Deutscher Frauenrat

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Deutscher Frauenrat (DF) – Lobby der Frauen in Deutschland e. V.
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Rechtsform Eingetragener Verein
Zweck Interessenvertretung
Sitz Berlin, DeutschlandDeutschland Deutschland
Gründung 1951

Präsidentin Mona Küppers[1]
Mitglieder 60 Verbände
(Stand: Juni 2018)
Organisationstyp Deutscher Dachverband
Website www.frauenrat.de

Der Deutsche Frauenrat (DF) – Lobby der Frauen in Deutschland e. V. ist ein deutscher Dachverband von Frauenorganisationen mit Sitz in Berlin. Er ist eine Vereinigung von rund 60 bundesweit aktiven Frauenorganisationen. Hierzu gehören konfessionelle Verbände, Berufsverbände sowie die Frauengruppen der demokratischen, politischen Parteien, der Gewerkschaften und des Deutschen Olympischen Sportbundes. Außerdem überkonfessionell und überparteilich arbeitende Organisationen mit vielfältigen sozialen und politischen Aufgaben. Der DF ist damit die größte frauenpolitische Lobby in Deutschland. Vorsitzende des Verbandes ist seit 2016 Mona Küppers.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Dachverband frauenpolitischer Interessen sieht sich der DF in der Tradition des 1894 gegründeten Bundes Deutscher Frauenvereine (BDF). 1933 löste dieser sich auf, um einer Gleichschaltung durch die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) zu entgehen.

1951 schlossen sich vierzehn Frauenverbände auf Bundesebene zum „Informationsdienst für Frauenfragen e. V.“ zusammen. Unterstützt wurde dieser Verein von den Frauenreferaten der britischen und amerikanischen Hochkommissariate. Zunächst waren Einzelvertreterinnen und nicht Verbände Mitglieder des Bundesverbandes. Mit der Beteiligung von Vertreterinnen der Frauenabteilungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) bahnte sich eine Versöhnung zwischen liberal-bürgerlicher und sozialistischer Frauenbewegung den Weg.

Sieben Jahre später änderte sich das Bündnis grundlegend. Jetzt wurden die Organisationen als Ganzes Mitglied in den „Informationsdienst und Aktionskreis deutscher Frauenverbände und Frauengruppen gemischter Verbände e. V.“ aufgenommen. Die Aktivitäten durften aber nur einstimmig beschlossen werden. Dies schwächte die Durchsetzungskraft, da so nur auf der Grundlage des kleinsten gemeinsamen Nenners gehandelt werden konnte. 1969 änderte der Verband seinen Namen in Deutscher Frauenrat – Bundesvereinigung deutscher Frauenverbände und Frauengruppen gemischter Verbände e. V.

Seit 1984 beschließt die Mitgliederversammlung des DF mit einfachen Mehrheiten, welche Forderungen der Dachverband bei der Regierung, dem Parlament, den Parteien oder anderen Institutionen als „Lobby der Frauen“ voranbringen soll.

Der Deutsche Frauenrat ist in der Liste der Interessenvertretungen des Deutschen Bundestages eingetragen. Er ist Mitgründer der Europäischen Frauenlobby[3] in Brüssel und genießt als Nichtregierungsorganisation (NRO) besonderen Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen.[4] Außerdem vertritt er – zusammen mit dem Verband deutscher Unternehmerinnen – Deutschland in der Women20, dem Dialogprozess der weiblichen Zivilgesellschaft, der die Verhandlungen der G20-Staaten begleitet.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach eigener Darstellung setzt sich der DF in Politik und Öffentlichkeit für die gemeinsamen Interessen seiner Mitgliedsverbände bei gleichzeitiger Wahrung ihrer Selbstständigkeit ein, um den Belangen der Frauen in der Bundesrepublik Deutschland Gewicht zu geben und sie durchzusetzen.

Er tritt für die Verbesserung der Stellung von Frauen in Familie, Berufs- und Arbeitswelt, Politik und Gesellschaft ein sowie für die Förderung der staatsbürgerlichen Bildung zur Sicherung der Demokratie, der Toleranz, der internationalen Zusammenarbeit. Ziel seines Engagements ist die rechtliche und faktische Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen, wie sie von Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland (GG) garantiert wird.[5]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dachverband hatte im Juni 2018 bundesweit 60 Mitgliedsverbände.[6] Zu den Gründungsverbänden des Jahres 1951[7] gehören:

Vorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Neugründung im Jahre 1951 erschien eine verbandseigene Informationszeitschrift zuzüglich diverser Beilagen namens Informationen für die Frau, die ab 1999 unter dem Titel:

Frauenrat: Informationen für die Frau; Informationsdienst des Deutschen Frauenrates - Lobby der Frauen - Bundesvereinigung von Frauenverbänden und Frauengruppen Gemischter Verbände in Deutschland e. V. (ISSN 1438-3667)

aufgelegt wurde.[8] Die Zeitschrift wurde Ende 2015 eingestellt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Angela Icken: Der Deutsche Frauenrat. Etablierte Frauenverbandsarbeit im gesellschaftlichen Wandel. (Zugl.: Dortmund, Univ., Diss., 2002 u.d.T.: Icken, Angela: Der Deutsche Frauenrat, Lobby der Frauen) Leske und Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8100-3600-5.
  • Robert Schreiber, Marianne Grunwald, Carol Hagemann-White: Frauenverbände und Frauenvereinigungen in der Bundesrepublik Deutschland. Schriftenreihe des Bundesministeriums für Frauen und Jugend – Band 16. Unter Mitarbeit von Elke Struß, Marion Göhler, Kai Westerburg (Tabellenteil), Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln 1994, ISBN 3-17-013726-3.
  • Gudrun Beckmann-Kircher: Der deutsche Frauenrat: Kommunikationsstruktur und -verhalten eines Verbandes. Arbeiten aus dem Institut für Publizistik der Universität Münster – Band 28. (Zugl.: Münster (Westfalen), Univ., Diss.) Regensberg, Münster 1981, ISBN 3-7923-0477-5.
  • Irene Stoehr, Rita Pawlowski: Die unfertige Demokratie, 50 Jahre „Informationen für die Frau“ (PDF; 1,78 MB), Berlin 2002.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.frauenrat.de/lobby/vorstand/mona-kueppers/
  2. Deutscher Frauenrat e. V., Berlin: Deutscher Frauenrat | Mona Küppers. Abgerufen am 7. November 2018.
  3. Council of German Women - European Women's Lobby. Abgerufen am 7. November 2018 (englisch).
  4. Deutscher Frauenrat. Abgerufen am 7. November 2018.
  5. Deutscher Frauenrat e. V., Berlin: Deutscher Frauenrat | Satzung. Abgerufen am 7. November 2018.
  6. Deutscher Frauenrat e. V., Berlin: Deutscher Frauenrat | Mitglieder. Abgerufen am 7. November 2018.
  7. Deutscher Frauenrat e. V., Berlin: Deutscher Frauenrat | Geschichte. Abgerufen am 7. November 2018.
  8. Literatur vom Deutschen Frauenrat im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
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