Der operirte Jud’

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Titelbild zu Visionen (1893) von Max Hagen.

Der operirte Jud’ ist eine satirisch-groteske Kurzgeschichte von Oskar Panizza, die er zusammen mit neun anderen Erzählungen 1893 in der im Verlag von Wilhelm Friedrich in Leipzig erschienenen Sammlung „Visionen. Skizzen und Erzählungen“ veröffentlichte.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kein Mensch wird mich tadeln“, so eröffnet der Erzähler die Geschichte, „wenn ich meinem Freunde Itzig Faitel Stern ein Denkmal zu setzen wünsche.“ Sein Heidelberger Studienfreund sei ein Phänomen, das zu beschreiben er nur Stückarbeit liefern und sich dabei allein auf seine fünf Sinne verlassen könne. Diese würden nach der „gegenwärtig herrschenden literarischen Schule“ auch genügen, um ein Kunstwerk zu liefern, eine Komödie sei jedenfalls nicht beabsichtigt.

Die folgende, groteske Beschreibung von „Faiteles“ lässt kaum ein Bild oder eine Vorstellung aus dem Arsenal antisemitischer Stereotyope aus. Der Umgang mit dem „grauenhaften Stück Menschenfleisch“, so der Erzähler, habe sich auch nicht aus Mitleid ergeben, sondern aus anthropologischer Neugierde für das „Monstrum“ und um mehr über Itzig Faitel Sterns „Religionsbuch“ zu erfahren, den Talmud. Er unterbreitet dem „immens reichen“ Faitel den Vorschlag einer aufwändigen „Umwandlung in etwas modernem Sinne“, was dieser sofort akzeptiert. Qualvolle Operationen, Bluttransfusionen, die Konversion zum protestantischen Glauben, Verhaltens- und Namensänderung folgen einander. Schließlich gelingt, auch mit Hilfe finanzieller Einflussnahme durch Vater Salomon, die Verlobung Itzig Faitels mit einer „Germanin“, der „flachshaarigen Beamtentochter Othilia Schnack.“ Doch die scheinbar so erfolgreiche Umwandlung kann seine ursprüngliche „Jüdischkeit“ nicht transformieren, aus dem operierten Körper bricht immer wieder die „pfälzisch-jüdische Sündflut“ hervor. Beim Hochzeitsbankett im Gasthaus zum weißen Lamm in der Martergasse zu Heidelberg bahnt sich nach reichlichem Alkoholgenuss ein finaler Gefühlsausbruch an. Nicht fragend, vielmehr klarstellend ruft Itzig Faitel aus: „Bin ich ä Mensch aß gut und wertvoll als ihr alle!“ Entsetzen macht sich unter den Anwesenden breit, zumal ihnen ein „blutrünstig angelaufenes, violettes Menschenantlitz mit speichelndem Mund, lappig hängenden Lippen und quellenden Augen entgegenglotzte.“ Faitel beginnt nun, dabei verschiedene Stimmen imitierend, ausgelassen und von obszönen Gesten begleitet, die fiktive Abfrage eines Rabbiners zum Tagesablauf Jehovas zu parodieren. Dieselbe Rezitation findet sich schon zuvor an anderer Stelle der Erzählung und endet damit, dass Gott am Nachmittag mit dem Leviathan spiele.[1] Ein weiteres Mal bemerkt er trotzig: „Bin ich ä christliches Menschenbild aß fein, aß ihr alle seid! Ohn alle Jüdischkeit! - Misemaschine![2]

Am Ende und nur noch in Gegenwart seines Operateurs Dr. Klotz, wälzt sich „der Jude“, wie er jetzt vom Erzähler genannt wird, in seinen körperlichen Ausscheidungen, „ein vertracktes asiatisches Bild im Hochzeitsfrack, ein verlogenes Stück Menschenfleisch, Itzig Faitel Stern.

Interpretationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die unversöhnliche und von zahllosen Antisemitismen durchzogene Erzählung veranlasste noch im Jahr ihrer Veröffentlichung Otto Julius Bierbaum in einer literarischen Würdigung Panizzas, von dem einzigen, ihm bekannten „antisemitischen Kunstwerk“ zu schreiben.[3] Ende 1927 veröffentlichte der „Münchener Beobachter“, ein Beiblatt zum Völkischen Beobachter, eine nationalsozialistische Interpretation von Panizzas Hauptwerk Das Liebeskonzil und den Abdruck seiner Erzählung Der operirte Jud’.[4] Der Schriftsteller, nationalsozialistische Kulturfunktionär und Herausgeber von Werken Panizzas, Kurt Eggers, veröffentlichte 1943 zudem erstmals Auszüge aus dem ungedruckten und undatierten antisemitischen Pamphlet Mach' Mores Jud'!, das Panizza um 1893 geschrieben hatte.[5]

Heutige Interpretationen der grotesken Erzählung sind von unterschiedlichen Sichtweisen geprägt. Grundsätzlich wird sie entweder als Ausdruck einer antisemitischen Haltung ausgelegt,[6] wie sie auch für anarchistisch-oppositionelle deutsche Intellektuelle der Jahrhundertwende nicht untypisch war. Andererseits könne der Operirte Jud’ als Parodie auf das tragische Scheitern jüdischer Assimilationsbemühungen gelesen werden.[7]

Der französische Germanist Patrice Neau verglich erstmals die Erzählung mit zeitgleichen literarischen Produktionen Panizzas bis etwa 1895, wobei er auch das unveröffentlichte Manuskript Mach' Mores, Jud'! berücksichtigte.[8] Für Neau sind die beigezogenen Texte „unmissverständliche Kampfansagen an die deutschen Juden“ und es sei keineswegs verwunderlich, dass Panizza vom Nationalsozialismus zum Teil vereinnahmt worden ist.[9] Indem der jüdischen Religion jegliche Transzendenz abgesprochen werde, um aus ihr eine Religion zu machen, „deren Wert sich in praktischen Ratschlägen erschöpft und die im Formalismus erstarrt ist“, mache sich nach Neau der Einfluss eines Antisemiten wie Wilhelm Marr bemerkbar.[10] Zwar werde im von Panizza persiflierten „Teutonismus“ der Zwang zur Anpassung lächerlich gemacht, doch die „Kritik des Materialismus, des protzigen Reichtums“ dürfe nicht generell als Kritik des wilhelminischen Deutschlands aufgefasst werden. Die Macht des Geldes erscheine „eher als die Folge einer bewußten Korrumpierung der Deutschen durch das jüdische Geld, denn Stern kauft alles, er kauft auch, was man nicht kaufen kann, eine neue Identität.“[11]

Der Sprachwissenschaftler Hans Peter Althaus glaubt hingegen im Operirten Jud' eine Auseinandersetzung mit antisemitischen Parolen zu erkennen, etwa jenen von Richard Wagner. Althaus betont Panizzas Skepsis gegenüber jüdischen Assimilationsbemühungen, „bei denen der Sprach- und Kulturwechsel nicht aus der Lebensmitte heraus erfolgte, sondern wirtschaftlichen oder sozialen Zwängen geschuldet war.“[12] Eine Lebenslüge, wie sie die erzwungene kulturelle Assimilation darstellte, könne nach Panizza den „Grundkonflikt“ nicht lösen. Mit der Beschreibung einer mißlungenen Assimilation habe Panizza Überlegungen aufgegriffen, „die für die Zukunft des Judentums zu ganz anderen Konzepten führten.“[13]

Unter den jüngsten Analysen ist zunächst jene der Germanistin Joela Jacobs zu erwähnen, die den Ansatz von Althaus erweitert.[14] Sie urteilt, „the story reveals that national identities are built on an illusion of purity, universalism, and coherence – an illusion that is a lie.“[15] Abschließend hält sie „optimistisch“ fest: „By showing how identity is constructed and deconstructed on the basis of language and other categories, the tale provides the opportunity for a reconsideration of identity altogether.“[16]

Die Literaturwissenschaftlerin Ariane Trotzke zählt dagegen die Erzählung „zu den größten Auswüchsen antisemitischer Demagogie, die die deutsche Literaturlandschaft hervorgebracht hat.“[17] Der operirte Jud’ verbinde antisemitische Hetze „mit unverblümter Kritik an der obrigkeitsgläubigen wilhelminischen Gesellschaft.“ Doch werde die „jüdische“ Andersartigkeit „über den herrschenden Machtdiskurs festgeschrieben, verallgemeinert und 'erkennbar gemacht', so dass Assimilation für die von diesen Zuschreibungen betroffenen Personen unmöglich wird.“ Alle körperlichen Merkmale würden in diesem Diskurs katalogisiert und „Abweichungen von der Norm als 'Entartung' klassifiziert.“ Freilich könne die Erzählung auch als Karikatur „des Eigenen“ gelesen werden, das sich über „das Fremde“ herstelle und stabilisiere: „Dennoch wiederholt der Text die gängigen antisemitischen Stereotype der Zeit völlig ungebrochen und trägt zu ihrer Verbreitung bei, womit man ihn zu Recht als rassistische Satire klassifizieren kann.“ Panizza funktionalisiere „den Juden“, um an ihm die „identitätsstiftende Performanz des deutschen Nationalstaates bloßzulegen.“ Vergleichbar bezeichnet Trotzke das „jiddelnd – preußische Zwitterwesen“ in der Erzählung Die Kirche von Zinsblech als ein transkulturelles Mischwesen, in dem sich Panizzas Vorstellung von einer als totalitär empfundenen wilhelminischen Gesellschaft allegorisiere: „Die 'Dreifaltigkeit' aus preußischem Beamtentum, christlicher Bigotterie und animalisch – raffendem Judentum.“[18]

Mit literatur- und kulturwissenschaftlichen Methoden versucht Nike Thurn in ihrer Bearbeitung des Stoffs der Frage nachzugehen, ob der Text „Ausdruck“ oder „Vorführung“ von Antisemitismus ist.[19] Zwar sei Panizzas „Normalisierungskritik“ offensichtlich, zumal er den zeitgenössischen eugenischen Diskurs ablehnte, aber, so Thurn: „Indem der Ausgangspunkt jedoch bereits deutlich negativ dargestellt ist […] also eine unhintergehbare negative jüdische Essenz nahegelegt wird, verliert der Text an Schlagkraft […]“[20] Panizzas Rückgriff auf „das Jüdische“ erweise sich als problematisch, weil er letztlich eine „vermeintliche Prägung des Blutes“ wie ein Naturgesetz suggeriere. Der unverbesserliche Jude verkörpere Devianz umso plastischer, „je mehr genau hier der Versuch einer Einebnung aller sichtbaren Unterschiede ansetzt.“[21] Auch bleibe der Text in der Schwebe, wie er sich zu den extremen Implikationen eugenischer Vorstellungen bezüglich einer Verbesserung der Menschheit positioniere: Ausschluss oder Auslöschung der „unverbesserlichen Elemente“.[22]

Anmerkungen zum „späten“ Panizza nach 1896[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dass Panizza in seinen frühen literarischen Produktionen eine antisemitische Haltung vertrat, stellte bereits der Literaturhistoriker Rolf Düsterberg fest. Diese „Position“ hätte er jedoch ab den Zürcher Diskuszjonen gänzlich überwunden.[23] Dem nicht entgegen steht der Bericht Michael Bauers, bereits als Versammlungsleiter einer Münchner Kundgebung gegen die sogenannte Lex Heinze am 2. Januar 1893 habe Panizza eine kleine Gruppe von Antisemiten nicht zuletzt deshalb zum Schweigen zu bringen versucht, indem er den anwesenden Sozialdemokraten Georg von Vollmar zu einem Diskussionsbeitrag aufforderte. Gegen die Stimmen der Antisemiten beschloss die Versammlung eine Resolution, die sich u. a. gegen die Einschränkung der künstlerischen Freiheit aussprach.[24] Der Vorfall macht jedoch auch deutlich, dass es Panizza als einem Vertreter der literarischen Moderne primär gegen staatliche Zensur ging, hingegen organisierte Antisemiten ein konservatives Kunstverständnis vertraten. In diesem Sinne ist selbst noch eine Passage Panizzas in der ersten Nummer der Zürcher Diskuszjonen zu verstehen, mit der er seinen Aufsatz Die Krankheit Heine's rechtfertigte: „[...] selbst auf die Gefahr hin, daß Antisemiten, Pfaffen und ähnliche kulturfeindliche Schreier die Gelegenheit wahrnähmen, den gefeierten Liebling der Deutschen in seinem Jubiläumsjahr neuerdings mit aus der eigenen Brust hervorgeholtem Schmutz zu bewerfen.[25]

Jedenfalls begann er sich nach seiner einjährigen Haft 1895/96 differenzierter zu äußern, etwa im Januar 1897 in Der Fall Miss Vaughan und bezogen auf den Taxil-Schwindel: „Besonders auf die Juden hat es der Arge abgesehen. Die Christen müssen ja, wenn sie den Dingen der Welt auf den Grund gehen wollen, über die entsetzliche Christusleiche hinwegschreiten und ihr Gewissen ertödten: aber die Juden, die Christus gekreuzigt, die überhaupt kein Gewissen haben, sind natürlich ein willkommenes Fressen für Leo Taxil – ich wollte sagen für den Satan. Und so erscheint denn von Moses Mendelssohn, dem Verfasser des 'Phädon', bis herauf zu Börne und Heine – die schöne Henriette Herz nicht ausgeschlossen – jeder Jude, der nur irgendwie durch Gedanken sich ausgezeichnet hat, in dem verdächtigen satanischen Frack und mit dem giftigen schweinfurtergrünen Teint beladen …[26] Man vergleiche den kurz zuvor publizierten Aufsatz Der Klassizismus und das Eindringen des Varieté: „Ich glaube schließlich gern, daß auch in unseren Tagen Stöcker und Treitschke den toten Heine als „Judenjungen“ mit kräftig germanischer Faust abzubeuteln suchten, denn sie wußten wohl, daß dieser feine Artist und internationale Varieté-Künstler auch ihnen die Basis für ihr großdeutsches Maulheldentum entzogen hatte.[27]

Als später Kommentar Panizzas zur „Judenfrage“ kann seine kritische Besprechung des 1899 unter dem Pseudonym Severus Verax erschienenen Buches von Ottokar Stauf von der March, „Die öffentliche Meinung von Wien. Wiener Preßgeschichten“ gelten. In seiner ihm eigenen Orthographie bezeichnete Panizza das Buch als „einen fulminanten Angriff auf Juden und Klerikale, Lieberalismus und Katolizismus.“ Man könne zugeben, so Panizza:

Ein Volk, das sich seine gesamte Preße, Litteratur, Wißenschaften, Dißertazjonen, Teaterstücke, also die gesamte wißenschaftliche und schönwißenschaftliche Literatur (mit Ausnahme der Predigten) von einem „eingewanderten Volk“ schreiben läßt, also die gesamte öffentliche Meinung, soweit sie im Schifttum zum Ausdruk komt, von den Juden besorgen läßt […] unterliegt in seinem Geschmak, in seinem geistigen Leben, in seinen Impulsen, in seiner öffentlichen Meinung über Gutes, Wahres und Schönes, den Fremden. […] Aber dagegen hilft kein Schreien, sondern Schreiben; nicht Aufbegehren […] heißt es Selbst-die-Feder-in-die-Hand-nehmen, Schurnale gründen, Theater-Bauen, Druckereien-Kaufen, Selbst-Dichten, Selbst-Dramen-Schreiben. Könt Ihr das nicht, dann könt Ihr der Fremden gar nicht entbehren. Der jüdischen Nüanße werden wir in Europa überhaupt nicht entraten können. So wenig wie der China-Rinde, des Morfiums und des Tabaks. Aber auch in politischer Beziehung wäre eine Massen-Auswanderung der Juden ein Verlust für uns. So lange wir in Zeitläuften wie den heutigen leben, wo die Fürsten sich für Gott erklären, und das Volk für Drek halten […] können wir dieser „Fremden“ mit ihrer uralten Vergangenheit und politischen Abgeschliffenheit gar nicht entbehren. Sie mit ihrem so viel reineren Gottes-Begriff und ihren von allem abergläubischen Menschenwerk gereinigten metafisischen Anschauungen werden für die Vergottungs-Gelüste der abendländischen Fürsten, da wo das abendländische Volk gläubig anstaunt, nur einige Heiterkeits-Anwandlungen haben. Und wenn einmal die Zeit kommen wird, wo der oben angeführte Saz seine Umkehrung erfährt, wenn einmal ein Verwegener kommen wird, der behauptet, daß das Volk Gott und die Fürsten Drek seien, werden vielleicht die Juden die einzigen sein, diesen Spruch zu begreifen, und vielleicht die einzigen sein, für diesen Spruch den unentbehrlichen chorus abzugeben. - Schimpft mir also nicht so viel über die Juden![28]

Immer noch scheint in diesem Zitat Panizzas der Reflex seines früheren Antisemitismus auf, sowie seine doppeldeutige Haltung zum „Eigenen“ und „Fremden“, doch was Joel Jacobs bereits im „Operirten Jud'“ von 1893 vorgefunden zu haben glaubt („the tale provides the opportunity for an reconsideration of identy altogether“), erst dieser Text von 1899 kommt Jacobs Urteil nahe.

Eine satirische Replik: Der operierte Goj[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Pseudonym Mynona veröffentlichte Salomo Friedlaender 1922 ein Gegenstück zum Operirten Jud’.[29] Aus Liebe zu einer Jüdin verwandelt sich der „Arier“ und lupenreine Antisemit Kreuzwendedich Graf Reschok Schritt für Schritt in den Juden Moische Koscher. Wenn auch verkehrt, so werden rassistische Stereotypen durchaus beibehalten. Nach Nike Thurn entstehe allerdings die Komik der Umkehrung, „indem die als 'negativ' und nicht erstrebenswert tradierten und etablierten Stereotype mit Begehren assoziiert “ und eben auf diese Weise hinterfragt werden. Zudem gelinge die Anpassung „an eine diskriminierte Minorität, die hier nicht der zu verlassende Ursprung, sondern das zu erreichende Ziel ist.“ Mynona/Friedlaender zeige auf ironische Weise „Natur“ als kulturelles Konstrukt, „aneigbar wie Aspekte der Kultur und Erziehung.“[30]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zur Herkunft siehe Avoda sara (Mischnatraktat). Panizza entnahm seine dem Protagonisten in den Mund gelegte Version, insbesondere jene „drei Stunden“, in denen Gott „Männer und Weiber“ kopuliere, der gekürzten Überarbeitung des „Entdeckten Judentum“ von Johann Andreas Eisenmenger. Diese erschien zunächst 1892 in mehreren Heftfolgen und als Buch 1893, herausgegeben von Dr. Franz Xaver Schieferl (Pseudonym), siehe S. 499, Entdecktes Judentum
  2. Ein Fluchwort, eine Verwünschung, eigentlich mise meschinne.
  3. Otto Julius Bierbaum: Oskar Panizza, in: Die Gesellschaft 1893, S. 977 – 989, hier S. 986. Online
  4. Oskar Panizza, in: Münchener Beobachter vom 8. Januar 1927, S. 2
  5. Rolf Düsterberg: „Die gedrukte Freiheit“. Oskar Panizza und die Zürcher Diskußjonen, Fankfurt am Main 1988, S. 14, Anm. 18
  6. Jens Malte Fischer bezeichnete den Operirten Jud’ als „Explosion eines wütenden Antisemitismus wie er in dieser Drastik nur noch vom ,Stürmer‘ erreicht worden“ sei. (Deutschsprachige Phantastik zwischen Décadence und Faschismus, in: Rein A. Zondergeld (Hg.): Phaïcon 3, Almanach der phantastischen Literatur, Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main 1978, S. 93-130.)
  7. Alexander Bahar, Die grässlichste aller Foltern
  8. Patrice Neau: Antisemitismus und Antikatholizismus bei Oskar Panizza, in: Acta Germanica, Bd. 24, 1996, S. 21 – 33
  9. Neau, S. 22f
  10. Neau, S. 26
  11. Neau, S. 32, Anmerkung 7
  12. Hans Peter Althaus: Mauscheln: ein Wort als Waffe, Berlin/New York 2002, S. 154
  13. Althaus, S. 155
  14. Joela Jacobs: „...und die ganze pfälzisch-jüdische Sündfluth kam dann heraus.“ Monstrosity and Multilingualism in Oskar Panizza's Der orperirte Jud’, in: Dieter Heimböckel, Ernest W. B. Hess-Lüttich u.a. (Hrsg.): Zeitschrift für interkulturelle Germanistik, Bielefeld 3/2013, Heft 2, S. 61 – 73
  15. Jacobs, S. 72
  16. Jacobs, S. 73
  17. Ariane Trotzke: Der 'transnationale Körper' als Kampfplatz. Oskar Panizzas antisemitisches Panoptikum in „Der operirte Jud'“
  18. Ariane Trotzke: Schwindsüchtige Erlöser, psychotische Pfaffen und 'Der Fall Barbin'. Oskar Panizzas ästhetischer Vandalismus im Deutschen Kaiserreich, in: Tim Lörke, Robert Walter – Jochum (Hrsg.): Religion und Literatur im 20. und 21. Jahrhundert. Motive, Sprechweisen, Medien, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8471-0375-2, S 277 – 295, hier S. 288f
  19. Nike Thurn: ’Falsche Juden’. Performative Identitäten in der deutschsprachigen Literatur von Lessing bis Walter, Göttingen 2015, S. 248f
  20. Thurn, S. 273
  21. Thurn, S. 26
  22. Thurn, S. 275
  23. Rolf Düsterberg, S. 32
  24. Michael Bauer: Oskar Panizza. Ein literarisches Porträt, München/Wien 1984, S. 139f
  25. Zitiert nach Dietmar Goldschnigg, Hartmut Steinecke (Hrsg.): Heine und die Nachwelt, Band 1: 1856 – 1906, Berlin 2006, S. 376
  26. Wiener Rundschau, Nr. 4 vom 1.1.1897, S. 147 – 152. Online
  27. Die Gesellschaft, Jg. 1896, viertes Quartal, S. 1252 – 1274, hier S. 1256. Online
  28. Zürcher Diskuszjonen, Jg. 2 (1899), Nr. 20/21, S. 14.
  29. Mynona: Der operierte Goj. Ein Seitenstück zu Panizza's operiertem Jud, in: Ders.: Trappistenstreik und andere Grotesken, Freiburg 1922, S. 67 – 80
  30. Ausführlich Nike Thurn, S. 276 – 293, hier S. 283, 289 und S. 293