Ernst Jünger

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Ernst Jünger

Ernst Jünger (* 29. März 1895 in Heidelberg; † 17. Februar 1998 in Riedlingen) war ein deutscher Schriftsteller, Offizier, Dandy und Insektenkundler. Er ist vor allem durch seine Kriegserlebnisbücher wie In Stahlgewittern, phantastische Romane und Erzählungen und verschiedene Essays bekannt. In seinem elitären, antibürgerlichen und nationalistischen Frühwerk, das der sogenannten Konservativen Revolution zugerechnet wird, bekämpfte Jünger die Weimarer Republik entschieden. Obwohl er der NSDAP nicht beitrat und deren rassistische Ideologie ablehnte, galt er nach 1945 als intellektueller Wegbereiter des Nationalsozialismus und gehört zu den umstrittensten Autoren Deutschlands. Er erhielt verschiedene Preise und Auszeichnungen, darunter 1918 den Pour le Mérite, 1959 das Große Bundesverdienstkreuz und 1982 den Goethepreis, dessen Verleihung für einen politischen Skandal sorgte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühzeit und Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit und Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1895 wurde Ernst Jünger in Heidelberg als erstes von sechs Kindern des Chemikers Ernst Georg Jünger (1868–1943) und dessen späterer Frau Karoline Lampl (* 1873 in München; † 1950 in Leisnig/Sachsen) geboren. Er wurde protestantisch getauft. Zwei seiner Geschwister starben im Säuglingsalter. Jünger verbrachte seine Kindheit in Hannover, in Schwarzenberg/Erzgeb. und schließlich ab 1907 in Rehburg. Der Vater hatte im Kalibergbau beträchtliche Einkünfte erzielt.

1901 wurde Ernst Jünger am Goethegymnasium in Hannover eingeschult. 1905 bis 1907 verbrachte er auf Internaten in Hannover und Braunschweig. Ab 1907 lebte er wieder bei seiner Familie in Rehburg. Mit seinen Geschwistern besuchte er die Scharnhorst-Realschule in Wunstorf. In dieser Zeit entdeckte er neben seiner Vorliebe für Abenteuerromane auch die Liebe zur Insektenkunde.

1911 trat Jünger mit seinem Bruder Friedrich Georg dem Wunstorfer Wandervogel-Club bei. Dort fand er den Stoff für seine ersten Gedichte, die in einer Wandervogel-Zeitschrift veröffentlicht wurden. Sie brachten ihm die Anerkennung seiner Lehrer und Mitschüler ein. Er genoss von diesem Zeitpunkt an den Ruf eines Poeten und Dandys.

Marokko, Fremdenlegionäre

Im November 1913 trat Ernst Jünger als Schüler, der inzwischen ein Gymnasium in Hameln besuchte, in Verdun der Fremdenlegion bei und verpflichtete sich zu einer fünfjährigen Dienstzeit. Danach kam er in das Ausbildungslager Sidi bel Abbès in Algerien und gehörte zur 26. Instruktionskompanie. Von dort floh er mit einem Kameraden nach Marokko, wurde aber schnell aufgegriffen und zur Legion zurückgebracht. Sechs Wochen später wurde er nach einer von seinem Vater betriebenen Intervention des Auswärtigen Amtes auf Grund seines Alters wieder entlassen. Diese Episode seines Lebens wird in dem 1936 erschienenen Buch Afrikanische Spiele verarbeitet. Zur Strafe wurde er von seinem Vater auf ein Internat nach Hannover geschickt, wo er Banknachbar des späteren KPD-Politikers Werner Scholem war.

Kriegsdienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jünger als Soldat 1918 in Rekonvaleszenz

Am 1. August 1914, kurz nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, meldete sich Ernst Jünger beim Füsilier-Regiment „General-Feldmarschall Prinz Albrecht von Preußen“ (Hannoversches) Nr. 73 in Hannover als Kriegsfreiwilliger. Nach dem Notabitur absolvierte er die militärische Ausbildung und kam im Dezember mit einem Ersatztransport an die Champagne-Front in Frankreich. Im April 1915 wurde Jünger erstmals verwundet.[1] Im Heimaturlaub schlug er auf Anraten seines Vaters die Offizierslaufbahn (Fahnenjunker) ein. Wieder zurück in Frankreich, wurde er am 27. November 1915 Leutnant und Zugführer und machte sich durch spektakuläre Aktionen bei Patrouillen und Stoßtrupps einen Namen. Er kämpfte über die gesamte Dauer des Krieges mit dem Ethos eines Berufssoldaten. Aber im Dezember 1915 notierte er ins Tagebuch, das er ständig mit sich führte, dass das Töten im Krieg ein „Morden“ ist, und auch, dass „[d]er Krieg in mir doch die Sehnsucht nach den Segnungen des Friedens geweckt“ hat.[2]

Im Laufe des dritten Kriegsjahres 1916 wurde Jüngers Regiment an sämtlichen Brennpunkten der Westfront eingesetzt. Während der zweiten Somme-Schlacht wurde Jünger am Vorabend der britischen Offensive in der Ruhestellung in Combles verwundet[3] und kam ins Lazarett. In der Folgezeit wurde sein gesamter Zug bei Guillemont aufgerieben. Im November 1916 wurde Jünger bei einem Spähtruppeinsatz zum dritten Mal verwundet[4] und erhielt wenig später das Eiserne Kreuz erster Klasse. Im Frühjahr 1917 wurde Jünger zum Chef der 7. Kompanie ernannt. Beim Anblick grüner Wiesen im Mai 1917 fragte sich selbst ein „einst so kriegslustiger“ Jünger:

„Wann hat dieser Scheißkrieg ein Ende?“[5]

Er rettete durch einen Zufall am 29. Juli 1917 seinem Bruder Friedrich Georg Jünger auf dem Schlachtfeld von Langemark das Leben. Daraufhin folgten weitere Auszeichnungen, darunter am 4. Dezember 1917 das Ritterkreuz des Königlichen Hausorden von Hohenzollern. Im März 1918 überlebte Ernst Jünger einen Granateneinschlag, dem fast seine gesamte Kompanie zum Opfer fiel. Das Kriegsende erlebte Jünger nach einer im August 1918 vor Cambrai erlittenen Verwundung im Lazarett in Hannover. Am 22. September 1918 erhielt er den Orden Pour le Mérite, die höchste militärische Auszeichnung der Krone Preußens.

Deutscher Stoßtrupp im Ersten Weltkrieg

Die Gefechtspausen seines Frontalltags gegen Ende des Krieges verbrachte er vor allem damit, Werke von Nietzsche, Schopenhauer, Ariost und Kubin zu lesen. Außerdem ließ er sich aus der Heimat entomologische Zeitschriften schicken. Die 15 Kriegstagebücher wurden vor Jüngers Tod dem Deutschen Literaturarchiv Marbach übergeben. 2010 erschienen sie, herausgegeben und kommentiert von Helmuth Kiesel.[6] Darin erscheine Ernst Jünger, so Benjamin Ziemann, weder als protofaschistische Kampfmaschine noch als Vordenker einer Amalgamierung von Mensch und Kriegstechnik, sondern als „sehr genauer Chronist“ der Gewaltpraxis im Ersten Weltkrieg.[7] Die Notizen dienten Jünger als Rohmaterial für sein erstes Buch (In Stahlgewittern, 1920).[8]

Weimarer Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Café Kröpcke in Hannover

Erste Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Krieg diente Jünger zunächst noch als Leutnant im Infanterieregiment 16 der Reichswehr in Hannover. Während seiner Dienstzeit war er unter anderem mit der Ausarbeitung von Dienstvorschriften für den Infanteriekampf (Heeresdienstvorschrift 130) beim Reichswehrministerium in Berlin befasst.[9] Im zentral gelegenen Café Kröpcke kommt er mit dem Kreis um den Verleger Paul Steegemann in Berührung, zu dem unter anderem die Dadaisten Walter Serner und Kurt Schwitters gehören.[10] Von Thomas Mann liest er die Betrachtungen eines Unpolitischen (1918), später auch den Zauberberg (1924). Er begeistert sich besonders für den französischen Dichter Arthur Rimbaud. Vom Trunkenen Schiff war er 1921 so hingerissen, dass er es eines Abends zwei Kameraden vorlas. Einer der beiden war der spätere Generaloberst Werner von Fritsch. Mit Baudelaire und Rimbaud erschloss sich Jünger nicht nur die Poetik der Moderne, betont Helmuth Kiesel, sondern auch das Seinsgefühl der Obdachlosigkeit und der Selbstentfremdung.[11]

Bald profilierte er sich als entschiedener Gegner der Republik, hielt sich aber aus den politischen Auseinandersetzungen weitgehend heraus und überarbeitete seine Kriegsaufzeichnungen, die in die Werke In Stahlgewittern. Aus dem Tagebuch eines Stoßtruppführers (1920), Der Kampf als inneres Erlebnis (1922), Sturm (1923), Das Wäldchen 125 (1925) und Feuer und Blut (1925) einflossen. Dabei schrieb er einige kürzere Aufsätze, die Fragen der modernen Kriegsführung behandeln, im Militär-Wochenblatt. Die Stahlgewitter selbst wurden zunächst nicht als literarisches Werk gelesen, sondern erschienen als „eine Art von Sachbuch“ (Kiesel) in einem Militärverlag.[12]

Nach seinem Ausscheiden aus der Reichswehr am 31. August 1923 immatrikulierte er sich in Leipzig als stud. rer. nat. Er hörte Zoologie bei dem Philosophen und Biologen Hans Driesch, dem führenden Sprecher des Neovitalismus, und Philosophie bei Felix Krüger und dessen Assistenten Ernst Hugo Fischer. Auch dürfte er Hans Freyer, der seit 1925 in Leipzig Professor war, an der Universität kennengelernt haben.[13]

NSDAP-Versammlung im Bürgerbräukeller, München 1923

1923 trat er für kurze Zeit in das Freikorps von Gerhard Roßbach ein und war vor allem als reisender Verbindungsmann zu anderen Teilen der nationalen Bewegung aktiv. Während eines längeren Aufenthalts in München, dem Heimatort seiner Mutter, sympathisierte Jünger mit jenem Kreis von gewesenen Frontsoldaten um Erich Ludendorff und Adolf Hitler, der den November-Putsch organisierte.[14] Eine Hitlerrede, die er dort hörte, beschrieb er rückblickend als „Elementarereignis“. Wenige Wochen vor dem gescheiterten Hitlerputsch publizierte er im Völkischen Beobachter, dem Parteiblatt der NSDAP, seinen ersten dezidierten politischen Artikel, Revolution und Idee, ein Plädoyer für eine „wirkliche Revolution“, deren Banner und Ausdrucksform das Hakenkreuz und die Diktatur sein sollten.[15][16] In einem Münchner Vorort besuchte er Ludendorff, dem er im April 1924 eine Eloge im Deutschen Tageblatt widmet.[17]

Logo des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten

Die erste Zeitschrift, für die Jünger ab dem 6. Juni 1925 regelmäßig arbeitete, war das von ihm mitherausgegebene Blatt Die Standarte. Beiträge zur geistigen Vertiefung des Frontgedankens, der Sonderbeilage der Stahlhelm-Zeitung. Hier konnte er seine politischen Schlussfolgerungen aus dem Weltkriegserlebnis publizistisch ausbreiten. Bald geriet er als Sprecher der jungen Radikalen in Gegensatz zur Stahlhelmführung und zum Legalitätskurs von Franz Seldte.[18] Zwischen September 1925 und März 1926 publizierte er 19 Aufsätze. Bei einer Auflage von ungefähr 170.000 Exemplaren erreichten seine Ideen ein relativ breites Publikum.

Nach der Abschaffung der missliebigen Beilage im April 1926 gab Jünger zusammen mit Helmut Franke, Franz Schauwecker und Wilhelm Kleinau die Standarte in eigener Regie mit dem programmatischen Untertitel „Wochenschrift des neuen Nationalismus“ heraus. Ihre Auflage von vermutlich wenigen Tausend Exemplaren reichte aber nicht annähernd an Die Standarte heran.[13] Nach nur fünfmonatigem Erscheinen musste die neue Standarte im August 1926 auf Anordnung des Magdeburger Oberpräsidenten Otto Hörsing eingestellt werden, weil in dem Artikel Nationalistische Märtyrer die Morde an Walther Rathenau und Matthias Erzberger legitimiert worden waren. Darauf kündigte der Stahlhelm auch dem Schriftleiter Helmut Franke. Jünger verließ den Verband und übernahm als Mitherausgeber die Münchner Zeitschrift Arminius, eine Kampfschrift für deutsche Nationalisten (so der Untertitel).[19] Am 3. August 1925 heiratete Jünger Gretha von Jeinsen. Am 1. Mai 1926 wurde in Leipzig der Sohn Ernst geboren (in Jüngers Aufzeichnungen meist „Ernstel“ genannt). Das Studium brach er am 26. Mai ohne Abschluss ab und wandte sich ganz der Schriftstellerei zu. Im Oktober 1927 gründete Jünger mit Werner Lass die Zeitschrift Vormarsch. Blätter der nationalistischen Jugend, die bis 1929 erschien. Von Januar 1930 bis Juli 1931 gaben sie die Zeitschrift Die Kommenden. Überbündische Wochenschrift der deutschen Jugend heraus. Nach 1931 schrieb er fast nur noch in Ernst Niekischs Widerstand. Zeitschrift für nationalrevolutionäre Politik.

Antidemokratisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Philosoph Friedrich Nietzsche

In seiner nationalrevolutionären Publizistik forderte Jünger aus der Verabsolutierung seiner Kriegserlebnisse heraus eine Militarisierung aller Lebensbereiche. Die Weimarer Republik bekämpfte er radikal. Er sprach sich für ihre gewaltsame Zerschlagung und die Errichtung einer nationalen Diktatur aus. Die Ideale des Humanismus, Pazifismus, ja aller bürgerlichen Ordnungs- und Zivilisiertheitsvorstellungen lehnte er ab: Stattdessen propagierte er ein Menschenbild, das keine Scheu vor Schmerz und Opfer kennt und Disziplin und Rangordnung höher achtet als das aus seiner Sicht ungerechtfertigte Postulat der Gleichheit. Nach Ansicht seines Biographen Helmuth Kiesel steckte zwar dahinter ein „früh anerzogener und durch die Lektüre Nietzsches befestigter Antidemokratismus und Antihumanismus“, aber auch der Verdacht, dass, wenn die Humanisten Recht hätten, die vier Jahre Krieg sinnlos gewesen seien.[20] In der Erstauflage 1925 von Wäldchen 125 findet sich der Satz:

„Ich hasse die Demokratie wie die Pest.“

Gegen das „geschäftsmäßige Literatenpack“, das sich für Aufklärung, Demokratie und Pazifismus einsetze, müsse „sofort die Prügelstrafe wieder eingeführt“ werden. Diese Sätze ließ er 1933 aus den folgenden Ausgaben des Buchs entfernen.[21] Dennoch glaubt der Historiker Peter Longerich, dies sei eine „auch in der Diktion für ihn typische Aussage“.[22] Jünger lebte 1925 im Glauben, dass „der große Krieg“ noch gar kein Ende gefunden habe. In Umkehrung des Zitats von Clausewitz sah er Politik als eine „Fortsetzung des Krieges mit veränderten Mitteln“.[23] Diese Weltanschauung, betont Matthias Schloßberger, habe ihre Wurzeln in der Romantik und der Lebensphilosophie Nietzsches.[13] Jünger fordert, mit „dem unheilvollen Streben nach Objektivität, die nur zur relativistischen Aufhebung der Kräfte führt, aufzuräumen“ und sich zu bewusster Einseitigkeit zu bekennen, „die auf Wertung und nicht auf ‚Verständnis‘ beruht“,[24] und betont die Bedeutung des Gefühls der Gemeinschaft, der Verbindung mit dem Ganzen, denn das Gefühl stehe am Anfang jeder großen Tat. Wachstum sei für Jünger das natürliche Recht alles Lebendigen,[25] das keines Beweises zu seiner Rechtfertigung bedarf:[26] „Alles Leben unterscheidet sich und ist schon deshalb kriegerisch gegeneinander gestellt.“[27] Gegen das rationalistische, mechanistische, materialistische Denken des Verstandes setzt Jünger das Gefühl und den organischen Zusammenhang mit dem Ganzen. Das Gefühl der „Gemeinschaft in einem großen Schicksal“, das am Beginn des Krieges stand, das Bewusstsein der Idee der Nation und die gemeinsame „Unterwerfung unter eine Idee“ sind für Jünger Zeichen einer grundsätzlichen Revolution.[28] Sie kann aber nur Methode sein, denn der „Frontsoldat besitzt Tradition“.[29] Die großen Gefahren sieht Jünger „nicht im marxistischen Bollwerk“, sondern in allem, was mit dem Liberalismus zusammenhängt: „Sicher steht uns der Kommunismus als Kampfbewegung näher als die Demokratie“.[30] Zugleich artikulierte er in dieser Phase eine extrem nationalistische Einstellung:

„Wir können gar nicht national, ja nationalistisch genug sein.“[31]

Das nationalistische Programm sollte auf vier Grundpfeilern basieren: Der kommende Staat müsse national, sozial, wehrhaft und autoritativ gegliedert sein.[13] Dabei sei die Staatsform „nebensächlich, wenn nur ihre Verfassung eine scharf nationale ist“.[32] Ob die Zuordnung Jüngers zur Konservativen Revolution Arthur Moeller van den Brucks gerechtfertigt ist, ist umstritten. Den Gedanken einer hierarchisch geprägten Stände-Gesellschaft lehnte er ab: „Aufgrund des Blutes und des Charakters wollen wir uns in Gemeinschaften und immer größere Gemeinschaften binden, ohne Rücksicht auf Wissen, Stand und Besitz“.[33] Es gebe keine allgemeine Wahrheiten, jedes Gesetz werde „durch Zeit, Raum und Blut“ bestimmt.[34] Wenn aber das „wofür“ der Entscheidung beliebig wird, dann ist diese nihilistische Position mit einer konservativen Haltung nicht mehr in Einklang zu bringen.[35] Jünger stellte klar, dass sein Nationalismus mit dem „Konservativismus“ nicht „das mindeste zu schaffen“ habe. Seine Kritik an der parlamentarischen Demokratie trifft jeden, der sich nicht außerhalb der Ordnung des bestehenden Systems stellt.[36]

Verhältnis zur NSDAP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parteikongress anlässlich der Neugründung der NSDAP im Februar 1925

Allgemein begrüßte Jünger die nationalsozialistische Bewegung von damals als eine der radikalsten und unbürgerlichsten.[37] In ihr erblickte er 1925 in der Standarte „mehr Feuer und Blut, als die sogenannte Revolution in den ganzen Jahren aufzubringen imstande war“.[38] Er sah in der „Gestalt des Gefreiten Hitler“ eine „Gestalt, die unzweifelhaft schon wie die Mussolinis die Vorahnung eines ganz neuen Führertypus“ erwecke.[39] Hier deute sich bereits, Kai Köhler zufolge, eine Haltung der Überlegenheit an: Hitler sei aus Sicht dessen, der in die Zukunft blickte, eben nicht der Führer, sondern nur die Vorahnung eines kommenden Typus, dessen Merkmale der Betrachter besser zu erkennen beanspruche.[40] Im Stahlhelm-Jahrbuch 1926 erklärte Jünger, im eigenen Denken gezwungen zu sein, außer dem Nationalismus noch „dem Sozialismus einen wichtigen Platz auf dem Felde unseres Denkens einzuräumen, und daß es sehr vielen so gegangen ist, das beweist die Gründung der Nationalsozialistischen Partei, die aus einem tiefen Bedürfnis heraus hervorgegangen ist.“[41] Weiter kommentiert er den gescheiterten Hitler-Putsch und die Neugründung der NSDAP:

„Nun, wir haben als Anhänger den plötzlichen Aufstieg dieser Partei erlebt, wir waren in den Novembertagen begeistert dabei, und wir haben den Fehlschlag für einen unerklärlichen Irrtum der Geschichte gehalten. […] Heute, wo wir schon wieder einen kleinen Abstand von den Ereignissen gewonnen haben, sehen wir, daß die Arbeit, die in dieser Partei geleistet wurde, nicht vergebens war.“[41]

Adolf Hitler (um 1925)

Am 29. Januar 1926 sandte er Hitler sein Buch Feuer und Blut mit der Widmung „Dem nationalen Führer Adolf Hitler“, worauf dieser sich persönlich bei ihm bedankte.[42] Hitler kündigte sogar einen Besuch in Leipzig an, sagte aber in letzter Minute ab. Trotz seiner Sympathie für die Idee einer „nationalen Revolution“ hielt er sich von Hitler fern. Einig mit ihm im Kampf um die Revision des Versailler Vertrages, lehnte er die Partei als Instrument ab.

Im März 1926 plädiert Jünger für die „aktive Eingliederung in das politische Kräftespiel“ und fordert die Zusammenfassung der „nationalen Frontsoldatenverbände“, der „Kräfte der radikalen, der völkischen und der nationalsozialen Gruppen“ sowie des „blutmäßige[n] Kern[s] des Frontsoldatentums der Arbeiterschaft“.[43] Am 20. Mai 1926 kommt er wieder auf den misslungenen Hitler-Putsch zu sprechen, den er als „noch unklaren Aufstand in München“ umschreibt, bei dem allerdings der Nationalismus noch mitten im Prozess einer innerlichen Überwindung der „Formen eines alten Staates“ gesteckt habe, und spricht sich trotz der ersten Risse im Verhältnis zum Stahlhelm dafür aus, „unseren Einfluß in den Kampfbünden zu stärken“ und ihre „Revolutionierung“ voranzutreiben.[44] In seinem Aufruf „Schließt euch zusammen!“ vom 3. Juni 1926 forderte er schließlich ergebnislos[45] den Zusammenschluss der „Einzelbewegungen“ zur „nationalistischen Endfront“, denn „die Form unserer Bewegung wird auch die Form des zukünftigen Staates sein“, und bezog die NSDAP, mit deren Hilfe die Arbeiterschaft gewonnen werden sollte, ausdrücklich mit ein:

„Der Nationalsozialismus besitzt auf Grund seiner andersgearteten Führerschicht diese Fähigkeit, und es wird kein entscheidender Erfolg erzielt werden, ehe man sich nicht unter Ausschaltung alles Kleinlichen von beiden Seiten her die Hand gegeben hat […] Es gibt aber heute keine Kampftruppe, die für den Nationalismus in Frage kommt, als die Bünde und die Nationalsozialisten.“[46]

Im August 1926 sprach er in der Zeitschrift Deutsches Volkstum allerdings davon, dass ihm das Wort „Rasse“ in seiner neuen biologischen Anwendung „peinlich“ zu werden beginne.[47] Im Dezember 1926 bekannte er sich offen zur bolschewistischen Wirtschaftspolitik.[48] In seinem agonalen Weltbild, dem sogenannten Heroischen Realismus, war auch kein Platz für darwinistische Plattitüden:[49]

„Wie vor allen mechanistischen Theorien wollen wir uns hier vor der ‚Auslese der Tüchtigsten‘ hüten. Der Untergang ist ebenso bedeutend und ebenso fruchtbar wie der Sieg.“[50]

Reichstag 1927

Scheitert die Verwirklichung einer Idee, wie in der Novemberrevolution, so scheitert sie notwendig, weil die Zeit noch nicht reif genug war.[51][13] Dieser Begriff der Zeit zeigt Jünger, dem die Arbeiten Henri Bergsons vertraut waren, in der Tradition des organologisch-lebensphilosophischen Denkens des 19. Jahrhunderts.[13] Allerdings gab es weitgehende inhaltliche Übereinstimmungen mit der NSDAP in der Propagierung eines „nationalen Sozialismus“. Der entscheidende Unterschied zwischen „neuem Nationalismus“ und Nationalsozialismus lag nicht auf inhaltlicher Ebene, so der deutsche Historiker Daniel Morat, sondern bestand in der Organisationsform als esoterische Zirkel auf der einen und als Massenpartei auf der anderen Seite.[52] In seinem 1927 im Arminius erschienenen Aufsatz „Nationalismus und Nationalsozialismus“ legte Jünger besonderen Wert auf die Bedeutung der „vorwiegend literarischen Tätigkeit“ der Vorkämpfer des Neuen Nationalismus. Während der Nationalsozialismus „als politische Organisation auf die Gewinnung von tatsächlichen Machtmitteln angewiesen ist“, um „eine Idee zu verwirklichen“, sei es die Aufgabe des Nationalismus, „sie möglichst tief und rein zu erfassen“. Jemand, der dies tue, könne schwerer wiegen „als hundert Sitze im Parlament“.[53]

Nach Aussage des bündischen Jugendführers Karl Otto Paetel lehnte Jünger 1927 ein von der NSDAP angebotenes Reichstagsmandat mit der Begründung ab, er halte „das Schreiben eines einzigen Verses für verdienstvoller als 60 000 Trottel zu vertreten.“[54] Allerdings ist dieses Angebot und seine Ablehnung durch Jünger anderweitig nicht dokumentiert.[55] Die Antwort Jüngers würde unterstreichen, dass die Ursachen für seinen Abstand zum Nationalsozialismus weniger in der Radikalität der NSDAP lagen, sondern eher im Gegenteil: Jünger lehnte die Entscheidung Hitlers, nicht auf revolutionärem Wege, sondern im legalen Marsch durch die Institutionen an die Macht zu gelangen, als Konzession an den verhassten „Parteienstaat“ ab.[56] Jedenfalls wandte er sich Ernst Niekisch zu, dessen „nationalbolschewistische“ Konzeption außerordentlich drastisch und strikt antibürgerlich war.[57] Harro Segeberg bezeichnet dieses kurze Engagement als „frühen Flirt“ mit dem Nationalsozialismus jener Zeit.[58]

Rückzug vom politischen Aktivismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berlin, Blick auf die Oberbaumbrücke und den Osthafen

Im Juli 1927 übersiedelte Jünger mit seiner Familie von Leipzig nach Berlin, um das moderne Leben in seiner „Traumstärke“ zu erfassen.[59] Zunächst wohnte er in der Nollendorfstraße 29/3 im Ortsteil Schöneberg, in der Nähe der Motzstraße, wo der Juniklub im sogenannten Schutzbundhaus seine Zusammenkünfte abhielt. Nach einem Jahr siedelte Jünger in die Stralauer Allee (36, 1. Stock) um, in eine Arbeitergegend, unweit des Osthafens.[60] In Berlin intensivierte sich der Austausch mit konservativen Revolutionären wie Ludwig Alwens, Franz Schauwecker, Friedrich Hielscher, Albrecht Erich Günther, Bruno und Ernst von Salomon sowie Ernst Niekisch, aber auch mit Schriftstellern der Linken wie Bertolt Brecht, Ernst Toller und Erich Mühsam. Er unterhielt Beziehungen zu Arnolt Bronnen, zu den Malern A. Paul Weber und Rudolf Schlichter, zu den Verlegern Ernst Rowohlt und Benno Ziegler, zum Philosophen Ernst Hugo Fischer, den er bereits aus Leipzig kannte, und schloss neue Freundschaften mit Valeriu Marcu, Alfred Kubin und Carl Schmitt. In der Berliner Zeit machte er sich den Lebensstil der Bohème zu eigen und bestellte endlich mit Erfolg zwei Felder zugleich: Publizistik und Essayistik, Politik und Literatur.[61]

Bis September 1927 publizierte Jünger im Arminius 27 Beiträge. Dann kam es – weil Jünger nicht darüber informiert worden war, dass das Blatt von Hermann Ehrhardt finanziert wurde, dessen Legalitätskurs er nicht gutheißen mochte – zu einem Zerwürfnis, und Jünger legte seine Herausgebertätigkeit nieder, um sich für die Monatsschrift „Der Vormarsch“ zu betätigen, der ein Blatt „für die nationalistische Jugend“ sein sollte.[62] 1928 erregte Jüngers an die Tradition des europäischen Surrealismus anknüpfendes Buch Das abenteuerliche Herz Aufsehen, zumal es als „Literarisierung“ des Autors und Abwendung von der Politik interpretiert wurde. In der damaligen Jüngerschen Publizistik fand der Nationalsozialismus keinerlei Erwähnung.[63] Zum Ende der 1920er Jahre trat Jünger zunehmend in den Dialog mit politischen Gegnern der Rechten und zog sich gleichzeitig aus der politischen Publizistik zurück. An der tagespolitischen Entwicklung wollte er nicht mehr teilhaben.[64]

In dieser Zeit kam es auch zum offenen Bruch mit Hitler, als dieser sich gegen die Landvolkbewegung gewandt hatte; Jünger hatte in ihr den Vorreiter der von ihm erhofften nationalrevolutionären Bewegung gesehen.[65] Er vermutete, dass Hitler seinen Frieden mit dem Parlamentarismus gemacht habe und fühlte sich in seinem Verdacht bestärkt, dass der Nationalismus durch ein Bündnis mit den Bürgerlichen korrumpiert werde.[66] Laut Wojciech Kunicki sei die „Landvolkbewegung“ um Bruno von Salomon die einzige national-revolutionäre Gruppe gewesen, die von Jünger Ende der Zwanzigerjahre noch unterstützt wurde, und zwar aufgrund ihres offenen, kompromisslosen Anarchismus,[67] wie er Salomon am 10. September 1929 schrieb:

„Es ist sehr wichtig, daß wir Herde besitzen, in denen das Feuer der Anarchie sich erhält. Eine latente und anonyme Anarchie ist unter den gegebenen Verhältnissen wertvoller als die offenen Ausbrüche, die schneller gelöscht werden können. Es ist sehr gut, daß an der Stelle, an der Sie sich befinden, die Gegensätze bereits sichtbar werden, die den Nationalismus in unserem Sinne von der extremen Rechten trennen.“[68]

Joseph Goebbels 1930 (mit Hermann Göring)

1929 antwortete der von Joseph Goebbels herausgegebene Angriff als Reaktion auf einen Artikel Jüngers im linksliberalen Tagebuch, in dem Jünger erklärt hätte, dass der Antisemitismus für den „neuen Nationalismus“ „keine Fragestellung wesentlicher Art“ sei und dass sich der Nationalsozialismus durch seinen Legalitätskurs als Teil der bürgerlichen Ordnung erwiesen habe: „Wir debattieren nicht mit Renegaten, die uns in Schmutzblättern jüdischer Landesverräter anpöbeln. Herr Jünger aber ist damit für uns erledigt.“[69] Dennoch versuchte 1930 der expressionistische Dramatiker Arnolt Bronnen, Jünger mit Goebbels zu versöhnen.[70][71]

Am 17. Oktober 1930 befand sich Jünger im Beethovensaal gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich Georg zwischen den SA-Leuten, die unter der Führung Bronnens die Deutsche Ansprache von Thomas Mann störten, in der dieser vor den Gefahren des aufkommenden Nationalsozialismus warnte. Man hatte beschlossen, so Bronnen in seinem Protokoll, die Veranstaltung zu besuchen, um „dort selbst eine Diskussion zu entfachen“. Unabhängig davon – so Bronnen – hatte Goebbels zwanzig mit Smoking bekleidete SA-Männer geschickt, die den Auftrag hatten, sich „nur geistig“ zu betätigen, johlend, rufend, pfeifend, aber ausnahmsweise einmal nicht als Schläger. Die Störungen hätten sich zunächst auf einige Zwischenrufe beschränkt, bis die Polizei einen allgemeinen Tumult auslöste.[72] Jünger selbst beteiligte sich nicht direkt an den Störungen, billigte sie allerdings stillschweigend, wie sich der ebenfalls anwesende Alexander Mitscherlich in seiner Autobiographie Ein Leben für die Psychoanalyse erinnerte.[73] Der französische Jüngerianer Julien Hervier meint hingegen, Jünger habe lediglich die von ihm bevorzugte Beobachtungsrolle übernommen.[74] Dirk Heisserer und die Enkelin Barbara Bronnen weisen auch auf inkorrekte Darstellungen hin.[75] Jünger selbst habe es seinem Privatsekretär Heinz Ludwig Arnold nach dem Krieg persönlich so erzählt: „[…] sie besetzen die erste Reihe, und als Thomas Mann seine Lesung begann, schlugen alle in der ersten Reihe große Zeitungen auf“, was Arnold als „am harmlosesten“ schildert. Jünger habe damals eine Goebbels-Lesung nach zehn Minuten demonstrativ verlassen. Er deutete auch intime Beziehungen zu der Schauspielerin Lída Baarová an, die auch mit Goebbels liiert war. Daher, glaubte Jünger, rührte Goebbels Hass auf ihn.[76]

In seinem Tagebuch fragte sich Thomas Mann später, wie Jünger es in dieser Gesellschaft „aushalten“ konnte, eine Frage, die nur verständlich ist, wenn er bei ihm ein gewisses Niveau voraussetzte, das zu dem Umfeld der Störer nicht passte. Anders als sein Bruder Friedrich Georg, der sich süffisant über den Zauberberg und Manns Angriffe auf den deutschen Nationalismus geäußert hatte, hielt sich Ernst Jünger erstaunlich zurück.[77] Erst später finden sich vereinzelte Äußerungen. So sagte er anlässlich der bevorstehenden Verleihung des Goethepreises in einem Spiegel-Gespräch, er habe sich stets geärgert, wenn „eine Stadt in Flammen aufging“ und Mann „seine Reden“ hielt, bewundere ihn allerdings als großen Stilisten. Mann sei „einer der wenigen, der Verantwortung für die deutsche Sprache“ zeige.[78]

Phänomenologie der technischen Moderne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem partiellen Rückzug aus dem politischen Tagesgeschäft des neuen Nationalismus versuchte Ernst Jünger in seinen „phänomenologisch-militanten Schriften“ der frühen 1930er Jahre, sein weltanschauliches Programm geschichtsphilosophisch zu erweitern.[79] Erst in dieser Zeit wurde seine Kriegsliteratur außerhalb nationalistischer und militärischer Kreise populär. 1930 fungierte er als Herausgeber mehrerer nationalrevolutionärer Sammelbände. Um ihn herum bildete sich ein Zirkel nationalistischer Publizisten aus sehr unterschiedlichen Flügeln, angefangen von späteren Nationalsozialisten bis hin zum Nationalbolschewisten Ernst Niekisch. Es sei der mitreißende Schwung und der glühende Idealismus, so Heimo Schwilk, die seine Zeitschriftenbeiträge und Aufrufe gerade in den prosperierenden Jahren der Weimarer Republik für die Jugend so verführerisch machen, dass ihm auch der politische Gegner die Anerkennung nicht versagen könne.[80] Das Charakteristische der damaligen Jünger-Rezeption durch einen Teil der intellektuellen Linken enthält eine Rede Klaus Manns 1930, der von „einer gewissen missleiteten Reinheit“ Jüngers spricht: „Mit dem öffentlichen Unfug der Rechtsradikalen hat er nichts gemein. […] Seinen Gaben nach gehört er zu uns! Den Arnolt Bronnen gönnen wir gern denen da drüben. Aber ein Geist von der finsteren Glut Jüngers kann Unheil stiften.“[81] Im selben Jahr erschien die Abhandlung Die totale Mobilmachung, die für Jüngers Versuch stand, sich nach dem politischen Scheitern des neuen Nationalismus aus dem engen Gedankenkorsett des Nationalismus herauszuarbeiten.[82]

In seinen politischen Schriften dieser Zeit finden sich vereinzelt auch judenfeindliche Äußerungen, so z. B. 1930 in seinem Essay Nationalismus und Judenfrage:

„Die nationalen Bewegungen, die sich als revolutionär bezeichnen, litten unter einem Mangel an Folgerichtigkeit, da bei ihnen der Stoß gegen den Juden […] immer viel zu flach angesetzt wird, um wirksam zu sein.“[83]

Dort heißt es auch:

„Im gleichen Maße, in dem der deutsche Wille an Schärfe und Gestalt gewinnt, wird für den Juden auch der leiseste Wahn, in Deutschland Deutscher sein zu können, unvollziehbarer werden, und er wird sich vor seiner letzten Alternative sehen, die lautet: in Deutschland entweder Jude zu sein oder nicht zu sein.“

Diese Äußerungen seien im Zusammenhang mit seinem radikalen „Anti-Liberalismus und Anti-Demokratismus“ (Harro Segeberg) zu sehen und richteten sich daher in erster Linie gegen die Assimilation der deutschen Juden, die er als „Zivilisationsjuden“ abqualifiziert; Jünger bevorzugte wie damals auch sein Bruder Friedrich Georg und andere Nationalrevolutionäre das orthodoxe Judentum bzw. später den modernen Zionismus: Franz Schauwecker und Friedrich Hielscher etwa sprachen sich hierbei besonders für Martin Bubers spirituellen Zionismus aus.

1931 zog Jünger in die Berliner Dortmunder Straße, nähe Bellevue, 1932 nach Berlin-Steglitz. 1932 trat Jüngers Vater, wahrscheinlich unter Druck, der NSDAP bei. Im November, auf dem Höhepunkt der politischen und gesellschaftlichen Krise der Weimarer Republik, erschien Jüngers umfangreiches Essay Der Arbeiter. Herrschaft und Gestalt, in dem er eine Utopie eines zukunftweisenden, kollektiv geordneten Machtstaates, vorlegte[84] und im Rückgriff auf die mythische Figur des Juden Ahasver eine moderne metaphysische Wahrnehmungstheorie etablierte, mit der sich der Text unter der Hand von seinen imperialen und nationalistischen Phantasmen löst.

Haltung im Dritten Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rückzug in die „innere Emigration“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haupthalle des Geheimen Staatspolizeiamtes in Berlin, 1934

Nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 habe diese (nach der unbelegten Angabe von Paetel) erneut vergeblich versucht, Ernst Jünger für sich zu gewinnen.[85] 1933 kam es zu einer Hausdurchsuchung durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo) wegen seiner Kontakte zu Kommunisten und zu Ernst Niekisch. Jedoch im Nachrichtenblatt für die Ritter des Ordens „Pour le Mérite“ vom September 1933 bezeichnete er 1933 als „Jahr der Wiederbesinnung des deutschen Volkes auf seine großen Aufgaben“ und sprach sogar davon, dass der „neue Staat […] die Mitarbeit jeder wertvollen Kraft“ fordere.[86] Diese Mitarbeit hat er ihm aber weitgehend vorenthalten.[87]

In Franz Lennartz' Dichter unserer Zeit aus dem Jahr 1938 wird Jünger als Mitglied der Deutschen Akademie der Dichtung geführt („schon ab 1933“).[88] Nach Darstellung des Jünger-Biographen Heimo Schwilk wies Jünger die Aufnahme in die – nationalsozialistisch „gesäuberte“ – Akademie der Dichtung zurück, wobei die Veröffentlichung seines Absageschreibens in der Presse verhindert wurde.[89] In einem taktischen Brief an Werner Beumelburg vom 20. November 1933 schrieb Jünger erneut, „zur positiven Mitarbeit am neuen Staate, ungeachtet mancher persönlichen Verärgerung, wie etwa der Haussuchung, die in meinen Räumen stattgefunden hat, durchaus entschlossen“ zu sein.[90] Seine Wohnung wurde erneut von der Gestapo durchsucht, woraufhin Jünger Berlin verließ und sich nach Goslar in die innere Emigration zurückzog. Dort wurde 1934 sein Sohn Alexander geboren.

Im Juni 1934 protestierte er gegen den von ihm nicht genehmigten Abdruck eines Auszugs aus dem „Abenteuerlichen Herz“ in einer Beilage des Völkischen Beobachters, da er nicht als ein Mitarbeiter des Parteiorgans erscheinen wollte. Die letzte illegale Zusammenkunft des oppositionellen Kreises um Ernst Niekisch fand in Jüngers Wohnung in Goslar statt, bevor die Familie 1936 nach Überlingen am Bodensee umzieht. Er verbrachte die folgenden Jahre mit mehreren ausgedehnten Auslandsreisen. Während eines Aufenthalts in Paris 1937 lernte er Joseph Breitenbach, Julien Green, Jean Schlumberger und Annette Kolb kennen.[91] Nach Niekischs Verhaftung 1937 unterstützte Jünger dessen Familie.[92]

Ab 1939 lebte er in Kirchhorst nahe Hannover. Im selben Jahr erschien seine Erzählung Auf den Marmorklippen, die oft als verdeckte Kritik an der Gewaltherrschaft Hitlers interpretiert wird. Jünger selbst wehrte sich jedoch zeitlebens gegen die Interpretation der Marmorklippen als Widerstandsbuch gegen den Nationalsozialismus. Er sah in Auf den Marmorklippen vielmehr ein Werk, das man auf mehrere Staatssysteme beziehen kann, so zum Beispiel auch auf das stalinistische System in der Sowjetunion, und wollte es daher nicht explizit auf den nationalsozialistischen Staat in Deutschland festschreiben und somit die Interpretationsfreiheit einschränken. Die „Marmorklippen“ liest Helmuth Kiesel als respektables Zeugnis der Distanzierung, das der Idee eines Attentats allerdings eine „klare Absage“ erteilte.[93] Den Umzug nach Kirchhorst bei Hannover deutet er als kluge Strategie, „für den Fall der Mobilmachung im Einzugsbereich seiner alten Einheit“ zu sein.[94]

Besatzungsoffizier in Paris[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hôtel Raphael in Paris, in dem Jünger ab Juni 1941 wohnte

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs meldete sich Jünger erneut zum Fronteinsatz. Er wurde im August 1939 zum Hauptmann befördert und zur Wehrmacht eingezogen; zunächst tat er als Kompaniechef am Westwall gegenüber der Maginot-Linie Dienst. 1940 fragte er in Erinnerung an seine Kriegslust aus dem Ersten Weltkrieg seinen vorgesetzten General: „Darf man hoffen, daß man noch ins Feuer kommt?“[95] In dieser Zeit erhielt er für die Bergung eines Verwundeten die Spange zum Eisernen Kreuz II. Klasse. 1941 wurde seine Einheit nach Paris verlegt. Ernst Jünger kam im Sommer des Jahres gegen den Widerstand von Wilhelm Keitel in den Stab des Militärbefehlshabers von Frankreich (MBF) unter Otto von Stülpnagel, später Chef des Generalstabes der Heeresgruppe B, wo er unter anderem für die Briefzensur in der Ic-Abteilung zuständig war. Der Stab befand sich zu der Zeit im Pariser Hôtel Majestic in der Avenue Kléber am Arc de Triomphe. Dort hatte Jünger bis zum Sommer 1944 sein Büro und wohnte daneben im Luxushotel „Raphael“. Als wichtiges Zeitdokument einer deutschen, nicht-nationalsozialistischen Sicht des Zweiten Weltkrieges entstanden die Pariser Tagebücher, die 1949 in das Buch Strahlungen Eingang fanden, nachdem das Tagebuch vom Frankreichfeldzug schon 1942 unter dem Titel Gärten und Straßen erschienen war.

Man hat Jüngers Pariser Existenzform oft als dandyhaft bezeichnet.[96] Die ausführlichen Schilderungen seiner Lektüre und seiner Streifzüge durch die Pariser Antiquariate, seiner Teestunden bei der Damenwelt und seiner Abende in den Salons der Kollaborationskultur sind nach dem Krieg, trotz der Selbstaufforderung, „in keinem Augenblick [zu] vergessen, daß ich von Unglücklichen, von bis in das Tiefste Leidenden umgeben bin“, vielfach kritisiert worden.[97] Man lebte gut, mit Champagner und Austern. Er befand sich in unmittelbarer Nähe der Macht, wie Jörg Magenau betont, aber er tat so, als gehöre er selbst gar nicht dazu.[98] Am 29. Mai 1941 wohnte er der Hinrichtung eines deutschen Deserteurs bei. Daniel Morat verglich diese Passage der Strahlungen mit Jüngers Originaltagebüchern und urteilte, dass er seine eigene Funktion als leitender Offizier dieser Erschießung in der Veröffentlichung weitgehend ausblendete und sich zum rein von „höherer Neugier“ angetriebenen Beobachter stilisierte.[99] Jünger wurde auch gelegentlich als sexueller Freibeuter geschildert. Mit einer hübschen Kontoristin aus einem Warenhaus besuchte er ein Kino und berührte dort ihre Brust, während vorne auf der Leinwand deutsche Panzer durch den Sand Nordafrikas rollten. Eine „südliche Modistin“ besuchte er in ihrer Dachkammer, die ihn an den Schnürboden eines Theaters erinnerte und deren Schlafzimmer durch das Bett ganz ausgefüllt war.[98] Er hatte aber, wie Helmuth Kiesel betont, vor allem eine enge Beziehung zur „Halbjüdin“ Sophie Ravoux. Kiesel verteidigt Jünger auch gegen den Vorwurf des Ästhetizismus und Amoralismus. Insbesondere unter den Geiselerschießungen habe er gelitten.[100] Er übersetzte Abschiedsbriefe anlässlich des Attentates von Nantes im Oktober 1941 zum Tode verurteilter Geiseln.[101]

Er habe in Paris viele französische Schriftsteller getroffen, wie Jean Cocteau, Henry de Montherlant, Jean Paulhan und Louis-Ferdinand Céline, auf den er neugierig gewesen sei. Am Nachmittag des 7. Dezember 1941 im Deutschen Institut traf er auf Céline, der ihn mit wüsten antisemitischen Reden in Erstaunen versetzte. Jünger tat in seinem Tagebuch seine Abscheu vor „solchen Menschen“ kund.[102] Am 7. Juni 1942 begegnete er zum ersten Mal in der Rue Royale dem gelben Stern, getragen von drei jungen Mädchen, und notierte: „So genierte es mich sogleich, daß ich in Uniform war.“ Der französische Arzt Germain Sée berichtete, er sei im Juni 1942 in der Avenue Kléber von einem deutschen Offizier, als er den Stern trug, militärisch gegrüßt worden. Dies bestätigte Jünger nach dem Krieg und schrieb Sée, er habe „immer den Stern gegrüßt“.[103]

Hinrichtungen von Juden durch Einsatzgruppen in der Ukraine (1942)

1942 begannen die Arbeiten an dem Aufruf Der Friede, der als Appell an die Jugend Europas nach einem Sturz Hitlers gedacht war. Damals gehörte Jünger zur Stabsabteilung des Militärbefehlshabers in Frankreich, des Generals der Infanterie und späteren Widerstandskämpfers Carl-Heinrich von Stülpnagel. Stülpnagel schickte Jünger am 21. November 1942 in den Kaukasus – angeblich, um die Truppenmoral vor einem eventuellen Attentat auf Adolf Hitler zu untersuchen. Dort setzte Jünger sein Tagebuchwerk unter dem Titel Kaukasische Aufzeichnungen fort, die ebenfalls in die Strahlungen aufgenommen wurden. Am Silvesterabend übertrug sich der Ekel vor den Mordaktionen, die dort von „Einsatzgruppen“ begangen wurden, auch auf das Militärische selbst: „Ein Ekel ergreift mich dann vor den Uniformen, den Schulterstücken, den Orden, dem Wein, den Waffen, deren Glanz ich so geliebt.“ Der Kaukasus wurde zum Desaster des Wahrnehmungsprogramms, das er unter anderem im „Arbeiter“ entwickelt hatte.[104] Am 9. Januar 1943 kehrte er nach Paris zurück.[105]

Am 26. Mai 1944 bezeichnete Jünger seinen „Ekel“ selbst als „Schwäche“ und ermahnte sich, „dergleichen“ zu betrachten „wie der Arzt den Kranken“, also sein im Kaukasus zusammengebrochenes Wahrnehmungsprogramm wieder aufzunehmen.[106] So hält er im Tagebucheintrag vom 27. Mai 1944 fest, wie er einen alliierten Fliegerangriff vom Dach des Hotels Raphael aus beobachtete, und zwar teils durch „ein Glas Burgunder, in dem Erdbeeren schwammen“. Im Spiegel-Interview 1982 sprach er allerdings von einem mit Sekt gefüllten Sektglas.[107] Tobias Wimbauer vertritt die These, dass es an diesem Tag bei Sonnenuntergang wahrscheinlich gar keine Bombardierungen gäbe. Jünger müsse die Szene also erfunden (oder falsch erinnert), auf literarische Vorbilder der Décadence bei Oscar Wilde und Marcel Proust zurückgegriffen und seine durch eine Pariser Liebschaft ausgelöste Ehekrise auf allegorische Weise thematisiert haben. Die Faszination angesichts des Kriegsschauspiels sei von Jünger bewusst in eine literarische Genussästhetik überführt worden.[108] Daniel Morat kritisiert die These Wimbauers als „Versuch, durch den Hinweis auf die Literarizität dieser Szene, sie und damit Jünger vom Vorwurf des Gewaltästhetizismus freizusprechen“.

Beteiligung am Widerstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jünger kam in Kontakt zu Widerstandskreisen innerhalb der Wehrmacht und dokumentierte für sie die Auseinandersetzungen zwischen NSDAP-Stellen und der Wehrmacht im besetzten Frankreich. Er stand zahlreichen Beteiligten des Attentats vom 20. Juli 1944 nahe. Er war zwar nicht direkt in die Pariser Verschwörung eingeweiht, dass er jedoch möglicherweise etwas geahnt hatte, wird in dem Bericht Walter Bagatzkys deutlich:

„Am frühen Nachmittag des 21. Juli vor dem Eingang zum Majestic traf ich Ernst Jünger, einen vertrauten Mitbewohner des Raphael. Wir hatten ihn in die Details nicht eingeweiht, aber er wußte, was lief, er war eine unserer geistigen Stützen. Schweigend hörte er mich an, dann, in seiner ruhigen, metallenen Stimme, das Verdikt: ‚Da muß man doch einfach schießen‘.“[109]

Am selben Tag notierte Jünger in seinem Zweiten Pariser Tagebuch kommentarlos eine in einem Gespräch mit ihm geäußerte Aussage von Max Hattingen (= „der Präsident“), Hauptmann im Pariser Generalstab: „Die Riesenschlange im Sack gehabt und wieder herausgelassen“. Hattingen bezeichnete damit den Tatbestand, dass es Stülpnagel im Rahmen des Unternehmens Walküre zunächst gelungen war, in Paris die wichtigsten Funktionäre und Führer der SS, des SD und der Gestapo festnehmen zu lassen, um sie dann wieder in Freiheit zu setzen, nachdem das Scheitern des Attentats feststand.[110] Nach der Operation Overlord und der alliierten Befreiung von Paris verließ Jünger mit den abziehenden deutschen Truppen die französische Hauptstadt und kehrte nach Deutschland zurück, wo er im September 1944 – im Alter von 49 Jahren – als Hauptmann regulär aus der Wehrmacht entlassen wurde.[111] Er zog sich nach Kirchhorst in Niedersachsen zurück, wo er gegen Kriegsende als Volkssturmkommandant befahl, keinen Widerstand gegen die anrückenden alliierten Truppen zu leisten.

Jüngers Sohn Ernst, Ernstel genannt, wurde 1944 im Alter von 17 Jahren zusammen mit seinem Freund Wolf Jobst Siedler in dem Internat Hermann Lietz-Schule Spiekeroog verhaftet, in dem sie zur Schule gingen. Die Schüler waren dort auch als Marinehelfer tätig. Ein Mitschüler hatte sie bei einer vorgesetzten Dienststelle mit der Meldung denunziert, sie hätten während des Dienstes für die Marine „fortwährend regimekritische und defätistische“ Bemerkungen gemacht. Ernstel habe sogar u. a. gesagt, „Hitler müsse ‚gehängt‘ werden“. Das waren schwere Vergehen in der Zeit des Nationalsozialismus und es bestand die Gefahr, dass es ein Strafverfahren vor dem Volksgerichtshof geben würde, bei dem solche Äußerungen in der Regel mit der Verhängung der Todesstrafe geahndet wurden. Doch dank der Fürsprache von Ernstels Vater bei militärischen Vorgesetzten der beiden Jungen fand ein Kriegsgerichtsverfahren statt, in dem beide nur zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden und ein halbes Jahr später auf Bewährung entlassen wurden.[112] Ernstel meldete sich freiwillig bei den Panzergrenadieren einer SS-Einheit, um einer Verhaftung durch die Gestapo zu entgehen. Am 29. November 1944 fiel er in Italien in der Nähe von Carrara. Ernst Jünger und seine Frau hatten noch lange immer wieder Zweifel, ob ihr Sohn nicht in Wirklichkeit „liquidiert“ worden war.[113]

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationsverbot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Jünger-Haus in Wilflingen
Ernst Jüngers Schreibtisch in Wilflingen

Nach dem Krieg weigerte sich Jünger, den Fragebogen der Alliierten für die sogenannte Entnazifizierung auszufüllen, und erhielt daraufhin in der britischen Besatzungszone bis 1949 Publikationsverbot. Dass er als „belastet“ galt und als Wegbereiter des Nationalsozialismus gesehen wurde, nahm er hin und wollte auch darin eine Auszeichnung sehen. Dabei wartete er sehnlichst darauf, dass die „Friedensschrift“ in Deutschland erscheinen könnte, wo ab 1946 eine in Amsterdam gedruckte Ausgabe zirkulierte.[114] Er übersiedelte 1948 nach Ravensburg in die französische Besatzungszone und wenig später auf persönliche Einladung von Friedrich von Stauffenberg nach Wilflingen, einem Ortsteil der Gemeinde Langenenslingen im Landkreis Biberach in Oberschwaben.[115] Dort wohnte Jünger von 1951 an bis zu seinem Tode in dem 1727 vom Fürstbischof von Konstanz und Augsburg Johann Franz Schenk Freiherr von Stauffenberg erbauten Forsthaus der ehemaligen Oberförsterei der Schenken von Stauffenberg.

Jünger wurde auf den jungen Journalisten Armin Mohler aufmerksam, da dieser 1946 in der Weltwoche einen recht positiven Artikel über ihn veröffentlicht hatte. Von 1949 bis 1953 war Mohler Privatsekretär von Jünger. 1949 lernte Jünger den LSD-Entdecker Albert Hofmann kennen. Gemeinsam experimentierten beide mit der Droge. Jünger schrieb anschließend ein Buch über seine Erfahrungen mit LSD (Besuch auf Godenholm).

Spätwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Aufhebung des Publikationsverbots 1949 erschienen die Strahlungen, die in Deutschland Bestseller des Jahres wurden. In wenigen Wochen waren 20.000 Exemplare des Tagebuchs verkauft.[116] Als zweites Werk erschien im Herbst 1949 der Roman Heliopolis, an dem Jünger von Januar 1947 bis März 1949 gearbeitet hat. Heliopolis würdigt Helmuth Kiesel als unzeitgemäß „großartigen Roman“.[117] Er wertet das Spätwerk aber nicht, wie etwa Peter Koslowski, als große Geschichtsphilosophie gegenüber dem Frühwerk auf.[118]

1951 entstand Jüngers Essay Der Waldgang, eine Art Widerstandsfibel gegen Totalitarismus und Anpassung. Fortsetzung und Abschluss dieser Thematik sind in dem 1977 erschienenen Roman Eumeswil zu sehen, in dem Jünger „das Gebäude seiner Weltweisheit“ (Armin Mohler) errichtete. Er entwickelt darin die Gestalt des Waldgängers zu der des Anarchen weiter, wobei er sich hauptsächlich auf Max Stirner und dessen 1844 erschienenes Buch Der Einzige und sein Eigentum bezieht.[119]

Nach dem Tod seiner ersten Frau Gretha (1960) heiratete Jünger 1962 die promovierte Germanistin Liselotte Lohrer (1917–2010),[120] die unter anderem das Cotta-Archiv im Deutschen Literaturarchiv aufgebaut und betreut hat. In seinen Schriften bezeichnet Jünger sie gewöhnlich mit ihrem Kosenamen als „das Stierlein“. Sie war auch an der Edition der Werke ihres Mannes bei Klett-Cotta beteiligt. Am 20. Juli 1977 starb Ernst Jüngers Bruder Friedrich Georg.

Goethe-Preis und internationale Anerkennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. Mai 1982 entschied das Kuratorium des Frankfurter Goethepreises, Ernst Jünger auszuzeichnen. Die Idee kam ursprünglich von Rudolf Hirsch, einem jüdischen Schriftsteller, der 1933 aus Deutschland emigrierte und in Jünger einen inneren Widerständler des NS-Regimes sah. Die Grünen protestierten dagegen im Stadtparlament: „Uns ist es relativ gleichgültig, ob Ernst Jünger ein guter oder schlechter Schriftsteller ist. […] Er war und ist ein durch und durch unmoralischer Mensch.“ Zur Verleihung am 28. August 1982 in der Frankfurter Paulskirche, dem Symbolort deutscher Demokratie, zeigte sich die Polizei gut gerüstet. Draußen hatten die Grünen eine große Demonstration organisiert. In der Paulskirche selbst fehlte fast die gesamte politische Prominenz. Jünger und Kulturdezernent Hilmar Hoffmann (SPD) mussten sich durch ein Spalier protestierender Gegner schreiten, die mit Eiern und Tomaten warfen, obwohl sich Hoffmann gegen den Preis ausgesprochen hatte. Auf Spruchbändern und Flugblättern wurden Jünger Sätze aus Frühwerken entgegengehalten, wie etwa: „Ich hasse die Demokratie wie die Pest.“[121]

Ernst Jünger 1984 mit dem Verleger Ernst Klett

Ernst Jünger reiste und schrieb bis kurz vor seinem Tod. 1983 in Paris besuchte er den Philosophen Jean Beaufret.[122] Einige Reisen zwischen 1929 und 1964 wurden in Jüngers elf Reisetagebüchern literarisch festgehalten. Die Kriminalgeschichte Eine gefährliche Begegnung erschien 1985. 1986 reiste er nach Kuala Lumpur, um zum zweiten Mal in seinem Leben den Halleyschen Kometen zu sehen. Darüber berichtet er im Tagebuch Zwei Mal Halley, das zugleich einen Teil seines diaristischen Hauptwerks Siebzig verweht bildet.[123] Jünger begann dieses Alterstagebuch nach seinem 70. Geburtstag (1965) und führte es bis zum Frühjahr 1996 fort.

Jüngers Grab in Wilflingen

Am 20. Juli 1993 besuchten der damalige französische Staatspräsident François Mitterrand und der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl Jünger im Stauffenbergschen Forsthaus in Wilflingen. Am 26. September 1996 konvertierte Ernst Jünger zum römisch-katholischen Glauben. Erst nachdem er 1998 im Alter von 102 Jahren im Krankenhaus von Riedlingen gestorben war, wurde seine Konversion bekannt.[124] An der Beerdigung Ernst Jüngers nahmen 2.000 Menschen teil, darunter Erwin Teufel, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, ein Vertreter der Bundesregierung in Bonn und fünf Generäle der Bundeswehr.

In Gedenken an Ernst Jünger fertigte der Aachener Bildhauer Wolf Ritz eine Büste an, die anfangs in Wilflingen aufgestellt wurde, aber mittlerweile vom Deutschen Literaturarchiv Marbach übernommen worden ist.[125]

Orden und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel in Wilflingen

Aus Anlass des 90. Geburtstages Ernst Jüngers stiftete das Land Baden-Württemberg mit dem Einverständnis des Schriftstellers 1985 den Ernst-Jünger-Preis für Entomologie. Damit werden seit 1986 in dreijährigem Turnus Wissenschaftler ausgezeichnet, die mit herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Insektenkunde hervorgetreten sind. Ernst Jünger war als Träger des Pour le Mérite der letzte Bezieher eines Ehrensolds gem. § 11 des Gesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen aus dem Jahr 1957.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Jünger ist „der umstrittenste deutsche Schriftsteller des 20. Jahrhunderts“ (Sven-Olaf Berggötz),[127] wenn nicht Deutschlands umstrittenster Autor überhaupt. Während seine Kritiker ihm vorwerfen, mit seinem nationalistischen Frühwerk als intellektueller Wegbereiter des Nationalsozialismus gewirkt zu haben, würdigte man seine Schriften zunächst hauptsächlich wegen ihrer ästhetischen Qualität.[128]

Verhältnis zum Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Jünger galt seinen Zeitgenossen als zwar „radikalisierter“, aber ansonsten nationalsozialistischer oder „dem Nationalsozialismus gleichgestimmter“ Schriftsteller. So rechnete ihn Ernst Günther Gründel 1932 zum „orthodoxen Flügel der NSDAP“ und hielt ihn gemeinsam mit Niekisch, Schauwecker, Albrecht Erich Günther und Gregor Strasser für einen „Nationalkommunisten“.[129] Jüngers Verhältnis zum Nationalsozialismus erschien widersprüchlich. Ernst Niekisch, der im offenen Gegensatz zum NS-Regime stand, warf ihm vor, als es um die Frage der Zugehörigkeit zur „bolschewistischen oder faschistischen Front“ gegangen sei, in die „Innerlichkeit“ ausgewichen zu sein. Arnolt Bronnen, der in dieser Frage auf der faschistischen Seite stand und gegen die Opposition des Jünger-Kreises gegen das Regime war, gab zu bedenken, der „Katechismus“ dieses Kreises habe „in einer an Nietzsche und George geschulten Form bereits die ganze Ideologie des Nationalsozialismus von Hitler bis Goebbels und Rosenberg“ enthalten.[130] Seine Verehrung für Jünger sei der Grund für seine Hinwendung zur kommenden Nazi-Bewegung.[131] Für die Nationalsozialisten war allerdings „Der Arbeiter“ ein skandalöses Buch schon allein deshalb, weil Jünger darin „die Grundfrage alles Daseins […], das Problem von Blut und Boden“ negierte, wie Thilo von Trotha im Völkischen Beobachter vom 22. Oktober 1932 kritisierte. Ernst Jünger nähere sich mit seinem literarischen Schaffen damit der „Zone der Kopfschüsse“, hieß es drohend.[132] Andererseits wurde der „Arbeiter“ von einem Kommunistenführer wie Karl Radek gefeiert. Er versuchte seine KPD-Freunde sogar zu überzeugen, dass die Gewinnung des Ernst Jünger mehr wert sei als alle neuen Wählerstimmen zusammen.[133]

Nach 1933 sahen Siegfried Marck, Hermann Rauschning, Golo Mann und Karl Löwith in Jünger einen Wegbereiter der deutschen Katastrophe.[13] Im Volksbrockhaus 1941 ist zu lesen: „[Ernst Jünger] stellte in seinen Werken, bes. seinen Kriegsbüchern […], den nationalistischen und heldischen Gedanken dem bürgerlichen Geist entgegen“.[134] Karl Otto Paetel, der von Jüngers regimekritischer Haltung überzeugen wollte, schrieb 1943 in der Emigrantenzeitschrift Deutsche Blätter, „dass sich Ernst Jünger um die Tagespolitik wirklich nie gekümmert“ habe.[135] Carl Zuckmayers positive Beurteilung Jüngers in seinem 1943/44 entstandenen Geheimreport für den amerikanischen Geheimdienst Office of Strategic Services (OSS) stützte sich, wie er selbst bekennt, wesentlich auf den Aufsatz Paetels.[13]

Wolfgang Harich (1947)

Die Rezeption Jüngers nach dem Zweiten Weltkrieg ist durch die Tatsache geprägt, dass er für viele – auch dann, wenn ihm eine moralisch einwandfreie Haltung zugestanden wird – als geistiger oder „apolitisch-politischer“ (Volker C. Dörr) Wegbereiter des NS-Faschismus und so als desavouiert gilt.[136][137] Der Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands, der sich in der Sowjetischen Besatzungszone gegründet hatte, griff am ersten Jahrestag des Kriegsendes in einer Diskussionsveranstaltung den „Fall Jünger“ auf. Der junge SED-Literaturkritiker Wolfgang Harich ging wenig später zum publizistischen Frontalangriff über, woraufhin in den Westzonen zahlreiche Apologeten und Kritiker öffentlich Stellung nahmen. Die heftigen Attacken aus den Reihen des Kulturbundes zielten darauf ab, Jünger als Befürworter eines sich abzeichnenden westdeutschen Staats hinzustellen. Wie nach ihm Paul Rilla, Wolfgang Weyrauch und Kurt Hiller warf Wolfgang Harich im Ost-Berliner Aufbau, im West-Berliner Kurier sowie in der Täglichen Rundschau Jünger mit Bezug auf das Terre-des-Hommes-Interview und die „Friedensschrift“ vor, den „westlichen Alliierten ein unverblümtes Westblock-Angebot gemacht“ zu haben. Harich forderte daraufhin im Juli 1946, „daß diesem Mann das Handwerk gelegt“ werde, trete doch in dessen Werk „die zum Himmel stinkende innere Verfaulung eines ins Bestialische entarteten Intellekts“ zutage. Und weiter: „Das Ausglühen dieses schwärenden Ansteckungsherdes aus dem deutschen Geistesleben der Gegenwart dürfte […] als hygienische Notwendigkeit nicht mehr bestreitbar sein.“ Paul Rilla bezeichnete Jünger als einen „Gegner des Nationalsozialismus, dessen Schrittmacher er war“, und folgerte daraus, Jünger böte als Identifikationsfigur die Möglichkeit, „sich vom Hitlerismus rückwärts zu distanzieren“, sodass er auch gegenwärtig wieder „zum Schrittmacher jener getarnten Reaktion“ tauge, „die ihre Hitler-Gegnerschaft beteuert, um desto ungenierter im Trüben zu fischen“.[138]

Bereits Anfang Mai 1946 hatte sich Karl Korn bei einer öffentlichen (und von Niekisch moderierten) Diskussion vehement für Jünger engagiert. Auf die polemischen Vorwürfe von Wolfgang Harich reagierte er beispielsweise mit einer lebhaften Apologie des Autors. In Jünger könne man eine exemplarische „Gestalt des Übergangs“ erblicken, dessen „authentischen Rufen“ nach dem „verlorenen Heil“ eine sittliche Selbsterneuerung Deutschlands jenseits der Vorgaben von Ost und West abzugewinnen sei.[139] Ebenso verwies 1946 der nationale Bolschewik Karl Otto Paetel „auf die Figur des ‚nationalrevolutionären‘ Schriftstellers Ernst Jünger als ein Beispiel für die Existenz eines ‚Anderen Deutschland‘“. Er betrachtete Auf den Marmorklippen und Gärten und Straßen als „die wichtigsten antinationalsozialistischen Dokumente, die im Dritten Reich entstanden“ seien. Es gehe zu weit, Jünger aufgrund seines Patriotismus als „Nazimitläufer“ zu bezeichnen. Damit wandte sich Paetel besonders gegen das Kollektivschulddenken, das zu jener Zeit weit verbreitet war.[140] Gegen Ende des dritten Zirkularbriefs „an die Freunde“ vom 1. September 1946 fragte Jünger, er sei doch neugierig, ob es seinen Gegnern gelingen werde, ihn „zum Kirchenvater des dritten Reiches zu machen“.[141]

Logo des Nordwestdeutschen Rundfunks

Der Publizist Axel Eggebrecht erklärte Jünger im September 1946 in der Radiosendung „Am Runden Tisch“ des Nordwestdeutschen Rundfunks zu einem Wegbereiter des Nationalsozialismus; bis zu einem gewissen Zeitpunkt sei er dies möglicherweise sogar bewusst gewesen, aus einer „ästhetische Freude an den gewaltsamen Kräften der Zerstörung“. Er sah in dem Schriftsteller einen „unbewußten Vor-Nazi“, von „einer inneren Wandlung könne nicht die Rede sein“. Walther von Hollander und Herbert Blank hielten Jünger jedoch für einen „Gegner des Nationalsozialismus“. Für Gottfried Stein stellte er sich „jederzeit in Wort und Haltung gegen den Hitlerismus.“ Jünger habe als einziger Kriegsbuchautor den Sinn des Krieges „ergründen und dienen“ wollen. Auch für Manfred Michler war er ein Gegner Hitlers. Nach dem fehlgeschlagenen Hitler-Attentat entging Jünger, behauptete Michler, „wie durch ein Wunder der Verhaftung, er wird jedoch aus dem Wehrdienst entlassen.“ Jünger habe aber dem Krieg, so Frank Thiess, „einen bestimmten Sinn innegelegt“.[142] Der sozialistische Erziehungswissenschaftler Heinz-Joachim Heydorn nahm eine „vermittelnde Stellung“ ein: Auch er sah in Jünger einen, wenn auch im Wesentlichen unbewussten Vorläufer des Nationalsozialismus, auch er glaubte nicht an seine innere Wendung, lehnte die Friedensschrift ab, erwartete „aber doch noch wichtige Arbeiten für die Zukunft von Jünger.“[143] In nahezu allen kulturpolitischen Zeitschriften wurden 1946 Beiträge zum Fall Jünger veröffentlicht. Während im liberalen Exil und von kommunistischen Widerstandskämpfern Jünger als Wegbereiter des Faschismus kritisiert wurde, artikulierte sich in allen anderen Zeitschriften eine auf ihn gerichtete „Hoffnung“ (Dieter Bassermann). Jünger galt als der Prototyp der „Wandlung“ (Johannes R. Becher) des deutschen Nationalismus ins Abendländische, politisch ins Europäische, weltanschaulich ins Christliche. Der Student Karl Friedrich Baedeker schrieb in der Hamburger Akademischen Rundschau, Jünger sei „die einzige Gestalt, an der die Jugend bei der Suche nach geistiger Führung nicht sogleich vorbeiläuft“. Baedeker betonte vor allem als spezifisch abendländisch die „Haltung ohne Dogmen und Programme“. Ebenso stellte Hans-Hermann Grothoff in der Hamburger Studentenzeitschrift die „Theorienfeindlichkeit“ des geistigen Führers Jünger heraus.[144] 1949 am Beginn von seinen Strahlungen trat Jünger seinen Kritikern mit der Selbstdeutung als distanzierter Beobachter der Katastrophe entgegen: „Nach dem Erdbeben schlägt man auf die Seismographen ein. Man kann jedoch die Barometer nicht für die Taifune büßen lassen, wenn man nicht zu den Primitiven zählen will.“[145]

Hannah Arendt

Als eine Person von „unzweifelhafte[r] Integrität“ bezeichnete ihn Hannah Arendt 1950. Trotz des „unleugbaren“ Einflusses, den seine früheren Arbeiten auf einige Mitglieder der nazistischen Intelligenz ausübten, sei er „vom ersten bis zum letzten Tag“ des Regimes ein „aktiver Nazigegner“ gewesen.[146] Die besondere Repräsentanz bestehe, so Wilhelm Grenzmann, in seiner Funktion als „ein Verkünder auch unserer Irrtümer, ja, unserer Verhängnisse“.[147] Nach Karl Prümm mache diese Bemerkung Grenzmanns eine „psychologische Konstante“ der Nachkriegsrezeption sichtbar. Den Weg Jüngers zum antidemokratisch-autoritären Engagement bis in die unmittelbare Nähe des Nationalsozialismus hätten seine Leser weitgehend geteilt. Ihre nach 1945 so deutliche Identifikation mit seinem „Widerstand“, seiner „Wandlung“ ermögliche den „kollektiven Freispruch“, erspare die „selbstkritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit“. Jünger erkenne im Nationalsozialismus letztlich die Verkörperung all jener Tendenzen, die von ihm zeitlebens bekämpft wurden und die mit ihren egalitären ldeen dem Faschismus den Boden bereiteten durch Einebnung der Hierarchien bereitet hätten: Nihilismus, Technik- und Fortschrittsglaube, Amerikanismus und vor allem Demokratie und Liberalismus. Seine eigene Rolle während des Kampfes gegen die Weimarer Republik unterziehe Jünger keiner kritischen Überprüfung.[148] Ebenso urteilt Helmut Peitsch: Jünger verkörperte, was als Literaturfunktion programmiert wäre, den von der Katastrophe zur Katharsis bewegten Deutschen. Diesen in den Literaturverhältnissen liegenden Wirkungsbedingungen entspreche seine „Selbstinszenierung“ „optimal“.[149] So wurde er in der bürgerlichen Literaturkritik der BRD vorwiegend als „Abenteurer“ und Stilist[150] oder als „Mann des Widerstands“ – des „nationalistischen Widerstands gegen das kapitalistisch-demokratische Europa von Versailles“ und des „Inneren Widerstands“ gegen das Hitlerreich[151] – von dem Vorwurf, ein literarischer Wegbereiter des Faschismus gewesen zu sein, zu rehabilitieren versucht.[152]

Peter de Mendelssohn dagegen behauptete 1953 von Jünger, dieser habe mit der Prägung des Begriffs „Totale Mobilmachung“ der totalen Mobilmachung „erst eigentlich Existenz und Greifbarkeit“ verliehen.[153] Christian E. Lewalter erwiderte, Jüngers Schriften bis 1934 seien lediglich „Diagnosen der Zeit“.[154] Tatsächlich habe er doch, so Hans-Peter Schwarz, bis in die dreißiger Jahre hinein „die kriegerische, nationale und sozialistische Diktatur nicht allein prophezeit, sondern auch postuliert“.[155] 1962 meinte der Jünger-Kritiker Helmut Kaiser, Jünger sei ein „Schrittmacher des ‚Dritten Reiches‘“ vor allem insofern gewesen, als durch seine Schriften Die totale Mobilmachung (1931), Der Arbeiter (1932) und andere die Entwicklung zur Diktatur „von ihm als metaphysische Richtung seiner Zeit gerechtfertigt“ worden wäre.[156] Thomas Manns Behauptung, Jünger sei ein „Wegbereiter des Barbarismus“ gewesen, wurde erst mit der Publikation seiner Briefe 1963 bekannt. Das Urteil wurde als autoritativ beglaubigtes Wort ein Topos in der Streitgeschichte der 1960er, 1970er und 1980er Jahre. In quellenkritischer Hinsicht war die Validität des Urteils – und damit auch die Bezugnahme darauf – nach Ansicht Lothar Bluhms problematisch, da Manns apodiktische Einschätzung sich nicht auf eigene Jünger-Lektüre, sondern auf Hörensagen und Second-hand-Wissen aus dem Familien- und Freundeskreis gestützt hatte.[157] Es stellte sich die Frage, ob der inflationierte Topos „Wegbereiter“ dazu angetan ist, die Rolle eines exponierten Schriftstellers in der Vorzeit des Nationalsozialismus angemessen zu umreißen.[158] So schrieb der französische Jüngerianer Jean-Michel Palmier 1968, Ernst Jünger wäre „dem Nationalsozialismus gegenüber immer und öffentlich abweisend gestanden“.[159] Jakob Schissler meinte ebenso 1976: „Nur wenige der existentialistischen Äußerungen aus dem Lager der Nationalisten können aus dieser Zeit als zielgerichtet, mit dem Bewußtsein der Zukunftsperspektive ausgestattet, angesehen werden.“ Eine Ausnahme bilde die Konzeption Hans Freyers, der wohl gewusst haben möge, welche Kräfte zu welchem Zweck er lancierte; bei Niekisch und Jünger sei „dies nicht so eindeutig auszumachen“.[160] Karl Heinz Bohrer sprach von einer „schwer wägbare[n] allgemeine[n], ideologisch-politische[n] Ausstrahlung“ und stellte fest, dass für Jünger „gar keine andere denn ästhetische Perzeptionsweise“ existiere.[161]

Die Verleihung des Goethepreises 1982 bot dann den unmittelbaren Anlass sowohl für heftige Kontroversen als auch für einen Aufschwung in der Jünger-Forschung.[162] In Robert Wistrichs Perspektive ließ der „halb romantische, halb technokratische Nationalismus“ Jünger als „einen Protagonisten und intellektuellen Wegbereiter des Nationalsozialismus“ erscheinen.[163] Rolf Hochhuth erklärte apologetisch, dass die Handlungsweise eines Menschen nicht ablösbar sei „von der Epoche, die seine Sicht, sein Denken und Tun bestimmte“. Die jüngere Generation wisse eben, was danach gekommen sei, sei insofern klüger, dürfe aber diesen Zuwachs an Kenntnis nicht moralisch, jedenfalls nicht richtend, verwerten. Kritik am Parlamentarismus habe Jünger zu Zeiten geübt, als die Weimarer Republik obenauf war, was „moralisch gerechtfertigt, ja notwendig“ wäre.[164] Peter Longerich stellte die Schriften Die totale Mobilmachung und Der Arbeiter als „wichtige Zeugnisse des Präfaschismus“ dar.[165] Im Unterschied zu der negativen Bewertung Jüngers durch die New German Critique 1993, meinte Martin Konitzer in seinem ebenfalls 1993 erschienenen Buch, dass Jünger „die deutschen Widersprüchlichkeiten dieses Jahrhunderts exemplarisch zu integrieren vermochte“.[166] Zwar sei Jünger ebenso wie Carl Schmitt „zweifellos“ ein „Wegbereiter der Diktatur“ gewesen, meinte Rudolf Augstein 1993: „Aber wir glauben zu wissen, daß alle geistig hochstehenden Wegbereiter zusammen nicht ausgereicht hätten, Hitler den Weg zu ebnen oder zu versperren.“[167] Bruno Reimann betonte hingegen, auch wenn „kein einzelner Akteur und Autor in einem strikt linearen Sinne verantwortlich“ sei, so hätten doch „alle, welche die nationalen und rechtsradikalen Gebetsmühlen“ drehten, dazu beigetragen – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Hochhuths „Apologie“ schilderte er als „unverblümt“ und fragte, wann die chronisch bedrohte Weimarer Demokratie je „obenauf“ gewesen wäre. Dies sei ein „deutliches Anzeichen“ dafür, dass der „Faschismus als mentales Phänomen“ keinesfalls als „historisch abgeschlossenes Faktum“ betrachtet werden könne.[168]

1995 entflammte in den Feuilletons deutscher Zeitungen die Debatte erneut. Anlass war Jüngers 100. Geburtstag, der von Jüngerianern mit Festschriften zelebriert wurde.[169] So schrieb Karlheinz Weißmann, dass „Jüngers sukzessive Abwendung von der NSDAP und dann von der politischen Praxis überhaupt grundsätzlichen Erwägungen folgte. An den Beiträgen seiner nationalistischen Phase war immer die Abstraktheit aufgefallen. Tatsächlich blieb die Programmatik im eigentlichen Sinne undeutlich: ‚Nationalismus‘ war für Jünger Welt-Anschauung im vollen Sinne des Wortes.“[170] Karlheinz Hasselbach betonte, wie der frühe Jünger als Protofaschist abgestempelt und sein Œuvre als „fascist modernism“ (Russell Berman) abgetan werde,[171] so sei Thomas Mann im Jubiläumsjahr 1975 wegen seiner „Großbürgerlichkeit“ zum Kryptofaschisten erklärt worden.[172] Elke Schmitter meinte dagegen, in dem „Tyrannosaurus Jünger“ das Abbild eines „faschistischen“ „Chamäleons“ zu erkennen. Seine frühen Werke befänden sich „im besten Einklang mit den Schlechtesten ihrer Zeit: beladen und wirr, raunend und düster“.[173] „Er hat es nicht verdient, daß wir beschwichtigend daherreden“, sagte Christian Graf von Krockow, denn schließlich „gehörte er zu den Schreibtischtätern des Unheils“.[174] Sein „Wort zu Auschwitz“ wollte Ralph Giordano hören,[175] und Jürgen Busche meinte, aus dem Frühwerk Jüngers dringe nur „raunendes Schleichen ums Geheimnis, schlichter Unsinn oder Metaphysik im Oberton“.[176][177] Der Jüngerianer Jörg Sader kritisierte die „Annahme“, Jünger sei „ideologischer Vorläufer des Dritten Reichs gewesen (und nicht lediglich Formellieferant).“ Diese widerspreche der widersprüchlichen Rezeption seines Werks, dessen Wirkung außerdem „eindeutig kaum feststellbar“ gewesen wäre.[178] Ebenso schilderte Thomas Nevin die Einordnung Jüngers als Wegbereiter Hitlers als „absurd“, weil er die rassistische Ideologie abgelehnt habe.[179] Die Enzyklopädie des Nationalsozialismus rechnete ihn dennoch unter die „Wegbereiter des Nationalsozialismus“.[180] Elliot Neaman urteilte, diese Bezeichnung sei hinsichtlich der Rezeption Jüngers „ungenau und oberflächlich“. Die Nazis hätten den Inhalt der Schriften Die totale Mobilmachung und Der Arbeiter missachtet.[181]

Der Historiker Hans-Ulrich Wehler betont: „Eine Figur wie Jünger brauchte auch gar nicht der NSDAP anzugehören, um als einer der intellektuellen Totengräber der Republik, gefeiert von einer riesigen Lesergemeinde, zu wirken“.[182] Jan Ipema urteilt: Wenn man bei Jünger von einer Anerkennung Hitlers und seiner Bewegung sprechen könne, dann beziehe sich diese auf Hitlers erfolgreiches Agieren gegen die Bestimmungen des Vertrages von Versailles, nicht auf den Nationalsozialismus als „Lehre“.[183] Die Theorie, Jünger uneingeschränkt als Vorläufer der Nazi-Bewegung zu apostrophieren, bleibe laut Matthias Heilmann „fragwürdig“.[184] Der französische Philosoph Emmanuel Faye aber bezeichnet ihn schlicht als „Nazi“ und „pervers“.[185] Helmuth Kiesel urteilt, Jünger selbst tendierte zum Faschismus, der allerdings vom Nationalsozialismus zu unterscheiden sei. Zwar dürfe man die „Macht des Wortes“ nicht überschätzen, doch gehöre Jünger unbestreitbar unter „die ‚Totengräber‘ der Weimarer Republik und die ‚Pioniere‘ des ‚Dritten Reiches‘“.[186] Er dürfe deshalb „in einem allerdings sehr weiten Sinne“ (Lutz Unterseher) als einer der intellektuellen Wegbereiter des Nationalsozialismus gelten.[187]

Literaturkritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jünger faszinierte seine Leser und Schriftstellerkollegen bereits zu Lebzeiten, polarisierte dabei aber auch. Einer der Leser der Stahlgewitter war André Gide: „unbestreitbar das schönste Kriegsbuch, das ich gelesen habe“, schrieb er am 1. Dezember 1942 in sein Tagebuch.[188] Bertolt Brecht aber sprach Jünger kurz nach dem Zweiten Weltkrieg jeden literarischen Rang ab: „Da er selbst nicht mehr jung ist, würde ich ihn einen Jugendschriftsteller nennen, aber vielleicht sollte man ihn überhaupt nicht einen Schriftsteller nennen, sondern sagen: Er wurde beim Schreiben gesehen.“[189] Dagegen zählte der Avantgardist Alfred Döblin gerade Jünger, Brecht und sich selbst zu der geistesrevolutionären Bewegung innerhalb der deutschen Literatur.[190] Auch wenn Thomas Mann den schriftstellerischen Rang Jüngers nicht angriff, urteilte er 1945 in privaten Briefen über ihn, er sei „ein Wegbereiter und eiskalter Genüssling des Barbarismus“ gewesen, der leider „ein viel zu gutes Deutsch schrieb für Hitler-Deutschland“.[191] 1948 stellte Alfred Andersch die These auf, dass Jüngers Bedeutung nicht zuletzt auch durch seine Umstrittenheit bedingt sei.[192] Er nannte ihn jedoch ohne Umschweife „den letzten aus der großen Reihe Thomas Mann, Franz Kafka, Gottfried Benn und Bertolt Brecht“.[193]

Autoren wie Heiner Müller oder Rolf Hochhuth suchten die Verbindung mit dem alten Jünger. International sind Jüngers Schriften weit verbreitet, ihre Rezeption ist, im Gegensatz zur Situation in Deutschland, weniger auf die politische Publizistik Jüngers fixiert. Bereits seine frühen Schriften wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Kritisiert wurde an Jüngers Schriften schon früh die Verherrlichung von Gewalt und seine Idealisierung von Männlichkeit in Form des „Kriegers“. Später wurde das Werk Jüngers meist aus einer ästhetischen Perspektive rezipiert, wobei hierbei die brisanten politischen Implikationen ausgeblendet wurden. Während im nationalsozialistischen Deutschland Auf den Marmorklippen auch als leicht entschlüsselbare Kritik am NS-Regime gelesen wurde, hat man Jüngers Texte aus der Nachkriegszeit als politisch weniger relevant angesehen. Umso mehr jedoch gelten diese Texte als ästhetisch interessant.

Einen Markstein der wissenschaftlichen Rezeption bildete diesbezüglich Karl Heinz Bohrers Studie von 1978 Ästhetik des Schreckens, die die Verflechtung von Jüngers Texten mit der europäischen und US-amerikanischen Avantgarde zeigt. Im Gefolge dieser Forschungsöffnung fand Jünger – neben Walter Benjamin, Siegfried Kracauer und anderen – als Klassiker der modernen Medientheorie Beachtung. Hieran schlossen im Zuge der poststrukturalistischen Theoriebildung in Frankreich beispielsweise Virilio und Baudrillard an. Im deutschsprachigen Raum tritt hingegen seine ästhetische Beurteilung als Stilist meist hinter die politische zurück. Die Jünger-Forschung wollte das Risiko vermeiden, einen als „Wegbereiter des Faschismus“ verfemten Autor indirekt dadurch zu rehabilitieren, indem sie ihm literarische Qualitäten zusprach. Hierzu schrieb Bohrer:

„Es könnte nämlich sein, daß die künstlerische Begabung eines Schriftstellers gegen seine eigene Ideologie durchschlägt. Wir meinen: So ist es der Fall bei Jünger gewesen, dessen schwer wägbare allgemeine, ideologisch-politische Ausstrahlung nicht die Spezifik seines literarischen Werkes verstellen sollte. […] In der Radikalität nämlich, mit der die künstlerische Phantasie konservativer und dezisionistischer Autoren einem absoluten Ideologieverdacht ausgeliefert werden und wurden, scheint sich selbst jene Verweltanschaulichung zu wiederholen, die für das Denken der präfaschistischen Epoche so bezeichnend ist.“[194]

Erst in jüngerer Zeit entstehen solche Arbeiten, die – nicht zuletzt angeregt durch die formalästhetische Analyse Bohrers – auf den „sattsam bekannten Vorwurf des Präfaschismus“ (Claudia Gerhards) verzichten und die literarischen Dimensionen von Jüngers Werk stärker thematisieren.[195] Erst in jüngster Zeit finden sich wieder häufiger Interpretationen, die versuchen, den Nachweis subtiler, impliziter Subtexte im Werk Jüngers zu erbringen. Es gelinge ihm, politische Auffassungen auf diese Weise – gleichsam unbemerkt – zu transportieren.

Georges-Arthur Goldschmidt

2008 in Frankreich erschienen Jüngers Tagebücher in der Prestigereihe „Bibliothèque de la Pléiade“ bei Gallimard, was den französisch-deutschen Schriftsteller Georges-Arthur Goldschmidt zu einer wütenden Polemik veranlasste: Dass, so behauptete Goldschmidt in der Frankfurter Rundschau, „dieser doch ein wenig faschistoide, großtuerische Mystagoge“ nun unter den schönen Geistern des französischen Literaturhimmels platziert werde, sei das Allerletzte, die Publikation ein klares Zeichen dafür, dass in der „Pléiade“ die deutsche Emigration und der Widerstand in den Hintergrund verschoben würden. Es gehe, wenn auch unbewusst, um „eine regelrechte Rehabilitierung der deutschen Okkupation Frankreichs“, um eine „Eloge der Kollaboration“.[196] Die deutschsprachige Literaturkritik ist ebenfalls in ihrer Bewertung ambivalent. Jünger hatte Bewunderer wie Friedrich Sieburg und zahlreiche Gegner wie etwa Fritz J. Raddatz.[197] Marcel Reich-Ranicki äußerte 2011 in der Welt: „Einen bedeutenden Roman von Jünger sehe ich nicht. Ich glaube, dass er seine Wirkung vor allem seiner Persönlichkeit zu verdanken hatte, nicht seiner Prosa. Thomas Mann hat ihn 1945 unübertrefflich charakterisiert […] Jüngers Werk ist mir fremd.“[198] Andererseits beurteilten jüngere Kollegen wie Denis Scheck Jünger positiver.[199]

Wenig diskutiert wird seine oft unkonventionelle Themenwahl (in Heliopolis kommen Weltraumfahrt und eine Art von Mobiltelefon vor (der Phonophor), Gläserne Bienen beschreibt nanotechnisch betriebene Roboter). Hinzu kommen seine wissenschaftlichen Beiträge zur Insektenkunde. Zeit seines Lebens beschäftigte sich Jünger auch mit dem Thema Drogen, auch durch eigene Drogenerfahrungen u. a. mit Opium, Mescalin, Kokain und LSD, die er intensiv in seinem 1970 erschienenen Buch Annäherungen. Drogen und Rausch beschreibt und auch in seinen Notiz- und Tagebüchern immer wieder erwähnt. In literarischer Form verarbeitet Jünger Drogenerfahrungen z. B. in Strahlungen (1949), Heliopolis (1949) und Besuch auf Godenholm (1952). Zumeist nahm Jünger Drogen in gesellschaftlichen Runden ein und verwendete Dosierungen, die zu starke Räusche verhinderten. Im Jahr 2013 widmete das Literaturmuseum der Moderne dem langjährigen Briefwechsel Jüngers mit Albert Hofmann, dem Erfinder des LSD, eine umfassende Ausstellung.[200]

Die Ernst und Friedrich Georg Jünger Gesellschaft bündelt die Forschung und veranstaltet jedes Jahr am Wochenende vor Ostern ein Symposium zum Werk der Brüder Jünger.[201]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kampf als inneres Erlebnis. 1922.
Krieg und Krieger. 1930.

Tagebücher

Romane

Erzählungen

Essays

Editionen

  • Ernst Jünger: Sämtliche Werke. 22 Bände, Klett-Cotta, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-608-96105-8.
  • Ernst Jünger: Sämtliche Werke. 18 Bände und 4 Supplementbände, Klett-Cotta, Stuttgart 1978 ff.
  • Ernst Jünger: Werke. 10 Bände, Stuttgart 1960–1965.

Korrespondenz

  • Ernst Jünger, Rudolf Schlichter: Briefe 1935–1955. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Dirk Heißerer. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, ISBN 3-608-93682-3.
  • Ernst Jünger, Carl Schmitt: Briefe 1930–1983. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Helmuth Kiesel. Klett-Cotta, Stuttgart 1999, ISBN 3-608-93452-9.
  • Ernst Jünger, Gerhard Nebel: Briefe 1938–1974. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Ulrich Fröschle und Michael Neumann. Klett-Cotta, Stuttgart 2003, ISBN 3-608-93626-2.
  • Ernst Jünger, Friedrich Hielscher: Briefe 1927–1985. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Ina Schmidt und Stefan Breuer. Klett-Cotta, Stuttgart 2005, ISBN 3-608-93617-3.
  • Gottfried Benn, Ernst Jünger: Briefwechsel 1949–1956. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Holger Hof. Klett-Cotta, Stuttgart 2006, ISBN 3-608-93619-X.
  • Ernst Jünger, Stefan Andres: Briefe 1937–1970. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Günther Nicolin. Klett-Cotta, Stuttgart, 2007, ISBN 978-3-608-93664-3.
  • Ernst Jünger, Martin Heidegger: Briefwechsel 1949–1975. Unter Mitarbeit von Simone Maier herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Günter Figal. Klett-Cotta, Stuttgart, 2008, ISBN 978-3-608-93641-4.
  • Alfred Baeumler, Ernst Jünger: Mit einem Anhang der überlieferten Korrespondenz und weiterem Material. [Hrsg.] Ulrich Fröschle und Thomas Kuzias. Thelem Universitätsverlag, Dresden 2008, ISBN 978-3-939888-01-7.
  • Ernst Jünger, Gershom Scholem: Briefwechsel 1975–1981. Mit einem Essay von Detlev Schöttker: „Vielleicht kommen wir ohne Wunder nicht aus.“ Zum Briefwechsel Jünger – Scholem. In: Sinn und Form, Heft 3/2009, S. 293–308.
  • Ernst Jünger: Briefe an Sophie Dorothee und Clemens Podewils. In: Sinn und Form, Heft 1/2006, S. 43–59.
  • Ernst Jünger, Albert Renger-Patzsch: Briefwechsel 1943–1966 und weitere Dokumente. Hrsg. von Matthias Schöning, Bernd Stiegler, Ann und Jürgen Wilde. Wilhelm Fink, Paderborn/München 2010, ISBN 978-3-7705-4872-9.
  • Ernst Jünger, Dolf Sternberger: Briefwechsel 1941–1942 und 1973–1980. Mit Kommentaren von Detlev Schöttker und Anja S. Hübner. In: Sinn und Form. 4/2011, S. 448–473.[202]
  • Luise Rinser und Ernst Jünger. Briefwechsel 1939–1944. Mit einem einleitenden Essay von Benedikt Maria Trappen. Aufgang Verlag, Augsburg 2016, ISBN 978-3-945732-10-6.

Sonstiges

  • Ernst Jünger (Hrsg.): Die Unvergessenen. Justin Moser Verlag, München 1928. Aus dem Vorwort Jüngers: „Gern habe ich mich der Aufgabe gewidmet, die Schicksale einer Reihe von Männern zu sammeln, die der Krieg unserer Mitte entrissen hat…“ (Im Bestand Deutsches Literaturarchiv).
  • Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919 bis 1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven Olaf Berggötz. Klett-Cotta, Stuttgart 2001, ISBN 3-608-93550-9.
  • Ernst Jünger: Zur Geiselfrage. Schilderung der Fälle und ihrer Auswirkungen. Mit einem Vorwort von Volker Schlöndorff. Herausgegeben von Sven Olaf Berggötz. Klett-Cotta, Stuttgart 2011 ISBN 978-3-608-93938-5.
  • Jünger und Frankreich – eine gefährliche Begegnung? Ein Pariser Gespräch. Mit 60 Briefen von Ernst Jünger an Julien Hervier. Von Julien Hervier[203] und Alexander Pschera, aus dem Französischen von Dorothée Pschera. Matthes & Seitz, Berlin 2012, ISBN 978-3-88221-538-0.
  • Luftfahrt ist Not. Herausgegeben von Ernst Jünger unter dem Protektorat des Deutschen Luftfahrtverbandes e. V., Wilhelm Andermann Verlag, Berlin 1930.

Nachlass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Teil des Nachlasses von Ernst Jünger befindet sich im Deutschen Literaturarchiv in Marbach am Neckar.[204] Zahlreiche Blätter weisen mittlerweile Schädigungen auf, die durch Selbstklebebänder entstanden sind.[205]

Das Archiv zeigte im Jahre 2010 die Ausstellung Ernst Jünger. Am Abgrund mit zahlreichen Exponaten aus seinen Lebensabschnitten.[206] Einzelne Exponate aus Jüngers Nachlass sind Teil der Dauerausstellung im Literaturmuseum der Moderne in Marbach, beispielsweise sein Kriegstagebuch, aus dem später In Stahlgewittern entstand, und sein Kalender.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliografische Hilfsmittel und Register

Primärliteratur

Sekundärliteratur

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ernst Jünger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kriegsfreiwilliger, Füsilier-Regiment 73, 9. Kompagnie; Preußische Verlustliste Nr. 228 vom 20. Mai 1915, S. 6451 / Deutsche Verlustliste: leicht verwundet.
  2. Zitiert nach Benjamin Ziemann: Gewalt im Ersten Weltkrieg. Töten – Überleben – Verweigern. Klartext Verlag, Essen 2013, S. 121.
  3. Leutnant, Füsilier-Regiment 73, 2. Kompagnie; Preußische Verlustliste Nr. 650 vom 4. Oktober 1916, S. 15280 / Deutsche Verlustliste: leicht verwundet.
  4. Leutnant; Preußische Verlustliste Nr. 718 vom 23. Dezember 1916, S. 16940 / Deutsche Verlustliste: leicht verwundet.
  5. Zitiert nach Benjamin Ziemann: Gewalt im Ersten Weltkrieg. Töten - Überleben - Verweigern. Klartext Verlag, Essen 2013, S. 121.
  6. Ernst Jünger: Kriegstagebücher 1914–1918. Herausgegeben und kommentiert von Helmuth Kiesel. Klett-Cotta-Verlag, 2010, ISBN 978-3-608-93843-2.
  7. Benjamin Ziemann: Gewalt im Ersten Weltkrieg. Töten – Überleben – Verweigern. Klartext Verlag, Essen 2013, S. 121 f.
  8. Philipp Holstein: Leutnant Jünger in Stahlgewittern. In: Rheinische Post. 22. November 2010, S. C7.
  9. Hermann Weiß (Hrsg.): Biographisches Lexikon zum Dritten Reich. Fischer Verlag, Frankfurt 1998, ISBN 3-10-091052-4, S. 245.
  10. Helmuth Kiesel: Gab es einen „rechten“ Avantgardismus? In: Ariane Hellinger, Barbara Waldkirch, Elisabeth Buchner, Helge Batt (Hrsg.): Die Politik in der Kunst und die Kunst in der Politik. Wiesbaden 2013, S. 114.
  11. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, München 2007, S. 137.
  12. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, München 2007, S. 208.
  13. a b c d e f g h Matthias Schloßberger: Ernst Jünger und die ‚Konservative Revolution‘. Überlegungen aus Anlaß der Edition seiner politischen Schriften. Rezension über: ‚Jünger, Ernst: Politische Publizistik 1919 bis 1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven Olaf Berggötz. Stuttgart: Klett-Cotta 2001‘. In: IASL online (18. September 2002).
  14. Norbert Staub: Wagnis ohne Welt: Ernst Jüngers Schrift Das abenteuerliche Herz und ihr Kontext. Würzburg, Königshausen & Neumann, 2000, S. 247.
  15. Ernst Jünger: Revolution und Idee. In: Ders.: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 36.
  16. Ulrich Fröschle: Oszillationen zwischen Literatur und Politik. Ernst Jünger und das „Wort vom politischen Dichter“. In: Lutz Hagestedt (Hrsg.): Ernst Jünger. Politik – Mythos – Kunst. De Gruyter, Berlin 2004, S. 123 f.
  17. Ernst Jünger-Friedrich Hielscher: Briefe 1927–1985. Herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort von Ina Schmidt und Stefan Breuer, Klett-Cotta, S. 479.
  18. Heimo Schwilk: Nachwort. In: Ders. (Hrsg.): Ernst Jünger. Leben und Werk in Bildern und Texten. Stuttgart 2010, S. 101.
  19. Heimo Schwilk: Nachwort. In: Ders. (Hrsg.): Ernst Jünger. Leben und Werk in Bildern und Texten. Stuttgart 2010, S. 101.
  20. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, München 2007, S. 255 ff.
  21. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, München 2007, S. 229 ff.
  22. Peter Longerich: Jünger, Ernst, Schriftsteller. In: Wolfgang Benz, Hermann Graml (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Weimarer Republik. C.H. Beck, München 1988, S. 164 f. (die Zitate auf S. 165).
  23. Ernst Jünger: Unsere Politiker. In: Ders.: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 63f.
  24. Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 79f.
  25. Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 82.
  26. Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 186.
  27. Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 133.
  28. Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 86.
  29. Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 124f.
  30. Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 117-148-151.
  31. Ernst Jünger: Das Wäldchen 125. S. 185, zitiert bei Hans Sarkowicz, Alf Mentzer: Literatur in Nazi-Deutschland. Ein biografisches Lexikon. Erweiterte Neuausgabe, Europa Verlag, Hamburg 2002, S. 234–239 (Zitat: S. 235).
  32. Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 151.
  33. Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 212.
  34. Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 280.
  35. Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 218.
  36. Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 504ff.
  37. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 74.
  38. Ernst Jünger: Die Reaktion. In: Ders.: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 119–125, hier S. 124.
  39. Ernst Jünger: Abgrenzung und Verbindung. In: Ders.: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 167–175, hier S. 77.
  40. Kai Köhler: Nach der Niederlage. Der deutsche Faschismus, Ernst Jünger und der ›Gordische Knoten‹. In: Lutz Hagestedt (Hrsg.): Ernst Jünger. Politik – Mythos – Kunst. De Gruyter, Berlin 2004, S. 205–225, hier S. 205.
  41. a b Ernst Jünger: Der neue Typ des deutschen Menschens. In: Ders.: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 167–175, hier S. 169.
  42. Othmar Plöckinger: Geschichte eines Buches. Oldenbourg, München 2006, ISBN 3-486-57956-8, S. 160.
  43. Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 167–175, hier S. 180f.
  44. Ernst Jünger: Schließt euch zusammen! In: Ders.: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 214f.
  45. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 61.
  46. Ernst Jünger: Schließt euch zusammen! In: Ders.: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 219 f. und S. 228.
  47. Ernst Jünger: Groß-Stadt und Land. In: Ders.: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 233.
  48. Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 269.
  49. Karlheinz Weißmann: Maurice Barrés und der „Nationalismus“ im Frühwerk Ernst Jüngers. In: Günther Figal, Heimo Schwilk (Hrsg.): Magie der Heiterkeit. Ernst Jünger zum Hundertsten. Stuttgart 1995, S. 133–146, hier S. 141.
  50. Ernst Jünger: Das Sonderrecht des Nationalismus. In: Ders.: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 284.
  51. Ernst Jünger: Der neue Nationalismus. In: Ders.: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 288f.
  52. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 75.
  53. Ernst Jünger: Nationalismus und Nationalsozialismus. In: Ders.: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 317–320, hier S. 319.
  54. Karl Otto Paetel: Ernst Jünger. Weg und Wirkung. Eine Einführung. Stuttgart 1949, S. 89.
  55. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, München 2007, S. 308.
  56. Hans Sarkowicz, Alf Mentzer: Literatur in Nazi-Deutschland. Ein biografisches Lexikon. Erweiterte Neuausgabe, Europa Verlag, Hamburg 2002, S. 236.
  57. Karlheinz Weißmann: Maurice Barrés und der „Nationalismus“ im Frühwerk Ernst Jüngers. In: Günther Figal, Heimo Schwilk (Hrsg.): Magie der Heiterkeit. Ernst Jünger zum Hundertsten. Stuttgart 1995, S. 133–146, hier S. 141.
  58. Harro Segeberg: Revolutionärer Nationalismus. Ernst Jünger während der Weimarer Republik. In: Helmut Scheuer (Hrsg.): Dichter und ihre Nation. 1. Aufl., Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 1993, S. 327–342, hier S. 329. Zitiert nach Norbert Staub: Wagnis ohne Welt. Ernst Jüngers Schrift Das abenteuerliche Herz und ihr Kontext. Königshausen & Neumann, Würzburg 2000, S. 247.
  59. Heimo Schwilk: Nachwort. In: Ders. (Hrsg.): Ernst Jünger. Leben und Werk in Bildern und Texten. Stuttgart 2010, S. 76.
  60. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, München 2007, S. 287.
  61. Jan Robert Weber: Ästhetik der Entschleunigung: Ernst Jüngers Reisetagebücher (1934–1960). Berlin 2011, S. 54.
  62. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, München 2007, S. 258–261.
  63. Sven-Olaf Berggötz: Ernst Jünger und die Politik. In: Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 858.
  64. Wonseok Chung: Ernst Jünger und Goethe. Eine Untersuchung zu ihrer ästhetischen und literarischen Verwandtschaft. Frankfurt a. M. (u. a.) 2008, S. 342.
  65. Peter Longerich: Jünger, Ernst, Schriftsteller. In: Wolfgang Benz, Hermann Graml (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Weimarer Republik. C.H. Beck, München 1988, S. 164 f. (die Zitate auf S. 165).
  66. Karl-Heinz Weissmann: Maurice Barrés und der „Nationalismus“ im Frühwerk Ernst Jüngers. In: Günther Figal, Heimo Schwilk (Hrsg.): Magie der Heiterkeit. Ernst Jünger zum Hundertsten. Stuttgart 1995, S. 133–146, hier S. 141.
  67. Wojciech Kunicki: Projektionen des Geschichtlichen. Ernst Jüngers Arbeiten an den Fassungen von „In Stahlgewittern“. Lang, Frankfurt a. M. 1993, S. 112. Zitiert nach Norbert Staub: Wagnis ohne Welt. Ernst Jüngers Schrift Das abenteuerliche Herz und ihr Kontext. Königshausen & Neumann, Würzburg 2000, S. 247.
  68. Zitiert nach Heimo Schwilk: Nachwort. In: Ders. (Hrsg.): Ernst Jünger. Leben und Werk in Bildern und Texten. Stuttgart 2010, S. 106.
  69. Zitiert bei Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, München 2007, S. 269.
  70. Heimo Schwilk: Nachwort. In: Ders. (Hrsg.): Ernst Jünger. Leben und Werk in Bildern und Texten. Stuttgart 2010, S. 76.
  71. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, München 2007, S. 306.
  72. Frank Dietrich Wagner: Appell an die Vernunft. Thomas Manns Deutsche Ansprache und Arnolt Bronnens nationale Attacke im Krisenjahr 1930. In: Thomas Mann Jahrbuch. 13/2000, S. 53.
  73. Hermann Kurzke: Republikanische Politik. In: Thomas Mann. Das Leben als Kunstwerk. Beck, München 2006, S. 366.
  74. Julien Hervier: Ernst Jünger. Dans les tempêtes du siècle. Fayard, Paris 2014, S. 101.
  75. Leserbrief in der FAZ vom 15. März 2011, S. 19. Zitiert nach Till Kinzel: Ernst JÜNGER. ANTHOLOGIE. In: Informationsmittel (IFB), digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft. PDF.
  76. Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): Ein abenteuerliches Herz: Ernst-Jünger-Lesebuch. Herausgegeben und mit Erinnerungen von Heinz Ludwig Arnold. Klett-Cotta, Stuttgart 2011, S. 22 f.
  77. So Hermann Kurzke: Republikanische Politik. In: Thomas Mann. Das Leben als Kunstwerk. Beck, München 2006, S. 365.
  78. Zit. nach Hermann Kurzke: Republikanische Politik. In: Thomas Mann. Das Leben als Kunstwerk. Beck, München 2006, S. 366.
  79. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 80.
  80. Heimo Schwilk: Nachwort. In: Ders. (Hrsg.): Ernst Jünger. Leben und Werk in Bildern und Texten. Stuttgart 2010, S. 74.
  81. Klaus Mann: Die Jugend und Paneuropa. Zitiert nach Armin Kerker: Ernst Jünger – Klaus Mann. Gemeinsamkeit und Gegensatz in Literatur und Politik. Zur Typologie des literarischen Intellektuellen. Bonn 1974, S. 46.
  82. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 82.
  83. Ernst Jünger: Über Nationalismus und Judenfrage. In: Süddeutsche Monatshefte. 27, 1930, S. 845.
  84. Heimo Schwilk: Nachwort. In: Ders. (Hrsg.): Ernst Jünger. Leben und Werk in Bildern und Texten. Stuttgart 2010, S. 77.
  85. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, München 2007, S. 308 f.
  86. Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 660.
  87. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 205.
  88. Franz Lennartz: Die Dichter unserer Zeit. Einzeldarstellungen zur deutschen Dichtung der Gegenwart. Kröners Taschenausgabe, Band 217. Kröner Verlag, Stuttgart 1938. 4. Aufl. 1941, S. 201.
  89. Heimo Schwilk: Nachwort. In: Ders. (Hrsg.): Ernst Jünger. Leben und Werk in Bildern und Texten. Stuttgart 2010, S. 141.
  90. Zitiert nach Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 205.
  91. Lennart Svensson: Ernst Jünger: A Portrait. Manticore 2014, S. 33.
  92. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 205 f.
  93. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, München 2007, S. 480. Zitiert nach der Rezension von Reinhard Mehring in: Historische Literatur. Band 5, 2007, Heft 4, S. 234. PDF.
  94. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, München 2007, S. 458. Zitiert nach der Rezension von Reinhard Mehring in: Historische Literatur. Band 5, 2007, Heft 4, S. 234. PDF.
  95. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 268.
  96. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, 2007, S. 456.
  97. Vgl. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 259 f.
  98. a b Jörg Magenau: Brüder unterm Sternenzelt: Friedrich Georg und Ernst Jünger. Eine Biographie. Klett-Cotta, Stuttgart 2012.
  99. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 266.
  100. Zitiert nach der Rezension von Reinhard Mehring in: Historische Literatur. Band 5, 2007, Heft 4, S. 234. PDF.
  101. Sven Olaf Berggötz: Ernst Jünger und die Geiseln. Die Denkschrift von Ernst Jünger über die Geiselerschießungen in Frankreich 1941/42. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. 51 (2003), S. 405–472. PDF.
  102. Ernst Jünger: Das erste Pariser Tagebuch. In: Ders.: Sämtliche Werke. Bd. 2: Tagebücher II, Strahlungen I. Klett-Cotta, Stuttgart 2015, S. 218.
  103. Le Monde, 11. August 1996. Zitiert nach Philippe Barthelet: Le dernier chevalier. In: Ders. (Hrsg.): Ernst Jünger. Lausanne 2000, S. 18.
  104. Zitiert nach Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 265-268.
  105. David Oels: Rowohlts Rotationsroutine. Markterfolge und Modernisierung eines Buchverlags vom Ende der Weimarer Republik bis in die fünfziger Jahre. Klartext, Essen 2013, S. 183.
  106. Zitiert nach Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 265.
  107. Vgl. Christophe E. Fricker (Hrsg.): Ernst Jünger, André Müller. Gespräche über Schmerz, Tod und Verzweiflung. Böhlau, Köln 2015, S. 208.
  108. Vgl. Tobias Wimbauer: Kelche sind Körper. Der Hintergrund der »Erdbeeren in Burgunder«-Szene. In: Ders. (Hrsg.): Ernst Jünger in Paris. Ernst Jünger, Sophie Ravoux, die Burgunderszene und eine Hinrichtung. Eisenhut, Hagen-Berchum 2011, S. 9-75. Zitiert nach Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 260.
  109. Zitiert nach Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, 2007, S. 498.
  110. „‚Die Riesenschlange im Sack gehabt und wieder herausgelassen‘, wie der Präsident sagte, als wir in höchster Erregung bei geschlossenen Türen verhandelten.“ Ernst Jünger: Strahlungen. Heliopolis-Verlag, Tübingen 1949, S. 540; zur Identifizierung von „der Präsident“ Tobias Wimbauer: Personenregister der Tagebücher Ernst Jüngers. 3. aktualisierte Auflage. Eisenhut, Hagen-Berchum 2010, S. 95.
  111. Hermann Weiß, a.a.O., S. 246.
  112. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, 2007, ISBN 3-88680-852-1, S. 527 f.
  113. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, 2007, ISBN 3-88680-852-1, S. 529.
  114. Jörg Magenau: Brüder unterm Sternenzelt: Friedrich Georg und Ernst Jünger. Eine Biographie. Klett-Cotta, Stuttgart 2012, S. 191.
  115. Vgl. Christophe E. Fricker (Hrsg.): Ernst Jünger, André Müller. Gespräche über Schmerz, Tod und Verzweiflung. Böhlau, Köln 2015, S. 78.
  116. Helmut Peitsch: Deutschlands Gedächtnis an seine dunkelste Zeit. Zur Funktion der Autobiographik in den Westzonen Deutschlands und den Westsektoren von Berlin 1945 bis 1949. Berlin 1990, S. 233.
  117. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, München 2007, S. 506.
  118. Peter Koslowski: Der Mythos der Moderne. Die dichterische Philosophie Ernst Jüngers. München 1993. Zitiert nach Reinhard Mehring in: Historische Literatur. Band 5, 2007, Heft 4, S. 234-236. PDF.
  119. Bernd A. Laska: „Katechon“ und „Anarch“. Carl Schmitts und Ernst Jüngers Reaktionen auf Max Stirner. LSR, Nürnberg 1997, ISBN 3-922058-63-9. (Inhalt, Leseprobe, Register).
  120. Nachruf im Focus; Geburtsjahr nach Gegen die Zeit. In: focus.de. 25. März 1996, abgerufen am 25. Januar 2013.
  121. Lutz Hagestedt: Ambivalenz des Ruhmes: Ernst Jüngers Autorschaft im Zeichen des Goethepreises. In: Lutz Hagestedt (Hrsg.): Ernst Jünger: Politik – Mythos – Kunst. S. 167–179, hier S. 171.
  122. Julien Hervier: Ernst Jünger: Dans les tempêtes du siècle. Fayard, Paris 2014, S. 1984.
  123. Verweht bedeutet hier „vergangen“, „vorbei“.
  124. H. Kiesel: Eintritt in ein kosmisches Ordnungswissen. Zwei Jahre vor seinem Tod: Ernst Jüngers Konversion zum Katholizismus. In: FAZ. 29. März 1999.
  125. Büste Ernst Jünger
  126. 1953–1989 Förderpreise, Ehrengaben. In: kulturkreis.eu. Abgerufen am 30. März 2015.
  127. Sven-Olaf Berggötz: Ernst Jünger und die Politik. In: Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919–1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven-Olaf Berggötz, Stuttgart 2001, S. 834.
  128. Vorwort des Herausgebers in: Natalia Zarska, Gerald Wiesener, Wojciech Kunicki (Hrsg.): Ernst Jünger – eine Bilanz. Leipziger Universitätsverlag 2010, S. 9 und Beschreibung.
  129. Ernst Günther Gründel: Die Sendung der jungen Generation. Versuch einer umfassenden revolutionären Sinndeutung der Krise. München 1932, S. 289 und 298 f.
  130. Zitiert nach Armin Kerker: Ernst Jünger – Klaus Mann. Gemeinsamkeit und Gegensatz in Literatur und Politik. Zur Typologie des literarischen Intellektuellen. Bonn 1974, S. 92 f.
  131. Zitiert nach Matthias Heilmann: Leopold Jessner – Intendant der Republik. Der Weg eines deutsch-jüdischen Regisseurs aus Ostpreußen. Tübingen 2005, S. 319.
  132. Zitiert nach Rolf-R. Henrich: Das beste Recht wird sinnlos ohne den Gerechten: Zum 100. Geburtstag Ernst Jüngers. In: Hermann Weber (Hrsg.): Recht, Staat und Politik im Bild der Dichtung. Berlin 2003, S. 143–159, hier S. 148.
  133. Zitiert nach Jörg Sader: Im Bauche des Leviathan. Tagebuch und Maskerade. Anmerkungen zu Ernst Jüngers »Strahlungen« (1939–1948). Würzburg 1996, S. 16.
  134. Der Volks-Brockhaus. Deutsches Sach- und Sprachwörterbuch für Schule und Haus […]. Neunte, verbesserte Auflage A–Z. Brockhaus, Leipzig 1941, S. 327.
  135. Karl O. Paetel: Ernst und Friedrich Georg Jüngers Politische Wandlung. In: Deutsche Blätter, Band 1 (1943), Heft 10, S. 22–27, hier S. 23.
  136. Volker C. Dörr: Mythomimesis. Mythische Geschichtsbilder in der westdeutschen (Erzähl-)Literatur der frühen Nachkriegszeit (1945–1952). Berlin 2004, S. 399.
  137. Jan Robert Weber: Ästhetik der Entschleunigung: Ernst Jüngers Reisetagebücher (1934–1960). Berlin 2011, S. 258.
  138. Zitiert nach Jan Robert Weber: Ästhetik der Entschleunigung. Ernst Jüngers Reisetagebücher (1934–1960). Berlin 2014, S. 256 f.
  139. Zitiert bei Marcus M. Payk: Der Geist der Demokratie. München 2008, S. 197.
  140. Karl Otto Paetel: Ernst Jünger. Die Wandlung eines deutschen Dichters und Patrioten. New York 1946, S. 7–11.
  141. Ernst Jünger, Gerhard Nebel: Briefe 1938–1974. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Ulrich Fröschle und Michael Neumann, Stuttgart 2003, S. 98.
  142. Christof Schneider: Nationalsozialismus als Thema im Programm des Nordwestdeutschen Rundfunks (1945–1948). Potsdam 1999, S. 140 f.
  143. Ernst Jünger, Gerhard Nebel: Briefe 1938–1974. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Ulrich Fröschle und Michael Neumann, Stuttgart 2003, S. 587.
  144. Zitiert bei Helmut Peitsch: Deutschlands Gedächtnis an seine dunkelste Zeit. Zur Funktion der Autobiographik in den Westzonen Deutschlands und den Westsektoren von Berlin 1945 bis 1949. Berlin 1990, S. 233 f.
  145. Ernst Jünger: Strahlungen. Tübingen 1949.
  146. Hannah Arendt: Die Nachwirkungen des Naziregimes – Bericht aus Deutschland. In: Dies: In der Gegenwart. München 2000, S. 51 f.
  147. Wilhelm Grenzmann (1950): Dichtung und Glaube. Probleme und Gestalten der deutschen Gegenwartsliteratur. Bonn 1967, S. 183.
  148. Karl Prümm: Vom Nationalisten zum Abendländer. Zur politischen Entwicklung Ernst Jüngers. In: Basis, Jahrbuch für deutsche Gegenwartsliteratur. 6 (1976), S. 7–29, hier 26 f.
  149. Helmut Peitsch: Deutschlands Gedächtnis an seine dunkelste Zeit. Zur Funktion der Autobiographik in den Westzonen Deutschlands und den Westsektoren von Berlin 1945 bis 1949. Berlin 1990, S. 233 f.
  150. Karl August Horst in: Handbuch der deutschen Gegenwartsliteratur. Unter Mitwirkung von Hans Hennecke, hrsg. von Hermann Kunisch. München 1965, S. 316 ff.
  151. Hans Egon Holthusen: Ernst Jünger. In: Universitas: 10 (1955), S. 605–611, hier S. 610.
  152. Rezension von К. H. Bohrer: Die Ästhetik des Schreckens. Die pessimistische Romantik und Ernst Jüngers Frühwerk. München, Wien 1978. In: Referatedienst zur Literaturwissenschaft. 12 (1980) 2, S. 259–262, hier S. 259.
  153. Peter de Mendelssohn: Der Geist in Despotie. Versuche über die moralischen Möglichkeiten des Intellektuellen in der totalitären Gesellschaft. Frankfurt am Main 2016 (Berlin 1953), S. 205.
  154. Christian E. Lewalter: Wenn die Moral despotisch wird. Betrachtung über einen letzten Versuch zur Re-education. In: Die Zeit. 9. Juli 1953.
  155. Hans-Peter Schwarz: Der konservative Anarchist. Politik und Zeitkritik bei Ernst Jünger. Freiburg 1962, S. 74.
  156. Helmut Kaiser: Mythos, Rausch und Reaktion. Der Weg Gottfried Benns und Ernst Jüngers. Berlin/DDR: Aufbau-Verl. 1962, S. 152.
  157. Lothar Bluhm: Entwicklungen und Stationen im Streit um Jünger. In: Matthias Schöning, Ingo Stöckmann (Hrsg.): Ernst Jünger und die Bundesrepublik: Ästhetik – Politik – Zeitgeschichte. Berlin/Boston 2012, S. 205–220, hier S. 207 f.
  158. Bruno W. Reimann und Renate Haßel: Ein Ernst Jünger-Brevier. Jüngers politische Publizistik 1920–1933. Analyse und Dokumentation. Marburg 1995, S. 42.
  159. Jean-Michel Palmier: Les Ecrits politiques de Martin Heidegger. Paris, éditions de l’Herne, 1968, S. 173.
  160. Jakob Schissler: Gewalt und gesellschaftliche Entwicklung. Die Kontroverse über die Gewalt zwischen Sozialdemokratie und Bolschewismus. Meisenheim am Glan 1976, S. 247.
  161. Karl Heinz Bohrer: Die Ästhetik des Schreckens. Die pessimistische Romantik und Ernst Jüngers Frühwerk. München, Wien 1978, S. 18 und 432.
  162. Wonseok Chung: Ernst Jünger und Goethe. Eine Untersuchung zu ihrer ästhetischen und literarischen Verwandtschaft. Frankfurt a. M. [u. a.] 2008, S. 3.
  163. Robert Wistrich: Wer war wer im Dritten Reich? München: Fischer 1983, S. 149.
  164. Rolf Hochhuth: Täter und Denker. Profile und Probleme von Cäsar bis Jünger. Stuttgart 1987, S. 354.
  165. Peter Longerich: Jünger, Ernst, Schriftsteller. In: Wolfgang Benz und Hermann Graml: Biographisches Lexikon zur Weimarer Republik. München: Beck 1988, S. 165.
  166. Martin Konitzer: Ernst Jünger. Frankfurt am Main, 1993, S. 13.
  167. Rudolf Augstein: Machiavelli im Sauerland. In: Der Spiegel. Nr. 45, 8. November 1993, S. 75.
  168. Bruno W. Reimann und Renate Haßel: Ein Ernst Jünger-Brevier. Jüngers politische Publizistik 1920–1933. Analyse und Dokumentation. Marburg 1995, S. 42–49.
  169. Claudia Gerhards: Apokalypse und Moderne. Alfred Kubins „Die andere Seite“ und Ernst Jüngers Frühwerk. Königshausen & Neumann, Würzburg 1999, S. 75.
  170. Karlheinz Weißmann: Maurice Barrés und der „Nationalismus“ im Frühwerk Ernst Jüngers. In: Günther Figal, Heimo Schwilk (Hrsg.): Magie der Heiterkeit. Ernst Jünger zum Hundertsten. Stuttgart 1995, S. 133–146, hier S. 142.
  171. Russell A. Berman, Written Right Across Their Faces. Ernst Jünger’s Fascist Modernism. In: Andreas Huyssen, David Bathrick (Hrsg.): Modernity and the Text. Revisions of German Modernism. New York 1989, S. 64–69, hier S. 68.
  172. Karlheinz Hasselbach: Das weite Feld jenseits von rechts und links. Zum konservativrevolutionären Geist von Ernst Jüngers Der Arbeiter. Herrschaft und Gestalt. In: Literaturwissenschaftliches Jahrbuch der Görres Gesellschaft. 36 (1995), S. 229–242, hier S. 232.
  173. Elke Schmitter: Deutschland, Glückwunsch! In: Die Zeit. Nr. 13, 24. März 1995, S. 65 f.
  174. Christian Graf von Krockow: Grübler, Deuter, Wegbereiter. In: Zeit-Magazin. Nr. 12, 17. März 1995, S. 20–26, hier S. 26.
  175. Emst Jünger: Wo bleibt ein Wort zu Auschwitz? In: Tango. Nr. 9, 23. Februar 1995, S. 24 f.
  176. Jürgen Busche: Emst Jüngers Ruhm. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 74, 29. März 1995, S. 13.
  177. Zitiert bei Claudia Gerhards: Apokalypse und Moderne. Alfred Kubins „Die andere Seite“ und Ernst Jüngers Frühwerk. Königshausen & Neumann, Würzburg 1999, S. 75.
  178. Jörg Sader: Im Bauche des Leviathan. Tagebuch und Maskerade. Anmerkungen zu Ernst Jüngers »Strahlungen« (1939–1948). Würzburg 1996, S. 16.
  179. Thomas Nevin: Ernst Jünger and Germany: Into the Abyss, 1914–1945. Constable, London 1996, S. 240.
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  184. Matthias Heilmann: Leopold Jessner – Intendant der Republik. Der Weg eines deutsch-jüdischen Regisseurs aus Ostpreußen. Tübingen 2005, S. 319.
  185. Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. Im Umkreis der unveröffentlichten Seminare zwischen 1933 und 1935. Berlin 2009 (Paris 2006), S. 570.
  186. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, München 2007, S. 303 und S. 308 f.
  187. Lutz Unterseher: Der Erste Weltkrieg. Trauma des 20. Jahrhunderts. Wiesbaden 2014, S. 101.
  188. André Gide: Journal. Gallimard, Bibliothèque de la Pléiade, t. II: 1926–1950, S. 848.
  189. Bertolt Brecht: Gesammelte Werke. Bd. 20. Frankfurt am Main 1977, S. 309.
  190. Alfred Döblin: Aufsätze zur Literatur. Olten 1963, S. 190 f.
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  193. Alfred Andersch: Cicindelen und Wörter. Ernst Jünger, „Subtile Jagden“. In: Ders.: Norden Süden rechts und links. Von Reisen und Büchern 1951–1971. Zürich 1972, S. 322–326, hier S. 325.
  194. К. H. Bohrer: Die Ästhetik des Schreckens. Die pessimistische Romantik und Ernst Jüngers Frühwerk. München, Wien 1978, S. 18 f.
  195. Claudia Gerhards: Apokalypse und Moderne. Alfred Kubins „Die andere Seite“ und Ernst Jüngers Frühwerk. Königshausen & Neumann, Würzburg 1999, S. 75.
  196. Georges-Arthur Goldschmidt: Alte Liebe: Ernst Jünger kommt nach Paris zurück. In: Frankfurter Rundschau. 26. Juni 2008.
  197. Kälte und Kitsch. Vom erotischen Vergnügen an Gewalt und Tod: die Herrenreiterprosa eines deutschen Dichters. In: Die Zeit. Nr. 35/1982.
  198. Uwe Wittstock: „Wer will, soll’s besser machen.“ Gespräch mit Marcel Reich-Ranicki über den zweiten Teil seines Literatur-Kanons Die Erzählungen. In: Die Welt. 16. November 2011.
  199. Denis Scheck empfiehlt … Ernst Jünger. In: DasErste.de. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
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  202. dazu: Detlef Schöttker: „Gefährlich leben!“ Zum Briefwechsel zwischen Ernst Jünger und Dolf Sternberger. In: Sinn und Form. 4/2011, S. 437–447.
  203. Der französische Übersetzer Jüngers, geb. 1936, der dessen Rehabilitation zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat.
  204. Bestandsangabe des DLA über Ernst Jünger.
  205. Staatsanzeiger. 14. November 2008, S. 6.
  206. In Zeichenschauern. In: FAZ. 6. November 2010, S. 33.
  207. Andreas Langenbacher: Eine abenteuerliche Reise. Buchbesprechung. In: Neue Zürcher Zeitung. 27. August 2011, abgerufen am 27. August 2011.
  208. Die Wahrheit aus dem Schützengraben. In: FAZ. 6. Dezember 2013, S. 33.