Der Russe ist einer, der Birken liebt

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Der Russe ist einer, der Birken liebt ist ein Roman der deutsch-aserbaidschanischen Schriftstellerin Olga Grjasnowa aus dem Jahr 2012. Das Romandebüt der Schriftstellerin setzt sich anhand autobiographischer Skizzen und Verweisen mit der Einwanderung einer jungen Jüdin nach Deutschland als Kontingentflüchtling aus der ehemaligen Sowjetunion auseinander. Weiter greift der Roman ebenfalls Fragen zur deutschen sowie jüdischen Identität im Deutschland des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts auf.

Zusammenfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die junge Mascha kommt in der Mitte der 1990er Jahre im Rahmen der Kontingentsflüchtlingsbestimmungen mit ihren Eltern aus dem in einem Bürgerkrieg stehenden sowjetischen Nachfolgestaat Aserbaidschan nach Hessen in Deutschland. Dabei steht ihre jüdische Familie noch in Baku vor der Wahl, nach Israel oder Deutschland auszuwandern, entscheidet sich dann aber schließlich dafür, in den Nachfolgestaat Nazi-Deutschlands zu immigrieren, wodurch immer wieder Fragen zur Verfassung des «neuen Deutschlands» und dessen Rolle sowie Identität angesprochen werden.

Anfangs durch die Emigration beinahe «sprachenlos», erweist sich die Protagonistin schließlich als großes Sprachtalent und strebt eine Karriere bei den Vereinten Nationen an. Die siebenundzwanzigjährige Mascha erhält in diesem Zusammenhang immer wieder Auslandsstipendien, die sie nach Moskau, Brüssel, Wien oder Warschau führen und gibt das Bild einer jungen, emanzipierten Frau, der eine glanzvolle Karriere bevorsteht. Gleich zu Anfang des Werks wird allerdings auch ihre Beziehung zu ihrem deutsch-christlichen Freund Elias beschrieben, der später an einer Krankheit stirbt, woraufhin die Protagonistin verzweifelt nach Israel flieht, und ihre dortigen Erfahrungen im Umgang mit ihrer Identität schildert. In Israel wird sie schließlich von ihren Kindheitstraumata des aserbaidschanischen Bürgerkriegs und Pogromen in Baku eingeholt, evaluiert weiter aber auch ganz allgemein ihre Verbindung zum Judentum, die Schwierigkeit, fünfzig Jahre nach der Schoa als Jüdin in Deutschland zu leben als auch ihre persönlichen Beziehungen zu Familie und Partnern in der Vergangenheit neu.[1][2][3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Russe ist einer, der Birken liebt von Olga Grjasnowa (Rezension). Abgerufen am 22. September 2019.
  2. Jörg Plath: Hochtouriges Identitätskarussell | NZZ. 13. März 2012, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 22. September 2019]).
  3. Deutsche Welle (www.dw.com): Olga Grjasnowa: "Der Russe ist einer, der Birken liebt" | DW | 09.10.2018. Abgerufen am 22. September 2019 (deutsch).