Dieffenbachie

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Dieffenbachie
Dieffenbachie (Dieffenbachia seguine)

Dieffenbachie (Dieffenbachia seguine)

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Froschlöffelartige (Alismatales)
Familie: Aronstabgewächse (Araceae)
Unterfamilie: Aroideae
Gattung: Dieffenbachien (Dieffenbachia)
Art: Dieffenbachie
Wissenschaftlicher Name
Dieffenbachia seguine
(Jacq.) Schott

Die Dieffenbachie (Dieffenbachia seguine), ganz selten auch Giftaron, Schweigrohr genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Dieffenbachien (Dieffenbachia) in der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Sie ist im tropischen Südamerika, besonders Brasilien beheimatet. Ihre Sorten sind einfach zu pflegende Zimmerpflanzen oder Zierpflanzen für tropische Parks und Gärten.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stamm und Blattspreiten mit Musterung
Habitus und rein grüne Laubblätter
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Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dieffenbachie ist eine robuste, immergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 3 Metern und Pflanzendurchmesser bis zu 60 Zentimeter erreicht. Die 35 bis 45 cm großen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen Blattspreiten sind breit eiförmig bis länglich oder lanzettlich und glänzend dunkelgrün; sie weisen je nach Sorte weiße oder gelbe Musterungen auf.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es werden die für Araceae typischen Blütenstände gebildet.

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte unter dem Namen (Basionym) Arum seguine durch Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin. Dieffenbachia seguine (Jacq.) Schott hat eine große Anzahl von Synonymen, darunter[1]: , Arum crudele Salisb., Caladium seguine (Jacq.) Vent., Arum seguinum L., Caladium maculatum G.Lodd., Seguinum maculatum (G.Lodd.) Raf., Dieffenbachia maculata (G.Lodd.) Sweet, Dieffenbachia liturata Schott, Dieffenbachia picta Schott, Dieffenbachia plumieri Schott, Dieffenbachia lineata K.Koch & C.D.Bouché, Dieffenbachia robusta K.Koch, Dieffenbachia cognata Schott, Dieffenbachia consobrina Schott, Dieffenbachia poeppigii Schott, Dieffenbachia gollmeriana Schott, Dieffenbachia neglecta Schott, Dieffenbachia ventenatiana Schott, Dieffenbachia irrorata Schott, Dieffenbachia lingulata Schott.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pflanzenextrakte werden in Süd- und Mittelamerika als Insektizid, als Ratten- und Schabengift eingesetzt.

Die deutschen Trivialnamen deuten auf die im 17. Jahrhundert geübte Praxis des Einsatzes - insbesondere an beim Fliehen ertappten Sklaven in den Südstaaten der USA - als Foltermittel hin, wobei Pflanzenteile gekaut werden mussten, was zum Anschwellen der Schleimhäute und der Zunge führte und für einen Tag am Sprechen hinderte. [2]

Mechanische Einwirkung auf spezielle Zellen in der Pflanze sorgt dafür, dass Calciumoxalat-Kristalle abgefeuert werden, und beispielsweise das Gewebe im Mundraum verletzen. Durch diese Verletzungen können Enzyme, wie das proteolytische Dumbcain, ins Gewebe gelangen, das daraufhin Symptome wie Jucken, Schwellungen und Schmerzen hervorruft. Des Weiteren enthält die Pflanze verschiedene cyanogene Glycoside.[3]

In kleineren Dosen verabreicht können die Pflanzenteile sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Tieren und Menschen anhaltende oder zeitlich begrenzte Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Erforscht und eingesetzt wurde diese Methode in Nazideutschland sowie in anderen Ländern. Ziel war in Deutschland die Durchsetzung der „Rassenreinheit“ durch medikamentöse Behandlung. Es sollte die bis dahin häufig eingesetzten operativen Eingriffe bei „genetisch Unreinen“ ersetzen, welche ebenfalls Unfruchtbarkeit zur Folge hatten. Von leitenden damaligen Ärzten, die im Zuge der Nürnberger Prozesse aussagten, wurden Experimente am Menschen als „erfolglos“ bezeichnet. [2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Dieffenbachia seguine - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 25. August 2016.
  2. a b Kurt G. Blüchel: Heilen verboten - töten erlaubt. Die organisierte Kriminalität im Gesundheitswesen, Goldmann, ISBN 3-442-15327-1
  3. David W. Nellis: Poisonous Plants and Animals of Florida and the Caribbean.. Pineapple Press Inc, 1997, ISBN 978-1-56164-111-6, S. 147–.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dieffenbachie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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