Ernst Beutler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grab von Ernst Beutler auf dem Frankfurter Hauptfriedhof

Ernst Beutler (* 12. April 1885 in Reichenbach im Vogtland; † 8. November 1960 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Literaturhistoriker und Goethe-Forscher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Beutler besuchte das Gymnasium in Altenburg und studierte von 1904 bis 1911 an den Universitäten von Tübingen und Leipzig. Während seines Studiums wurde er Mitglied beim Verein Deutscher Studenten Leipzig.[1] Als Bibliotheksrat an der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg von 1912 bis 1925 spezialisierte er sich auf die Handschriftenabteilung. 1925 habilitierte er an der Universität Hamburg mit Forschungen zur frühhumanistischen Komödie. Am 1. Oktober 1925 wird er zum Direktor des Freien Deutschen Hochstifts und Leiter des Goethemuseums berufen. 1927 nahm er zusätzlich einen Lehrauftrag an der Universität Frankfurt an, den er 1937 wegen der Ehe mit einer Jüdin verlor.

Beutler war einer der vier Mitbegründer des Goethe-Preises der Stadt Frankfurt und seit 1930 Kuratoriumsmitglied. Er war verantwortlich für den Aufbau des Goethemuseums im Jahr 1932. Außerdem rettete er im Zweiten Weltkrieg die Bibliothek, das Inventar und etliche Dokumente des Goethe-Hauses, indem er sie mit einigen Mitarbeitern an insgesamt 18 Orten auslagerte. Dadurch konnte das Haus nach der Zerstörung durch einen Bombenangriff am 22. März 1944 historisch getreu wieder aufgebaut werden.

Beutler wurde im Jahr 1946 ordentlicher Professor an der Universität Frankfurt und veröffentlichte zahlreiche Schriften, darunter seine 24bändige Goethe-Ausgabe (Artemis-Gedenkausgabe) aus den Jahren 1948 bis 1954. Beutler erhielt im Jahr 1960 den Goethepreis der Stadt Frankfurt für seine „außerordentlichen Verdienste um den Goetheschen Geist“. Seit 1954 war er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vom griechischen Epigramm im 18. Jahrhundert. Leipzig 1909 (Dissertation)
  • Forschungen und Texte zur frühhumanistischen Komödie. Hamburg 1927
  • Goethe, Faust und Urfaust. Erläutert von Ernst Beutler. Leipzig 1939. 2. erweiterte Auflage 1940. 3. Auflage 1951. Nachdrucke Wiesbaden 1953, Bremen 1958
  • Essays um Goethe. Leipzig 1941. 2. erweiterte Auflage 1943. 5., neu durchgesehene Auflage, Bremen 1957. 6. Auflage 1962. 7. vermehrte Auflage, Zürich 1970. Erweiterte Frankfurter Ausgabe, Frankfurt 1995
  • Besinnung. Ansprache zur Feier von Goethes Geburtstag. Wiesbaden 1946
  • Der König in Thule und die Dichtungen von der Lorelay. Ein Essay. Zürich 1947
  • Johann Peter Eckermann, Leben und Werk. Einführung zur Gedenkausgabe von Goethes Werken. Zürich 1948
  • Neunzig Jahre Freies Deutsches Hochstift: Rückblick und Ausblick. 10. November 1949. Wiesbaden 1949
  • mit Josefine Runmpf: Bilder aus dem Frankfurter Goethe-Museum. Frankfurt 1949
  • Wiederholte Spiegelungen. Drei Essays über Goethe. Göttingen 1957
  • Am grossen Hirschgraben. Goethes Vater, Schwester und Mutter . Zürich/München 1981
Herausgeberschaft
  • Gustav Schwab: Sagen des klassischen Altertums. 2. Bände, Leipzig 1909 (genauer und möglichst unveränderter Abdruck der Ausgabe letzter Hand, mit einem Nachwort)
  • Johann Wolfgang von Goethe: Gedenkausgabe der Werke, Briefe und Gespräche. 23 Bände, Zürich 1949ff.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Benno Reifenberg, Emil Staiger (Hrsg.): Weltbewohner und Weimaraner. Ernst Beutler zugedacht. Zürich/Stuttgart 1960 (mit Bild)
  • Ernst Beutler (1885–1960). Gedenkreden von Emil Staiger und Eduard Spranger. Zürich/Stuttgart 1962
  • Ernst Rudolf Beutler, in: Internationales Biographisches Archiv 16/1964 vom 6. April 1964, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Verein für vogtländische Geschichte, Volks- und Landeskunde e.V. (Hrsg.): Berühmte Vogtländer - Band II -, SATZART Plauen, 1999

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Louis Lange (Hrsg.): Kyffhäuser-Verband der Vereine Deutscher Studenten. Anschriftenbuch 1931. Berlin 1931, S. 19.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]