger El DeBarge, der zudem die Titel schrieb und produzierte, verließ 1986 die Band. Nachdem auch Schwester Bunny die Band verließ, hofften die anderen Mitglieder den Erfolg von Rhythm of the Night wiederholen zu können. Sie verließen Motown und wechselten 1987 zum Label Striped Horse. Im Gegensatz zu den vorigen Alben enttäuschte das Album Bad Boys: die Auskopplungen Dance All Night (33) und You Babe (33) platzierten sich nur sehr weit unten in den US-R&B Charts.[7] Mit der Überzeugung, kein einziges Comeback starten zu können, löste sich die Band 1989 auf. Zudem litten einige Mitglieder unter ihren Drogenproblemen, so James DeBarge: Schon seit seiner kurzen Ehe mit Janet Jackson von 1984 bis 1985 kämpfte er gegen sein Problem an, aber Mitte der 1990er schloss er erfolgreich ein Rehabilitationsprogramm mit Genesung ab.[4]

Während die Geschwister Bunny, Mark, Randy und El DeBarge die Band erfolglos weiterführten – das Album Back on Track enttäuschte ebenso wie sein Vorgänger.[1] – verfolgten die anderen Geschwister Darryl, Crol "Peaches", Tommy und Chico DeBarge ihre eigenen Musikkarrieren. Ab 1986 begannen auch Bunny und El mit Soloprojekten. Nachdem El mit seinem Song Who's Johnny ein One-Hit-Wonder gelang,[8] gelang, fand er noch einige Beachtung als Gastsänger auf Werken anderer Künstler, insbesondere für Quincy Jones und Marvin Gaye. Seine Schwester Bunny verfiel unterdessen nach ihrem Ausstieg dem Drogenkonsum.

Die folgenden Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chico DeBarge, der weder Bandmitglied von Switch oder DeBarge war, startete seine Musikkarriere 1986 mit dem Hit Talk to Me und veröffentlichte nach einer Gefängnisstrafe - auch er wegen Drogen - 1998 ein weiteres Album, welches einige Erfolge erzielte.[9]

El DeBarge wurde mehrfach wegen Drogendelikten verhaftet und verbrachte einige Jahre im Gefängnis.[2]

Michael Jackson hat James DeBarge bei dessen Suizidversuchen mehrere Male das Leben gerettet.[3] Fünf der DeBarges waren oder sind drogenabhängig.

1995 verstarb Bobby DeBarge 39-jährig an AIDS.[4]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[10][11][12] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1982 All This Love 300! 300! 24
(48 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1982
1983 In a Special Way 300! 300! 36
(40 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1983
1985 Rhythm of the Night 300! 94
(2 Wo.)
19
(48 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1985

Außerdem veröffentlicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1981: The DeBarges
  • 1987: Bad Boys
  • 1991: Back on the Track

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1986: Greatest Hits
  • 1997: Ultimate Collection
  • 2000: The Millennium Collection: The Best of DeBarge
  • 2008: The Definitive Collection

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[10][11][13][14] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1982 I Like It
All This Love
300! 300! 31
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung:
1983 All This Love
All This Love
300! 300! 17
(19 Wo.)
Erstveröffentlichung:
1983 Time Will Reveal
In a Special Way
300! 300! 18
(21 Wo.)
Erstveröffentlichung:
1984 Love Me in a Special Way
In a Special Way
300! 300! 45
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung:
1985 Rhythm of the Night
Rhythm of the Night
19
(14 Wo.)
4
(15 Wo.)
3
(22 Wo.)
Erstveröffentlichung:
1985 Who's Holding Donna Now
Rhythm of the Night
300! 83
(3 Wo.)
6
(19 Wo.)
Erstveröffentlichung:
1985 You Wear It Well
Rhythm of the Night
300! 54
(3 Wo.)
46
(10 Wo.)
El DeBarge With DeBarge
Erstveröffentlichung:
1985 The Heart Is Not So Smart
Rhythm of the Night
300! 300! 75
(7 Wo.)
El DeBarge With DeBarge
Erstveröffentlichung:

Weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1981: What's Your Name
  • 1982: Stop! Don't Tease Me
  • 1983: Be My Lady
  • 1986: Who's Johnny [El DeBarge With DeBarge]
  • 1987: Dance All Night
  • 1987: You Babe
  • 1987: I got You Babe
  • 1989: You're Not The Only One

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chris Rizik: DeBarge Artist Biography auf SoulTracks.com
  2. a b c Steve Holsey: The continuous rise and fall of the DeBarge family. In: Michigan Chronicle. 27. Oktober 2015, abgerufen am 12. September 2016.
  3. a b Tragedies of the Debarge Family. In: OldSchool100.3. 2011, abgerufen am 13. September 2016.
  4. a b c d Michael A. Gonzales: Broken Dreams. In: VIBE. Callard&Bowser, 2007, S. 107–115 (Volltext des Artikels in der Google-Buchsuche).
  5. Switch in den Billboard Hot R&B/Hip-Hop Songs
  6. Titel von DeBarge auf WhoSampled.com (english)
  7. DeBarge in den Hot R&B/Hip-Hop Songs Charts
  8. Who's Johnny ("Short Circuit" Theme) von El DeBarge in den Billboard Hot 100
  9. Chico DeBarge in den Billboard 200 Album Charts
  10. a b DeBarge in den deutschen Charts auf OffizielleCharts.de
  11. a b DeBarge in den Official UK Charts (englisch)
  12. DeBarge in den US-amerikanischen Albumcharts Billboard 200
  13. DeBarge in den US-amerikanischen Singlecharts Billboard Hot 100
  14. El DeBarge With DeBarge in den US-amerikanischen Singlecharts Billboard Hot 100

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]