Deutscher Landfrauenverband

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Deutscher Landfrauenverband
Rechtsform Eingetragener Verein
Zweck Interessenvertretung
Sitz Berlin, DeutschlandDeutschland Deutschland
Gründung 1948

Präsidentin Brigitte Scherb
Geschäftsführerin Daniela Ruhe
Mitglieder 500 000
(Stand: Februar 2019)
Website Deutscher Landfrauenverband
50 Jahre Deutscher Landfrauenverband: Deutsche Briefmarke von 1998

Der Deutsche Landfrauenverband (dlv) (Eigenschreibweise Deutscher LandFrauenverband) ist ein bundesweiter Verband von und für Frauen im ländlichen Raum. Er wurde am 20. Oktober 1948 gegründet.

Die Frauen im dlv setzen sich ein für „die berufsständischen Interessen der Bäuerinnen und die Verbesserung der sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Situation von Frauen sowie für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Früher gehörten vor allem Frauen, die in der Landwirtschaft tätig sind, zu den Landfrauen. Auch weil das Berufsbild der „Bäuerin“ immer seltener geworden ist, finden sich mittlerweile Frauen aus allen Berufen und Altersklassen unter den Mitgliedern.

Der Deutsche Landfrauenverband hat 22 Landesverbände, die jeweils in Kreis- und Ortsvereine gegliedert sind. Insgesamt sind knapp 500.000 Frauen Mitglied im dlv. Der Dachverband wird vom Präsidium geleitet, ein von der Mitgliederversammlung gewähltes Gremium, dem zurzeit Brigitte Scherb als Präsidentin vorsteht. Die Bundesgeschäftsstelle hat ihren Sitz in Berlin. Der Deutsche Landfrauenverband ist Mitglied im Deutschen Frauenrat sowie im Netzwerk Europäische Bewegung. Die Biene ist das Wappentier des Verbands.

Der dlv organisiert auf unterschiedlichen Ebenen Weiterbildungen und Veranstaltungen für Landfrauen in den verschiedensten Bereichen. Dazu gehören beispielsweise die Ausbildung von Ehrenamtlichen für die Verbandsarbeit, die Qualifizierung von Equal-Pay-Beraterinnen oder Weiterbildungen in den Bereichen Selbstständigkeit und Unternehmensgründung, Agrarpolitik, Hauswirtschaft, Ernährung, Gesundheit und anderes.

Der Deutsche Landfrauenverband hat 2011 die Berliner Erklärung unterzeichnet,[1] engagiert sich in der Equal-Pay-Kampagne für Entgeltgleichheit[2] und für Paritè in den Parlamenten.[3] Mit der bundesweiten Kampagne „Frauen!Wählen!“ hat sich der dlv für die Einführung einer Quote bei der Besetzung der Selbstverwaltungsorgane anlässlich der Sozialwahl in den Jahren 2013 und 2017 eingesetzt.[4]

Auch international ist der Deutsche Landfrauenverband aktiv. Unterstützt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) engagiert sich der dlv seit 2017 in Ghana mit dem Ziel, Kleinbäuerinnen in Ghana zu stärken.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Landfrauen geht zurück auf die Gutsfrau Elisabet Boehm. In Rastenburg in Ostpreußen rief sie im Jahre 1898 den ersten landwirtschaftlichen Hausfrauenverein ins Leben. Ihre Motivation für diese Gründung sah Elisabet Boehm darin, durch hauswirtschaftliche und kulturellen Bildung die Lebens- und Arbeitsverhältnisse von Frauen im ländlichen Raum zu verbessern und ihnen Aus- und Weiterbildungen zu ermöglichen. Im Zuge der Machtübernahme durch die NSDAP wurden 1934 die landwirtschaftlichen Hausfrauenvereine aufgelöst und in den Reichsnährstand eingegliedert.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden bereits 1947 die ersten Landfrauenvereine als Nachfolgeorganisationen der landwirtschaftlichen Hausfrauenvereine wiedergegründet. Auf Initiative von Marie-Luise Gräfin Leutrum zu Ertingen schlossen sich dann am 20. Oktober 1948 Landfrauenverbände von Württemberg-Baden, Bayern, Bremen, Hessen-Naussau und Kurhessen, Niedersachsen-Hannover, Weser-Ems, Westfalen, Schleswig-Holstein und die Rheinische Landfrauenvereinigung zum Deutschen Landfrauenverband zusammen. Nach 1989 gründeten sich in den ostdeutschen Bundesländern ebenfalls Landfrauenverbände, die zwischen 1991 und 1993 dem Deutschen Landfrauenverband beitraten.

Präsidentinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landesverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder im Deutschen Landesverband sind 22 Landes-Landfrauenverband mit rund 430 Kreis- und mehr als 12.000 Ortsvereinen.

  • LandFrauengruppe im Bayerischen Bauernverband
  • LandFrauenverband Berlin
  • Brandenburger Landfrauenverband
  • LandFrauenverein Bremen
  • LandFrauenverband Hamburg
  • LandFrauenverband Hessen
  • Land-Frauenverband Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersächsischer LandFrauenverband Hannover
  • LandFrauenverband Pfalz
  • LandFrauenverband Rheinhessen
  • Rheinischer LandFrauenverband
  • LandFrauenverband Rheinland-Nassau
  • Landesverband SaarLandFrauen
  • Sächsischer LandFrauenverband
  • LandFrauenverband Sachsen-Anhalt
  • LandFrauenverband Schleswig-Holstein
  • LandFrauenverband Südbaden
  • Thüringer Landfrauenverband
  • LandFrauenverband Weser-Ems
  • Westfälisch-Lippischer LandFrauenverband
  • LandFrauenverband Württemberg-Baden
  • LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anke Sawahn: Die Frauenlobby vom Land. Die Landfrauenbewegung in Deutschland und ihre Funktionärinnen 1898 bis 1948. DLG-Verlag, Frankfurt am Main 2009. Rezension
  • Deutscher LandFrauenverband e.V.: Engagiert auf dem Land. 1998
  • Christina Schwarz: Die LandFrauenbewegung in Deutschland: Zur Geschichte einer Frauenorganisation unter besonderer Berücksichtigung der Jahre 1898 bis 1933. 1990

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berliner Erklärung. Abgerufen am 14. Februar 2019 (deutsch).
  2. Equal Pay Day. Abgerufen am 14. Februar 2019.
  3. Mehr Frauen in die deutschen Parlamente. Abgerufen am 14. Februar 2019.
  4. Frauen Netzwerken: An der Zeit, Frauen auf dem Weg durch die politischen Institutionen zu stärken. Abgerufen am 14. Februar 2019 (deutsch).
  5. LandFrauen in Ghana: Wissen teilen, Frauen stärken. Abgerufen am 14. Februar 2019.