Deutscher Lehrerverband

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Deutsche Lehrerverband (DL) bezeichnet sich als die größte Lehrerorganisation außerhalb der Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und hat seinen Sitz in der Dominicusstraße im Berliner Ortsteil Schöneberg. Er sieht sich als starkes Gegengewicht zu Linksgewerkschaften.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deutsche Lehrerverband wurde 1969 gegründet und hat selbst keine Mitglieder. Er vertritt nach eigenen Angaben mittelbar über die Mitgliedschaften in seinen Mitgliedsverbänden 165.000 Lehrer,[2] was auch die jeweiligen Verbände bestätigen.

Zum 1. April 2017 wurde die Katholische Erziehergemeinschaft Deutschlands (KEG) der fünfte Mitgliedsverband, wodurch der DL sämtliche Bildungsbereiche, von den vorschulischen Einrichtungen bis zur Sekundarstufe II, repräsentiert.

Am 11. April 2018 verschmolzen der Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen e. V. (BLBS) und der Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen e. V. (VLW) für kaufmännisch ausgerichtete Lehrer zum Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V. (BvLB) für Lehrer an beruflichen Schulen; dadurch sank die Mitgliederzahl wieder auf vier Verbände.[3]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Präsidium des DL setzt sich aus dem Präsidenten, dem Schatzmeister sowie den Vorsitzenden der vier Mitgliedsverbände zusammen.

Partner bzw. Mitglieder des Deutschen Lehrerverbands sind:

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1. Juli 2017 ist Heinz-Peter Meidinger, Oberstudiendirektor am Robert-Koch-Gymnasium in Deggendorf, Präsident des DL und Nachfolger von Josef Kraus, der seit 1987 dieses Amt innehatte. Von 1969 bis 1984 war Clemens Christians langjähriger Präsident des Lehrerverbandes,[6] von 1984 bis 1987 Ernst Kiel[7]. Schatzmeister ist seit 2011 der Diplom-Handelslehrer Dominik Berdin.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2016 kritisierte der Deutsche Lehrerverband, dass im deutschen Bildungssystem die Leistungs- und Qualitätsansprüche immer weiter heruntergefahren würden, um u. a. bessere Notenbilanzen präsentieren zu können. Das schließe die Zahl der Abiturienten ein und betreffe auch die Notendurchschnitte. So sei die Zahl der "Einser-Abiture" in einigen Bundesländern unverhältnismäßig stark angestiegen. Die Schulpolitik sei oft lediglich darauf fokussiert, die Abiturientenquoten zu erhöhen.[8]

Präsident Meidinger kritisierte unter anderem das G8 und die „Inflation der guten Noten“. Er befürwortete 2018 das Verbot des Streikrechts für verbeamtete Lehrer und ein Handyverbot an Schulen, zumindest für Schüler unter vierzehn Jahren; außerdem sprach er sich 2019 gegen eine dauerhafte Umstellung auf die Sommerzeit aus. (siehe Bildungspolitische Aussagen Meidingers)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung des DL zum Tode seines Ehrenvorsitzenden Christian Clemens
  2. Deutscher Lehrerverband (Memento vom 7. März 2019 im Internet Archive)
  3. Ernst G. John: VLW & BLBS = BvLB. bvlb.de, abgerufen am 17. März 2019.
  4. Website des Deutschen Philologenverbandes
  5. Website des Verbandes Deutscher Realschullehrer
  6. Presseerklärung des DL zum Tode von Clemens Christian
  7. Nachruf des DL zum Tode von Ernst KIel
  8. Schulpolitik: Was ist das Abitur noch wert?, FAZ.net, abgerufen am 13. Dezember 2016