Degeneration

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Dieser Artikel behandelt die heutige Bedeutung von Entartung in der Physiologie. Zum obsoleten medizinhistorischen Begriff siehe Entartung (Medizingeschichte).

Degeneration (lateinisch de-, deutsch ‚ent-‘; genus, deutsch ‚Art‘, ‚Geschlecht‘), auch Entartung, ist ein in der medizinischen Wissenschaft gebräuchlicher Oberbegriff für formale, strukturelle u. funktionelle Abweichungen von der Norm.[1] Der Begriff wird meist im Sinne einer Funktionseinschränkung verwendet (z. B. degenerative Veränderung der Sehne).

Im heutigen medizinischen Sprachgebrauch versteht man unter Degeneration die Rückbildung und den Verfall vorwiegend ganzer Gewebe oder Organe:

  • einen Abbau oder Funktionsverlust anlagebedingt oder aufgrund von chronischen Schädigungsfaktoren („degenerative Erkrankungen“) oder unzureichendem Gebrauch (siehe hierzu auch Atrophie und Dystrophie),
  • eine Rückentwicklung nicht mehr gebrauchter Körperteile im Laufe der Evolution oder der individuellen Reifung (präziser als Involution bezeichnet).

Begriffsabgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sind einzelne Zellen betroffen, spricht man eher von Nekrose (krankhaft) oder verschiedenen Arten programmierten Zelltodes (physiologisch).

Bei Rückfall in „primitivere“ Verhaltensmuster benutzt man Regression, einen psychoanalytisch gefärbten Begriff. Das Gegenteil der biologisch-pathologischen Degeneration ist die Differenzierung bzw. Gewebsreifung. Eine Mutation kann Degeneration bewirken, bedeutet jedoch lediglich wertungsfrei „Veränderung“.

In der Genetik beschreibt die Degeneration des genetischen Codes die Varietät von Basentripletts, die eine Aminosäure codieren.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Degeneratio. In: Roche Medizinlexikon. Abgerufen am 14. Februar 2017.