Der Dom (Zeitschrift)

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Der Dom

Beschreibung katholische Wochenzeitung und Kirchenzeitung des Erzbistums Paderborn
Sprache Deutsch
Verlag Bonifatius GmbH (Deutschland)
Erstausgabe 1946
Erscheinungsweise wöchentlich
Verkaufte Auflage 16.509 Exemplare
(IVW Q1/2018)
Herausgeber Der Erzbischof von Paderborn
(Hans-Josef Becker)
Weblink derdom.de

Der Dom ist eine katholische Wochenzeitung und die Kirchenzeitung des Erzbistums Paderborn. Sie erscheint wöchentlich mit einer verkauften Auflage von gut 16.000 Exemplaren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Reichsdeputationshauptschluss war das katholische Leben im damaligen Fürstbistum Paderborn weitestgehend unbeeinflusst von säkularen Herrschern. Das änderte sich jedoch, als die Preußen die Herrschaft im ehemaligen Fürstbistum übernahmen und dazu noch die Bistumsgrenzen neu festgelegt wurden. Die Geschichtsschreibung erwähnt als Reaktion zur Mitte des 19. Jahrhunderts eine Aufbruchstimmung in der katholischen Bevölkerung. Viele Pfarreien wurden neu gegründet und der Bonifatiusverein für das katholische Deutschland nahm seinen Sitz in der Bischofsstadt Paderborn.

Genau in dieser Zeit des Kulturkampfs von 1871 bis 1887 wurde eine neue kirchliche Zeitschrift gegründet. Der Bonifatiusverein fand die Zeit reif, „in die Medien zu gehen“. Er hatte sich der Missionsarbeit in der Diaspora verschrieben und suchte sein Apostolat unter anderem durch die Verbreitung katholischer Schriften zu erreichen. Dazu wurde in der 1869 gegründeten Bonifacius-Druckerei eine neue Tageszeitung namens „Liborius-Bote“ veröffentlicht. Nach sieben Jahren musste das katholische Blatt allerdings sein Erscheinen einstellen. Gleichzeitig hatte sich aber ein anderes Blatt aus dem Verlag mit weniger kämpferischen Ambitionen zu Wort gemeldet, ein „Sonntagsblatt für das katholische Volk“ mit dem Namen LEO (nach dem gerade gewählten Papst Leo XIII.). In der ersten Ausgabe vom 7. April 1878 stellte es ein neues Konzept von katholischer Publikation vor, welches mittels einer populären Schreibweise „unserem guten katholischen Volke für den Sonntag eine erfrischende und erwärmende Lesung zu bieten, damit es besonders ein Theil des sonntagnachmittags damit ausfüllen kann“. Der Preis des Blattes wurde mit 40 Pfennig pro Vierteljahr bewusst niedrig gehalten. Durch den Umzug in ein neues Druckergebäude 1881 und eine neu beschaffte Doppelpresse war es möglich, die doppelte Auflage in der halben Zeit zu produzieren. Dies führte dazu, dass der LEO nun rechtzeitig bis in die auch entlegenen Ortschaften gelangen konnte. Am 1. Mai 1927 feiert der LEO das Jubiläum seines 50. Jahrgangs. Caspar Klein, damaliger Bischof von Paderborn, rühmte das Blatt zu diesem Anlass als „Herold der Wahrheit und ein Verteidiger der heiligsten Interessen“. Die wöchentliche Auflage lag bei 120.000 Exemplaren.

Der Zweite Weltkrieg blieb auch für den LEO nicht ohne Folgen: Am 25. Mai 1941 gaben Verlag und Schriftleitung mit der Nummer 21 des 64. Jahrgangs die Einstellung des Blattes bekannt. Menschen und Material sollten „für andere kriegswichtige Zwecke freigemacht werden“, so die Begründung nach außen. Die Zeitung blieb fünf Jahre lang eingestellt. Dann erhielt der damalige Generalvikar Friedrich Maria Rintelen die Lizenz zur Herausgabe einer Zeitung von der alliierten Militärregierung. Die Bonifacius-Druckerei erhielt vom Erzbischöflichen Generalvikariat den Verlag für das Sonntagsblatt, das jetzt Der Dom heißen sollte. Es erhielt diesen Titel, weil die kriegszerstörte Bischofskirche in Paderborn gleichsam das Symbol für wiedererstehendes neues Leben aus den Ruinen war. War der Umfang anfangs noch auf acht Seiten festgelegt (bei einer festen Auflage von 120.000 Exemplaren), ging es nach der Währungsreform mit der Kirchenzeitung steil bergauf. Das Angebot konnte erweitert, die Aktualität gesteigert werden. Die Einführung der Pfarr- bzw. Dekanatsbeilagen brachte viele neue Leser. Die Auflage schnellte bis zum Jahre 1958 auf 197.000 Exemplare nach oben.

Seit dem ersten Erscheinen hat sich das Erscheinungsbild des Doms mehrfach geändert – neue Moden und Gestaltungsrichtungen waren der Grund. Bei der siebten und bislang vorerst letzten großen Änderung zu Ostern 2001 wurden jedoch nicht nur die Äußerlichkeiten des Blattes grundsätzlich modifiziert, sondern auch der Umfang von 32 auf 48 Seiten und die Themenpalette nochmals entscheidend erweitert. Neben kirchlichen Nachrichten und geistlicher Betrachtung finden sich heute Reportagen, Nachrichten aus dem Bistum und den Pfarreien sowie Medienseiten.

Seit der letzten Revision im Jahr 2001 wird Der Dom stetig modifiziert. Dieses geschieht jedoch in kleinen Schritten. So wurde im Jahr 2006 die redaktionelle Gestaltung des Hefts geändert. In dieser Neuordnung wurden überregionale Berichte im ersten Teil des Hefts und die Bistums- und Regionalberichterstattung im zweiten Teil gebündelt. Ebenfalls 2006 wurden mehrseitige inhaltliche Themenschwerpunkte eingeführt. Im Jahr 2007 entwickelte Der Dom ein Stil- und Regelbuch. Das Layout wurde zudem weiter überarbeitet. Der Umfang beträgt seither 48 Seiten.

Seit dem 1. Januar 2010 arbeiten die Redakteure freiberuflich. Fünf Seiten pro Ausgabe liefert der Bonner Mediendienstleister dreipunktdrei.[1]

Im ersten Quartal des Jahres 2018 hatte die Wochenzeitung eine verbreitete Auflage von 17.978 Exemplaren bei einer verkauften Auflage von 16.509 Stück, davon 16.416 an Abonnenten.[2]

Regionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Regionalseiten der Zeitung sind in verschiedene Gebiete aufgeteilt. Allerdings erscheint Der Dom – im Gegensatz zu einigen anderen Kirchenzeitungen – überall einheitlich und seit 2005 ohne Regionalausgaben mit Wechselseiten. Die einzelnen Regionen sind:

Verlag und Redaktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Vieler: Dem geneigten katholischen Leser. In: Der Dom, Nr. 14 vom 6. April 2003, S. 12–17. (zum 125-jährigen Jubiläum der Erstausgabe des Paderborner „Sonntagsblatt für das katholische Volk“ 1878)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Für Redaktion des „Dom“ kommt das Aus. In: Neue Westfälische vom 22. Dezember 2009 (online)
  2. Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. (IVW)

Koordinaten: 51° 43′ 36,2″ N, 8° 47′ 27,5″ O