Julius Döpfner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Julius Döpfner, Ende Juli 1964

Julius August Kardinal Döpfner (* 26. August 1913 in Hausen bei Bad Kissingen; † 24. Juli 1976 in München) war Bischof von Würzburg und Berlin sowie Erzbischof von München und Freising und ab 1958 Kardinal der römisch-katholischen Kirche. Er wurde während des Zweiten Vatikanischen Konzils 1962 bis 1965 zu einer „der prägendsten Figuren der katholischen Kirche“.[1]

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julius August Döpfner wurde als viertes von insgesamt fünf Kindern des Hausdieners Julius Matthäus Döpfner (1876–1923) und dessen Frau Maria Döpfner, geb. Büttner (1875–1934) in Hausen bei Bad Kissingen (Unterfranken) in eine fast mittellose Rhönbauern-Familie geboren und wuchs in sehr einfachen Verhältnissen auf. Döpfners Geschwister waren Maria Anna Döpfner, verh. Metz (1905–1983), Otto Joseph Döpfner (1909–1979) und Paul Alfons (1919–2007). Im Jahr 1906 wurde dem Ehepaar Julius Matthias und Maria Döpfner ein Sohn namens Julius geboren, der jedoch im folgenden Jahr verstarb.[2] Döpfner beschreibt seinen Vater als einen noblen und tiefgläubigen Mann sowie seine Mutter als „eine starke Frau, die sich als Witwe hingebungsvoll um ihre Kinder gekümmert hat“.[3]

Mutter Maria war die Schwester eines Hausener Schreiners. Sie führte ein umfangreiches Tagebuch, in dem sie am 15. Februar 1927 die Armut der Familie und ihre eigenen häufigen Krankheiten sowie die ihres Mannes schilderte.[4] Wie Döpfner selbst rückblickend bemerkte, lag ein gewisser Erfahrungsernst über seiner ansonsten glücklichen und unvergesslichen Kindheit.[3] Als prägend beschrieb er die religiösen Erfahrungen, in Elternhaus, Pfarrgemeinde und Diözese.[5]

Zweite Station des Hausener Kreuzweges.

Vor Döpfners Geburtshaus befand sich die zweite Station („Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern“) des durch den Ort verlaufenden Kreuzweges (heute befindet sich der Kreuzweg komplett auf dem Hausener Friedhof), die Döpfner später zu der Wahl seines bischöflichen Mottos „Praedicamus Crucifixum“ („Wir verkündigen den Gekreuzigten“) inspirierte. Döfpners Geburtshaus wurde später abgerissen und durch das heutige Anwesen Kardinal-Döpfner-Straße 27 ersetzt.

Auf Anraten des örtlichen Kaplans Martin sowie seiner Lehrer wurde Döpfner im Jahr 1924 auf das Gymnasium der Augustiner in Münnerstadt geschickt. Zu Fuß lief der Zehnjährige von Hausen nach Münnerstadt zur Aufnahmeprüfung und bestand diese. Trotz der ärmlichen Verhältnisse, in denen er aufwuchs, brachte er gute Zeugnisse mit nach Hause.

Auf Grund seines Wunsches, Priester werden zu wollen, wechselte er 1925 – nach einem Jahr in Münnerstadt – an das bischöfliche Knabenseminar Kilianeum zu Würzburg und legte 1933 an der Oberschule am Rennweger Ring das Abitur als Klassenbester ab. Am Kilianeum wurde Döpfners theologische und pastorale Ausrichtung stark von Regens Kilian Joseph Meisenzahl beeinflusst. Über Meisenzahl lernte Döpfner den umstrittenen Würzburger Theologen Herman Schell kennen, dessen Persönlichkeit Döpfner beeindruckte.

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anschließend begann Döpfner an der Universität Würzburg ein Studium der Theologie. Hier studierte er Kirchengeschichte bei Sebastian Merkle, einem Freund von Herman Schell, sowie Philosophie bei Hans Meyer und dem Privatdozenten Hans Pfeil, einem Gegner der religiösen Strömungen des Nationalsozialismus. In Würzburg wurde Döpfner als Student Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.St.V. Normannia Würzburg im KV.

Nach einem Semester wechselte er mit einem Stipendium an das Collegium Germanicum der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Am Germanicum wurde Döpfner vor allem vom Jesuitenpater Ivo Zeiger geprägt. Kritisch sah Döpfner den jesuitischen Führungsstil der Uniformität und Unterordnung; er war der Überzeugung, dass es in der modernen Welt auf selbstbewusste Einzelpersönlichkeiten ankommen würde.

Seine Konflikte mit dem Germanicum kompensierte Döpfner mit seiner Heimatverbundenheit und seiner Liebe zur Natur. So pflegte er bis hin seine Zeit als Kardinal Wanderungen in den Bergen und am Meer zu unternehmen sowie seinen Urlaub in seinem Heimatort Hausen zu verbringen.

Im Studium stand er bewusst zu seiner Entscheidung, Priester werden zu wollen. Statt eines „wissenschaftlichen“ Priesters wollte er ein „tiefgebildeter“ Priester werden, der sich auch menschlich, priesterlich und organisatorisch in seine Tätigkeit einbringt.

Priester[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kirche Il Gesù in Rom empfing er am 29. Oktober 1939 durch Luigi Traglia das Sakrament der Priesterweihe. Am 1. November 1939 beging er in der gleichen Kirche, am Grabaltar des hl. Ignatius von Loyola seine Primiz. Als Primizbild wählte er Ausschnitte aus dem Isenheimer Altar von Matthias Grünewald, als Primizspruch sein späteres bischöfliches Motto „Praedicamus crucifixum“. Im Sommer 1940 feierte er seine Heimatprimiz in Hausen.

Im Jahr 1941 promovierte er über „Natur und Übernatur bei John Henry Newman“, mit dem er sich bereits während seines Studiums umfassend auseinandergesetzt hatte, zum Doktor der Theologie.

Von 1941 bis 1944 war Döpfner Kaplan in Großwallstadt, Schweinfurt und Gochsheim. Die Seelsorge in direktem Kontakt mit den Gläubigen lag ihm dabei sehr am Herzen. Von 1944 bis 1945 war er Präfekt am bischöflichen Knabenseminar Kilianeum in Würzburg. 1945 erfolgte die Ernennung zum Subregens am Würzburger Priesterseminar. Als Subregens kümmerte sich Döpfner auch persönlich um die Studenten, die an ihren Nachkriegserfahrungen litten. Auf das Angebot des Dekans der Fakultät, zu habilitieren, reagierte Döpfner mit Stolz, da, wie er sagte, ehemaligen Germanikern der Weg zur Professur nicht ohne weiteres offen stand.[6]

Am 16. Mai 1945 erlebte Döpfner den Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945; sein gesamter Besitz verbrannte. Er half eigenhändig bei den Aufräumarbeiten, versorgte die Bevölkerung mit Lebensmitteln und verhandelte mit der US-Besatzungsmacht.

Bischof von Würzburg (1948–1957)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Döpfners als Bischof von Würzburg

Am 10. August 1948 ernannte der Papst Pius XII. Döpfner als Nachfolger des am 30. Mai 1948 verstorbenen Matthias Ehrenfried zum Bischof von Würzburg. Es wurde gemutmaßt, Pater Ivo Zeiger SJ, Döpfners ehemaliger Rektor am Germanicum, habe Einfluss auf die Entscheidung genommen. Die Weihe durch den Bamberger Erzbischof Joseph Otto Kolb am 14. Oktober 1948 fand, da der Würzburger Dom durch den Würzburger Bombenangriff noch zerstört war, in der Würzburger Neumünsterkirche statt. Mitkonsekratoren waren der damalige Bischof von Eichstätt und spätere Kurienkardinal Joseph Schröffer sowie der Bamberger Weihbischof Artur Michael Landgraf. Mit 35 Jahren war Döpfner damit der jüngste katholische Bischof Europas. Sein bischöflicher Wahlspruch lautete: „Praedicamus crucifixum“ („Wir verkünden [Christus,] den Gekreuzigten“) und entstammt dem 1. Korintherbrief (1 Kor 1,23 EU). In seinem Antrittsgottesdienst in der Heilig-Kreuz-Kirche betonte Döpfner seine Verbundenheit zu seiner Heimat und seinen fränkischen Mitmenschen. In seinem ersten Hirtenbrief vom 24. Oktober 1948 begründete Döpfner die Wahl seines bischöflichen Leitspruchs als Antwort auf die immer zahlreicher werdenden Menschen, die vom christlichen Weg abgekommen seien; gleichzeitig wolle er der erste Kreuzträger des Bistums sein.

Im Jahr 1952 exkommunizierte er als Bischof den späteren Kirchenkritiker Karlheinz Deschner, weil der eine geschiedene Frau geheiratet hatte.[1][7] Bei einer vom ADAC und der Deutschen Katholischen Jugend veranstalteten Großveranstaltung in Würzburg am 19. Juli 1953 zu Ehren des hl. Christophorus segnete er hingegen über 1000 Automobile und Motorräder[8] und in der Folgezeit setzte er sich bis zu seinem Tod für die Ökumenische Bewegung ein. Vom 11. bis 14. Oktober 1954 fand die von Döpfner veranstaltete Diözesansynode statt.[9]

Der Wiederaufbau von Würzburg („Wohnungsbau ist Dombau“)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julius Döpfners Amtszeit begann in einer völlig zerstörten Stadt, in der zum Kriegsende nur noch etwa 53 000 Menschen lebten. In ganz Unterfranken herrschte ein Bedarf für 394.000 Menschen, und noch im Jahr 1950 fehlten 80.000 Wohnungen.[10] Am 6. Januar 1949 wurde daher unter Vorsitz von Bischof Döpfner und unter Einladung von Caritasdirektor Robert Kümmert beschlossen, die Würzburger Wohnungshilfe aufzulösen und eine Genossenschaft in Form des St.-Bruno-Werkes zu gründen.[11][12][13] Die Benennung erfolgte nach dem hl. Bruno von Würzburg. Döpfner stellte das Vorhaben unter das Motto „Wohnungsbau ist Dombau, Wohnungssorge ist Seelsorge, und damit Herzenssorge eures Bischofs“. Kritik an dem Motto „Wohnungsbau ist Dombau“ kam unter anderem von Kardinal Michael von Faulhaber. Anlässlich Döpfners 40. Geburtstag im Jahr 1953 lobte das Würzburger Katholische Sonntagsblatt Döpfners Bemühungen.[14] Bis zu Döpfners Weggang nach Berlin im Jahr 1957 waren unter dem St.-Bruno-Werk mehr als 2.000 Wohnungen entstanden. Im Jahr 1958 erhielt Döpfner von der Stadt Bad Kissingen wegen seiner Verdienste um den sozialen Wohnungsbau (St.-Bruno-Werk) die Ehrenbürgerwürde.

Daneben widmete sich Döpfner dem Wiederaufbau zerstörter Kirchen sowohl in Würzburg (wo nur die Marienkapelle unbeschadet geblieben war) wie auch in der restlichen Diözese Würzburg.[15] Während seiner Amtszeit wurden 48 Kirchen wieder aufgebaut, daneben entstanden 43 neue Kirchen.[16] Im Jahr 1948 berief Döpfner den Baumeister Hans Schädel zum Leiter des Bischöflichen Bauamtes. Unter Schädel wurde als Erstes die St. Laurentius-Kirche in Würzburg/Heidingsfeld wiederaufgebaut. Es folgten die Kirchen von Kleinostheim und Stockstadt. Neu entstanden die Pfarrkirche St. Anton in Schweinfurt und die Dorfkirche in Frankenheim/Rhön, die Pfarrkirche von Niederwerrn. Wiederaufgebaut wurden die St. Kilian-Kirche in Schweinfurt, die Dreifaltigkeitskirche in Gemünden am Main, eine Kapelle in Eltmann und die Pfarr- und Klosterkirche St. Alfons in Würzburg. Erweitert wurden die Wallfahrtskirche in Hessenthal, die Pfarrkirche in Kleinheubach und die Kirche Zur Heiligen Familie in Würzburg-Heidingsfeld.

Unter Mitwirkung weiterer Architekten entstanden neue Kirchen wie St. Josef in Schweinfurt-Oberndorf (Fritz Lill aus Köln), St. Elisabeth in Würzburg-Zellerau (Michael Niedermeier aus Würzburg) und Maria Hilf in Schweinfurt (Peter Krammer aus Schweinfurt).[17]

Alle wiederhergestellten und neuen Kirchen wurden von Döpfner persönlich eingeweiht. Besonders am Herzen lag ihm der Wiederaufbau des Würzburger Domes. Es entstand eine eigens eingesetzte Dombaukommission unter seinem Vorsitz. Dabei wollte er dem Dom nicht als Museum neu eingerichtet wissen, sondern als Gotteshaus einer lebendigen Kirche.[18] und nahm damit unbewusst eine Auffassung des Zweiten Vatikanischen Konzils vorweg. Im gleichen Sinne wollte er in der Kirchengestaltung die Trennung zwischen dem die Liturgie ausführenden Priester und der unbeteiligten Gemeinde überwinden.

Stärkung des Glaubens und Kontakt mit den Gläubigen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Döpfner meinte, erkannt zu haben, dass immer mehr Gläubige einer bewussten Entscheidung für den Glauben bedürften. Daraus ergab sich seiner Meinung nach die Notwendigkeit für die Kirche, sich stärker auf das Laienapostolat zu besinnen. Aus diesem Grund wurde auf ausdrücklichen Wunsch Döpfners am 27. September 1950 die Domschule Würzburg als Akademie für die Erwachsenenbildung der Diözese Würzburg gegründet. Die Domschule entwickelte sich zum Vorbild für viele weitere Bistümer.[19] Laien sollten durch Vertiefung des Glaubenswissens zu Mitverantwortung und Mitarbeit angeregt werden. Das Programm der Domschule wurden von Döpfner persönlich gestaltet.

In gleichem Maße lag Döpfner die Priesterarbeit am Herzen. Aus diesem Grund hielt er mehrere – gut besuchte – Exerzitienkurse.

Ebenso förderte Döpfner die Jugendarbeit und unterstützte daher nach Kräften den Bund der Deutschen Katholischen Jugend BDKJ. Als im Jahr 1955 das Kloster Volkersberg in den Besitz des Bistums Würzburg kam, wurde es in ein Schulungs- und Bildungshaus für die katholische Jugend umgewandelt.

Döpfner suchte den direkten Kontakt mit den Menschen und predigte zu Sportlern, Arbeitern, Bauern und Winzern. In seiner Auseinandersetzung mit der sozialen Frage setzte er sich für den arbeitsfreien Sonntag und gegen Schwarzarbeit ein.[20] Döpfner sprach sich, schon bevor er im Jahr 1953 Beauftragter der Fuldaer Bischofskonferenz für die Flüchtlinge und Vertriebenen wurde, für eine Verbesserung der Situation von Flüchtlingen und Vertriebenen aus.

Ebenso lag das zu Thüringen und damit zum damaligen DDR-Gebiet gehörende Dekanat Meiningen, das damals Teil des Bistums Würzburgs war, Döpfner am Herzen. Die politischen Verhältnisse erschwerten die Betreuung der dort lebenden Gläubigen. So berichtete bereits Döpfners Vorgänger Bischof Matthias Ehrenfried am 4. Februar 1948, dass sowohl Bewohnern als auch Priestern aus dem Dekanat Meiningen die Ausstellung eines Passes erschwert worden sei.[21] Auch konnten nur unter schwierigsten Bedingungen neue Kirchen und Kapellen gebaut werden wie zum Beispiel in Lauscha und Camburg. Daneben entstanden in Döpfners Amtszeit als Bischof von Würzburg die neuen Pfarreien Bad Liebenstein, Camburg, Eisfeld, Gräfenthal, Römhild, Unterwellenborn und Wernshausen sowie die Kuratien Bettenhausen, Heldburg, Lauscha, Lehesten, Obermaßfeld, Schalkau, Themar und Wasungen. Wie Döpfner später in „Meine Fränkischen Jahre“ sagte, war es ihm besonders wichtig, schon in den ersten Wochen nach Amtsantritt die thüringische Diaspora zu besuchen.[22] Während seines ersten Besuches vom 11. November 1948 bis 26. November 1948 – vier Wochen nach der Bischofsweihe – spendete er beispielsweise 1.100 Firmungen. Döpfner erinnerte sich später überaus gerne an diese Reise.[22] Döpfner setzte diese Besuche auch während seiner gesamten Amtszeit fort. Wie er am 30. November 1955 dem Apostolischen Nuntius Aloysius Muench schrieb, belastete ihn die Situation mit Bespitzelung, Rationierung der Lebensmittel, Jugendweihe und der Schikanierung und Indoktrinierung der Menschen. Gleichzeitig bemerkte er das daraus entstehende Anwachsen des religiösen und gottesdienstlichen Lebens.[23] Die Gläubigen spürten, dass Döpfner nicht nur eine Jurisdiktions-, sondern auch eine Schutzfunktion ausübte.[24]

Bischof Döpfner beim 1. Unterfränkischen Katholikentag am 1./2. September 1951 in Aschaffenburg

Im Jahr 1951 wurden Katholikentage in Ochsenfurt und Schweinfurt veranstaltet. In Würzburg fand kein Katholikentag statt, da 1952 die 1200-Jahrfeier der Wiederauffindung der Gebeine der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan durch Bischof Burkard bevorstand. Nach jedem der gut besuchten Katholikentage, für die hochrangige Redner gewonnen werden konnten, wurden Resolutionen in Bezug auf Ehe und Familie, gegen Ehescheidung und Abtreibung sowie für das private und öffentliche Zeigen von Familiensinn verabschiedet.

Aus Anlass des Kiliansjahres 1952 wurden im Jahr 1949 die Gebeine der Frankenapostel von Gerolzhofen, wo sie während des Zweiten Weltkrieges hingekommen, wieder nach Würzburg zurückgebracht. Das Kiliansjubiläum gilt als einer der Höhepunkte in Döpfners Amtszeit als Bischof von Würzburg. Es wurde mit einem Pontifikalamt am ersten Pfingstfeiertag eröffnet, fand einen Höhepunkt in der St. Kiliansoktav und wurde am 12. Oktober 1952 mit dem Burkardusfest (am Sonntag vor Burkardi) beendet.

Mit dem Ziel, „ein lebendiges Diözesanbewusstsein zu vermitteln“, leitete Döpfner vom 11. bis zum 14. Oktober 1952 die Würzburger Diözesansynode. In einem Hirtenbrief zur Synode bezeichnete Döpfner das seelsorgerische Mühen des Priesters um dem heutigen Menschen als den einzig großen Beratungsgegenstand der Synode.[25] Zu den Teilnehmern gehörten die Dekane der 38 Dekanate, die Professoren der Theologischen Fakultät, die Provinziale und Ordensoberen, die Würzburger Stadtpfarrer sowie die Religionslehrer und Jugendseelsorger. Erstmals waren an den Vorarbeiten zu einer Synode sachkundige Laien (zwölf Laien, unter ihnen zwei Frauen) beteiligt.[26] Behandelt wurden beinahe alle Fragen und Probleme der modernen Seelsorge. Der Theologe Georg Langgärtner sah das Ergebnis der Synode „in der Bereitung des Bistums für das folgende Konzil und in der Befähigung, die Sturme der nachkonziliaren Jahre zu bestehen“[26]. Weitere Inhalte waren eine neue Prüfungsordnung der Theologischen Fakultät für ein zeitgerechtes und zukunftsoffenes theologisches Curriculum. Beschlüsse zu Kirchenbauten und kirchlicher Kunst[27] und Nächstenliebe als Mandatum magnum der Kirche[28].

Der „Fall Ochsenfurt“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überregionale Beachtung fand im Jahr 1953 der „Fall Ochsenfurt“.[29][30] Am 28. Juni 1953 sollte die neue Zuckerfabrik von Ochsenfurt eröffnet und kirchlich gesegnet werden. Traditionsgemäß vereinbarte Döpfner, dass auf Grund der Mehrheit der katholischen Bevölkerung in der Region nur der Vertreter der katholischen Kirche die Segnung vornehmen sollte. Dementsprechend verweigerte er, als er in Ochsenfurt von der geplanten Teilnahme des evangelischen Würzburger Dekans Wilhelm Schwinn (1905–1974) erfuhr, eine gemeinsame Zeremonie mit dem Dekan. Auf dem Weg zur Zuckerfabrik versuchten berittene Protestanten, Döpfners Zug zu sprengen; die Polizei musste die Situation auflösen.

Laut Erklärung des Bischöflichen Ordinariats Würzburg vom 28. Juni 1953 habe Döpfner erst am Morgen der geplanten Zuckerfabrik-Weihe von der Teilnahme des evangelischen Dekans erfahren und angekündigt, im Falle einer Weihe durch Schwinn Ochsenfurt sofort zu verlassen.[31] Das Programm wurde, so das Ordinariat, erst am Tag vor der Weihe fertiggestellt und sei Döpfner nicht zugesandt worden. Nach Darstellung des Evangelisch-Lutherischen Dekanats habe Döpfner das Programm bereits zwei Wochen vor der Weihe erhalten.

Der „Fall Ochsenfurt“ erfuhr eine hohe Aufmerksamkeit in der Presse. Sowohl das Ordinariat als auch das Dekanat bemühten sich um Schadensbegrenzung. Das Würzburger Katholische Sonntagsblatt warf die Frage auf, ob – nicht im Sinne des Kirchenrechts, sondern im Sinne der christlichen Brüderlichkeit – die ökumenischen Bemühungen umsonst gewesen sein sollten.[32] Die Presse war sich darin einig, dass die Frage nach der Parität beider Konfessionen in Bayern wieder akut geworden war.

Die bayerische CSU befürchtete Stimmenverluste bei der Bundestagswahl 1953 und befürchtete, in Zukunft weniger evangelische Bundestagskandidaten aufstellen zu können. Nach der Intervention durch Bundespräsident Theodor Heuss schickte Bundeskanzler Konrad Adenauer den in heiklen diplomatischen Situationen erfahrenen Ministerialdirektor Hans Globke vom Bundeskanzleramt zur Unterredung mit Döpfner. Die Presse sah darin eine Bestätigung der politischen Wirkung des Vorfalls.[32]

Döpfner selbst schrieb am 9. August 1953 aus seinem Schweizer Urlaubsort einen Versöhnungsbrief an Schwinn. Döpfner betonte, dass ihm eine Kränkung der evangelischen Christen, der evangelischen Kirche und damit auch Schwinns Person fern lag. Es schmerzte ihn, dass sein Handeln so aufgefasst wurde. Der Vorfall habe ihm die Notwendigkeit einer brüderlichen Begegnung bewusst gemacht.[33]

Wie Kirchenhistoriker Klaus Wittstadt ausführt, kann man nicht davon ausgehen, Döpfner sei gegen die Ökumene gewesen.[34] Dies habe Döpfner mehrmals, wie in seiner Predigt zum Abschluss des Weltgebetsoktavs[35], seiner Silvesterpredigt von 1952[36], einer Predigt zum Weltgebetsoktav von 1957[37] sowie seinem Pontifikalamt vom Kilianisonntag 1955[38] deutlich gemacht.

Laut dem Theologen Karl Forster führte eine „unzulängliche Information“ zu einer peinlichen Situation, die leicht zu klären gewesen wäre.[39]

Wie Agathe Schwinn, die Tochter von Dekan Wilhelm Schwinn, im Jahr 2014 erklärte, habe ihr Vater nach einem kurzen Gespräch mit Döpfner erkannt, dass auf Grund der katholischen Mehrheit in der Bevölkerung die Weihe Döpfner vorbehalten gewesen sei und Schwinn eigentlich nicht hätte kommen dürfen.[40] Sowohl vor dem Vorfall als auch danach verband beide Männer, so Agathe Schwinn, eine innige Freundschaft.

Wie der Domkapitular Theodor Kramer feststellte, haben die Wirkungen des Vorfalls Döpfner nie ganz losgelassen. Dies zeigt eine Schilderung des Vorfalls in „Meine Fränkischen Jahre“, wo Döpfner diesen kurz vor seinem Tod als schwerste Prüfung seiner fränkischen Jahre bezeichnete und betonte, dass sein Image nach dem Vorfall in keinster Weise seinen Intentionen entsprach.[41] Am 8. Mai 1957 stellte er in einer schriftlichen Bemerkung gegenüber Papst Pius XII., erleichtert fest, dass die Reserve der evangelischen Christen ihm gegenüber deutlich zurückgegangen war.[42]

Bischof von Berlin (1957–1961)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Kardinal Döpfners als Bischof von Berlin
Gedenktafel in der St.-Hedwigs-Kathedrale

Am 15. Januar 1957 ernannte ihn Pius XII. zum Bischof von Berlin, am 10. März verabschiedete Döpfner sich schweren Herzens von Würzburg[9] und am 25. März[43] erfolgte seine Inthronisation in Berlin.

Ökumene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während seiner Amtszeit als Bischof von Berlin bemühte sich Döpfner um die Ökumene und konnte entsprechende Bedenken, die seit dem „Fall Ochsenfurt“ gegen ihn bestanden, erfolgreich zerstreuen. In diesem Zusammenhang baute er einen intensiven und erfolgreichen Kontakt mit Otto Dibelius, dem evangelischen Bischof von Berlin, auf. Beide Männer teilten die gleiche Einschätzung zur politischen Lage. In diesem Sinne nahm Döpfner auch öffentlich Stellung zu Dibelius’ regimefeindlicher „Obrigkeitsschrift“ Stellung, dass der Christ bei Forderungen, die gegen das christliche Gewissen gehen, mehr Gott als dem Menschen gehorchen soll.[44]

DDR-Regierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

Intern hegten die DDR-Behörden bereits im Vorfeld der Inthronisation Bedenken gegen Döpfner, der Teilhaber des sozialismuskritischen Würzburger Echter Verlages war, als Beauftragter für die Flüchtlingsseelsorge eng mit der Ostpriesterschaft zusammenarbeitete.

Döpfners kritische Einstellung hatte auch Bedeutung in seiner Funktion als Vorsitzender der Berliner Ordinarienkonferenz (BOK), die im Jahr 1950 als Zusammenschluss katholischer Bischöfe, Weihbischöfe und Jurisdiktionsträgern gegen den antikirchlichen Kurs der DDR-Regierung gegründet worden war. Walter Ulbricht setzte seinen antikirchlichen Kurs vor allem mit der Berufung des regimekonformen Werner Eggerath zum Staatssekretär für Kirchenfragen am 21. Februar 1957. Ein Treffen Döpfners mit DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl am 28. März 1957 brachte keine Annäherung.

Im sogenannten „Döpfner-Erlass“ vom 26. November 1957 betont Döpfner die Rolle des BOK-Vorsitzenden als alleinigen Gesprächspartner mit den DDR-Behörden und dass alles vermieden werden müsse, was zu einer Spaltung der katholischen Kirche in Deutschland führen könne.[45] Obwohl die DDR ihren Kurs fortsetzte, kam für Döpfner eine Vereinbarung, wie sie die evangelische Kirche mit der DDR-Regierung geschlossen hatte[46], nicht in Frage; stattdessen hielt er an seinen Minimalforderungen wie der Erleichterung des Religionsunterrichtes oder der Beendigung der staatlichen Propaganda gegen die katholische Kirche fest.[47]

Zu einem Eklat kam es, als Döpfner in einem Fastenhirtenbrief in der Ausgabe des St. Hedwigblattes vom 25. Januar 1958 beklagte, dass Eltern die Erziehungsarbeit an ihren Kindern allzu sehr an andere Institutionen wie Schule und Kirche delegierten.[48] Die SED verstand dies als Kritik an den Verhältnissen in der DDR und verbot das St. Hedwigsblatt. Es durfte erst wieder erscheinen, als es einen Brief von Fritz Beyling, dem Leiter des Presseamtes beim Ministerpräsidenten der DDR abdruckte, in dem dieser Döpfners Ausführungen zurückwies. Von da an wurde Döpfner die Einreise in die DDR-Gebiete außerhalb Berlins verweigert.

Nach dem Tod des Vorsitzenden der CDU in der DDR Otto Nuschke, der sich für eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Kirche und DDR-Regierung eingesetzt hatte, hatte die DDR-Regierung leichteres Spiel. Im Zusammenhang mit dem „Lange-Erlass“ vom 12. Februar 1958 wurde der Religionsunterricht aus den Schulen verdrängt; im Gegenzug bekam die Jugendweihe stärkere Bedeutung. Als Reaktion auf das Religionsunterrichts-Verbot initiierte Döpfner den BOK-Beschluss vom Juli 1958, mit allen Mittel die Befähigung der Eltern zur eigenen Glaubensunterweisung ihrer Kinder zu fördern.[49]

Döpfner selbst bemerkte in einem BOK-Bericht über die Zeit vom von Mitte April bis Ende Juni 1958 sowie in einem Hirtenbrief vom 4. Mai 1958 einerseits eine verschärfte politische Lage, andererseits aber auch eine steigende Beteiligung der Gläubigen an Jugendbekenntnistagen, Fronleichnamsprozessionen sowie Gottesdiensten und Sakramentsempfang.[50]

Unter dem Eindruck der politischen Verhältnisse in seinem Bistum reagierte Döpfner zunächst mit Sorge auf die Entscheidung, dass der Katholikentag vom 13. bis 18. August 1958 in Berlin stattfinden sollte, widmete sich aber trotzdem voller Elan dieser Aufgabe. Der Leitgedanke seiner Ansprachen und Predigten während des Kirchentages, an dem trotz aller Schwierigkeiten etwa 60.000 Katholiken aus DDR teilnahmen, war die verbindende Gemeinschaft der Gläubigen im Glauben und mit Jesus Christus.[51][52][53] Die DDR-Behörden sahen im christlichen Gemeinschaftsgefühl der katholischen Gläubigen eine Bedrohung ihres sozialistischen Gedankens, was sie zu einem verstärkten antikirchlichen Kurs veranlasste. Döpfner selbst setzte seine Gedanken des Katholikentages fort, indem er die Pläne seines Vorgängers Wilhelm Weskamm zum Bau einer Kirche umsetzte und in der Nähe des Plötzensees das Gotteshaus „Maria Regina Martyrum“ zum Gedächtnis der Blutzeugen für die Glaubens- und Gewissensfreiheit 1933–1945 errichten ließ. Am 12. November 1960 erfolgte die Grundsteinlegung sowie am 4. Mai 1963 die Konsekrierung durch Döpfner.

Döpfner wurde bewusst, dass er wegen seiner Isolierung in Berlin sowie der Isolierung der ostdeutschen Anteile der westdeutschen Bistümer seinen Wohnsitz nach Ost-Berlin verlegen müsse. Auch Bischof Otto Spülbeck von Meißen hatte dies schon intern im März 1959 gefordert.[54] Döpfner schlug Nuntius Aloysius Muench die Errichtung von Apostolischen Administaturen für den Fall einer sich verstärkenden Isolierung der ostdeutschen Bistumsanteile erneut seinen Wohnsitzwechsel nach Ost-Berlin vor. Der Nuntius äußerte schwere Bedenken gegen den Vorschlag.[55] Stattdessen wurde am 4. Mai 1959 Alfred Bengsch zum Weihbischof in Berlin mit Wohnsitz im Ostteil der Stadt ernannt.[54] Diese Lösung hatte für Döpfner jedoch nur vorübergehenden Charakter. In einem umfangreichen Bericht an Kardinalstaatssekretär Domenico Tardini vom 27. Mai 1959 bestand er auf seinem Vorschlag eines Wohnsitzwechsels nach Ost-Berlin.[56] Andernfalls könne er bei einer Weiterentwicklung der Isolation seine Funktion als BOK-Vorsitzender nicht mehr ausüben; auch würde die DDR ihn nicht mehr als Verhandlungspartner ansehen. Die Situation verschärfte sich, als Bengsch in seiner Wohnung ein Abhörgerät entdeckte und ein „Kriminalbeamter“ ihm mitteilte, der DDR-Staat würde noch lange weiter bestehen und Döpfner habe auf Grund seines Hirtenbriefes selber Schuld. Laut Historiker Bernd Schäfer begann nun die Situation für die katholische Kirche brüchig zu werden, da die staatlichen DDR-Organe nicht nur Proteste der Kirche ignorierten, sondern auch ihren Kurs ungerührt verschärften.[57] Bischof Piontek außerte am 7. April 1959, dass, wenn man einem übermächtigen Gegner ausgeliefert sei, es klüger sei, zu gegebener Zeit zu schweigen.[58] Im Juni 1961 ließ Döpfner ein Schreiben an Otto Grotewohl, in dem es hieß, dass er keine gemeinsame Grundlage von sozialistischem und christlichem Humanismus sehe; solange die DDR ihren materialistischen Kurs fortsetze, sei eine Normalisierung im Verhältnis beider Seiten unmöglich. Bischof Spülbeck lehnte den Entwurf ab; die DDR-Behörden könnten sich in Zukunft taub stellen, die Situation sich insgesamt verschärfen. Auf der BOK-Konferenz von 1961 wurde die Entscheidung vertagt.[59] Döpfner konnte nicht mehr mit der uneingeschränkten Unterstützung seiner Bischofskollegen rechnen. Zwei Tage nach der Vertagung wurde er von Papst Johannes XXIII. zum Erzbischof von München und Freising ernannt.

In Folge seiner Kritik an der herrschenden Regierung war Döpfner Repressalien ausgesetzt, unter anderem indem er von der Stasi bespitzelt wurde[60] und die Gläubigen im Ostteil der Stadt nicht mehr besuchen durfte.

Versöhnung mit Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seiner „Berliner Hedwigspredigt“ vom 16. Oktober 1960 begründete Döpfner seine Anstrengungen für eine Aussöhnung mit Polen nach dem Zweiten Weltkrieg. Döpfner geht hier auf das beschämende Unrecht ein, das das polnische Volk erleiden musste, und fordert, das deutsche Volk dürfe nicht die Augen verschließen und niemals vergessen, welches Unrecht zu sühnen ist.[61] Im gleichen Sinne bezog Döpfner das Unrecht der Vertreibung nach 1945 mit ein. Döpfner schloss Krieg zur Neuordnung des Verhältnisses beider Staaten von vornherein aus und betonte seinen Willen zum Frieden.

Diese Predigt besänftigte die Befürchtungen von polnischer Seite, die sich unter anderem in den Vorbehalten des Warschauer Erzbischofs Stefan Wyszyński äußerten, die dieser kurz zuvor in seiner Predigt vom 17. August 1960 in der Marienburger Georgskirche gegen Bundeskanzler Konrad Adenauer vorgebracht hatte.[62]

Die Wochenzeitung der polnischen Kommunisten „Polityka“ begrüßte am 29. Oktober 1960 Döpfners Predigt, verlangte aber, den Worten Taten folgen zu lassen.[63] Auch die repräsentative Zeitung der polnischen Katholiken „Tygodnik Powszechny“ sah in Döpfners Worten eine Grundlage für eine wirkliche Versöhnung.[64] Ebenso fand Döpfners Predigt Zustimmung bei Weihbischof Ernst Tewes, bei der „Times“, bei der „Daily Telegraph“ und beim Bonner Staatssekretär Peter Paul Nahm. Gleichzeitig zeigte Döpfner sich, wie er am 26. November 1960 an Georg Graf Henckel von Donnersmarck schrieb, über einige Stimmen erschrocken, die vom Nationalismus einiger Deutscher zeugten.[65]

Döpfner führte seinen Willen zur Versöhnung zwischen Deutschland und Polen auch später aus, wie zum Beispiel in seiner Weihnachtsansprache vom 25. Dezember 1965[66] oder seinem Glückwunschtelegramm vom 3. Mai 1966 an Kardinal Wyszyński anlässlich der Tausendjahrfeier der Christianisierung Polens, woraufhin dieser die von der polnischen Regierung vorgegebene Parole „Wir vergeben nicht“ mit einem „Wir vergeben“ beantwortete.

Ebenso befürwortete Döpfner den Warschauer Vertrag von 1970. Auf einer Polenreise im Oktober 1973 traf Döpfner mit zahlreichen polnischen Bischöfen zusammen.

Ernennung zum Kardinal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1958 erfolgte Döpfners Erhebung zum Kardinalpriester durch Johannes XXIII. mit der Titelkirche Santa Maria della Scala in Trastevere. Damit war Döpfner der jüngste Kardinal der katholischen Kirche. Das Geheime Konsistorium zur Amtseinführung fand am 15. Dezember 1958, das Öffentliche Konsistorium am 18. Dezember 1958 statt. Döpfner nutzte seine Kardinalsernennung, um weiterhin auf die ernste Situation in seiner Berliner Diözese hinzuweisen, als er beispielsweise bei Erzbischof Antonio Samorè im Staatssekretariat anregte, Papst Johannes XXIII. möge in seiner Weihnachtsansprache die hohe Bedeutung der Menschenrechte erneut unterstreichen; Priester und Gläubige hinter dem Eisernen Vorhang sollten um die Unterstützung durch die Kirche wissen.

Weggang aus Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Döpfner fühlte sich seiner Gemeinde verbunden sowie verpflichtet, ihr in der schweren politischen Zeit beizustehen. So widersetzte er sich zunächst der Weisung von Papst Johannes XXIII., sich als neuer Erzbischof von München versetzen zu lassen. Trotz mehrfacher Einwände seitens Döpfners beharrte der Papst auf seiner Entscheidung.[67]

Döpfners Weggang war überschattet von der sich zuspitzenden Berlin-Krise und dem Bau der Berliner Mauer Infolge dessen musste Döpfner seinen Abschiedsgottesdienst am 20. August 1961 in Westberlin halten. Sein Nachfolger als Bischof sowie als BOK-Vorsitzender wurde Alfred Bengsch, der seinen Schwerpunkt von der öffentlichen politischen Äußerung auf die seelsorgerischen Aufgaben der Kirche in der DDR verlegte.[68]

Über die Gründe für Döpfners Weggang aus Berlin gibt es verschiedene Spekulationen.[69] Eine These vermutet den Grund in Döpfners kompromissloser Haltung gegenüber der DDR-Regierung.[70] Eine weitere Möglichkeit besagte, Papst Johannes XXIII., der eine hohe Meinung von Döpfner hatte, wollte den vakant gewordenen Bischofsposten in München und Freising mit dem fähigsten Bischof seiner Zeit besetzen. Laut dem Berliner Bürgermeister Franz Amrehn wollte der Papst die Verlegung des Bischofssitzes nach Ost-Berlin ermöglichen und ferner Döpfners Fähigkeiten nicht auf dem Vorposten West-Berlin verschwenden.[71]

Döpfners Weggang wurde von vielen Stellen wie beispielsweise auch der jüdischen Gemeinde[72] und dem Berliner Senat bedauert. Betont wurden seine Standhaftigkeit gegenüber der DDR-Regierung sowie sein Wunsch zur Versöhnung mit Polen. Lediglich die DDR-Presse nannte Döpfner „einen kalten Krieger“; eine „weitsichtige Persönlichkeit im Vatikan“ habe die Gefahren erkannt, die von Döpfner für die katholische Kirche in Deutschland ausgingen.[72]

Zweites Vatikanisches Konzil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konzilsvorbereitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Januar 1959 kündigte Papst Johannes XXIII. die Durchführung eines Konzils an. Kirchenhistoriker Klaus Wittstadt stimmt mit Karl Forster darin überein, dass Döpfner einen großen Anteil an Verlauf und Inhalt des Konzils hatte.[73] Dessen pastorale Ausrichtung passte zu Döpfners Person. Papst Johannes XXIII. berief am 17. Mai 1959 eine Vor-Vorbereitungskommission ein, die Vorschläge von Weltepiskopat, Ordensoberen sowie katholisch-theologischen und kanonistischen Fakultäten sammeln sollte. Döpfners Antwort vom 6. November 1959 ist geprägt von seinen Erfahrungen in der Berliner Diaspora und gehört laut Wittstadt „zu den umfangreichsten, am besten vorbereiteten und theologisch reifsten“ Vorschlägen.[74] Während der Vorbereitungsphase entwickelte sich Weihbischof Alfred Bengsch, wie Döpfner an Nuntius Corrado Bafile schrieb, zu einem unersetzlichen Berater für ihn.[75]

Ein grundlegendes Anliegen Döpfners war, dass man sich auf des Wesentliche konzentrieren und Grundfragen klären solle. Dazu gehöre auch eine begrenzte Auswahl geeigneter Bischöfe. Zu den weiteren Punkten, für die sich Döpfner aussprach, gehörten eine zeitgemäße Dogmenentwicklung und ebenso eine der Zeit entsprechende Gestaltung des Kirchenrechts, die Frage nach dem Menschen, die Situation der Laien und die Ökumene. Die Vorlage enthält bereits die bestimmenden Inhalte des Konzils.

Döpfners Stellungnahme „Consilia et vota“ vom 6. November 1959 sollte die erforderlichen Mittel darlegen, um die kirchlichen Lehraussagen der aktuellen Entwicklung anzupassen.[76] Anders als bei früheren Konzilen sollten keine Irrlehren mehr verdammt werden, sondern diesmal die Welt betrachtet werden, die, durch den Zeitgeist bedingt, die Religion hasse.[76], sowie die drohenden Gefahren, sobald der Mensch sich von der Religion abwendet, die Zersplitterung der Glaubensgemeinschaft bis hin zu Sekten, der in der DDR herrschende Materialismus (entsprechend Döpfners Erfahrungen in Berlin), wachsende Religiosität durch widrige äußere Umstände. Als Ziel beschrieb Döpfner eine Verkündigung der Menschenwürde durch die Kirche und eine Magna Charta der Menschenrechte. Die deutschen Bischöfe übernahmen einige von Döpfners Ideen in ihre allgemeine Stellungnahme vom 27. April 1960.[77]

Im Motu proprioSuperno Dei“ von Pfingsten 1960 setzte Papst Johannes XXIII. die eigentlichen Vorbereitungsgremien fest. Döpfner wurde hierbei in die zentrale Vorbereitungskommission berufen.[78] In seiner letzten Sitzung als BOK-Präsident informierte er über die Konzilsvorbereitungen. So sollte das Konzil offene antikommunistische Angriffe vermeiden (sich aber gleichwohl mit dem Kommunismus beschäftigen), ein positives katholisches Menschenbild vermitteln und ein Signal auch an nicht-christliche Menschen aussenden. Bei einer Audienz bei Papst Johannes XXIII. am 24. Januar 1961 erreichte Döpfner die Teilnahme des umstrittenen Theologen Karl Rahner SJ.

Das Konzil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutschen Vertreter in der Zentralen Vorbereitungskommission waren neben Döpfner die Kardinäle Joseph Frings, Alfred Bengsch sowie Augustin Bea. Für die erste Sitzungsperiode wählte Döpfner Joseph Pascher als seinen theologischen Berater. Döpfners Konzilssekretär wurde Gerhard Gruber.

Auf Grund der nach Döpfners Meinung zu juridischen und formalen Vorlage von Professio fidei bezweifelte er, dass die Theologische Kommission für das Positive und Weckende aufgeschlossen ist und Rücksicht auf die Außenstehenden nimmt.[79] Die folgende Sitzung verstärkte Döpfners Zweifel. Vergeblich baten er und Bea Papst Johannes XXIII. um mehr Zeit für die Vorbereitungen. Zudem wurden zum Ärger der Zentralkommission deren Einwände von der comissio de emendamentis ebenso wie Döpfners Ideen ignoriert. Ebenso bildeten sich zwei bis ins bestehende Konzil Gruppen, von denen sich die eine der Kurie verpflichtet sah und die andere pastoral geprägt war. Papst Johannes XXXIII. selbst vertrat in einer Radioansprache vom 11. September 1962[80] sowie in seiner Konzileröffnungsrede Gaudet Mater Ecclesia vom 11. Oktober 1962 Döpfners Position.

Im Verlauf des Konzils kamen Döpfner immer mehr Aufgaben zu. Als Kardinal Léon-Joseph Suenens im Auftrag des Papstes den Konzilsplan ad intra et ad extra anfertigen sollte, nannte dieser Döpfner als potentiellen Unterstützer des Plans.[81] Als Döpfner am 21. Oktober 1962 feststellte, dass der Text des an die Konzilsväter verteilten Liturgieschemas manipuliert war[82], bestand er auf seiner Forderung nach dem authentischen Text, was ihm den Spitznamen „Der Panzerkardinal“ einbrachte.[83]

Besonders am Herzen lag Döpfner die Arbeit an der Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“, die das Verhältnis der Kirche zur Welt behandelte. Döpfner betonte die Bedeutung des Dialoges der Kirche mit der Welt; die Kirche habe, so Döpfner, Symbolcharakter auch für Bereiche des Lebens, die nicht direkt mit der Kirche zu tun haben. Die Pastoralkonstitution öffne die Türen für einen fruchtbaren Dialog, da sie sich mit den aktuellen Problemen der Menschen befasse. Döpfner zeigte sich zufrieden mit dem formulierten Text. Es gilt als großes Verdienst Döpfners, die anfänglichen Bedenken der Bischöfe gegenüber der Pastoralkonstitution zerstreut zu haben.[84]

Döpfner legte besonderen Wert auf persönliche Kontakte, half Ratsuchenden und fragte bei Bedarf auch andere um Rat, Dies reichte soweit, dass er sich gegenüber den beiden Konzilspäpsten Johannes XXIII. und Paul VI. auch kritische Bemerkungen erlauben konnte wie zum Beispiel seine Hinweise zu Veterum sapientia und zur Papstkrönungsfeier.[85] So legte Döpfner beispielsweise am 19. Juli 1963 seine Überlegungen zur Papstkrönung dar. Er begrüßte die Krönungsfeier als solche auf Grund ihrer Wirkung als abendlicher Gottesdienst.[86] Dennoch empfahl Döpfner Änderungen bei Formulierungen wie „Vater der Könige und Fürsten“ oder „Lenker der Welt“ seiner Meinung nach ins hohe Mittelalter hineinversetzten. Auch empfahl er, auf die Tiara zu verzichten, da der Papst in dieser den Eindruck eines „Super-Kaisers“ erweckte. Klaus Wittstadt wirft die Frage auf, inwieweit Paul VI. sich von Döpfner beeinflussen ließ, als er sich beispielsweise das Protokoll des Hl. Stuhls vereinfachte oder die Tiara verkaufte und den Erlös unter den Armen verteilen ließ.[87]

Zur Straffung der Konzilsarbeit wurde eine Koordinierungskommission eingesetzt, zu der auch Döpfner gehörte. Um die Vorarbeiten für die Schemata nicht allein den Kommissionen zu überlassen, entwickelte Döpfner mit Bischöfen aus Deutschland und Österreich ein Kirchenschema, das am 17. Februar 1963 an den Papst gesandt wurde.[88] Nach Döpfners Ansicht musste die Mitarbeit in den Kommissionen intensiven, die Geschäftsordnung verbessert sowie eine nachkonziliare Kommission berufen werden. Glücklicherweise vertrete der Papst, so Döpfner, die gleiche Linie.[89]

Papst Paul VI.

Am 3. Juni 1963 starb Papst Johannes XXIII., Kardinal Giovanni Battista Montini wurde als Papst Paul VI. sein Nachfolger. Kardinal Döpfner gehörte zu den Teilnehmern des Konklaves 1963. Noch am Tag seiner Krönung am 30. Juni 1963 beauftragte Paul VI. Döpfner in einer Privataudienz mit einem Gutachten über die Weiterarbeit des Konzils.[89]

Der „Döpfnerplan“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. Juli 1963 sandte Döpfner dieses später als Döpfnerplan bekannt gewordene Gutachten unter dem Titel Überlegungen zur Fortführung des Konzils an Paul VI. Döpfner begrüßte die Fortführung der Linie des verstorbenen Johannes XXIII durch den neuen Papst. Weiterhin betonte Döpfner die Bedeutung einer festen und klaren Kirchenführung unter anderem auch im Hinblick auf den Kommunismus.[90]

In seinem Plan ging Döpfner auf verschiedene Aspekte wie die Kontinuität des Konzils, die Erneuerung der Kirche, die Ökumene, sowie den pastoralen Charakter des Konzils ein. Ferner sollten in einer Welt, die immer mehr zusammenwächst, Fragen behandelt werden, die alle Völker betreffen. Gleichzeitig machte er Vorschläge zur Straffung des Konzils. Ebenso drückte Döpfner den Wunsch aus, Paul VI. möge die zurückhaltende Linie seines Vorgängers fortsetzen; sei ein Eingreifen nötig, möge der Papst dies in enger Verbindung mit dem Bischofskollegium tun. Es folgten organisatorische Vorschläge für einen besseren Konzilsablauf. Dazu gehörte der Vorschlag, die Redezeit zu begrenzen, um mehr Wortmeldungen zu ermöglichen.[90] Ein weiteres Anliegen Döpfners war die Verbesserung der Konzilsberichterstattung. Ferner wünschte er auch sachkundige Laien als Periti zum Konzil zu berufen. Zahlreiche Vorschläge Döpfners galten der Auswahl und der Reihenfolge der Themen. Außerdem sollte das Konzil nicht zu lange dauern; noch offene Fragen könnten von anderen Institutionen oder einem weiteren Konzil geklärt werden.[90]

Auch wenn nicht alle Details des Döpfnerplans umgesetzt werden konnten, waren Döpfners Vorschläge von enormer Bedeutung. So nahm der Papst Paul VI. im September 1963 eine Revision der Geschäftsordnung vor.[91]

Döpfner als Moderator des Konzils[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1963 wurde Döpfner von Papst Paul VI. neben den Kardinälen Krikor Bedros XV. Agagianian, Giacomo Lercaro und Léon-Joseph Suenens zum Moderator des Konzils bestellt.[90] Neben der rein organisatorischen Leitung des Konzils hatten die vier Kardinäle eine führende Funktion beim theologischen und geistigen Inhalt des Konzils inne. In den 36 von Döpfner moderierten Generalkongregationen setzte Döpfner konsequent seine Forderung nach einer straffen Ausführung des Konzils durch.[92] In seinen eigenen Aufzeichnungen zum Konzil sah Döpfner am 30. September 1963 seinen Kurs in der inhaltlichen Position von Paul VI. bestätigt.[93] Dieser hatte am Tag zuvor in seiner Eröffnungsansprache die Hauptaufgaben des Konzils erläutert. Dementsprechend sollte die zweite Sitzungsrunde Aspekte wie die Erneuerung der Kirche und das Verhältnis zu Nichtkatholiken behandeln.[94] Diese Entwicklung setzte sich auch im weiteren Verlauf fort.

Im September 1977 wurde am Petersdom eine neue, vom Künstler Luciano Minguzzi gestaltete Bronzetür eingeweiht. Ein Teil der Tür galt dem Zweiten Vatikanischen Konzil und stellte seine vier Moderatoren Krikor Bedros XV. Agagianian, Julius Döpfner, Giacomo Lercaro und Léon-Joseph Suenens sowie die beiden Päpste Johannes XXIII. und Paul VI. dar. Kurz nach der Einweihung wurde die Tafel mit den vier Moderatoren – angeblich aus künstlerischen Gründen – durch eine neue gleichformatige Tafel mit drei Moderatoren ersetzt. Trotz der fehlenden Ähnlichkeit der Darstellungen mit ihren realen Vorbildern ließen andere Merkmale vermuten, dass Döpfners Darstellung entfernt wurde.[95] Vor allem in Deutschland stieß die Entfernung eines der führenden Konzilsmoderatoren von der Platte auf Befremden.

Deutsche Bischofskonferenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Konferenz der deutschen Bischöfe 1848 in Würzburg. Lithographie nach Zeichnungen von Georg Opel.

Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurden auf der ganzen Welt Bischofskonferenzen eingerichtet. Am 2. Dezember 1965 wurde Döpfner noch während des Konzils zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, die aus der Fuldaer Bischofskonferenz hervorgegangen war, gewählt und stand ihr elf Jahre lang vor. Theologe Alois Brem beschreibt die Bischofskonferenz unter anderem auch wegen der Person Döpfners als wirksames Instrument zur Bewältigung der Aufgaben nach dem Konzil.

Als wichtigstes Ziel der Bischofskonferenz wurden fünfzehn Bischöfliche Kommissionen eingerichtet. Döpfner übernahm den Vorsitz der Pastoralkommission und der Hauptkommission. Die während des Konzils beschlossenen Priester- und Seelsorgeräte sowie die Laienausschüsse sollten bald verwirklicht werden. Unter Döpfner wurde von nun auch nach jeder Bischofskonferenz eine Pressekonferenz durchgeführt.

Döpfner lag in seiner Funktion als Konferenzvorsitzender die Umsetzung der Konzilsbeschlüsse am Herzen. Dementsprechend war der Hirtenbrief der Fuldaer Konferenz von 1966 auch durch Döpfner geprägt.[96] Ebenso beschäftigte sich Döpfner auf der Bischofskonferenz im September 1967 in Fulda mit den Folgen des Konzils.[97] Dementsprechend sagte er auf der Pressekonferenz vom 23. September 1967, die Kirche könne keinen Glauben verkünden, wenn sie sich nicht den Problemen der Menschen stelle.[98]

Im Jahr 1968 veröffentlichte Papst Paul VI. die EnzyklikaHumanae vitae“. In dieser sprach er sich – überraschenderweise gegen den Mehrheitsbeschluss der Kardinäle – gegen Empfängnisverhütung aus. Die Deutsche Bischofskonferenz verabschiedete auf einer außerordentlichen Vollversammlung Ende August 1968 die „Königsteiner Erklärung[99] und würdigte die Enzyklika, rief gleichzeitig aber auch dazu auf, das Gewissen des Einzelnen und der Ehepaare zu achten. Wie damalige Konferenzteilnehmer immer wieder betonten, war die Erklärung in erheblichem Maße von Döpfner geprägt. Döpfner hatte Gelegenheit, Papst Paul VI. die „Königsteiner Erklärung“ persönlich zu erläutern.[100]; der Papst stand auch weiterhin positiv zum Kardinal. Auch nach der „Königsteiner Erklärung“ äußerte sich Döpfner zum Paragraph 218, indem er die Kirche dazu aufforderte, im Geiste Jesu Vergebung zu üben; ferner sollten sich auch Geschiedene in der Kirche geborgen wissen. Am 3. Mai 1974 zeigte er sich mit der kurz zuvor beschlossenen Fristenlösung jedoch nicht einverstanden.[101] und sprach sich gegen den Schwangerschaftsabbruch aus.

Im Frühjahr 1968 forderte der Theologe Hubertus Halbfas in seinem Buch „Fundamentalkatechetik“, Religionsunterricht habe keinen Glaubensanspruch zu vertreten, sondern Texte und Dokumente aller Religionen zu interpretieren. Obwohl Döpfner das Buch kritisch beurteilte, verhielt er sich zunächst vorsichtig. Erst als sich im Verlauf die Proteste mehrten, entzog die Deutsche Bischofskonferenz Halbfas alle kirchlichen Lehraufträge.[102] Erfolgreich setzte sich Döpfner dagegen im Jahr 1971 in der entscheidenden Glaubenskongregation in Rom für den Theologen Hans Küng ein, dem der Entzug der Lehrerlaubnis drohte. Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz erklärte Döpfner in einer Ehrenerklärung für Küng, dessen lehramtliche Kritik habe nichts mit seiner Integrität als Priester und Christ zu tun.[103]

Döpfner bemühte sich – ebenfalls im Sinne des Konzils – um gute Beziehungen zwischen Kirche und Staat und damit zu Bundeskanzler Willy Brandt und dessen Nachfolger Helmut Schmidt. Ebenso würdigte Döpfner beispielsweise am 13. Februar 1975 den Deutschen Gewerkschaftsbund; sowohl dieser als auch die Kirche wollten, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise, den Menschen dienen. Von den Unruhen der Studentenrevolte war auch der Katholikentag vom 4. bis 8. September 1968 in Essen geprägt; dennoch blieb Döpfner zuversichtlich.

Von 1967 bis 1974 nahm Döpfner regelmäßig an den von Papst Paul VI. einberufenen römischen Bischofssynoden teil[104] und leistete dort essentielle Beiträge zu Themen wie Reformen des Kirchenrechts und der Liturgie, Mischehen zwischen Katholiken und Protestanten sowie Evangelisation. Bei der zweiten ordentlichen Bischofssynode im Herbst 1971 schlug er vor, den Papst zu ersuchen, unter anderem die Frage zuzulassen, ob verheiratete Männer unter bestimmten Voraussetzungen zu Priestern geweiht werden sollten.[105]

Die Deutsche Bischofskonferenz beschloss im Jahr 1969 in Fulda eine Vorbereitungskommission für die Gemeinsame Synode.[106] Inhalt der Synode sollten nach Döpfner Überlegungen „der Förderung von Brüderlichkeit und Solidarität in der Kirche sein“[107].

Im Jahr 1971 musste die kirchliche Zeitschrift „Publik“ eingestellt werden. Anscheinend erfüllte sie nicht den von Döpfner bei der Herbstvollversammlung 1969 geäußerten Anspruch, Publizistik müsse einen Beitrag zur Integration leisten.[108] Wie die Deutsche Bischofskonferenz am 15. November 1971 offiziell erklärte, habe die Zeitschrift nicht den erwarteten Lesermarkt gefunden.[109]

Am 26. August 1973 forderte Nuntius Corrado Bafile den Limburger Bischof Wilhelm Kempf, der die Priesterweihe verheirateter Männer gefordert hatte, als Leiter seiner Diözese durch einen Apostolischen Administrator zu ersetzen. Nach einem „FAZ“-Bericht vom 3. Oktober 1973 über den Inhalt des Briefes erklärte die Nuntiatur gemeinsam mit der Deutschen Bischofskonferenz die Vorschläge für hinfällig, da der Nuntius sich nach Versand des Briefes Döpfners Meinung angeschlossen habe, man solle die Angelegenheit gemeinsam mit Kempf klären. Im Oktober 1973 erklärte die Deutsche Bischofskonferenz, die Angelegenheit bereinigen zu wollen und sich um eine Lösung zu bemühen.[110] Auch Papst Paul VI. ermutigte den Bischof, seine Diözese weiter zu führen.

Würzburger Synode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1960er Jahren kam es unter anderem durch die Studentenrevolte und einen Wertewandel in der Gesellschaft zu einem Umbruch. Auf einer von Döpfner einberufenen außerordentlichen Bischofskonferenz im Dezember 1968 kamen Themen wie der Konflikt um Hubertus Halbfas oder die Beschränkung der nach dem Konzil gewonnenen Freiheit durch Zensurmaßnahmen hinzu. Ergebnis der Konferenz war eine Erklärung über die Problematik des Glaubens mit dem Ziel, den Menschen neue Möglichkeiten des Mitwirkens nahezubringen. Neben einer Anpassung an den Zeitgeist wurde auch Widerstand gegen das Gängige als nötig erachtet. Um dabei die Rolle der Kirche zu klären, wurde auf der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz im Februar 1969 die Einberufung einer Pastoralsynode beschlossen.[111] Die Idee zu einer Synode ging dabei von Teilnehmern des Katholikentages vom Herbst 1968 aus, die von keiner offiziellen Institution repräsentiert wurden.

Die Würzburger Synode begann mit einer konstituierenden Sitzung vom 3. bis 5. Januar 1971 im Würzburger Dom und sollte im Sinne des Konzils Fragen wie Autorität und Demokratie in der Kirche, Mischehen, Religionsunterricht, Zölibat, Priestertum, Entwicklungshilfe und Geburtenkontrolle behandeln.

Als Grundlagen der Synode nannte Döpfner Demut, Sanftmut und Langmut.[112] Das Ziel der Synode solle ein pastorales sein, um Wege die Aussagen des Konzils umzusetzen[113]; in diesem Zusammenhang solle die Synode ein „geistliches Ereignis“ werden.[114] Zu den weiteren Zielen gehörten die Ökumene[115] sowie die Umsetzung des „Aggiornamento“ von Papst Johannes XXIII.[116] Anlässlich des 30. Jahrestages zum Ende des Zweiten Weltkrieges ging Döpfner auf das Leid ein, das der Nationalsozialismus über Deutschland und die Welt gebracht hat. Er hoffte auf erfolgreiche Verhandlungen mit den anderen Ländern, damit den dort lebenden NS-Opfern geholfen werde. Unter dem Eindruck seiner Würzburger und vor allem seiner Berliner Amtszeit als Bischof ging Döpfner auf die Situation in der DDR ein. Er beklagte ebenso einen Werteverfall in der Gesellschaft und kam in diesem Zusammenhang auf den Schutz des ungeborenen Lebens sowie von Ehe und Familie zu sprechen.

Ebenso zeigte er sich besorgt, die Integration von ausländischen Arbeitskräften sei in Gefahr, nicht verwirklicht zu werden. Im Zusammenhang mit dem 25-jährigen Jahrestag der Verkündigung des Grundgesetzes zeigte er sich besorgt um die Chancengleichheit in der Bildung, der Rechte von kinderreichen Familien und Minderheiten und angesichts der Überbewertung von Erfolg gegenüber der menschlichen Würde.

Die von Döpfner genannten Impulse der Synode waren „Aufeinander zugehen“, „Miteinander reden und gemeinsam sprechen“ und „Den Geist Jesu Christi bezeugen und daraus handeln“.

Am 21. Juli 1976 – drei Tage vor seinem Tod – schrieb Döpfner in seinem Geleitwort zu der zu seinen Ehren herausgegebenen Gesamtausgabe der Synodenbeschlüsse, dass die eigentliche Arbeit, die Beschlüsse auch umzusetzen, erst noch bevorstehe.[117]

Im Rückblick wurde vor allem durch Pater Karl Rahner die unverzichtbare Rolle Döpfners gewürdigt. Vizepräsident Bernhard Servatius lobte seinen unermüdlichen Arbeitseifer, seinen offenen Umgang mit den Medien, seine zielgerichtete, allgemein verständliche sowie Konflikte beruhigende Kommunikation sowie seinen unterfränkischen Humor.[118]

Erzbischof von München und Freising (1961–1976)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kardinalswappen als Erzbischof von München und Freising
Kardinal Döpfner während der Fronleichnamsprozession in München 1971

Pastorales und soziales Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Juli 1961 wurde Döpfner zum Erzbischof von München und Freising ernannt. Auf Grund seiner beeindruckenden Amtsführung in Berlin war er schon bald als Nachfolger seines am 31. Dezember 1960 verstorbenen Vorgängers Kardinal Joseph Wendel gehandelt worden; die Inthronisation durch Nuntions Corrado Bafile erfolgte am 30. September 1961. Döpfner konnte sich der bayerischen Diözese schnell einleben, zumal der begeisterte Wanderer zum ersten Mal in seiner eigenen Diözese Berge vorfand. Mit Amtsantritt wurde Döpfner am 1. Oktober 1961 auch Vorsitzender der Bayerischen Bischofskonferenz. Wie auch in seinen zwei vorherigen Bistümern suchte Döpfner – nun auch unter dem Eindruck des Konzils – den persönlichen Kontakt zu seinen Priestern und seiner Gemeinde, wie es auch Weihbischof Ernst Tewes bestätigt.[119]

Der sich damals schon abzeichnende Trend einer Überalterung des Klerus sowie des Mangels an Nachwuchspriestern bereitete Döpfner Sorgen.[120] Besonders in den Jahren 1968/69 häuften sich die Laisierungsanträge von Priestern. Dein „Aktionskreis München“ aus Priestern forderte im Jahr 1970 Döpfner auf, die Priester vom Zölibat zu entbinden. In seiner Stellungnahme vom Februar 1970 bezeichnete Döpfner den Zölibat als wichtigen Grundgedanken des Neuen Testaments; er verwahrte sich gegen die Darstellung, der Zölibat sei ein dem Priester aufgezwungener Zustand. In einem solchen Falle solle sich der betroffene Priester klar entscheiden. Gleichzeitig warnte er vor einer Polarisierung der Kirche, wie sie in diesem Fall wieder eingetreten war.

Trotz aller Schwierigkeiten hielt Döpfner weiter Kontakt zu seinen Priestern und half auch laisierten Priestern bei der Suche nach neuen Berufsmöglichkeiten.[121] Ferner veranstaltete er Anfang des Jahres 1965 in verschiedenen Städten insgesamt elf Priestertage, in denen er den Priestern die Umsetzung des Gottesdienstes gemäß der Vorgaben des Konzils nahebrachte. Erneut betonte Döpfner in seinen Rundbriefen an die Priester die Bedeutung des Konzils und des leidenschaftlichen Erneuerungswillens im Sinne einer „Ecclesia semper reformanda“.[122][123] Den Beruf des Priesters sah er als helfenden Dienst an.[124] Sein letzter Brief an die Priester seines Erzbistums stammt aus der Karwoche 1976.

Neben den bereits erwähnten Priestertagen unternahm Döpfner weitere Maßnahmen zur Umsetzung der Konzilsbestimmungen wie die Einführung des Dekanatsstatus (1967), den Einsatz von Laien als Kommunionshelfer (1965), eine neue kirchliche Raumordnung (1970–1971), den Einsatz von theologisch ausgebildeten Laien als Pastoralassistenten (1971)[125][126] und eine Neuregelung der Firmvorbereitung mit dem Einsatz von Laien[127]. Um die Seelsorge übersichtlicher zu gestalten, erfolgte von 1961 bis 1976 ein enormer Ausbau der Pfarreien. Döpfner teilte sein Erzbistum in die drei Regionen München, Nord und Süd mit den Bischofsvikaren Weihbischof Ernst Tewes (Region München), Weihbischof Johannes Neuhäusler (Region Nord) und Weihbischof Matthias Defregger (Region Süd). Im Jahr 1968 löste Gerhard Gruber die Weihbischöfe Neuhäusler und Defregger als Generalvikar ab.

Nach München und Umgebung wurden im Jahr 1973 auch die übrigen Dekanate des Erzbistums umgestaltet. Döpfner vollendete den Bau der Katholischen Akademie in Bayern, musste aber – was Kontroversen auslöste – wegen Studentenmangel das Priesterseminar in Provisorien unterbringen.[128]

Ebenso wie in Berlin mit Bischof Otto Dibelius baute Döpfner nach den Erfahrungen aus dem „Fall Ochsenfurt“ auch in München gute Beziehungen mit Landesbischof Hermann Dietzfelbinger auf. Dies äußerte sich beispielsweise in abwechselnden ökumenischen Gottesdiensten in einer katholischen beziehungsweise einer evangelischen Kirche oder in einer Zusammenarbeit bei Themen wie der Neuordnung des bayerischen Schulwesens. Dietzfelbinger widmete in seinen Lebenserinnerungen seinem katholischen Kollegen ein eigenes Kapitel[129] und äußerte sich dort später auch betroffen von Döpfners Tod.[130]

Döpfner war kein Befürworter der Bekenntnisschulen zur christlichen Erziehung der Kinder. Im Jahr 1967 wurden von der SPD beziehungsweise von der CSU zwei Volksbegehren zur Einführung der christlichen Volksschule durchgeführt. Döpfner befürwortete hierbei das Vorhaben der CSU. In der Folge wurde die staatliche Bekenntnisschule durch katholische Schulen in freier Trägerschaft in Form von christlichen Gemeinschaftsschulen ersetzt. Diese nahmen mit dem Schuljahr 1969/70 den Unterrichtsbetrieb auf.

Wie auch in Berlin bemühte sich Döpfner ebenso in München um ein gutes Verhältnis zu den Juden. Dies äußerte sich beispielsweise in seinem Glückwunschschreiben aus Anlass des jüdischen Neujahrstages 1971. So trug er einerseits Meinungsverschiedenheiten unverkrampft und offen aus, als es beispielsweise anlässlich der Eröffnung der Oberammergauer Passionsspiele 1970 zu Protesten von Heinz Meier, dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde in Bayern, kam. Döpfner erklärte, dass der Text der Passionsspiele zwar reformbedürftig, aber nicht antisemitisch sei, er sich aber nicht unter Druck setzen lassen wolle. Andererseits zeigte Döpfner sich bestürzt über einen Anschlag auf das Israelitische Altersheim in München.[131] Wie in Würzburg und München lehnte Döpfner Antisemitismus entschieden ab, worauf er in Berlin in der Rundfunkansprache „Wort für den Tag“ vom Januar 1960 öffentlich eingegangen war.[132]

Ebenso lag Döpfner der Caritas-Gedanke der Nächstenliebe zu hilfsbedürftigen Gruppen und Minderheiten am Herzen.[133] Im gleichen Sinne verstand er es, den Gedanken der „Caritas“ auch in die Liturgie zu integrieren.[134] Bei einem Dankesgottesdienst am 2. Mai 1965 in der Todesangst-Christi-Kapelle im Konzentrationslager Dachau anlässlich des zwanzigsten Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers plädierte Döpfner dafür, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen. In diesem Sinne nahm er am 10. September im Münchner Salesianum an einem Essen mit KZ-Priestern teil und zelebrierte am 20. Mai 1970 in Dachau einen Gottesdienst mit polnischen Priestern, die im Lagern inhaftiert waren.

Der „Fall Matthias Defregger“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Spiegel“-Ausgabe vom 7. Juli 1969[135] löste eine kontroverse Diskussion über den von Döpfner zum Weihbischof geweihten Matthias Defregger aus, auf die Döpfner noch am gleichen Tag mit einer öffentlichen Erklärung reagierte. Defregger war als Offizier im Zweiten Weltkrieg während einer Rückzugsbewegung mit seiner Division am 7. Juni in das italienische Dorf Filetto gelangt. Nach Ermordung von vier Soldaten durch Zivilisten befahl der Kommandeur, alle männlichen Einwohner des Ortes zu erschießen. Sofort widersprach Defregger dem Befehl mit Hinweis auf die Haager Konventionen sowie mit Gegenvorschlägen. Erst nach dem Misserfolg seiner Bemühungen gab er den Befehl weiter, war aber an dessen Ausführung nicht beteiligt. Nach dem Hinweis des Divisionskommandeurs, Defregger würde bei Befehlsverweigerung selbst erschossen werden, versuchte dieser auf eigene Faust, den Befehl abzumildern und möglichst viele Männer zu retten.

Mit Beschluss vom 16. September 1970 stellte die Staatsanwalt München I das Ermittlungsverfahren gegen Defregger ein.[136]

Döpfner selbst wies darauf hin, dass Defregger in schwere Gewissensentscheidung gedrängt worden war.[137] und sich seiner Gewissensbelastung niemals entzogen habe. Trotzdem hätte Döpfner ihn niemals zum Weihbischof vorgeschlagen, wenn er sich der möglichen öffentlichen Auswirkungen bewusst gewesen wäre.[138] Im Bemühen um Vermittlung nahm Döpfner auch Kontakt mit den Bürgern von Filetto auf. In einer Erklärung vom 17. September 1970 zum Abschluss des Ermittlungsverfahrens zeigte Döpfner sich erfreut über den Ausgang des Verfahrens. Defregger sei sich seiner Verpflichtung, unschuldiges Leben zu schützen, bewusst gewesen und habe unter Gefahr für sein eigenes Leben alles ihm Mögliche unternommen. Döpfner akzeptierte schweren Herzens Defreggers Entschluss, sein Amt als Regionalbischof nicht weiter auszuüben.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe seines Wirkens hatte Döpfner ein hohes Arbeitspensum zu bewältigen. Er hatte einen umfangreichen Terminkalender beispielsweise mit dem Besuch diverser Konferenzen sowie von Wohnheimen, Altenheimen und Gefängnissen und mit Kircheneinweihungen, Altarweihen und Wallfahrten. Er war auf jeden Termin gewissenhaft vorbereitet; ferner legte er Wert darauf, bei politischen und wissenschaftlichen Entwicklungen immer auf dem Laufenden zu sein. Hinzu kamen mehrere Auslandsreisen pro Jahr, die ihm nicht immer leicht fielen. Besonders hoch waren die Anforderungen bei Verpflichtungen wie bei dem Zweiten Vatikanischen Konzil.

Einen Wendepunkt bedeutete der November, als er einen mehrwöchigen Klinikaufenthalt wegen Herz-Rhythmus-Störungen antreten musste. Weitere gesundheitliche Einschränkungen waren unter anderem ein mehrwöchiger Kuraufenthalt ab Februar 1970, Operationen Ende November 1971 (ein chirurgischer Eingriff), Ende Februar 1972 (Abszess) sowie am 23. Juni 1973 (Entzündung im Darmbereich). Döpfner bemühte sich, sich seinen schlechten Gesundheitszustand dieser Jahre nicht anmerken zu lassen.

Am 24. Juli 1976 wollten er und Weihbischof Ernst Tewes in die Schweiz fahren. Nach einigen anstrengenden Terminen bat Döpfner, noch einige wichtige Arbeiten erledigen zu dürfen. Am Morgen des 24. Juli 1976 wurde Sekretär Erwin Obermeier von der Oberschwester benachrichtigt, dass es Döpfner nicht gut ging; er spendete dem Kardinal sogleich die Krankensalbung. Der Notarzt versuchte vergeblich, den auf dem Boden des Pförtnerzimmers liegenden Döpfner wiederzubeleben. In der Medizinischen Klinik der Technischen Universität München konnte man nur noch den Tod durch Herzinfarkt feststellen.[139]

Einen Tag vor seinem Tod hatte Döpfner noch eine Folge von „Das Wort zum Sonntag“ mit dem Thema „Begegnung mit Gott“ aufgezeichnet, das am 7. August 1976 ausgestrahlt wurde. Döpfner wurde am 29. Juli 1976 in der Krypta des Münchner Liebfrauendomes beigesetzt. Joseph Kardinal Höffner zelebrierte das Requiem und Hermann Kardinal Volk predigte. Die sich anschließende Beisetzung in der Gruft des Domes nahm Kapitularvikar Weihbischof Ernst Tewes vor.

In seinem zum Großteil bereits 1954 abgefassten Testament hatte Döpfner selbst den Liebfrauendom als Ort seiner Beisetzung bestimmt.[140] Als Gesamterbe setzte er den Erzbischöflichen Stuhl ein und bat seine Familie um Verständnis, dass er in erster Linie der Kirche verpflichtet sei. Mitarbeiter, Chauffeur und Hauspersonal bekamen Andenken vermacht. Als Testamentsvollstrecker bestimmte Döpfner Regionalbischof a. D. Matthias Defregger. Anscheinend kam Defregger seiner gesetzlichen Verpflichtung zu verzeichnen, an wen er welche Gegenstände aus Döpfners Erbe verteilt hat, nur unzureichend nach.[141] Der Hausener Pfarrer Georg Hirschbrich konnte durch Verhandlungen mit Defregger erreichen, dass zumindest einige Gegenstände wie Döpfners expressionistisches Kruzifix in die Pfarrei kamen.

Zu den weiteren wieder nach Hausen gekommenen Gegenständen gehörte auch ein durch den Würzburger Goldschmied Josef Amberger angefertigter Krummstab mit einer Darstellung der heimatlichen Quellen im Wappen, den ihm seine Heimatgemeinde aus Anlass seiner Ernennung zum Bischof von Würzburg im Jahr 1948 gestiftet hatte. Döpfners offizieller, vom Bistum Würzburg in Auftrag gegebener Krummstab wurde ebenfalls von Josef Amberger angefertigt und zeigt in seiner Wappendarstellung die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan.[142][143]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehrendoktorwürde der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Würzburg (23. Juli 1973)
  • Ehrendoktorwürde der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität München (12. Oktober 1973)
  • Das Bildungszentrum auf dem Domberg in Freising wurde nach ihm benannt: Kardinal-Döpfner-Haus.
  • Julius Döpfner wurde Ehrengroßprior der Deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.[144]
  • Zum 100. Geburtstag gab die Deutsche Post AG mit dem Erstausgabetag 8. August 2013 ein Sonderpostwertzeichen im Wert von 58 Eurocent heraus. Der Entwurf stammt von den Grafikern Iris Utikal und Michael Gais aus Köln.
  • Nach Julius Döpfner ist der Kardinal-Döpfner-Platz, die Adresse des Bischöflichen Palais in Würzburg, benannt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Verhältnis von Natur und Übernatur bei John Henry Kardinal Newmann. Rom 1945 (zugl. Diss. Pontif. Univ. Greg.).
  • Deutscher Katholizismus und konziliare Erneuerung. Erfahrungen d. Bischofs in Würzburg, Berlin u. München. Würzburg 1965.
  • Die Berliner Jahre. Julius Kardinal Döpfner als Bischof von Berlin 1957–1961. Berlin 1961.
  • Die Mitte unseres Glaubens. Christologische Ansprachen. Erich Wewel Verlag, München, Freiburg i.Br. 1971.
  • Die Zukunft des Glaubens. Kevelaer 1969.
  • Konzilstagebücher, Briefe und Notizen zum Zweiten Vatikanischen Konzil. Bearb. v. Guido Treffler. Regensburg 2006.
  • Reform als Wesenselement der Kirche. Überlegungen zum 2. Vatikanischen Konzil. Würzburg 1964.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(chronologisch geordnet)

  • Alfred Wendehorst: Das Bistum Würzburg 1803–1957. Würzburg 1965, S. 109–112.
  • Karl Forster: Julius Cardinal Doepfner (= The men who make the council. Band 13). University of Notre Dame Press, Indiana/Notre Dame 1965 (englisch).
  • Klaus Wittstadt: Julius Kardinal Döpfner. 26. August 1913 bis 24. Juli 1976. Würzburg 1996.
  • Peter Pfister (Hrsg.): Julius Kardinal Döpfner und das Zweite Vatikanische Konzil. Vorträge des Wissenschaftlichen Kolloquiums anlässlich der Öffnung des Kardinal-Döpfner-Konzilsarchivs am 16. November 2001. Schnell & Steiner, Regensburg 2002, ISBN 978-3-7954-1477-1.
  • Guido Treffler, Peter Pfister (Hrsg.): Erzbischöfliches Archiv München, Julius Kardinal Döpfner – Archivinventar der Dokumente zum Zweiten Vatikanischen Konzil. Schnell & Steiner, Regensburg 2004, ISBN 978-3-7954-1439-9.
  • Klaus Wittstadt: Julius Kardinal Döpfner (1913–1976) – Anwalt Gottes und der Menschen. Don Bosco, München 2001, ISBN 978-3-7698-1124-7.
  • Anton Landersdorfer: Döpfner, Julius (August). In: Erwin Gatz (Hrsg.), unter Mitarbeit von Franz Xaver Bischof u. a.: Die Bischöfe der deutschsprachigen Länder 1945 bis 2001. Ein biographisches Lexikon. Duncker & Humblot, Berlin 2002, ISBN 3-428-10684-9, S. 386–394.
  • Ekkart SauserJulius Döpfner. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 17, Bautz, Herzberg 2000, ISBN 3-88309-080-8, Sp. 277–279.
  • Kurzbiografie zu: Döpfner, Julius. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  • Klaus Wittstadt: Kirche und Staat im 20. Jahrhundert. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 453–478 und 1304 f.; hier: Im Zeichen des Wiederaufbaus – die Zeit Julius Döpfner als Bischof von Würzburg (1948–1957), S. 463–469.
  • Thomas Brechenmacher: „In dieser Stunde der Kirchehe“ – Zum 100. Geburtstag von Julius Kardinal Döpfner. (= Bad Kissinger Archiv-Schriften. Band 2). Schöningh, Würzburg 2013, ISBN 978-3-87717-853-9.
  • Werner Eberth: Julius Kardinal Döpfner zum 100. Geburtstag – „Des ist unnr Kardinal“. (= Beiträge zur Geschichte von Hausen und Kleinbrach. Band 4). Theresienbrunnen-Verlag, Bad Kissingen 2013.
  • Werner Eberth: Julius Kardinal Döpfner (1913–1976). (= Eine Nachlese zu seinem 100. Geburtstag 2013. Band 2 / Beiträge zur Geschichte von Hausen und Kleinbrach. Band 5). Theresienbrunnen-Verlag, Bad Kissingen 2015.
  • Karl Lehmann: Brückenbauer in einer Zeit des Übergangs – Julius Kardinal Döpfner zum Gedenken. Echter Verlag, Würzburg, 2013, ISBN 978-3-429-03659-1.
  • Franz Xaver Bischof, Manfred Weitlauff (Hrsg.): Kardinal Julius Döpfner und das Zweite Vatikanum – Ein Beitrag zur Biografie und Konzilsgeschichte. (= Münchener kirchenhistorische Studien. Neue Folge, Band 3). Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-17-026704-6. (Zugleich Hochschulschrift, Dissertation, Ludwig-Maximilians-Universität München, 2013/2014).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Julius Döpfner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jakob Wetzel: Der resolute Reformer – Kardinal Julius Döpfner. In: Süddeutsche Zeitung, 24./25. August 2013.
  2. Werner Eberth: Julius Kardinal Döpfner zum 100. Geburtstag – "Des ist unnr Kardinal (4. Band der Beiträge zur Geschichte von Hausen und Kleinbrach), Theresienbrunnen-Verlag, Bad Kissingen 2013, S. 16–18
  3. a b [Julius] Kardinal Döpfner: Aus meinem Leben, in: Fritz Bauer, Karl Wagner (Hrsg.): Kardinal Döpfner. Leben und Wort 1913–1976, München 1976, S. 9–10; hier: S. 9.
  4. Ausschnitte aus Maria Döpfners Aufzeichnungen mit Schilderungen von Döpfners Kindheit finden sich bei Klaus Wittstadt: Julius Kardinal Döpfner (1913–1976) – Anwalt Gottes und der Menschen. Don Bosco, München 2001, S. 23–31 und Werner Eberth: Julius Kardinal Döpfner zum 100. Geburtstag – "Des ist unnr Kardinal (4. Band der Beiträge zur Geschichte von Hausen und Kleinbrach), Theresienbrunnen-Verlag, Bad Kissingen 2013, S. 24–58
  5. Ernst Tewes: Kardinal Julius Döpfner – Erzbischof von München und Freising (1961–1976), in: G. Schwaiger Hrsg.: Christenleben im Wandel der Zeit, Bd. II: Lebensbilder aus der Geschichte des Erzbistums München und Freising, München 1987, S. 529 –546, hier: S. 530.
  6. Deutsche Tagespost, Nr. 13, 1975, S. 5
  7. Exkommunikationsschreiben
  8. Rolf-Ulrich Kunze: Würzburg 1945–2004. Wiederaufbau, moderne Großstadt. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2 (I: Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkriegs. 2001, ISBN 3-8062-1465-4; II: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. 2004, ISBN 3-8062-1477-8; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9), Theiss, Stuttgart 2001–2007, Band III (2007), S. 318–346 und 1292–1295; hier: S. 333.
  9. a b Klaus Wittstadt (2007), S. 469.
  10. Robert Ernst Simon: Wohnungsbau ist heute in Wahrheit Dombau. Katholische Kirche und Wohnungsbau in Bayern 1945–1955. (Einzelarbeiten aus der Geschichte Bayerns, 70), Neustadt/Aisch 1955, S. 2
  11. Würzburger Diözesanblatt, Nr. 14 (94. Jg.), 15 September 1948, S. 106f.
  12. Homepage des St. Bruno-Werks (Memento vom 17. Mai 2014 im Internet Archive)
  13. Sybille Grübel: Zeittafel zur Geschichte der Stadt von 1814–2006. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Band 2, 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 1225–1247; hier: S. 1242.
  14. WKS, Nr. 34 (100. Jg.), 23. August 1953, S. 249
  15. Klaus Wittstadt: Kirche und Staat im 20. Jahrhundert. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, S. 453–478 und 1304 f.; hier: Im Zeichen des Wiederaufbaus – die Zeit Julius Döpfner als Bischof von Würzburg (1948–1957), S. 463–469
  16. Karl Forster: Julius Kardinal Döpfner, S. 64, in: Männer des Konzils, Würzburg 1965
  17. Klaus Wendehorst: Das Bistum Würzburg 1803–1957, S. 114
  18. Würzburger Katholisches Sonntagsblatt, Nr. 3 (101. Jg.), 17. Januar 1954, S. 17
  19. Günter Koch: Die neue Domschule: Akademie für Erwachsenenbildung der Diözese Würzburg. Wie sie wurde – Wie sie ist, in: Günter Koch, Josfe Pretscher (Hrsg.): Würzburgs Domschule in alter und neuer Zeit, Würzburg 1980, S. 73–105; hier: S. 78
  20. Würzburger Katholisches Sonntagsblatt, Nr. 31 (99. Jg.), 3. August 1952, S. 239f.
  21. Diözesanarchiv Würzburg, MGN, K4, 6.34
  22. a b Julius Döpfner: Meine Fränkischen Jahre, S. 14
  23. Diözesanarchiw Würzburg, MGN, K4, 12.83
  24. Corinna Mierau: Der thüringische Anteil der Diözese Würzburg von 1945 bis 1957 – Eine Darstellung anhand der Materialien des Würzburger Diözesanarchivs, Zulassungsarbeit, Würzburg 1998, S. 116
  25. Würzburger Diözesanblatt, Nr. 18 (100), 15. September 1954, S. 135
  26. a b Georg Langgärtner: Die Diözesansynoden von 1931 und 1954 als Spiegel des Aufbruchs der Kirche vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, in: Heinz Fleckenstein, Gerhard Gruber, Georg Schwaiger, Ernst Tewes (Hrsg.): Ortskirche – Weltkirche. Festgabe für Julius Kardinal Döpfner, Würzburg 1973, S. 251–268
  27. Diözesansynode Würzburg, 1954, Hg. v. Bischöfl. Ordinariat Würzburg. Würzburg 1955
  28. Georg Langgärtner: Die Diözesansynoden von 1931 und 1954 als Spiegel des Aufbruchs der Kirche vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, in: Heinz Fleckenstein, Gerhard Gruber, Georg Schwaiger, Ernst Tewes (Hrsg.): Ortskirche – Weltkirche. Festgabe für Julius Kardinal Döpfner, Würzburg 1973, S. 267
  29. N. N.: Konfessions-Streit – Aus einem Napf. In: Spiegel Online. 15. Juli 1953, abgerufen am 8. Februar 2019.
  30. N. N.: Konfessionsstreit gefährdete 1953 Adenauers Wahl. In: Die Welt. 28. Juni 2013, abgerufen am 12. Februar 2019.
  31. Alfred Wendehorst: Das Bistum Würzburg 1803–1957, S. 73
  32. a b Main-Post, Nr. 150/7, 3. Juli 1953
  33. Döpfner am 9. August 1953 aus Wallis/Schweiz an Dekan Wilhelm Schwinn. Brief in Privatbesitz
  34. Klaus Wittstadt: Julius Kardinal Döpfner (1913–1976) – Anwalt Gottes und der Menschen. Don Bosco, München 2001, S. 101f.
  35. Würzburger Katholisches Sonntagsblatt, Nr. 5 (98. Jg.), 4. Februar 1951, S. 33f.
  36. Würzburger Katholisches Sonntagsblatt, Nr. 5 (98. Jg.), 4. Februar 1959, S. 33–34
  37. Würzburger Katholisches Sonntagsblatt, Nr. 4 (104. Jg.), 27. Januar 1957, S. 48
  38. Würzburger Katholisches Sonntagsblatt, Nr. 30 (102. Jg.), 24. Juli 1955, S. 48
  39. Karl Forster: Julius Kardinal Döpfner, in: Männer des Konzils, Würzburg 1965, S. 63
  40. Werner Eberth: Julius Kardinal Döpfner (1913–1976), Band 2 – Eine Nachlese zu seinem 100. Geburtstag 2013 (gleichzeitig Band 5 der Beiträge zur Geschichte von Hausen und Kleinbrach), Theresienbrunnen-Verlag, Bad Kissingen 2015, S. 81–84
  41. Julius Döpfner: Meine Fränkischen Jahre, S. 13f.
  42. Diözesanarchiv Berlin V/7-3
  43. Diözesanarchiv Berlin: Julius Kardinal Döpfner (1913–1976).
  44. Martin Höllen: Loyale Distanz? Katholizismus und Kirchenpolitik in SBZ und DDR. Ein historischer Überblick in Dokumenten, Band 2: 1956 bis 1965, Berlin 1997, S. 198
  45. Martin Höllen: Loyale Distanz? Katholizismus und Kirchenpolitik in SBZ und DDR. Ein historischer Überblick in Dokumenten, Band 2: 1956 bis 1965, Berlin 1997, Nr. 14, S. 73
  46. vgl. Reinhard Henkys: Evangelische Kirche, in: Gisela Helwig -Dtelev Urban (Hrsg.): Kirchen und Gesellschaft in beiden deutschen Staaten, Köln 1987, S. 66
  47. Diözesanarchiv Berlin I/4–54, S. 666
  48. Gerhard Lange, Ursula Pruß (Hrsg.): An der Nahtstelle der Systeme. Dokumente und Texte aus dem Bistum Berlin 1945–1990, 1. Halbband 1945–1961, Leipzig 1996, S. 261
  49. Diözesanarchiv Berlin I/4–53, S. 85–94; hier: S. 89
  50. Diözesanarchiv Berlin I/4–53, S, 41
  51. Unsere Sorge der Mensch – Unser Heil der Herr. Der 78. Deutsche Katholikentag vom 13. bis 17. August 1958 in Berlin, Paderborn 1958, S, 69–71
  52. Gerhard Lange, Ursula Pruß (Hrsg.): An der Nahtstelle der Systeme. Dokumente und Texte aus dem Bistum Berlin 1945–1990, 1. Halbband 1945–1961, Leipzig 1996, S. 299–301
  53. Gerhard Lange, Ursula Pruß (Hrsg.): An der Nahtstelle der Systeme. Dokumente und Texte aus dem Bistum Berlin 1945–1990, 1. Halbband 1945–1961, Leipzig 1996, S. 300f.
  54. a b Bernd Schäfer: Staat und katholische Kirche in der DDR (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung), Band 8, Köln – Weimar – Wien, 1998, S. 158
  55. Diözesanarchiv Berlin V/7–3, Aktennotiz Döpfners vom 30. April 1959 über das Gespräch mit dem Nuntius
  56. Diözesanarchiv Berlin V/7–3
  57. Bernd Schäfer: Staat und katholische Kirche in der DDR (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung), Band 8, Köln – Weimar – Wien, 1998, S. 161
  58. Bernd Schäfer: Staat und katholische Kirche in der DDR (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung), Band 8, Köln – Weimar – Wien, 1998, S. 162
  59. Bernd Schäfer: Staat und katholische Kirche in der DDR (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung), Band 8, Köln – Weimar – Wien, 1998, S. 164f.
  60. Uwe Ritzer, Jakob Wetzel: BND-Akten – Der Hirte und die Horcher. In: Sueddeutsche. 31. März 2018, abgerufen am 8. Februar 2019.
  61. Wort aus Berlin II, S. 98–104
  62. Leonid Luks: Die Politik von Staat und Kirche in Polen (1956–1976), in: Karl-Joseph Hummel (Hrsg.): Vatikanische Ostpolitik unter Johannes XXIII. Und Paul VI. 1958–1978, Paderborn – München – Zürich, 1999, S. 133–154
  63. Herder-Korrespondenz 15 (1960/61), S. 122–124; hier S. 124
  64. Herder-Korrespondenz 15 (1960/61), S. 170f.
  65. Diözesanarchiv Berlin V/7–8
  66. Archiv des Erzbistums München und Freising, IKA 1963, Pressemitteilungen 1964/65
  67. N. N.: DÖPFNER: Abschied von der Braut. In: Spiegel Online. 19. Juli 1961, abgerufen am 8. Februar 2019.
  68. Bernd Schäfer: Staat und katholische Kirche in der DDR (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung), Band 8, Köln – Weimar – Wien, 1998, S. 165
  69. Klaus Wittstadt: Julius Kardinal Döpfner (1913–1976) – Anwalt Gottes und der Menschen. Don Bosco, München 2001, S. 160f.
  70. Bernd Schäfer: Staat und katholische Kirche in der DDR (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung), Band 8, Köln – Weimar – Wien, 1998, S. 160f.
  71. Bonn, Kommission für Zeitgeschichte, WA 32e, S. 449–454
  72. a b Diözesanarchiv Berlin V/7–9
  73. Klaus Wittstadt: Julius Kardinal Döpfner (1913–1976) – Anwalt Gottes und der Menschen. Don Bosco, München 2001 S. 169
  74. Klaus Wittstadt: Julius Kardinal Döpfner (1913–1976) – Anwalt Gottes und der Menschen. Don Bosco, München 2001 S. 170
  75. Diözesanarchiv Berlin, V/7–11–2
  76. a b Klaus Wittstadt: Kardinal Döpfners Vorstellungen vom Zweiten Vatikanischen Konzil nach seinen »Consilia et vota«, in: WDGBI 52 (1990), S. 439–446; hier: S. 439
  77. Klaus Wittstadt: Das gemeinsame Votum der Fuldaer Bischofskonferenz zum II. Vatikanum (27. April 1960), in : Hildegard Keul, Hans-Joachim Sander (Hrsg.): Das Volk Gottes. Ein Ort der Befreiung, Würzburg 1998, S. 54–63
  78. David Andreas Seeber: Das Zweite Vaticanum. Konzil des Übergangs, Freiburg – Basel – Wien 1966, S. 40f.
  79. Archiv des Erzbistums München und Freising, 1 Conc., 675
  80. Acta Apostolicae Sedis LIV (1962), S. 678–685, AD 11/1, S. 348–355; deutscher Text: HK 17 (1962/63), S. 43
  81. Léon-Joseph Suenens: Kirche und Bischofsamt nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil: in memoriam Julius Cardinal Döpfner. Vortrag bei der Jahresfeier der katholischen Akademie in Bayern am 1. April 1977 in München , München, S. 17
  82. Acta Synodalia Sacrosancti Consilii Oekumenici Vaticani II 1/1, S. 319–322
  83. Nach Aussage von Kardinal Hermann Volk an Karl Wittstadt
  84. Klaus Wittstadt: Julius Kardinal Döpfner (1913–1976) – Anwalt Gottes und der Menschen. Don Bosco, München 2001, S. 210
  85. Klaus Wittstadt: Julius Kardinal Döpfner und das Zweite Vatikanische Konzil, in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 53 (1991), S. 291–304; hier: S. 301
  86. Archiv des Erzbistums München und Freising. Akt I. Conc. I./1.
  87. Klaus Wittstadt: Julius Kardinal Döpfner (1913–1976) – Anwalt Gottes und der Menschen. Don Bosco, München 2001, S. 206
  88. Acta Synodalia Sacrosancti Consilii Oekumenici Vaticani II 1/1, S. 601–638
  89. a b Klaus Wittstadt: Julius Kardinal Döpfner und das Zweite Vatikanische Konzil, in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 53 (1991), S. 291–304; hier: S. 302
  90. a b c d Archiv des Erzbistums München und Freising, 1 Conc I/1
  91. Acta Synodalia Sancrosancti Concilii Ouecumenici Vaticani II, II/1, S. 23–46.
  92. KNA-Konzilssonderdienst Nr. 66 (1963), S. 2
  93. Archiv des Erzbistums München und Freising 1 Conc V/F, Nr. 1c
  94. Acta Synodalia Sacrosancti Concilii Oekumenici Vaticani II, 11/1 S. 183–199
  95. Werner Eberth: Denkmäler für Kardinal Döpfner, in: Ders. (Hrsg.): 100 Jahre katholische Arbeitnehmerbewegung – KAB Hausen 1898–1998, Bad Kissingen 1996, S. 64
  96. Dokumente, S. 83–86
  97. Herder-Korrespondenz 21 (1967), S. 524
  98. Dokumente, S. 356f.
  99. N. N.: Die Pille bleibt verboten: Enzyklika Pauls VI. – „Nicht unfehlbar und unwiderruflich“. In: ZEIT ONLINE. 2. August 1968, abgerufen am 17. Februar 2019.
  100. Dokumente, S. 463–371; hier: S. 471
  101. Archiv des Erzbistums München und Freising, OK 1974/1975
  102. Herder-Korrespondenz 23 (1969), S. 18
  103. Herder-Korrespondenz 28 (1975), S. 153
  104. Acta Apostolicae Sedis 57 (1965), S. 775–780
  105. Herder-Korrespondenz 25 (1971), S. 533
  106. Herder-Korrespondenz 23 (1969), S. 449–452
  107. Herder-Korrespondenz 23 (1969), S. 501
  108. Herder-Korrespondenz 23 (1969), S. 503
  109. Kirchlicher Anzeiger für die Diözese Aachen, 1971, S. 24
  110. Kirchlicher Anzeige für die Erzdiözese Köln, 1973, 26/371
  111. Synode. Amtliche Mitteilung der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland, I-70-9
  112. Synode. Amtliche Mitteilung der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland, 2–71; S. 7
  113. Synode. Amtliche Mitteilung der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland, 2–71; S. 8
  114. Synode. Amtliche Mitteilung der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland, 4–71; S. 39
  115. Synode. Amtliche Mitteilung der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland, 1–72; S. 13
  116. Synode. Amtliche Mitteilung der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland, 1–72; S. 12
  117. Synode. Amtliche Mitteilung der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland, S. 8
  118. Synode. Amtliche Mitteilung der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland, 8–75; S. 71
  119. Ernst Tewes (Hrsg.): Zum Gedenken an Julius Kardinal Döpfner, gestorben am 24. Juli 1976, S. 9
  120. Karl Forster: Julius Kardinal Döpfner (1913–1976), in: Jürgen Aretz, Rudolf Morsey, Anton Rauscher: Zeitgeschichte in Lebensbildern, Band 3, Mainz 1979, S. 260–279, hier: Anm. 1, S. 271
  121. Hans Schachtner: Erzbischof in der Weltstadt München, in: Gerhard Gruber (Hrsg.): … auf dem Weg durch die Zeit. Julius Kardinal Döpfner. 25 Jahre Bischof in Würzburg, Berlin, München, München 1973, S. 42–72; hier: S. 56
  122. Julius Kardinal Döpfner: Weggefährte in bedrängter Zeit. Briefe an die Priester., hrsg. von Ernst Tewes, München 1986, S. 24
  123. Julius Kardinal Döpfner: Weggefährte in bedrängter Zeit. Briefe an die Priester., hrsg. Von Ernst Tewes, München 1986, S. 27
  124. Julius Kardinal Döpfner: Weggefährte in bedrängter Zeit. Briefe an die Priester., hrsg. Von Ernst Tewes, München 1986, S. 41
  125. Hans Schachtner: Erzbischof in der Weltstadt München, in: Gerhard Gruber (Hrsg.): … auf dem Weg durch die Zeit. Julius Kardinal Döpfner. 25 Jahre Bischof in Würzburg, Berlin, München, München 1973, S. 62
  126. Archiv des Erzbistums München und Freising, OK 1970/71, Vgl. auch Josef Six: Fünfzehn Jahre Dienst von Pastoralassistenten/innen in unserer Erzdiözese. Ein Blick in die Geschichte, in: Gerhard Gruber, Fritz Bauer (Hrsg.): Kirche ohne Vorzimmer. Begegnungen mit dem Münchner Regionalbischof Ernst Tewes., Planegg 1986, S. 158–170, hier: S. 158
  127. Karl Forster: Julius Kardinal Döpfner (1913–1976), in: Jürgen Aretz, Rudolf Morsey, Anton Rauscher: Zeitgeschichte in Lebensbildern, Band 3, Mainz 1979, S. 260–279, hier: Anm. 1, S. 273
  128. Karl Forster: Julius Kardinal Döpfner (1913–1976), in: Jürgen Aretz, Rudolf Morsey, Anton Rauscher: Zeitgeschichte in Lebensbildern, Band 3, Mainz 1979, S. 260–279, hier: Anm. 1, S. 272
  129. Hermann Dietzfelbinger: Veränderung und Beständigkeit. Erinnerungen., München 1984, S. 283
  130. Hermann Dietzfelbinger: Veränderung und Beständigkeit. Erinnerungen., München 1984, S. 284
  131. Amtsblatt für das Erzbistum München und Freising 1970, Nr. 3, S. 58
  132. Wort aus Berlin I, S. 89.
  133. Julius Kardinal Döpfner: Das Flammenkreuz der Liebe. Predigten und Reden zu caritativen und sozialen Themen., München-Dillingen 1987, S. 97
  134. Julius Kardinal Döpfner: Das Flammenkreuz der Liebe. Predigten und Reden zu caritativen und sozialen Themen., München-Dillingen 1987, S. 6
  135. N. N.: Kriegsverbrechen / Bischof Defregger – Teutonisches Blei. In: Spiegel Online. 7. Juli 1969, abgerufen am 18. Februar 2019.
  136. Archiv des Erzbistums München und Freising, OK Nr. 39 vom 17. September 1970
  137. Archiv des Erzbistums München und Freising, OK 1968/69
  138. Herder-Korrespondenz 23 (1969), S. 397
  139. Gestorben. Julius Döpfner. In: Der Spiegel. Nr. 32, 1976, S. 124 (online2. August 1976).
  140. Werner Eberth: Julius Kardinal Döpfner zum 100. Geburtstag – "Des ist unnr Kardinal (4. Band der Beiträge zur Geschichte von Hausen und Kleinbrach), Theresienbrunnen-Verlag, Bad Kissingen 2013, S. 225–228
  141. Werner Eberth: Julius Kardinal Döpfner zum 100. Geburtstag – "Des ist unnr Kardinal (4. Band der Beiträge zur Geschichte von Hausen und Kleinbrach), Theresienbrunnen-Verlag, Bad Kissingen 2013, S. 228
  142. Werner Eberth: Die Odyssee eines Bischofsstabs, in: 100 Jahre Katholische Arbeitnehmer-Bewegung KAB Hausen 1896–1999; Bad Kissingen 1996, S. 66–67
  143. Werner Eberth: Julius Kardinal Döpfner zum 100. Geburtstag – "Des ist unnr Kardinal (4. Band der Beiträge zur Geschichte von Hausen und Kleinbrach), Theresienbrunnen-Verlag, Bad Kissingen 2013, S. 229–336
  144. Hans Jürgen Brandt: Jerusalem hat Freunde. München und der Ritterorden vom Heiligen Grab, EOS 2010, Seite 84
VorgängerAmtNachfolger
Joseph Kardinal Frings (Fuldaer Bischofskonferenz)Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
1965–1976
Joseph Kardinal Höffner
Joseph Kardinal WendelCOA cardinal DE Dopfner Julius August.png Erzbischof von München und Freising
1961–1976
Joseph Kardinal Ratzinger
Wilhelm WeskammCOA cardinal DE Dopfner Julius August2.png Bischof von Berlin
1957–1961
Alfred Kardinal Bengsch