Delphine de Vigan

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Delphine de Vigan
Delphine de Vigan (2011)

Delphine de Vigan (* 1. März 1966 in Paris) ist eine international bekannte und mehrfach ausgezeichnete französische Schriftstellerin.[1]

Sie lebt mit ihren beiden Kindern in Paris. Während sie tagsüber in einem Meinungsforschungsinstitut arbeitete und ihre Kinder versorgte, schrieb sie spät abends und nachts an ihren ersten Romanen. Seit 2007, nach dem großen Erfolg ihres Romans „No & ich“, lebt sie vom Schreiben.[2]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Delphine de Vigan hat mehrere Romane veröffentlicht, den ersten – Jours sans faim (Tage ohne Hunger) – unter dem Pseudonym Lou Delvig.

Für ihren 2006 veröffentlichten dritten Roman Un soir de décembre erhielt sie den Literaturpreis Saint-Valentin.

Ihren endgültigen Durchbruch als Autorin erreichte sie mit ihrem Roman No et moi (No & ich), in dem sie das Leben einer jungen Obdachlosen aus Sicht eines hochbegabten dreizehnjährigen Mädchens schildert.[3] Der Roman wurde mit dem Prix des Libraires 2008 und dem Prix du Rotary international 2009 ausgezeichnet; er wurde in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt[4] und von Zabou Breitman verfilmt.

2015 erhielt sie für D’après une histoire vraie (Nach einer wahren Geschichte) den Prix Renaudot sowie den Prix Goncourt des lycéens.[5] Darin geht es um die Frage, was Wahrheit oder Fiktion im Prozess des Schreibens bedeutet. Die Autorin schließt Freundschaft mit einer rätselhaften Frau, die ihr langsam immer ähnlicher wird, während ihr selbst die Fähigkeit zu schreiben entgleitet. Roman Polański drehte nach dem Buch 2017 den gleichnamigen Film Nach einer wahren Geschichte.[6]

Im Jahr 2018 erschien ihr Roman Loyalitäten, der von dem jungen Theo erzählt, der nach der Scheidung seiner Eltern unter den schwierigen Familienverhältnissen leidet. Aus Überforderung beginnt er Alkohol in großen Mengen zu trinken. Er gerät in eine fatale Abwärtsspirale, in die er seinen besten Freund mit hineinzieht.[7]

In ihrem 2019 erschienenen Roman Les Gratitudes (Dankbarkeiten) erzählt de Vigan von einer Frau, die im Alter die Sprache verliert. Sie denkt zurück an das Ehepaar, das sie, das Kind Mischka, damals vor den Nazis rettete, und wird zunehmend erfüllt von dem Wunsch, ihnen dafür nachträglich Dank abzustatten.[8][9][10]

Rezeption „Loyalitäten“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der NDR würdigt Loyalitäten als großen Roman und schreibt:

„Der Autorin gelingen die Wechsel fließend. Sie textet unaufgeregt und auf den Punkt. Dennoch bleibt es ein bitteres Buch, manchmal kaum verkraftbar in seiner Schwere. Wäre da nicht diese zarte, liebevolle Zuversicht, irgendwo zwischen den Zeilen.“

Juliane Bergmann: NDR[11]

Der Deutschlandfunk sieht in dem Werk eine Analyse zwischenmenschlicher Beziehungen und schreibt:

„Was heißt Loyalität wirklich? Delphine de Vigan stellt sich, wie schon in ihren früheren Romanen, hinter die Schwachen in der Gesellschaft. Mit unerbittlicher Schärfe entlarvt sie verkappte, kaputte Strukturen im Schulwesen und in den Familien.“

Birgit Koß: Deutschlandfunk[12]

Das Portal femundo lobt den Roman als hart und präzise und vergleicht ihn mit einer überscharfen Fotografie:

„Nüchtern im Ton, und dabei herzzerreißend, erzählt Delphine de Vigan von der Kälte familiärer Beziehungen und schmerzhaften emotionalen Bindungen. Der kurze Roman erschüttert, lässt einen zuweilen den Atem anhalten – und tröstet mit einem winzigen Hoffnungsschimmer.“

femundo.de[13]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Delphine de Vigan. Das Lächeln meiner Mutter. Autorenporträt. Abgerufen am 10. Mai 2021 (deutsch).
  2. Delphine de Vigan — internationales literaturfestival berlin. Abgerufen am 10. Mai 2021.
  3. No & ich - Begegnung zweier ungleicher Mädchen. Abgerufen am 16. Mai 2021 (deutsch).
  4. Astrid Eliard: Delphine de Vigan, mi-guépard mi-hérisson. In: Le Figaro. 1. Juli 2008, abgerufen am 10. Mai 2014 (fr-FR): „No et Moi est en cours d'adaptation au cinéma et traduit dans plus de vingt pays.“
  5. Anne Haeming, DER SPIEGEL: Delphine de Vigan "Nach einer wahren Geschichte": Rezension. Abgerufen am 10. Mai 2021.
  6. Nichts als die Wahrheit, bitte! Der Tagesspiegel, abgerufen am 10. Mai 2021.
  7. Delphine de Vigan: "Loyalitäten" - Ein gefährlicher Pakt des Schweigens. Abgerufen am 16. Mai 2021 (deutsch).
  8. Delphine de Vigan: "Dankbarkeiten" - Macht der Gefühle. Abgerufen am 10. Mai 2021 (deutsch).
  9. Delphine de Vigan: "Dankbarkeiten" - Kleine Geste, große Wirkung. Abgerufen am 10. Mai 2021 (deutsch).
  10. Unser aller Schuld. Der Tagesspiegel, abgerufen am 10. Mai 2021.
  11. Großer Roman über eine zerbrechliche Kindheit. ndr.de, 18. November 2018, abgerufen am 1. Februar 2019.
  12. Ein gefährlicher Pakt des Schweigens. deutschlandfunkkultur.de, 17. September 2018, abgerufen am 1. Februar 2019.
  13. Botschafter zwischen verfeindeten Armeen. femundo.de, 17. September 2018, abgerufen am 1. Februar 2019.
  14. Actu/Monde du livre: Delphine de Vigan lauréate du prix Saint-Valentin. 3. Februar 2006, abgerufen am 14. Mai 2021 (fr-FR).
  15. Librairies Sorcières: www.librairies-sorcieres.fr. Abgerufen am 14. Mai 2021 (französisch).
  16. chroniqueslitteraires: Prix du Rotary International 2009. Abgerufen am 14. Mai 2021 (fr-FR).
  17. Harmonie Mutuelles décerne son Prix Solidarité 2009, au roman"No et moi" de Delphine de Vigan. In: News Assurances Pro. 6. März 2009, abgerufen am 16. Mai 2021 (fr-FR).
  18. Le prix Renaudot à « D’après une histoire vraie », de Delphine de Vigan. In: Le Monde.fr. 3. November 2015 (lemonde.fr [abgerufen am 14. Mai 2021]).
  19. Prix Goncourt des lycéens : Delphine de Vigan lauréate. 1. Dezember 2015, abgerufen am 14. Mai 2021 (französisch).