Jan Polack

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Hochaltar aus der Schlosskapelle Blutenburg, 1491, sog. 'Gnadenstuhl'
Jan Polack, Petri-Altar, um 1490

Jan Polack (* ca. 1450 vermutlich in Krakau; † 1519 in München; auch Pollack, Pöllack, Polegkh, Polak, Joannes Alasco Polonus) war ein spätgotischer Maler.

Aufgrund seines Nachnamens wird angenommen, dass er aus Polen stammte; unumstritten ist, ob er dort auch länger gearbeitet hat. Nach seiner Lehre ging er auf Wanderschaft durch Franken und lebte nachweislich seit Mitte der 1470er Jahre in München. 1480 eröffnete er in München seine eigene Werkstatt. Ab 1482 findet man seinen Namen auch im Steuerregister der Stadt München, für die er fortan wirkte. Er gilt als einer der bedeutendsten Maler der Münchner Spätgotik in diesem Raum und wurde über einen größeren Zeitraum als Vorstand der Malerzunft gewählt (von 1485-1519), was auf seine große Anerkennung unter seinen Malerkollegen zurückzuführen ist.

Polacks Arbeiten waren von Michael Wohlgemut, Veit Stoß und Hans Pleydenwurff beeinflusst. Mit dem Bildschnitzer Erasmus Grasser verband ihn eine innige Freundschaft, die zu gemeinsam gestalteten Altarwerken in Pipping und auch München führte (Bild- und Schnitzkunst).

Er schuf zahlreiche Wandel-Altäre, Tafelbilder und Fresken. Urkundlich gesicherte und erhaltene Werke aus seiner Hand sind der mehrflügelige Weihenstephaner Hochaltar (bei Freising), entstanden zwischen 1482/3-1489, dessen fünf von ursprünglich acht Tafeln heute im Dombergmuseum in Freising und in der Bayerische Staatsgemäldesammlung in München aufbewahrt werden, sowie die Gemälde vom Hochaltar in Schloss Blutenburg (1491) sowie die Altarflügel der ehemaligen Franziskanerkirche (Barfüßerorden) in München (1492). Ebenso ging der mehrflügelige Hochaltar der Münchner Stadtpfarrkirche St. Peter am Petersplatz, gefertigt um 1490, aus seiner Werkstätte hervor.

Andere urkundlich belegte Arbeiten, vor allem die Fresken in München, sind altersbedingt natürlich nicht mehr vorhanden, bezogen sich aber auf den inneren Stadtmauerring der Befestigung um München im Mittelalter.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hanna Bösl: Jan Polack. Pannonia-Verlag, Freilassing 1988, ISBN 3-7897-0135-1 (Kleine Pannonia-Reihe 135).
  • Christiane Kant: Der Münchner Stadtmaler Jan Polack als Bildnismaler. Berlin 1997 (Berlin, Humboldt-Univ., Mag.-Arbeit, 1997).
  • Andrea Langer: Jan Polack. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 20, Duncker & Humblot, Berlin 2001, ISBN 3-428-00201-6, S. 593 f. (Digitalisat).
  • Peter Steiner und Claus Grimm (Hg.): Jan Polack. Von der Zeichnung zum Bild. Malerei und Maltechnik in München um 1500. Katalog Nr. 49/04 vom Haus der Bayerischen Geschichte. Augsburg 2005. ISBN 3-927233-96-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jan Polack – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien