Dietmar Schultke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dietmar Schultke

Dietmar Schultke (* 24. März 1967 in Beeskow) ist ein deutscher Autor und Politikwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schultke besuchte die Ludwig-Leichhardt Oberschule in Trebatsch. Seit seinem zehnten Lebensjahr unterhielt er eine Brieffreundschaft mit einer in New York lebenden Deutsch-Amerikanerin. Der Briefwechsel weckte sein Fernweh, und als 16-jähriger wollte er in die USA auswandern. Nach der Schulzeit absolvierte Schultke eine Lehre zum Zerspanungsfacharbeiter für Bohrwerkstechnik und arbeitete danach in diesem Beruf. Von 1987 bis 1988 diente er als DDR-Grenzsoldat an der innerdeutschen Grenze. Wegen des rigiden Überwachungsapparates unternahm er keinen Fluchtversuch. Ein Verstoß gegen die Dienstwaffenordnung führte zu einer Degradierung. Zwischen 1988 und 1990 arbeitete er als Krankenpflegehelfer. Im Winter 1989/90 erfolgte die Ausreise über das Notaufnahmelager Marienfelde nach Westdeutschland. Ab 1990 hielt er sich für ein halbes Jahr in der Künstlerkolonie Worpswede auf. Danach holte Schultke das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach und belegte ein Studium der Politikwissenschaften, Stadt- und Regionalplanung, Erziehungswissenschaften und Psychologie an den Universitäten Duisburg und Dortmund, sowie Gaststudien am Occidental College (USA) und an der Karls-Universität Prag.

1994 war er beim Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen in New York tätig und 2000 auf der Expo 2000 in Hannover. Seit 2007 ist er Jugendkoordinator im Amt Unterspreewald. Insbesondere engagiert er sich für die Integration jugendlicher Migranten. Schultke arbeitet als freischaffender Publizist und ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller. Ferner Mitgliedschaft beim Deutschen Roten Kreuz und beim Wissenschaftlichen Forum für Internationale Sicherheit e.V. (WIFIS) an der Führungsakademie der Bundeswehr. 2008 organisierte er eine Schreibwerkstatt für Jugendliche, sie gaben sich den Namen "Junge Autoren im Auftrag für die Heimat". Aus den Exkursionen in ihrer Heimatregion, dem Spreewald, entstanden Reiseberichte, die 2008, 2010 und 2011 als Buch erschienen. Schultke unternahm zahlreiche Lese- und Vortragsreisen im In- und Ausland - u. a. nach Australien, Bulgarien, Italien, Israel, Japan, Polen und Spanien. Zum 25. Jahrestag des Berliner Mauerfalls ging Schultke auf eine Lesetournee unter dem Motto "Europa grenzenlos", die ihn durch Deutschland, Tschechien, Österreich, die Schweiz und die Ukraine führte.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dietmar Schultke: Die Grenze, die uns teilte. Zeitzeugenberichte aus Ost und West. 2. Auflage. Köster, Berlin 2014, ISBN 978-3-89574-565-2.
  • Meine Brandenburger Jugend. Mit Beiträgen von Iring Fetscher und Günter Wallraff. Köster, Berlin 2006, ISBN 3-89574-588-X.
  • „Keiner kommt durch“. Die Geschichte der innerdeutschen Grenze und der Berliner Mauer. 1945–1990. 4. erweiterte Auflage. Aufbau-Taschenbuch, Berlin 2008, ISBN 978-3-7466-8157-3.
  • mit Die Jungen Autoren (i. A.) für die Heimat: „... einmal Spreewald, bitte!“ Regia-Verlag, Cottbus 2008, ISBN 978-3-939656-98-2.
  • Ukrainski Blues. Streifzüge durch die Ukraine. Regia-Verlag, Cottbus 2009, ISBN 978-3-86929-017-1.
  • mit Die Jungen Autoren (i. A.) für die Heimat: Zwischen Spreewald und Märkischen Seen. Regia-Verlag, Cottbus 2010, ISBN 978-3-86929-041-6.
  • mit Die Jungen Autoren (i. A.) für die Heimat: Von Märkern, Rittern & Klosterbrüdern. Regia-Verlag, Cottbus 2011, ISBN 978-3-86929-188-8.

Beiträge in Anthologien und Zeitschriften

  • Das Grenzregime der DDR – Innenansichten der siebziger und achtziger Jahre. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Nr. B-50, Dezember 1997
  • Macht und Ohnmacht der Todesgrenze. In: Die politische Meinung. Nr. 371, Oktober 2000.
  • Keiner kommt durch – Bittere Erinnerung an den Mauerbau. In: Die politische Meinung. Nr. 381, August 2001.
  • Erich Peter – Vom angelernten Schlosser zum Grenztruppengeneral. In: Genosse General – Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen. Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes. Ch. Links, Berlin 2003, ISBN 3-86153-312-X.
  • Als Grenzsoldat am Brocken. In: Der Harz – Eine Lese-Verführung. S. Fischer, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-596-65007-1.
  • Patricia. In: Kinder, die wir waren. Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2014, ISBN 978-3-945256-22-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]