Dieter Sadowski

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Dieter Sadowski (* 27. Juni 1946 in Coburg) ist Professor für Betriebswirtschaftslehre und war bis Ende 2011 Direktor des Instituts für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Gemeinschaft (IAAEG) an der Universität Trier mit dem Arbeitsgebiet der international vergleichenden Personalökonomie und Arbeitspolitik.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Sadowski hat an den Universitäten Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Stanford University (USA), University of New England (Australien), Universität Wien, Chinesische Ozean-Universität und in Florida sowie am "Laboratoire d'Économie et de Sociologie du Travail" in Aix-en-Provence gearbeitet. 1997 wurde er zum Honorarprofessor der Chinesischen Ozean-Universität und 2004 zum Ehrendoktor der Universität Lubumbashi (UNILU) im zentralafrikanischen Staat Kongo ernannt. Er war 1999/2000 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin und hat im WS 2002/03 am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz gearbeitet. Sadowski ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

Sadowski ist Gutachter für die Europäische Gemeinschaft und für Bundes- und Landesministerien sowie für mehrere Zeitschriften. Er war Sprecher des Wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in Nürnberg (2000-2009), ist Mitherausgeber der Zeitschrift für Arbeitsmarktforschung der Bundesagentur für Arbeit (1989ff.) und seit 2009 Mitglied im Beirat der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit HdBArr. Von 1988 bis Ende 2011 war er Wirtschaftswissenschaftlicher Direktor des Instituts für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Gemeinschaft (IAAEG). Von 1989 bis 1991 war er Vorsitzender des Bildungsökonomischen Ausschusses im Verein für Socialpolitik, von 1993 bis 1999 Mitglied des Vorstands der German Industrial Relations Association und von 1999 bis 2000 Mitglied des Vorstandes des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft und von 2008-2010 Mitglied des Vorstandes der Society for the Advancement of Socio-Economics. Er war Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim von 1996 bis 2011.

Ab 1987 war er Vorstandsmitglied der Caritas Trägergesellschaft Trier und geriet dadurch in den Sog der „Doerfert-Affäre“. Sadowski sagte vor Gericht gegen Doerfert aus und blieb juristisch unbehelligt.[1]

Internationale Kooperationsprojekte mit der London School of Economics, der University of Warwick sowie osteuropäischen und chinesischen Instituten waren regelmäßiger Teil seiner Arbeit, ebenso die Ausbildung von Studenten aus Belgien, England, Frankreich, Italien und Deutschland im Aufbaustudiengang „Master Européen en Sciences du Travail“ (MEST).

Sadowski war zusammen mit David Marsden, Walther Müller-Jentsch, Jörg Sydow, Franz Traxler und Hansjörg Weitbrecht Mitbegründer und Mitherausgeber der Zeitschrift „Industrielle Beziehungen“ sowie Mitherausgeber der „Beiträge zur betriebswirtschaftlichen Forschung“ (sog. Braune Reihe) für Habilitationsschriften und herausragende Dissertationen des Gabler Verlags.

Nach drei Jahrzehnten an der Universität Trier wurde Sadowski 2011 pensioniert.

Im November 2012 wurde Dieter Sadowski zum Vorsitzenden des Lokale Agenda 21 Trier e.V. gewählt. Im Juni 2014 wurde er zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Trierer Energiegenossenschaft TRENEG gewählt.

Schriften[Bearbeiten]

  • Codes of Conduct: Eine Quelle transnationalen Arbeitsrechts? In: Stephan Duschek (Hrsg.): Organisationen regeln. Die Wirkmacht korporativer Akteure. Wiesbaden 2012 (mit K. Kühne)
  • Personalökonomie und Arbeitspolitik, Schaeffer-Poeschel, Stuttgart 2002. ISBN 3-7910-1834-5
  • (Hrsg. mit Otto Jacobi) Employers' Associations in Europe: Policy and Organisation. Nomos, Baden-Baden 1991. ISBN 3-7890-2521-6
  • Performancemanagement in der öffentlichen Verwaltung – eine unlösbare Aufgabe? In: Die Verwaltung 37 (2004)3: 377-399 (zus. mit M. Schneider)
  • Arbeitsrecht zwischen Markt und gesellschaftspolitischen Herausforderungen: Differenzierung nach der Unternehmensgröße? In: Verhandlungen des 65. Deutschen Juristentages Band II/1. Bonn 2004. München 2004, N 93–N 107
  • Organisationskapital. In: Ökonomie und Gesellschaft. Jahrbuch 20: Sozialkapital – eine (un)bequeme Kategorie. Marburg: Metropolis 2008, 179–209 (zus. mit Oliver Ludewig, IAB)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dieter Lintz: Spezialist für akademischen Nachwuchs, Trierischer Volksfreund, 29. Juni 2011

Weblinks[Bearbeiten]