Dombergmuseum

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Diözesanmuseum Freising
Domberg 21 (Freising).jpg

Das Diözesanmuseum vor dem Umbau
Daten
Ort Freising
Art Geschichte der Religion, Kunstmuseum
Eröffnung 1974
Leitung Christoph Kürzeder
Website Diözesanmuseum Freising

Das Dombergmuseum (auch Diözesanmuseum Freising) auf dem Domberg in Freising ist das Diözesanmuseum der Erzdiözese München und Freising. Es ist eines der größten kirchlichen Museen der Welt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schenkung der Sammlungen des Theologen und Kunsthistorikers Joachim Sighart 1857 und Heinrich Gotthard 1864 bildeten den Grundstock der Sammlungen des Museums, die in den folgenden Jahrzehnten weiter ausgebaut wurden. Der Erzbischof von München und Freising Julius Kardinal Döpfner veranlasste die Errichtung eines für die Öffentlichkeit bestimmten Museums unter der Trägerschaft der Erzdiözese.

Der Bestand hat sich heute auf ca. 16.000 Werke erhöht. Es gilt somit als eines der größten kirchlichen Museen der Welt, nach den Vatikanischen Museen. Das Museum zeigt auf 4.800 m² Ausstellungsfläche u. a. Werke von historisch bedeutsamen Künstlern wie Erasmus Grasser, Jan Polack, Hans Leinberger, Lucas Cranach, Cosmas Damian Asam, Giovanni Domenico Tiepolo, Johann Baptist Straub, Christopher Paudiß und Ignaz Günther, aber auch moderner Künstler wie Alexej von Jawlensky oder Rupprecht Geiger.

Neben Gemälden und Skulpturen werden auch Münzen und Medaillen, Paramente sowie Werke religiöser Volkskunst gezeigt. Im Untergeschoss sind die Krippensammlung sowie eine Raum-Installation von Mischa Kuball untergebracht.[1] Das Museum veranstaltete regelmäßig Sonderausstellungen und wurde bis zur Schließung jedes Jahr von rund 30.000 Besuchern aufgesucht.

Museumsgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diözesanmuseum, im ehemaligen Knabenseminar untergebracht

Das Diözesanmuseum wurde im November 1974 im Gebäude des ehemaligen Erzbischöflichen Knabenseminars eröffnet, das zuvor leer stand.

Gebäude des Knabenseminars[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1870 errichtete Matthias Berger im Westen des Freisinger Dombergs, auf dem Gelände des ehemaligen Kollegiatstifts St. Andreas, das Gebäude des Knabenseminars. Dieses Gebäude im neoklassizistischen Stil erhielt 1876/77 einen Oktogon-Anbau, der als Toilettenturm diente. Die Priesterausbildung im benachbarten Priesterseminar wurde 1968 nach München verlegt, und so konnte auch die darauf vorbereitende Ausbildung im Knabenseminar nicht mehr in alter Weise durchgeführt werden. Dieses für die Unterbringung von Schülern konzipierte Gebäude stand nun leer und bot sich für die neue Nutzung als Museum an.

Schließung und Renovierungsplanung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Juli 2013 wurde das Diözesanmuseum überraschend geschlossen. Zur Begründung wurde auf eine brandschutzrechtliche Modernisierung des Hauses verwiesen.[2] Hauptgrund ist nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung aber, dass das Diözesanmuseum seit seiner Eröffnung 1974 keine Genehmigung für einen Museumsbetrieb hatte.[3] Der bauliche Zustand machte eine Generalsanierung des Gebäudes erforderlich. Die Zwischenzeit bis zur Wiedereröffnung wird für Forschung an den Sammlungsobjekten und für verstärkte Kooperationen mit anderen Museen genutzt. Die Neukonzipierung sieht eine Verkleinerung der Dauerausstellung zugunsten von Sonderausstellungen vor.[4]

Der Entwurf des Berliner Büros Gerkan, Marg und Partner wurde im Februar 2017 als Sieger des Architektenwettbewerbs vorgestellt.[5] Nach einer Petition des Stadtheimatpflegers wurde Ende 2017 im Stadtrat von Freising über den Abriss des Oktogon-Anbaus erneut diskutiert, obwohl der Bauantrag der Erzdiözese rechtlich nicht zu beanstanden war. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hatte dem Abriss des Anbaus zugestimmt und auch der Bauausschuss hatte den Abriss genehmigt.[6] Die Umbauarbeiten am Museum sollen von Juli 2018 bis Mitte 2021 dauern (Stand Juni 2018); der Oktogon-Anbau wird abgerissen.[7]

Direktoren des Museums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Diözesanmuseum Freising. (PDF; 1,7 MB) Sonderausgabe zum 30-jährigen Bestehen, S. 12. Online auf kunstreferat.de.
  2. Freisinger Diözesanmuseum schließt bis auf Weiteres
  3. Kultur: Jahrzehnte ohne Genehmigung (Memento vom 11. Juli 2013 im Webarchiv archive.is). Online auf Süddeutsche.de vom 11. Juli 2013.
  4. Direktor Christoph Kürzeder über die Situation des Diözesanmuseums Freising und zum Stand der Sanierungsarbeiten sowie die Chancen der momentan bestehenden Schließung. Video, 7:30 Min
  5. Entscheidung im Architekturwettbewerb abgerufen am 24. September 2017
  6. Streit um den Klo-Turm abgerufen am 24. September 2017
  7. Petra Schnirch: Für 215 Millionen Euro: Erzbistum gestaltet Domberg neu. In: www.sueddeutsche.de. 13. Juni 2018, abgerufen am 13. Juni 2018.
  8. Neuer Direktor für das Diözesanmuseum in Freising. Pressestelle Erzbistum München und Freising, 29. Dezember 2011, archiviert vom Original am 27. Dezember 2012; abgerufen am 28. Dezember 2012. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.erzbistum-muenchen.de
  9. Sabine Reithmaier: Unbefleckte Empfängnis im stressfreien Raum: Der Theologe und Volkskundler Christoph Kürzeder leitet seit 1. Januar des Diözesanmuseum Freising, eines der größten seiner Art weltweit, in: Süddeutsche Zeitung 26. Januar 2012, S. R 12

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dommuseum Freising – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 23′ 56,3″ N, 11° 44′ 36″ O