Die Feuerreiter Seiner Majestät

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Die Feuerreiter Seiner Majestät (Originaltitel: Temeraire) ist eine seit 2006 erscheinende Fantasyromanreihe mit historischen Elementen der US-amerikanischen Schriftstellerin Naomi Novik. Die deutschen Ausgaben ihrer Bücher erschienen ab Sommer 2007. Die Autorin plant, dass die Reihe insgesamt neun Bücher umfassen soll. Am 6. März 2012 wurde die siebte Ausgabe der Reihe („Crucible of Gold“) in Englisch veröffentlicht. Am 13. August 2013 erschien der achte Teil der Reihe auf Englisch unter dem Namen Blood of Tyrants.

Die Reihe spielt in einer Parallelwelt, in der Drachen nicht nur existieren, sondern auch gezielt gezüchtet werden, um mit einer Besatzung als Luftkampfeinheiten zu dienen. Die Bücher spielen zur Zeit der Napoleonischen Kriege und integrieren zahlreiche historische Persönlichkeiten in die Handlung.[1]

Die Bücher[Bearbeiten]

Band 1: Drachenbrut (Originaltitel: His Majestys Dragon)

Ein britisches Marineschiff unter der Führung von Captain William Laurence kapert ein französisches Schiff und findet darin ein Drachenei, das eigentlich für den französischen Kaiser Napoléon Bonaparte bestimmt gewesen war. Das Ei steht kurz vor dem Schlüpfen, und so wird unter den Offizieren ausgelost, wer sich dem Drachen als Kapitän anbieten soll. Nur ein Drache, der kurz nach seiner Geburt von einem Menschen angeschirrt wird, ist im Kampf einsetzbar. Zwischen Drache und „Flieger“ entsteht eine tiefe Bindung, die den Drachen lenkbar macht. Der junge Offizier, der für diese Aufgabe vorgesehen war, wird aber von dem frisch geschlüpften Drachen abgelehnt. William Laurence gelingt es im letzten Moment, den Drachen, dem er den Namen Temeraire gibt, an sich zu binden. Laurence ist zunächst sehr unglücklich darüber und hat sich sogar ein mal überlegt ihn aus dem Fenster zu werfen, da er nicht gleichzeitig Kapitän eines Schiffes und eines Drachen sein kann. Im Laufe der Zeit entsteht jedoch eine tiefe Bindung zwischen ihm und Temeraire, der für einen äußerst seltenen Kaiserdrachen gehalten wird. Laurence wird, wie er bereits befürchtete, aus seinem Marinedienst entlassen, um fortan als Mitglied des Luftkorps der englischen Krone zu dienen. Dort hat er anfangs einen schweren Stand, da die meisten Angehörigen des Luftkorps viele Jahre auf die Chance warten, sich einem Drachen als Kapitän präsentieren zu dürfen und nicht wie Laurence praktisch über Nacht zum Drachenreiter werden. Er und Temeraire werden einem harten Training unterworfen, um ihren Platz in einer Flugformation einnehmen zu können. Bei ihrer ersten Bewährungsprobe im Gefecht stellt sich allerdings heraus, dass Temeraire nicht, wie ursprünglich angenommen, ein Kaiserdrache ist, sondern zu der sogar noch selteneren Art der chinesischen Himmelsdrachen gehört, von denen es weniger als 15 weltweit gibt. Dies beinhaltet seine Befähigung zum göttlichen Wind, wobei er mit einem Schlag ein vor ihm befindliches Ziel durch von ihm ausgestoßene Luft völlig zerstören kann. Dadurch ist er ein wertvoller Kämpfer, denn das englische Luftkorps besitzt nur wenige Drachen mit einer aktiven Angriffswaffe, wie Gift- oder Feuerspucker. Am Ende des ersten Bandes hat sich Laurence mit seiner neuen Stellung angefreundet und hat sich auch im Luftkorps etabliert.

Band 2: Drachenprinz (Originaltitel: Throne of Jade)

Der chinesische Kaiser hat eine Delegation entsandt, die die Rückgabe von Temeraire fordert. Himmelsdrachen haben im Kaiserreich den Status von Prinzen, und es ist undenkbar, dass einer davon niedere Kriegsdienste auf englischer Seite verrichten sollen. Die chinesische Delegation besteht weiterhin auf der Rückkehr Temeraires nach China. Er war ursprünglich als Geschenk an Napoléon gedacht, und ein Reiter nicht-kaiserlicher Abstammung ist inakzeptabel. Nachdem mehrere Versuche, William Laurence und Temeraire zu trennen, gescheitert sind, werden die beiden mitsamt ihrer Crew nach China geschickt. Da die Landrouten zu unsicher sind, wird ein Transport über Wasser organisiert. Während der Seereise kommt es zu mehreren Anschlägen auf Williams Leben. Temeraire lernt auf Grund seiner exzellenten Sprachbegabung, die nur Himmeldrachen haben, innerhalb kürzester Zeit Chinesisch und beginnt sich für die Kultur seiner Heimat zu interessieren. Am kaiserlichen Hof angekommen, haben die Engländer nicht nur mit weiteren Mordversuchen zu kämpfen, auch diplomatische Verwicklungen führen zu Problemen. Frankreich versucht geschickt, die Position Englands im Reich der Mitte zu schwächen. Diesen Plan unterstützt unter anderem der Bruder des Kaisers, Prinz Yongxing, der selbst gern den Thron übernehmen würde. Schließlich wird die Intrige aufgedeckt, und der Verräter findet den Tod. Lien, Yongxings Albino-Drache, gibt Temeraire die Schuld am Tod ihres Reiters, da dieser bei einem Kampf zwischen den beiden Drachen starb. Sie wird zu einer erbitterten Feindin von Temeraire und Laurence. Der chinesische Kaiser adoptiert William schließlich, damit er und Temeraire weiterhin zusammen bleiben können. William bietet seinem Drachen an, mit ihm in China zu bleiben, da er bemerkt hat, wie wohl sich Temeraire dort fühlt. Die gesellschaftliche Stellung der Drachen unterscheidet sich grundlegend von der europäischen, sie werden hier als vollwertige Mitglieder der Gemeinschaft behandelt. Auch "wilde" Drachen, also solche, die keinen Reiter haben, haben den Status von Personen und können sich z. B. als Flugtaxi ihren Lebensunterhalt verdienen. In Europa werden diese Drachen meist in Zuchtgehegen festgehalten und zur Fortpflanzung verwendet. Temeraire beschließt jedoch, nach England zurückzukehren. Zum einen will er seine Kameraden in Kriegszeiten nicht im Stich lassen, zum anderen will er dafür kämpfen, die Situation der Drachen in Europa zu verbessern.

Band 3: Drachenzorn (Originaltitel: Black Powder War)

Auf dem Rückweg von China bekommen Captain William Laurence und Temeraire den Auftrag, drei Dracheneier von Istanbul nach Großbritannien zu bringen. Um Zeit zu sparen, wählen sie den Landweg. Ihr Führer durch die Gebirge Zentralasiens ist Tharkay, eine anfangs recht dubiose Gestalt, der sich dann aber doch als vertrauenswürdig erweist. Die Gruppe kreuzt den Weg einiger wilder Drachen, mit denen Temeraire aufgrund seiner sprachlichen Fähigkeiten bald Kontakt aufnehmen kann. Die wilden Drachen begleiten die Reisenden bis Istanbul, kehren dann jedoch wieder in ihre Heimat nach Turkmenistan zurück. In Istanbul werden die Briten um die versprochenen Dracheneier betrogen, unter denen das eines dringend benötigten feuerspuckenden Kazilik ist. Es gelingt den Briten jedoch, die versprochenen Eier zu stehlen. Auf der Flucht wird unglücklicherweise eines der Drachen in den Eiern und ein Mitglied von Laurence Team getötet. Die weitere Reise führt sie nach Preußen, das von den napoleonischen Truppen bedroht wird. Die Preußen warten verzweifelt auf die Unterstützung durch das britische Luftkorps, die aber unerklärlicherweise ausbleibt. Trotz der Hilfe von Laurence und Temeraire unterliegt Preußen in der Schlacht von Jena und Auerstedt. Dabei enthüllt sich auch Napoleons neue Verbündete, das Drachenweibchen Lien, die auf Rache für ihren getöteten Partner sinnt. Dies will sie durch die Zerstörung von Temeraires Heimat England, ihren Verbündeten und ihren Freunde, erreichen. Schließlich gelingt den Engländern dennoch die Flucht nach Dover, das zu ihrer Überraschung nahezu unbewacht ist.

Band 4: Drachenglanz (Originaltitel: Empire of Ivory)

Der Grund für die schwache Verteidigung der englischen Küste ist eine neuartige Seuche, die sich unter den Drachen schnell verbreitet hat. Temeraire litt während der Reise nach China an einer ähnlichen Erkrankung, genas jedoch nach einigen Tagen. Da er sich zu diesem Zeitpunkt in Afrika aufhielt, werden er und Laurence gemeinsam mit ihrer Formation dorthin geschickt, um nach einem Heilmittel zu suchen. Dies wird zwar gefunden, dabei schließen sie aber unfreiwillige Bekanntschaft mit den lokalen Drachenstämmen. Diese leben, ähnlich wie die chinesischen Drachen, in gleichgestellter Gesellschaft mit den Einheimischen. Als Antwort auf die Kolonialisierung Afrikas und den damit verbundenen Sklavenhandel zerstören die afrikanischen Drachen jede Kolonie an der Küste. Laurence und seine Begleiter können zwar entkommen, können die Zerstörung der Kolonien aber nicht mehr verhindern. Glücklicherweise wurde das Heilmittel bereits zuvor in ausreichender Menge gesammelt und nach England geschickt. Wieder dort angekommen, erfährt der bestürzte Temeraire, dass die französischen Drachen auf dem europäischen Festland aus kriegstaktischen Gründen vorsätzlich mit der Krankheit infiziert wurden, indem ihnen ein erkranktes Tier zugespielt wurde. Temeraire beschließt nun, selbst nach Frankreich zu fliegen und einige Proben des heilenden Pilzes dorthin zu bringen, um die Drachen vor dem sicheren Tod zu retten. Laurence begleitet ihn, obwohl ihm bewusst ist, dass sie damit Hochverrat begehen. Napoléon bietet ihnen an, als Helden in Frankreich zu bleiben, doch sie kehren nach England zurück, um sich ihrer Verantwortung zu stellen.

Band 5: Drachenwacht (Originaltitel: Victory of Eagles)

Will Laurence und Drache Temeraire kehren nach England zurück und werden vor dem Kriegsgericht wegen Hochverrats angeklagt, weil sie das Heilmittel an die französischen Drachen ausgeliefert haben. Laurence wird des Hochverrats angeklagt, verhaftet und auf einem Kriegsschiff eingesperrt. Darüber hinaus droht ihm die Hinrichtung durch den Galgen, während Temeraire in ein walisisches Zuchtgehege beordert wird. Doch dann greifen Truppen Napoléons das Schiff, auf dem Laurence inhaftiert ist, an und versenken es. Als Temeraire die Nachricht von der Zerstörung des Schiffes erhält, glaubt er fälschlicherweise, dass Laurence ums Leben gekommen sei. Verzweifelt überredet er alle Drachen des Zuchtgeheges, ihm in den Krieg zu folgen und ihn als Anführer des Schwadrons anzuerkennen. Mit dieser Gruppe von Drachen und einigen Hirten, die ihm zur Versorgung dienen sollen, bricht er nun zu den französischen Feinden auf. Währenddessen wird Laurence in das Zuchtgehege beordert, um mit Temeraire wieder für den Verlauf der Invasion Napoleons im Luftkorps zu dienen, da die britische Admiralität nicht auf einen Himmelsdrachen verzichten konnte. Dort angekommen findet er ein verlassenes Gehege vor. Nach einer verzweifelten Suche findet Laurence Temeraire und dessen Schwadron letztendlich und gemeinsam kämpfen sie für England. Am Ende bekommen Laurence und Temeraire den Auftrag sich nach Australien zu begeben.

Band 6: Drachenflamme (Originaltitel: Tongues of Serpents)

Die Strafe von William Laurence wird, wegen des besonderen Einsatzes bei der Verteidigung von England, von der Todesstrafe in Verbannung nach Australien abgewandelt. Zusammen mit Iskierka, ihrer Besatzung, Tharkay, drei Dracheneiern und mehreren anderen Fliegern werden sie nach Sydney geschickt, um dort einen neuen Stützpunkt des Korps zu gründen. Dort schlüpft Caesar, der ausgerechnet Rankin, der Laurence hasst und seinen früheren Drachen vernachlässigt hat, zugeteilt wird. Rankin wird, da er der dienstälteste Kapitän ist, das Kommando zugesprochen. Rankin, Granby und Laurence bekommen den Auftrag einen geeigneten Ort für den Stützpunkt zu suchen, während Tharkay für die East India Kompanie einen Schmugglerweg suchen soll, durch den die Geschäfte der Kompanie beschädigt werden, weshalb er die Flieger begleitet. Während die Gruppe auf der Suche rasten, wird ihnen allerdings eines der Eier gestohlen. Tharkay denkt, dass die Schmuggler das Ei gestohlen hätten und überzeugt Rankin, die Verfolgung aufzunehmen. Sie fliegen einmal durch den ganzen Kontinent, wobei sie immer wieder in Schwierigkeiten geraten. auf dieser Reise schlüpft aus dem letzten verbliebenen Ei ein weiterer Drache. Wegen seiner kümmerlichen Gestalt und seiner scheinbar geringen Überlebenschancen will keiner der mitgereisten Offiziere sein Kapitän werden. Deshalb nimmt sich Demane, einer der eingeborenen Jungen, die Laurence aus Afrika mitgebracht hatte, des Drachen an und gibt ihm den Namen "Kulingile". Am Ayers Rock trifft die Gruppe auf einen Drachen und folgt diesem bis zur Nordküste Australiens. Als sie das Meer erreichen, finden sie dort einen chinesischen Hafen mit dem bereits ausgeschlüpften Drachenbaby des Eies. Dieser Hafen ist für Schmuggelware in Sydney verantwortlich und wird deshalb von England als Bedrohung des Handels angesehen, ein friedliches Abkommen scheint unmöglich. Bald darauf erscheint auch schon ein englisches Kriegsschiff, das den Hafen einnehmen oder notfalls zerstören soll. Dieses Unternehmen wird jedoch durch Seeschlangen vereitelt, die eigens für den Transport der Güter von China abgerichtet worden sind. Mit Hilfe eines Tricks werden sie zum Attackieren des Schiffes gebracht. Da die englischen Drachen bei der Abwehr der Seeschlangen geholfen haben, werden sie aus dem chinesischen Stützpunkt verbannt und fliegen deshalb nach Sydney zurück. Dort trennen sich ihre Wege, Granby reist mit Iskierka auf der Allegiance nach England zurück.

Band 7: Drachengold (Originaltitel: Crucible of Gold)

Captain Will Laurence und sein Himmelsdrache Temeraire wurden wegen Verrats nach Australien verbannt. Doch nun bietet ihnen das Britische Empire die völlige Wiederherstellung ihres Rufs, wenn sie sofort nach Brasilien aufbrechen, um die portugiesische Königsfamilie vor Napoleons Verbündeten zu retten. Laurence ist zwar skeptisch, doch sieht keine andere Wahl. Die Reise nach Rio birgt allerdings unerwartete Gefahren. Nicht nur werden Temeraire und sein Reiter dort bereits von einem alten Feind erwartet. Sie geraten außerdem ins Visier des so mächtigen wie grausamen Inkareichs, das nach der Macht über ganz Südamerika strebt.


Band 8: Drachenfeind (Originaltitel: Blood of Tyrants )

Nach einem Schiffsunglück hat Kapitän Will Laurence alles verloren. Doch sein größter Verlust ist ihm nicht einmal bewusst. Denn durch den Unfall hat er keine Erinnerung mehr an seine Zeit als Feuerreiter oder an seinen Drachen Temeraire. Allein muss er sich den Intrigen und Machtkämpfen der mächtigen Familien Japans stellen. Währenddessen reist Temeraire ohne seinen Kapitän nach Moskau, um die Stadt gegen das größte Heer, das die Welt je gesehen hat, zu verteidigen. Im Schatten des Kremls werden sich der Kapitän und sein Drache wiedersehen – und es wird sich herausstellen, ob es tiefere Bande gibt als bloße Erinnerungen

Verfilmung[Bearbeiten]

Peter Jackson, der Regisseur von Der Herr der Ringe und King Kong, sicherte sich die Rechte an einer Verfilmung. Wann und ob die Verfilmung in den Kinos kommt, ist noch nicht bekannt.[2] Inzwischen ist bekannt geworden, dass Jackson vorhat Die Feuerreiter Seiner Majestät als mehrteilige Fernsehserie zu produzieren.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. George Leonard Staunton, Vertreter der Britischen Ostindien-Kompanie in Kanton/Guangzhou, Louis Ferdinand von Preußen, Friedrich Ludwig zu Hohenlohe-Ingelfingen, Friedrich Wilhelm III., Napoléon Bonaparte,François-Joseph Lefebvre, Horatio Nelson, 1. Viscount Nelson, Luise von Mecklenburg-Strelitz, William Wilberforce, Moshoeshoe I., Kaiser Jiaqing, Selim III.
  2. Lord of fantasy: Jackson eyeing 'Temeraire' at hollywoodreporter.com (Version vom 5. Dezember 2006 im Internet Archive)
  3. Temeraire: Peter Jackson dreht TV-Serie auf herr-der-ringe-film.de 12. Dezember 2009. Abgerufen am 12. Dezember 2009. (HTML, deutsch)

Weblinks[Bearbeiten]