Dominique Prieur

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Dominique Prieur (* 1949 in Besançon) ist eine Offizierin des französischen Geheimdienstes (DGSE). Sie war am 10. Juli 1985 in Auckland am Anschlag gegen die Rainbow Warrior der Organisation Greenpeace beteiligt, bei dem der niederländische Fotograf Fernando Pereira getötet wurde.[1]

Prieur hatte sich mit der Szene der europäischen Friedens- und Umweltaktivisten vertraut gemacht und war im Geheimdienst als Nachrichtenbeschafferin tätig. Dabei arbeitete sie mit der Agentin Christine Cabon zusammen, die an der Aktion des DGSE ebenfalls beteiligt war, Neuseeland aber noch vor der drohenden Verhaftung verlassen konnte. Dominique Prieur und Alain Mafart reisten in Neuseeland getarnt als Ehepaar unter dem Namen Sophie und Alain Turenge ein. Die Schweizer Pässe der vermeintlichen Eheleute erwiesen sich als gefälscht.

Nach ihrer Festnahme durch die neuseeländische Polizei plädierten sie und ihr Partner Mafart auf schuldig wegen Totschlages. Am 22. November 1985 wurde sie zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach einer Vereinbarung vom 6. Juli 1986, die der Generalsekretär der Vereinten Nationen zwischen Frankreich und Neuseeland ausgehandelt hatte, wurde es der Verurteilten erlaubt, die Haftzeit auf der Insel Hao in Französisch-Polynesien zu verbringen.[2] Bereits am 6. Mai 1988 konnte Prieur nach Frankreich zurückkehren, weil sie schwanger war (ihr Ehemann erhielt die Erlaubnis sie in Hao zu treffen). Wie Mafart kehrte sie darauf nicht nach Hao zurück. Diese vorzeitigen faktischen Freilassungen stellten eine Verletzung des Abkommens dar, doch war Frankreich nicht bereit, konkret auf die Proteste von Neuseeland und dem UN-Schiedsgericht einzugehen.

Später wurde Dominique Prieur in den Rang eines Majors erhoben.

Prieur veröffentlichte 1996 ein Buch mit dem Titel Agent secrète (Geheimagent), welches ihre Rolle aus ihrer Sicht in der verdeckten Aktion beschreibt.

Ende 2008 wurde über die Presse bekannt, dass Dominique Prieur unter dem Namen ihres Ehemanns seit 2007 als Leiterin der Personalabteilung der Feuerwehr von Paris, einer Pioniereinheit des Französischen Heeres, arbeitet.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. French expat recalls NZ bombing auf BBC News vom 8. Juli 2005
  2. Case concerning the difference between New Zealand and France. Archiviert vom Original am 3. April 2012; abgerufen am 19. Mai 2018 (PDF; 1,4 MB, englisch).
  3. Une saboteuse du Rainbow Warrior chez les pompiers auf Le Figaro vom 31. Dezember 2008.