Deutsches Romantik-Museum

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Das Deutsche Romantik-Museum, zwischen Goethehöfen mit Volksbühne und dem Goethe-Haus

Das Deutsche Romantik-Museum befindet sich im Großen Hirschgraben in Frankfurt am Main, zwischen den Goethehöfen und dem Goethe-Haus. Seit dem 14. September 2021 wird die umfangreiche Sammlung von Handschriften, Briefen und Gemälden der deutschen Romantik, die das Freie Deutsche Hochstift seit 1911 zusammengetragen hat, damit der Öffentlichkeit besser als bisher zugänglich gemacht.

Das Museumsgebäude ist Teil des Gebäudekomplexes Goethehöfe, der neben dem Goethe-Haus auf dem Grundstück im Großen Hirschgraben 17–21 errichtet wurde, wo bis 2012 der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seinen Sitz hatte.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Vorschläge für ein Romantik-Museum stammten von Ernst Beutler, dem langjährigen Leiter des Hochstiftes und Begründer der Sammlung. Das für die Ausstellung vorgesehene Gebäude, das Stammhaus der Familie Brentano in der Großen Sandgasse, fiel jedoch den Luftangriffen auf Frankfurt am Main im Zweiten Weltkrieg zum Opfer.[2]

Mit dem Auszug des Börsenvereins ergab sich die Möglichkeit, das freiwerdende Grundstück Großer Hirschgraben 17-21 für das Romantik-Museum zu nutzen. Das Goethe-Museum im Goethe-Haus soll in das neue Museum integriert werden.[3]

Als Anfang 2013 bekannt wurde, dass die Stadt Frankfurt überraschend aus dem Kreis der Geldgeber ausschied, spendete der Kunsthändler Karsten Greve für den Anbau des geplanten neuen Deutschen Romantik-Museum eine Million Euro.[4][5] Seither galt er als Lokomotive der Spendeninitiative für den Bau des Literaturmuseums, so dass die Finanzierung für das Museum gesichert ist.[6]

Das Projekt erfordert Finanzmittel von 16 Millionen Euro, von denen acht Millionen durch Zuschüsse des Landes Hessen und der Bundesrepublik Deutschland gesichert sind. Acht Millionen muss das Hochstift selbst finanzieren.[7][8]

Zu dem im Oktober 2013 ausgeschriebenen Architektenwettbewerb unter dem Namen Goethehöfe waren 15 Büros eingeladen. Die Jury vergab im Juni 2014 drei zweite Preise und forderte die Preisträger auf, ihre Entwürfe innerhalb von zwei Monaten bis zur endgültigen Entscheidung nachzubessern. Da die Zuschüsse des Bundes an eine rasche Realisierung der Planung gebunden waren, verzichtete die Jury auf eine Neuausschreibung des Wettbewerbs.[9]

Am 24. September 2014 entschied die Jury sich einstimmig für eine Kombination zweier Entwürfe als Planungsgemeinschaft: den städtebaulichen Entwurf des Ensembles „Goethehöfe – Deutsches Romantik-Museum“ des Büros Landes & Partner, das auch die Goethehöfe, die Wohnungen und die Integration des Cantate-Saals realisieren wird, und den Museumsneubau des Büros Christoph Mäckler.[9] Die beiden Büros bilden eine Planungsgemeinschaft.[10]

Der Spatenstich für das Projekt erfolgte am 13. Juni 2016.[11] Am 11. September 2017 feierte das Romantik-Museum Richtfest. Das gesamte Bauprojekt umfasst neben dem Deutschen Romantik-Museum eine innerstädtische Wohnanlage, einen großzügigen Hof sowie eine Spielstätte für die Fliegende Volksbühne.[12] Die Eröffnung des Museums war ursprünglich für den August 2019 vorgesehen, verzögerte sich aber aufgrund unerwarteter Schwierigkeiten bei den Abrissarbeiten und der Insolvenz zweier beteiligter Bauunternehmen.[13] Zum neuen Eröffnungstermin am 14. September 2021[1] gab es eine Lichtprojektion des Künstlers Robert Seidel auf der Fassade, gezeigt werden dauerhaft Gemälde von Caspar David Friedrich (Der Abendstern) und anderen Romantikern; die Ausstellung will aber auch die dunkle Seite der Zeit darstellen. Im neugestalteten Innenhof wächst ein Garten heran.[14]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Architektur des Museums erschliesst sich von innen: „Die Ausstellungsstücke sind das, wofür das Museum eigentlich gebaut wurde“, so der Architekt Christoph Mäckler, „ ... wir hätten eigentlich eine zubetonierte Fassade machen müssen“ für den Lichtschutz des Kulturguts;[15] neben dem Goethe-Haus könne man natürlich keine fensterlose Fassade errichten. Die Kleinteiligkeit der modernen Fassade mit von außen gesehen drei Häusern mit vertikalen Fassaden und verschiedenen Eingängen stärkt die Erscheinung des Goethe-Hauses. Hinter der Straßenfassade und den Fenstern, die wegen der UV-Lichtempfindlichkeit von Exponaten und Archivalien nur hier gesetzt werden konnten, verbirgt sich eine perspektivisch verlängerte Treppe, die Himmelstreppe als ein Bauteil illusionärer Art, zu den oberen zwei Etagen als Haupttreppe. Der blaue Erker nahe des Goethe-Hauses symbolisiert die Blaue Blume der Romantik.[16]

Goethehöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baustelle des Deutschen-Romantik-Museums und der Goethehöfe im Juni 2018, neben dem Goethehaus, vom Maintower aus.

Im Rahmen des Neubaus entstanden auf dem nahezu quadratischen Grundstück von etwa 50 Metern Kantenlänge rund 3000 Quadratmeter Wohnfläche um einen Innenhof. Teil des Projektes war die denkmalgerechte Restaurierung des Cantate-Saals. Er war 1953–1957 nach Plänen von Wilhelm Massing zusammen mit dem Sitz des Börsenvereins des deutschen Buchhandels errichtet worden. Bei den Buchhändlern gab es den Brauch, alljährlich am Sonntag Cantate, dem 4. Sonntag nach Ostern, zur Abrechnung zu gehen. In Erinnerung an diese Tradition wurde der Saal Cantate-Saal genannt. In den 1950er und 1960er Jahren fanden hier Veranstaltungen mit Autoren wie Paul Celan, Theodor W. Adorno oder Samuel Beckett statt. Anfang der 1970er Jahre bezog das Programmkino „Lupe 2“ den Saal. Von 1975 bis zur Schließung 2013 spielte hier das Volkstheater Frankfurt, seitdem die von Michael Quast gegründete Fliegende Volksbühne Frankfurt, die nach Abschluss der Bauarbeiten hier eine dauerhafte Spielstätte erhielt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Deutsches Romantikmuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Deutsches Romantik-Museum. „Die Realisation einer historischen Chance“. In: Journal Frankfurt. 27. August 2021, abgerufen am 27. August 2021.
  2. Hannes Hintermeier: Holt die Romantiker aus dem Keller! In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. Januar 2011, S. 31.
  3. Michael Hierholzer: Romantiker. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. August 2011, S. 41.
  4. Er schenkt der Romantik eine Million. (Memento vom 23. Februar 2016 im Internet Archive) In: Frankfurter Neue Presse, 19. März 2013
  5. In Frankfurt wird das Deutsche Romantik-Museum gebaut, badische-zeitung.de vom 5. März 2014, abgerufen am 21. Februar 2016
  6. Versuch’s mal bei Privat. fr-online.de, 10. September 2013; abgerufen am 21. Februar 2016
  7. Durchbruch fürs Romantik-Museum. In: Frankfurter Rundschau, 28. Februar 2014.
  8. Bund sagt Geld für Frankfurter Romantik-Museum zu. Neubau gesichert. In: faz.net. 14. November 2014, abgerufen am 13. März 2015.
  9. a b Entscheidung über Romantik-Museum. Es wird ein Zwitter. In: faz.net. 26. September 2014, abgerufen am 13. März 2015.
  10. Einigkeit über Goethehöfe. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. Oktober 2014, S. 38.
  11. Spatenstich für das Deutsche Romantik-Museum. In: deutsches-romantik-museum.de. Abgerufen am 20. Juni 2016.
  12. Deutsches Romantik-Museum feiert Richtfest. In: top-magazin-frankfurt.de. Abgerufen am 11. September 2017.
  13. Frankfurt: Romantikmuseum öffnet erst 2021. In: Frankfurter Rundschau. Frankfurter Rundschau GmbH, Frankfurt am Main, 21. Juli 2019, abgerufen am 8. Mai 2021.
  14. Die Vielfalt der Epoche abbilden, Deutschlandfunk Kultur, 13. September 2021, abgerufen am 14. September 2021.
  15. Ludger Fittkau: Sehenswerte Sammlung in spektakulärem Neubau, deutschlandfunkkultur.de, 26. August 2021, abgerufen am 15. September 2021.
  16. Das Geheimnis des Blauen Erkers - Architekt Mäckler über den Neubau für das Romantik-Museum, Hessenschau, 13. September 2021, abgerufen am 15. September 2021.


Koordinaten: 50° 6′ 39,4″ N, 8° 40′ 39″ O