Deutsche Accumotive

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Deutsche Accumotive GmbH & Co. KG

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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 2009
Sitz Kirchheim unter Teck
Leitung Clemenz Dobrawa,
Frederik Fleischmann
Mitarbeiterzahl 1000 (2018)[1]
Branche Batteriehersteller
Website www.accumotive.de
Stand: 10. September 2019

Die Deutsche Accumotive GmbH & Co. KG ist ein deutscher Hersteller von Lithium-Ionen-Akkumulatoren und eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Daimler AG. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Kirchheim unter Teck bei Stuttgart, während die Produktion der Batterien im sächsischen Kamenz erfolgt. Seit Produktionsbeginn wurden insgesamt mehr als 200.000 Batterien gefertigt (Stand: 2018).[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Accumotive wurde 2009 als Joint Venture zwischen der Daimler AG und dem Essener Chemieunternehmen Evonik Industries gegründet. Dabei hielt die Daimler AG 90 % der Anteile, während 10 % auf Evonik entfielen.[2]

Die erste von der Deutschen Accumotive produzierte Batterie kam 2012 in der 3. Generation des Smart Fortwo (451) zum Einsatz. Sie ersetzte eine Batterie, die bereits seit 2009 in den Fahrzeugen verbaut wurde und vom US-amerikanischen Hersteller Tesla Motors zugekauft wurde. Die Zellen wurden dabei vom südkoreanischen Hersteller LG Chem geliefert und in Kamenz zu Batteriemodulen zusammengefügt.[3] Die jeweils aus 93 Zellen bestehende Batterie kam auf eine kurzzeitige Höchstleistung von 55 kW und eine Dauerleistung von 35 kW bei einem Gewicht von 175 kg.

2014 übernahm die Daimler AG die von Evonik gehaltenen Anteile der Accumotive, sowie des ebenfalls in Kamenz ansässigen Unternehmens Li-Tec Battery, welches zuvor ebenfalls als Joint Venture zwischen Daimler (49,9 %) und Evonik (50,1 %) bestanden hatte. Damit wurden beide Unternehmen zu hundertprozentigen Tochtergesellschaften des Stuttgarter Automobilkonzerns.[4]

Im Jahr 2016 investierte Daimler 500 Millionen Euro um das Werksgelände der Accumotive in Kamenz um eine zweite Produktionsstätte zu erweitern. Zu den bereits vorhandenen 20.000 Quadratmetern Produktionsfläche kamen im Zuge dessen weitere 40.000 Quadratmeter hinzu.[5] Das Accumotive-Werk II ist als CO2-neutrale Fabrik konzipiert. So umfasst das Werksgelände ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage, welche in Kombination mit Geothermie die Produktionsanlagen mit Strom versorgen.[1]

Seit 2019 werden die Batterien für das Elektroauto Mercedes-Benz EQC von der Accumotive gefertigt. Mit einem Gesamtgewicht von 650 kg und einem Energiegehalt von 80 kWh ist es die mit Abstand größte von der Accumotive gefertigte Batterie.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antriebsstrang des Mercedes-Benz EQC mit Batterie der Deutschen Accumotive.

Die Deutsche Accumotive entwickelt und produziert Traktionsbatterien und 48-Volt-Batterien mit Lithium-Ionen-Technologie für Fahrzeuge der Daimler AG.

Fahrzeug Produktionszeitraum Max. Spannung Energiegehalt Max. Leistung Reichweite (NEFZ) Gewicht Anz. Zellen[6]
Smart Fortwo 451 ED 3 2012–2015 391 V 17,6 kWh 055 kW 145 km 175 kg 093
Verschiedene (48-Volt Batterie) seit 2017 052 V 00,9 kWh 016 kW 015 kg
Smart Fortwo 453 ED 4 seit 2017 403 V 17,6 kWh 076 kW 160 km 178 kg  096
Verschiedene (Plug-In-Hybrid Batterie) seit 2018 420 V 13,8 kWh 100 kW 110 kg  100
Mercedes-Benz EQC seit 2019 408 V 80,0 kWh 300 kW 450 km 650 kg  384

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Daimler-Tochter Accumotive verdoppelt Beschäftigungszahl auf rund 1.000 Mitarbeiter. Daimler AG, 6. November 2018, abgerufen am 12. September 2019.
  2. Bernd Otterbach: Deutsche Accumotive gegründet. In: automobil-industrie.vogel.de. Vogel Communications Group, 4. März 2009, abgerufen am 12. September 2019.
  3. Michael Fuhs: Zu Besuch in Kamenz. In: pv-magazine.de. 27. Februar 2017, abgerufen am 12. September 2019.
  4. Uli Baumann: Daimler übernimmt Batteriehersteller: Alleineigentümer von Li-Tec und Accumotive. auto motor und sport, 2. April 2014, abgerufen am 12. September 2019.
  5. Daimler investiert 500 Millionen Euro in neue Batteriefabrik in Deutschland. Daimler AG, 1. März 2016, abgerufen am 12. September 2019.
  6. Michael Nallinger: Kamenz: Exklusiver Besuch in der Daimler-Batteriemontage. In: electrive.net. 28. Januar 2019, abgerufen am 12. September 2019.