Dieter Dörr (Jurist)

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Dieter Dörr (* 17. April 1952 in Tübingen) ist ein deutscher Jurist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dörr promovierte 1983 mit Faires Verfahren: Gewährleistung im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland an der Universität Saarbrücken und habilitierte sich 1987 in Köln mit einer Arbeit über Die deutsche Handelsflotte und das Grundgesetz. 1988 bis 1990 war er Professor am Institut für Internationale Angelegenheiten der Universität Hamburg, von 1990 bis 1995 Justitiar beim Saarländischen Rundfunk. Seit 1. Oktober 1995 hat er den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht, Medienrecht an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz inne.

Er ist außerdem Direktor des Mainzer Medieninstitutes, Mitautor des Kommentars zum Rundfunkstaatsvertrag und hat daneben zahlreiche Publikationen zum nationalen, europäischen und internationalen Medienrecht verfasst.[1] Dörr ist Vorstandsmitglied des Fribourger Arbeitskreises für Rundfunkökonomie (FAR), stellvertretender Sprecher des Forschungsschwerpunkts Medienkonvergenz an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mitglied der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) sowie Mitglied des Advisory Panel on Media Diversity des Europarates und seit 2003 Richter im Nebenamt am OLG Koblenz.[2] Zudem ist er als Herausgeber der Schriftenreihe Studien zum deutschen und europäischen Medienrecht sowie Mitherausgeber der Schriftenreihe Medienkonvergenz/Media Convergence tätig.[3]

Unter seinem Vorsitz untersagte die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) dem Axel Springer Verlag den Sender ProSiebenSat.1 Media zu übernehmen. Der Fall erregte bundesweites Aufsehen: Gemäß den Berechnungen der KEK wäre durch die Verbindung von Zeitungs-, Fernseh- und Internetangeboten eine vorherrschende Meinungsmacht entstanden.[4]

Im September 2019 gehörte er zu den etwa 100 Staatsrechtslehrern, die sich mit dem offenen Aufruf zum Wahlrecht Verkleinert den Bundestag! an den Deutschen Bundestag wandten.[5]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Birgit Stark und Stefan Aufenanger (Hrsg.): Die Googleisierung der Informationssuche. Suchmaschinen zwischen Nutzung und Regulierung. De Gruyter, Berlin/ Boston, Massachusetts, USA 2014, ISBN 978-3-11-033818-8.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 4. Januar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mainzer-medieninstitut.de
  2. http://www.medienkonvergenz.uni-mainz.de/koordinationsausschuss
  3. http://www.degruyter.com/view/serial/177812
  4. Das Mainzer Medieninstitut. In: Darmstädter Echo. Ressort Media, 3. Juli 2010.
  5. Aufruf zum Wahlrecht: "Verkleinert den Bundestag", Offener Brief vom 20. September 2019 in der WELT.
  6. Wir kennen sie nicht, wir nutzen sie nur. In: FAZ. 2. Januar 2015, S. 12.