Die Unvergessenen

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Der Sammelband Die Unvergessenen, 1928

Die Unvergessenen ist ein 1928 erschienener Sammelband von Ernst Jünger als Herausgeber.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Sammelband beschreiben Autoren aus dem nationalistischen, national revolutionären Umfeld Ernst Jüngers Leben und Schicksal von Persönlichkeiten, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren. Ernst Jünger schrieb dazu Vor- und Nachwort.

Der Band enthält folgende Beiträge (in Klammern die Namen der „unvergessenen“ Persönlichkeiten als Titel des jeweiligen Beitrags):

Eingeschoben: 3 Gedichte

Jüngers Position[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jünger hatte sich 1927/28 der Aufgabe gewidmet, die Schicksale einer Reihe von Männern zu würdigen, die der Erste Weltkrieg “unserer Mitte entrissen hatte”.[1] Seine These ist, dass “wir durch sie – die Gefallenen – leben”. Es sei daher nicht billig, dass wir sie durch uns leben lassen. Er geht davon aus, dass bei den Deutschen die Gestalt des unbekannten Soldaten nicht jene Verehrung erfährt, wie in anderen Ländern. Vielmehr herrsche das Bedürfnis vor, von den Einzelschicksalen der Gefallenen ergriffen zu werden. Der zweite Gedanke für das Buch sieht er in der Erfahrung, dass “das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile”. In der Schar der Gefallenen sieht er den “Ausdruck des deutschen Charakters”. Auch müssten wir uns bemühen, die Gefallenen selbst als Charaktere zu sehen und “in ihren Leistungen den Spiegel, der eine besondere Bildung des Lebens widerstrahlt”. Dieser Krieg wäre nicht umsonst verloren wie manches Leben durch Schicksalsschläge besser geläutert und gehärtet seien. Millionen seien gefallen, aber dafür seien alle Dinge in Fluss gekommen. Auf beiden Seiten des Krieges.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie an andere Werken Jüngers aus der Schaffensperiode während des Ersten Weltkrieges und danach wurde an Die Unvergessenen die Verherrlichung von Gewalt und seine Idealisierung von Männlichkeit in Form des „Kriegers“ kritisiert. Später wurde das Werk Jüngers meist aus einer ästhetischen Perspektive rezipiert, wobei hierbei die brisanten politischen Implikationen ausgeblendet wurden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vorwort von Ernst Jünger (Herausgeber) Die Unvergessenen, Justin Moser Verlag, München, 1928, Seite 9 ff.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Daniel Morat:Von der Tat zur Gelassenheit – Konservatives Denken bei Martin Heidegger, Ernst Jünger und Friedrich Georg Jünger 1920–1960, Wallstein Verlag, Göttingen, 2007, ISBN 3-8353-0140-3.