Diskussion:Antiziganismus

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Geschichte des Antiziganismus - Vom Mittelalter bis zum Ersten Weltkrieg[Quelltext bearbeiten]

Der entsprechende Absatz im Artikel wird meiner Meinung nach, doch sehr verkürzt wiedergegeben.Bitte um Ergänzung.

Auf den Reichstagen in Lindau und Freiburg (1496/1498) wurde der Schutz Kaiser Sigismunds offiziell für ungültig erklärt.Darüber hinaus sollten sich alle Zigeuner "unverzüglich uß den landen teutscher nacion entfernen" edictum publicum[Reemtsma, Katrin (1996) Sinti und Roma. Geschichte, Kultur, Gegenwart, München, S. 36.]Diese Vogelfreierklärung eines gesamten Volkes,war absolut neu und einzigartig im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.Keine andere religiöse oder gesellschaftliche Gruppe (auch die Jüdische nicht) ist jemals so wie Zigeuner für vogelfrei erklärt und verfolgt worden. Mit dem Edikt von 1498 ging die relative Sicherheit dieses Volkes ein für alle mal zu Ende.Zigeuner wurden nun wegen Ungläubigkeit (Kains Kinder) und Zauberei,als Türkenspione oder Unheilbringer verfolgt.Von 1497 bis 1774 sind nicht weniger als 146 Edikte gegen Zigeuner belegt. [[1]] [[2]] Sie wurden als Vogelfreie ausgewiesen,ausgepeitscht,gebrandmarkt,gefoltert und verbrannt.Besonders beliebt bei Adel und Bevölkerung waren so genannte "Steifungen".Treibjagden bei denen das Wild flüchtende Menschen in diesem Falle "Zigeunerfamilien" waren.So ist aus dem 17.Jahrhundert bei Aufzählung der Jagdbeute eines kleinen rheinischen Fürstentums,auch eine Zigeunerin mit Kind erwähnt (Joachim S. Hohmann, Geschichte der Zigeunerverfolgung in Deutschland, Frankfurt/M. 1988, Campus).Für jeden getöteten Zigeuner wurde eine Kopfprämie von einem Speziesthaler gezahlt,so das sich auch die Landbevölkerung an diesen Verfolgungen beteiligte. Wippermann/Rassenwahn u.Teufelsglaube

Waren die Sinti Mitteleuropas immer nur Opfer oder griffen sie zu mancher Zeit auch aktiv in die Geschichte ein? Stammen doch beinahe alle Berichte über "Zigeuner" von Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft (im Sinti-Romanes "Gadsche" genannt), die den "Zigeuner" von Außen betrachteten und darüber hinaus äußerst feindselig eingestellt waren. Ihr Fremdbild war ein antiziganistisches Feindbild.[[3]] Überdies war die Zeit partieller Duldung adeliger Feudalherren, spätetstens mit Ende der privatwirtschaftlichen Söldnerheere vorbei.Mit und durch die Einführung der stehenden Heere (deren Soldaten nicht angeworben sondern rekrutiert wurden/deren Offiziere aus dem Adel stammten) verloren auch die pardonierten Zigeuner ihre Position als Angehörige der geachteten und gefürchteten Kriegerkaste. Zusammen mit den übrigen Familienangehörigen nahmen sie am Verarmungs- und Verelendungsprozess der Landbevölkerung teil. Wurden also wieder "Zigeuner" die sich auf ihre Familienverbände zurückzogen,ihre Sinti-Kultur lebten und Romanes sprachen.Letzteres ist besonders wichtig.Der ohne Zweifel nicht nur bei den Juden,sondern auch bei "Zigeunern" zu beobachtende Anpassungsprozess hatt bei den Sinti Mitteleuropas niemals zur Aufgabe ihrer kulturellen und ethnischen Identität geführt.Gauner oder Ziehende-Gauner, waren "Zigeuner" oft nur in Vorurteilen der ihnen feindlich gegenüber stehenden Obrigkeit und Teilen der Bevölkerung.Selten in der Realität.

In einer Epoche in der Barock u.Rockoko ihre höchste Prachtentfaltung erlebten, in der großartige Bauten entstanden (Karlskirche, Stift Melk), in der Johann Sebastian Bach wirkte - Gedanken der Aufklärung und des Humanismus verbreitet wurden, ging man unglaublich brutal und unmenschlich gegen Sinti u.Roma vor. Karl VI. (1711-1740), der Vater von Maria Theresia, war römisch-deutscher Kaiser und König von Ungarn. Er musste verschiedene außenpolitische Niederlagen hinnehmen (Verzicht u.a. auf Spanien, Serbien, die kleine Walachei), konnte aber mit seinem Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen auch zahlreiche Siege verzeichnen. Der Bau der Karlskirche erfolgte auf seinen Auftrag hin. Er war jener Herrscher, der Sinti u. Roma am schlimmsten verfolgte. 1720 bestimmte eine kaiserliche Verordnung Karls VI. die Ausrottung der "Zigeuner und jeglichem liederlichen Gesindel Österreichs". 1725 erließ Kaiser Karl VI. die Verordnung das alle Zigeuner gefangen genommen werden sollten. Diejenigen die Straftaten begangen hätten, sollten hingerichtet werden die anderen mit einem Brandzeichen am Rücken gekennzeichnet und unter Androhung der Enthauptung bei einer Rückkehr über die Grenzen abgeschoben werden. Diese Anordnung wurde in allen österreichischen Gebieten vollzogen.1726 ordnete Karl VI. an alle männlichen Zigeuner hinzurichten, und den Frauen sowie Kindern unter 18 Jahren ein Ohr abzuschneiden (Mayerhofer 1987 S.29). Daher flüchteten viele Roma nach Ungarn - viele Sinti in das angrenzende Bayern u.Böhmen,weil sie glaubten dass die adeligen Fürsten ihnen dort Schutz bieten konnten. Es wurden Warntafeln für Zigeuner errichtet, auf denen die Strafen abgebildet waren falls die österreichischen Landesgrenzen überschritten wurden. Diese Warntafeln wurden als "Zigeunerpflöcke"[[4]] bezeichnet.Solche Warntafeln wurden auch an der steirisch-ungarischen Grenze/Bayern u.a.Fürstentümern aufgestellt. 1748 wurde in der Herrschaft Esterhazy/Ungarn angeordnet: "In den fürstlichen Ortschaften sollen weder ungarische, noch deutsche Zigeuner geduldet werden [[5]]. Bei Zuwiderhandeln soll der Ortsrichter zur Verantwortung gezogen werden und selbst eine Strafe von 12 Gulden erlegen, wenn er Zigeuner nur eine Stunde lang in der Nähe des Dorfes oder Marktes dulde." Als Folge dieses Rundschreibens war nun die Bevölkerung auch im westungarischen heute burgenländischen Raum so aufgewiegelt, das sie sich an der Vertreibung der Roma u.Sinti beteiligte.Diese ungemein grausamen Verfolgungen wurden als "Zigeunerjagden" (Baumgartner 1995 S.116) bezeichnet und sind in historischen Dokumenten oft als abenteuerliches Ereignis überliefert.

Beispielhaft (auch für andere Feudalherrscher) war die Assimilationspolitik Kaiserin Maria-Theresias. In ihrem Bestreben aus den Roma seßhafte "Neubauern" zu machen, erließ die Kaiserin von Österrich-Ungarn in ihrer Regierungszeit (1740-1780) insgesamt vier entsprechende Edikte durch die Sinti u.Roma gezwungen werden sollten ihre bisherige Lebensweise aufzugeben (Baumgartner 1991 S.141).Die erste Verordnung (1758) verpflichtete die "Zigeuner" dazu, sich niederzulassen. Um sie am "Nomadisieren" zu hindern, wurde ihnen der Besitz von Pferden und Kutschen untersagt. Weiters wurde den Roma Land und Saatgut zugeteilt, aus dessen Erträgen sie ebensolche Abgaben zu leisten hatten wie die anderen Untertanen. Sie sollten sich Häuser bauen und ihre Dörfer nur mehr mit ausdrücklicher Erlaubnis und genauer Zielangabe verlassen dürfen.Die vierte, 1773 erlassene Verordnung verbot Ehen zwischen Roma u.Sinti. Mischehen wurden durch staatliche Zuschüsse gefördert, für die Erteilung der Heiratserlaubnis war jedoch ein Zeugnis über die "anständige" Lebensweise und die Kenntnis der katholischen Glaubenslehre erforderlich. Da nach Ansicht der Kaiserin bzw. ihrer Berater die "Zivilisierung" der "Zigeuner" die Grundlage für die erfolgreiche "Domicilierung" bildete, verfügte sie, ihnen alle Kinder über fünf Jahre wegzunehmen und diese gegen Bezahlung eines Pflegegeldes an ungarische Bauernfamilien zur christlichen Erziehung zu übergeben. Die Kinder sollten isoliert von ihren leiblichen Eltern in anderen Komitaten (ungarischen Verwaltungsbezirken) aufwachsen, die Schule besuchen und später ein Handwerk erlernen oder Bauern werden. Der Nachfolger Maria Theresias Joseph II. (1780-1790) befreite zwar die bis dahin in Leibeigenschaft auf dem Balkan lebenden Roma der Bukowina,doch führte er die Assimilationspolitik seiner Mutter weiter fort.Durch die 1783 erlassenen Richtlinien "de Domicilatione et Regulatione Zingarorum" wurde der Zwang zur Anpassung sogar noch weiter verschärft. Den Roma u.Sintifamilien wurden nicht nur weitere Einschränkungen auferlegt wie z.B. die Übernahme von Kleidung und Sprache der Dorfbevölkerung, sondern auch strenge Strafen bei Zuwiderhandeln angedroht. So waren für die Verwendung der "Zigeunersprache" 24 Stockschläge vorgesehen.Trotz der angeordneten Sanktionen bei etwaigen Verstößen, waren die von Maria-Theresia und Joseph II. verhängten Zwangsmaßnahmen nur bedingt wirksam. Dauerhafter Erfolg war ihnen lediglich im heutigen Burgenland (bis 1921: Westungarn) beschieden, wo die Roma tatsächlich seßhaft wurden und dies bis heute geblieben sind. Hier gelang auch die Assimilation einer großen Anzahl von Romakindern.Die entsprechenden Kinder kehrten vielfach nicht mehr zu den leiblichen Eltern zurück, blieben am Hof der Pflegeeltern erlernten ein Handwerk und heirateten in Familien der Allgemeinbevölkerung ein. Vergleichbare Maßnahmen – allerdings in geringerem Umfang, wurden auch in Deutschland ergriffen. Einzelne Fürsten versuchten "Zigeuner" auf ihrem Territorium anzusiedeln, so etwa der Graf von Wittgenstein der 1771 die "Zigeunersiedlung" Saßmannshausen errichten ließ. Friedrich II von Preußen, Zeitgenosse und Rivale Maria-Theresias, gründete 1775 in einem abgelegenen Gebiet bei Nordhausen am Harz die "Zigeunersiedlung" Friedrichslohra (Uni/Graz Q) um durchs Land ziehende" Sinti-Gruppen fest anzusiedeln.Der Versuch den Sinti eine völlig andere Lebensweise aufzuzwingen konnte jedoch nicht gelingen. Nach dem Scheitern entsprechender Maßnamen wurden erwachsene Sinti in Arbeitshäuser eingewiesen, die Kinder brachte man ins Erfurter Martinsstift.[[6]]

Nach Auflösung der Zünfte im 18. Jahrhundert und Einführung der Gewerbefreiheit nützten Sinti und Roma im Verlaufe des 19. Jahrhunderts (zum Teil auch aus der Not geboren) gesellschaftliche und ökonomische Nischen, um als Pferdehändler, Hausierer, Handwerker, Artisten, Schausteller, Musiker, auch als Geigenbauer (um nur einige Berufszweige zu nennen) selbstständig zu arbeiten.Das einzelne Gewerbe wurden hauptsächlich ambulant betrieben, und zwar vom Frühjahr bis zum Herbst. In den Wintermonaten wurden in der Regel feste Stellplätze für Wohnwagen aufgesucht, oder die Sinti und Roma wohnten in gemieteten oder gekauften Häusern. Neben den ehemals traditionellen Berufen sind vermehrt auch Sinti und Roma in abhängigen Beschäftigungsverhältnissen, zum Beispiel als Fabrikarbeiter nachweisbar.Ausländische Sinti und Roma durften keinem ambulanten Handel in deutschen Regionen nachgehen. Gegen deutsche Sinti u. Roma wurden verschiedene polizeiliche Maßnahmen eingeleitet, die eindeutig als Schikanen anzusehen sind.Das Reisen und Rasten „in Horden" (Gruppe mit mehr als zwei nichtverwandten Personen) war "Zigeunern" untersagt. Die Erteilung eines Wandergewerbescheines war vielfach mit Auflagen verbunden.In Bayern wurde ab 1899 ein Zigeunernachrichtendienst eingerichtet. Dies hatte Vorbildfunktion für andere Länder des Reiches .Die entsprechende Erfassung der Sinti und Roma durch die Münchner Nachrichtenstelle, war für die weitere Verfolgungsgeschichte (im 3.Reich) wesentlich.Wenige Monate nach der Veröffentlichung des sogenannten „Zigeunerbuches” der Münchener Kriminalpolizei mit einer Auflistung von etwa 3500 "Zigeunern" (teilweise mit Bild) erließ der Minister des Innern des Staates Preußen und spätere Reichskanzler Th. v. Bethmann-Hollweg am 17. Februar 1906 die "Anweisung zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens" [[7]] in der Regelungen für eine flächendeckende Erfassung von Sinti und Roma formuliert wurden. Auf kommunaler Ebene wurden anschließend entsprechende Polizeiverordnungen veröffentlicht, die Sinti und Roma nachhaltig diskriminierten u.ausgrenzten. [[8]]

Einige Wissenschaftler, die sich der Aufklärung verpflichtet sahen, legten auf Grund ihrer "Forschungsergebnisse" schließlich die Grundlage für den rassistisch motivierten Antiziganismus.Selbsternannte „Zigeunerexperten“ begannen pseudowissenschaftlich über Sinti und Roma zu forschen und zu schreiben.Der Göttinger Professor Gottlieb Grellmann gilt im deutschen Sprachraum als der erste wissenschaftliche „Zigeunerforscher“ oder „Zigeunerwissenschaftler“. Er forderte von den „Zigeunern“ wie andere „Zigeunerforscher“ nach ihm, Anpassung an die „zivilisierte Volksmenge" mit Hilfe einer pädagogischen „Umschaffung". Eine Disziplinierung über die Erziehung.Gemeint war eigentlich die Sesshaftmachung des fahrenden Volkes."Jeder Mensch hat Anlagen und Kräfte, der Zigeuner aber eben nicht in geringster Maaße: weiß er nun nicht gehörig damit umzugehen; so lehre es ihn der Staat, und halte ihn solange im Gängelbande, bis der gewünschte Zweck erreicht ist" (Seite 185) Dieses Ziel stand im klaren Widerspruch zu den Edikten und Ausgrenzungsmechanismen vergangener Jahrhunderte. Mit der „Umschaffung“ sollte nicht weiter ausgegrenzt,sondern das Ziel einer vollständigen Assimiliation erreicht werden. Grellmanns Begründung des Projekts „Zigeuner-Assimilation” zielte vor allem auf ökonomischen Nutzen, und daraus resultierendem staatlichen Interesse an der geplanten Umerziehung der Sinti u.Roma. "Und nun denke man sich den Zigeuner, wenn er aufgehört hat, Zigeuner zu seyn; denke sich ihn mit seiner Fruchtbarkeit und seinen zahlreichen Nachkommen, die alle zu brauchbaren Bürgern umgeschaffen sind" (Seite 185).

Das Projekt Assimilierung, das zum Teil unter Maria Theresia und Joseph II. umgesetzt werden sollte mußte schließlich am Wiederstand der Betroffenen scheitern. Das eigentliche Projektziel wurde aber auch nach dem Scheitern nicht etwa hinterfragt, sondern die „Zigeuner“ wurden zu einem Volk von kulturloser Primitivität abgewertet. Die von Heinrich Grellmann mitbegründete Zigeunerwissenschaft glaubte im Verhalten der "Zigeuner" Anzeichen gesellschaftsgefährdender Verwahrlosung zu erkennen, und erklärte Sinti u.Roma schließlich zu „sittlichen Ungeheuern". Die Bezeichnungen, die Grellmann dabei nützte, und anschließend Eingang in das enzyklopädische Wissen über „Zigeuner“ sprich Sinti und Roma fanden sind bösartig-diskriminierend. Das Denken von Grellmann war biologistisch, weil das unterstellte Verhalten nicht als individuelles Symptom bewertet, sondern als spezifische Eigenschaft auf eine bestimmte Gruppe umgelegt wurde. Die Grundlage für Rassismus u.Ausgrenzungspolitik späterer Forscher u.Politikergenerationen war damit gelegt. Im Originalton Grellmanns heißt es zum Beispiel: Oft schien ein Knabe […] auf dem besten Wege zur Menschwerdung zu seyn, und plötzlich brach die rohe Natur wieder hervor, er gerieth in den Rückfall und wurde mit Haut und Haar wieder Zigeuner (Die Zigeuner/S. 11).Hinsichtlich der Fakten ganz der Tradition verhaftet, in deren Erklärung freilich schon mit zeitgenössischen Umwelttheorien argumentierend, schreibt Grellmann:„Längst würden sie aufgehört haben, negerartig zu seyn, wenn sie aufgehört hätten, zigeunerisch zu leben“.Das aber sei erst der Fall, wenn „jeder Zigeuner ein Vaterland erkennen und gezwungen seyn wird, sich seiner Hände Arbeit zu nähren“(S.30).Den Hauptgrund dafür sah Grellmann im Umstand: „daß der größte Teil der Zigeuner noch ganz unbearbeitet in den Händen der rohen Natur liege, oder wenigstens kaum auf der ersten Stufe der Menschwerdung stehe beweist u.a.auch ihre häusliche Verfassung“ (S.51).Grellmann - Die Zigeuner


Richter Staatsanwälte Philosophen und Gelehrte wurden in den folgenden Jahren bei der Suche nach dem „Wesen der Zigeuner“ aktiv. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden veröffentlicht, gelesen und nicht zuletzt in Lexika verbreitet so das jeder wusste was ein „Zigeuner“ ist welche Eigenschaften ein "Zigeuner" hat ohne jemals in direkten Kontakt zu Sinti und Romafamilien getreten zu sein. Grellmann modernisierte lediglich den Antiziganismus" früherer Generationen, ließ aber keinen Zweifel am primitiven Status dieses Volkes.Die Aufgaben der nächsten Forschergenerationen bestanden nun darin Grellmanns vorgegebene Thesen zu ergänzen, und Facetten des Antiziganismus zu ethnisieren (Vgl. L. Poliakov: Mythos). Pseudowissenschaftliche Erkentnisse wurden zusammengetragen, mit deren Hilfe "Zigeuner" auf der angeblich untersten Stufe der Menschheitsentwicklung angesiedelt wurden.Als Jäger Sammler und Wildbeuter, untauglich zu geregelter Arbeit, von kindlichem Gemüt, ihren Begierden ergeben, durch archaische Bindungen zusammengehalten, unzivilisiert in Unterkunft, Kleidung, Ernährung und Hygiene.So wurden aus Menschen die angeblich nur niedrigsten Instinkten lebten; Angehörige einer primitiven Rasse gemacht. Daß deren Ursprung in Indien liege, half ihnen selbst angesichts der Entwicklung des arischen Mythos nicht eben viel" [[9]]). Das Zigeunerstereotyp als Synonym vom "asozialen Bodensatz der Gesellschaft" der trotz Bemühungen staatlicher Organe nicht in ein normales Arbeitsleben zu integrieren ist,findet sich noch heutzutage in Vorurteilen bestimmmter Gesellschaftsschichten...[[10]]


--Lallaru Tschawu (Diskussion) 20:37, 27. Sep. 2012 (CEST)

Bedeutungsunklarheit[Quelltext bearbeiten]

Bei dem Zitat aus der Uraltausgabe von "Meyers Konversations-Lexikon" ("Alle sind dem Betteln ergeben, gestohlen wird besonders von Weibern und Kindern") frage ich mich, wie das "von" gemeint war. Wollte der Verfasser hiermit sagen, dass unter den Opfern der von "Zigeunern" begangenen Diebstähle vorwiegend Frauen und Kinder waren oder dass meist "Zigeunerfrauen" und "Zigeunerkinder" (also nicht die Männer) Diebstähle begingen? Ich tippe auf Letzteres (wegen der Verwendung des Begriffs abschätzigen "Weibern" und des Teilsatzes vor dem Komma), kann mich aber auch irren. Kann das vielleicht jemand aufklären? Vielleicht auch eine Begründung liefern, wie es zu diesem Vorurteil gekommen sein mag? Bitte nicht missverstehen, beide Varianten sind freilich in höchstem Maße diffamierende Vorurteile. --193.175.206.234 10:52, 8. Nov. 2012 (CET)

Heute in D[Quelltext bearbeiten]

Von einem der garantiert kein Zigeunerfreund ist: Gehört denn nicht die unsägliche Anti-Roma-Hetze hier in D (und zeitweise auch in F) nicht auch in die Kategorie? Einstieg: [11][12]--Antemister (Diskussion) 22:04, 10. Jun. 2013 (CEST)