Detlef Rost

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Detlef H. Rost (* 6. März 1945 in Olsberg) ist ein Marburger Psychologe, der vor allem durch das von ihm initiierte Marburger Hochbegabtenprojekt (MHP) bekannt wurde.

Leben und Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studium

Rost studierte von 1965 bis 1968 Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe, Abt. Münster, in Berlin und an der PH Ruhr, Abt. Hamm. 1968 machte er das Erste Staatsexamen an der PH Ruhr (Lehramt für Volksschulen) und studierte im Anschluss daran Psychologie, Erziehungswissenschaften und Psychopathologie an den Universitäten Göttingen und Hamburg. 1973 legte er dort sein Diplom in Psychologie ab und promovierte drei Jahre später ebenfalls in Hamburg mit einer Arbeit über den Begabungsfaktor „Raumvorstellung“. Von 1974 bis 1980 arbeitete er am seinerzeit neu gegründeten „Institut für Grundschulforschung“ (IfG) der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät Nürnberg der Universität Erlangen-Nürnberg und baute dort das Forschungsprogramm auf.

Lehrtätigkeit

1980 hatte er eine Vertretungsprofessur für Psychologie an der Universität Augsburg inne, 1981 wurde er Professor für Psychologie am FB Psychologie der Philipps-Universität Marburg, an der er bis heute lehrt und forscht. Seit 1995 ist er an der Philipps-Universität Marburg Professor für Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie. Er leitete bis 2010 die entsprechende Arbeitseinheit und wurde im März 2010 pensioniert. Seitdem ist er am Fachbereich Psychologie der Philipps-Universität in der AG Kinder- und Jugendpsychologie Gastprofessor. 2007/2008 war er Fellow am Hanse Wissenschaftskolleg/Hanse Institute for Advanced Study in Delmenhorst.

Lehrtätigkeit im Ausland

1989 hielt sich Rost als Gastprofessor zu Forschungsaufenthalten in Argentinien auf (Universidad Nacional de Lomas de Zamora und Universidad Nacional de La Plata). 1991 und 1996 folgten weitere Forschungsaufenthalte in La Plata, und 2006 dort eine erneute Gastprofessur. 1995 lehrte er an der Staatlichen Yanka-Kupala Universität in Grodno (Weißrussland); 1996 folgte ein Forschungsaufenthalt an der Staatlichen Pädagogischen Universität M. Tank in Minsk (Weißrussland). Außerdem war er mehrmals zu Forschungsaufenthalten an der Technischen Universität Kaunas (Litauen). Seit Herbst 2013 ist er Gastprofessor an der Faculty of Psychology der Universität Südwestchinas in Chongqing (VR China).

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rost startete 1987 ein Längsschnittprojekt über Hochbegabte („Marburger Hochbegabtenprojekt“), welches noch nicht beendet ist. 1999 konzipierte und gründete Rost mit S. R. Schilling (heute S. R. Buch) die „Begabungsdiagnostische Beratungsstelle BRAIN“, eine Anlaufstelle für Hochbegabungsdiagnostik und Hochbegabtenberatung, die er bis heute leitet. Er hat 1987 mit A. Knapp die Zeitschrift für Pädagogische Psychologie gegründet, die er mit herausgibt. Er initiierte und betreut als Herausgeber die inzwischen 99 Bände umfassende forschungsorientierte Buchreihe „Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie“.

Rost hat in Marburg zusammen mit Lothar Tent u. a. den Anwendungsschwerpunkt „Pädagogische Psychologie“ und später mit Arnold Lohaus das Curriculum „Kinder- und Jugendpsychologie“ aufgebaut.

Rost initiierte die Instituts-Reportreihe „Berichte und Arbeiten aus dem Institut für Grundschulforschung“ in Nürnberg. Mit Peter Grunow und Doris Oechsle editierte er 1975 den Reader „Pädagogische Verhaltensmodifikation“. 2009 ist sein Buch "Intelligenz: Fakten und Mythen" und 2013 sein umfassendes "Handbuch Intelligenz" erschienen. Sein 1998 erstmals publiziertes und 2010 in 4. Auflage verlegtes „Handwörterbuch Pädagogische Psychologie“ gilt als das Standardwerk für das Fach „Pädagogische Psychologie“ im deutschsprachigen Raum (die 5. Auflage 2018 wurde zusammen mit J. R. Sparfeldt und S. R. Buch herausgegeben).

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Pädagogische Verhaltensmodifikation“. Weinheim: Beltz, 1975, zusammen mit P. Grunow & D. Oechsle
  • „Analyse und Bewertung empirischer Untersuchungen“. Weinheim: Beltz, 1975, zusammen mit K. H. Roberts
  • „Raumvorstellung“. Weinheim: Beltz, 1977
  • „Entwicklungspsychologie für die Grundschule“. Klinkhardt, 1980
  • „Unterrichtspsychologie für die Grundschule“. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 1980
  • „Erziehungspsychologie für die Grundschule“. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 1982
  • „Dimensionen des Leseverständnisses“. Braunschweig: Pedersen, 1985
  • „Lebensumweltanalyse hochbegabter Kinder. Das Marburger Hochbegabtenprojekt“. Göttingen: Hogrefe, 1993
  • „Handwörterbuch Pädagogische Psychologie“. Weinheim: Beltz, 2010 (4., erweiterte Auflage)
  • „Interpretation und Bewertung pädagogisch-psychologischer Studien“. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 2013 (3., erweiterte Auflage)
  • „Intelligenz – Fakten und Mythen“. Weinheim: Beltz, 2009
  • „Hochbegabte und hochleistende Jugendliche“. Münster: Waxmann, 2009 (2., erweiterte Auflage)
  • „Intelligenz, Hochbegabung, Vorschulerziehung, Bildungsbenachteiligung“. Münster: Waxmann, 2010
  • „Handbuch Intelligenz“. Weinheim: Beltz, 2013
  • „Intelligenz und Begabung, Unterricht und Klassenführung“. Münster: Waxmann, 2015
  • "Handwörterbuch Pädagogische Psychologie". Weinheim: Beltz, 2018, zusammen mit J. R. Sparfeldt & S. R. Buch (5., erweiterte Auflage)

Tests

  • „Lesen und Verstehen – Diagnose (LuV-D)“ und „Lesen und Verstehen – Training (LuV-T)“, zusammen mit G. Kalb & R. Rabenstein. Göttingen: Hogrefe 1980 (2. Auflage)
  • „Differentielles Leistungsangst Inventar (DAI)“, zusammen mit F. J. Schermer. Frankfurt: Harcourt Test Services, 2007 (2. Auflage)
  • „Differentielles Schulisches Selbstkonzept Gitter (DISK-Gitter mit SKSLF-8)“, zusammen mit J. R. Sparfeldt & S. R. Schilling. Göttingen: Hogrefe, 2007

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]